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  UE-Home → History → Online Empire 54 → Interview-├ťbersicht → HELL:ON-Interview last update: 30.05.2020, 07:25:22  

HELL:ON-Logo

Dank der ├ľffnung des Ostens ist es seit geraumer Zeit endlich auch Bands aus jener Region m├Âglich, ihr Material und sich selbst mehr oder weniger weltweit zu pr├Ąsentieren. Dennoch fristet die dortige Metalszene eine Art "Mauerbl├╝mchen-Dasein" fristen, auch wenn man Bandnamen wie MORIA oder HELL:ON eventuell schon geh├Ârt hat.
Zeit also, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken, wof├╝r wir Alex Pasko, der als Gitarrist in den beiden genannten Formationen aktiv ist, zu Wort kommen lassen, um ein wenig Licht in unsere Dunkelheit zu bringen.

HELL:ON-Headline

Zun├Ąchst wollen wir nat├╝rlich wissen, wie die Geschichte von HELL:ON eigentlich begonnen hat.

Wir haben uns als Band im Jahr 2005 formiert, wobei die Gr├╝ndung von HELLION, wie wir zuerst gehei├čen haben, eher eine Art Konsequenz war, da wir untereinander befreundet waren und schon davor eine gemeinsame Vorliebe f├╝r Musik teilten. Zudem hatten wir alle bereits davor erste Erfahrungen in Bandprojekten gemacht und wu├čten, was wir wollten. Dennoch war der Start in die "Karriere" f├╝r HELLION sehr imposant, da wir schon nach wenigen Monaten f├╝r das gr├Â├čte ukrainische Festival, das "Metal Heads' Mission" gebucht wurden und dabei unterem f├╝r NAPALM DEATH er├Âffnen durften. Die Gr├╝ndung erfolgte durch mich und Schlagzeuger Oleg Talanov, sp├Ąter kam dann der zweite Gitarrist Anton Pavlenko dazu, der jedoch bald wieder abhaute und durch Anton Vorozhtsov ersetzt wurde. Als n├Ąchster stie├č Bassist Alexandr Sitallo zu uns und zuletzt S├Ąnger Alexander Baev.

Und bald darauf d├╝rfte dann Euer erstes Demo ┬╗Strong Enough┬ź die Runde gemacht haben.

Korrekt, wobei es sich dabei keineswegs um eine "Resteverwertung" oder so handelte, sondern wir waren - nicht zuletzt durch den genannten Auftritt - ungemein motiviert und sch├Ąumten vor Ideen geradezu ├╝ber.

HELL:ON-Bandphoto 1

Da├č so ein Auftritt motiviert, ist klar. Welche anderen Inspirationen f├╝r Euch gab es denn noch?

Da wir alle aus unterschiedlichen musikalischen Ecken stammen, gibt es da jede Menge, von Jazz und Blues angefangen, ├╝ber Rock'n'Roll, den unser Basser in einem Nebenprojekt immer noch auslebt, bis hin zu den "├╝blichen Verd├Ąchtigen" wie METALLICA, SEPULTURA, SLAYER, MEGADETH, PANTERA, KREATOR oder DEATH. Unser S├Ąnger pflegt dar├╝ber hinaus sogar noch eine Vorliebe f├╝r das Saxophon und lebt diese auf diversen Nebenbaustellen regelm├Ą├čig aus. F├╝r mich pers├Ânlich war auf jeden Fall das "Extreme Metalfest" hier in Kiew die bis dato wichtigste Erfahrung ├╝berhaupt, denn nicht nur, da├č wir selbst spielen durften, war sensationell, was KREATOR als Headliner hier abgeliefert haben, war der helle Wahnsinn! Ein wahrhaftig unverge├člicher Auftritt!

Solange er dieses Instrument nicht zu sehr bei HELL:ON unterzubringen versucht, darf er das wohl gerne, auch wenn f├╝r Experimente bei Euch durchaus Platz zu sein scheint. Inwiefern darf man denn ┬╗Age Of Oblivion┬ź mit den fr├╝heren Alben vergleichen?

Da zwischen ┬╗Re:Born┬ź und ┬╗Age Of Oblivion┬ź einige Zeit vergangen ist, darf ich wohl durchaus behaupten, da├č wir uns an den Instrumenten durch permanentes ├ťben gut weiterentwickelt haben. Dennoch waren wir bem├╝ht, uns nicht zu sehr von der "Old School"-Gangart zu entfernen und die Songs trotz aller Technik immer schnell, aggressiv und kraftvoll zu halten. Zuletzt, also in den Jahren 2010 und 2011, haben wir auch eine Menge an Live-Erfahrung machen k├Ânnen, und von daher galt es, die Energie der B├╝hne auf Tontr├Ąger zu transferieren. So ganz gelungen ist uns das nicht, aber ich bin sicher, beim n├Ąchsten Mal wird das noch deutlich besser funktionieren.

Klingt interessant, kann Du uns schon ein bi├čchen mehr ├╝ber das kommende Album verraten?

Generell sind wir uns schon intern ├╝ber den Titel und das Artwork einig und auch einige Tracks sind bereits fertig. Diese gehen noch ein wenig mehr in Richtung Old School-Death Metal und stellen zumindest bisher die wohl aggressivsten Nummern dar, die wir jemals komponiert haben. Allerdings wei├č ich noch nicht, wie es diesbez├╝glich weitergehen wird, denn unter Druck setzen brauchen wir uns auch nicht.

Wie darf man sich das Komponieren bei Euch generell vorstellen?

Wir treffen uns regelm├Ą├čig in unserem Proberaum und spielen uns gegenseitig unsere Ideen vor. Daraus entstehen dann oft spontane Jams, die in weiterer Folge zu Songs, oder zumindest Passagen werden. Es kann aber auch sein, da├č wir die Riffs quasi "ansparen" und diese dann bei Gelegenheit in v├Âllig andere Tracks einbauen als urspr├╝nglich angedacht war. Wichtig ist nur, da├č wir alle davon ├╝berzeugt sind und der Song funktioniert. Die Texte kommen zumeist zum Schlu├č dazu, auch wenn ich mitunter Themenvorschl├Ąge oder sogar schon ungef├Ąhre Ideen habe, worum es im jeweiligen Song gehen soll.

Du hast zuvor bereits kurz das Thema Live-Aktivit├Ąten angedeutet. Was gibt es denn davon noch zu berichten?

Das ist generell ein schwieriges Thema, da wir allesamt unseren Jobs nachzugehen haben und von daher ein wenig eingeschr├Ąnkt sind. Allerdings f├╝hrt diese Tatsache auch dazu, da├č wir eben ganz gezielt und fokussiert an eventuelle Gigs herangehen. Einmal im Jahr ist es uns dann doch m├Âglich, f├╝r ungef├Ąhr zwei bis drei Wochen am St├╝ck Urlaub zu nehmen und diese werden dementsprechend f├╝r Tourneen genutzt. F├╝r die kommende Tour wollen wir auch erneut versuchen, au├čerhalb der Ukraine spielen zu k├Ânnen, denn hier f├╝hlen wir uns doch bereits ein wenig eingeschr├Ąnkt. Im letzten Jahr konnten wir schon beim "Metalfest" in Polen spielen und auch beim "Ciechanow Rock Festival" gab man uns eine Chance, beides phantastische Erfahrungen f├╝r uns. Im Herbst des letzten Jahres haben wir dann eine kleine Tournee, die uns nach Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei, aber auch f├╝r drei Gigs nach Deutschland f├╝hrte, absolvieren k├Ânnen, und daran wollen wir aufgrund der positiven Erfahrungen gerne wieder anschlie├čen und speziell in Deutschland viel mehr Konzerte geben.

Sind diese Pl├Ąne schon konkret?

Ja, es mu├č einfach etwas in dieser Richtung geschehen, damit HELL:ON auch entsprechend bekannt werden k├Ânnen. In Osteuropa konnten wir uns mittlerweile auch schon einen ganz ordentlichen Ruf erspielen, jetzt aber soll auch der Westen von der Band etwas mitbekommen. Von daher planen wir Gigs in Deutschland, ├ľsterreich, D├Ąnemark und in den Niederlanden. Fixieren konnten wir zwar noch nichts, aber ich denke, die Planungsphase geht gut voran, und wir sind sehr zuversichtlich.

Da klingt nicht nur ziemlich euphorisch, sondern auch gut geplant. Eventuelle "Nebent├Ątigkeiten" sollten kein Problem sein, oder?

Nein, auch wenn wir allesamt auch in anderen Bands und Formationen aktiv sind. So hat Anton beispielsweise sein Death Metal-Nebenprojekt UNGRACE am Laufen, und ich selbst bin bei den Groove/Thrashern MORIA t├Ątig. Unser Bassist Alexandr hat wie schon gesagt sein Rock-Outfit SWIFT am Start, und unser S├Ąnger l├Ą├čt immer wieder gerne sein Saxophon ert├Ânen. Der Fokus liegt aber dennoch ausschlie├člich bei HELL:ON, so da├č ein Tournee hier in keiner Weise beeintr├Ąchtigt w├╝rde.

Der Name HELL:ON ist ja nun immerhin zumindest ein klein wenig bekannt, ebenso MORIA. Was aber hat die Metalszene in der Ukraine sonst noch an "Sch├Ątzen" anzubieten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden?

Eine ganze Menge, alleine in unserem Freundeskreis tut sich viel. So gibt es mit DEF/LIGHT, D-HATE, SINFUL, BLACKTHORN und FRAGILE ART einige Bands in unserem unmittelbaren Umkreis, die es verdient h├Ątten, ein wenig bekannter zu werden. Dar├╝ber hinaus ist obendrein auch noch zu erkennen, da├č sich in den letzten Jahren viele junge Musiker mehr dem Metal verschrieben haben.

HELL:ON-Bandphoto 2

Gutes Stichwort: Inwiefern hat sich denn da in den letzten 20 Jahren etwas ├Ąndern k├Ânnen?

Seit dem Fall des russischen Regimes hat sich hier wirklich viel ver├Ąndert. Unter anderem hat sich auch eine Unzahl an M├Âglichkeiten f├╝r Bands aufgetan, die zuvor noch nicht einmal ansatzweise m├Âglich gewesen w├Ąren. Die "Szene" an sich ist zwar immer noch tief im Underground verwurzelt, aber immerhin besteht nun endlich die Chance f├╝r kleine Formationen ihre Songs bei Konzerten, wenn auch ganz kleine, zu pr├Ąsentieren. Und auch was das Equipment betrifft, hat sich hier einiges getan, auch wenn der wesentlichste Part immer noch der Musiker selbst geblieben ist.

War es denn zu UdSSR-Zeiten ├╝berhaupt m├Âglich, als Band aufzutreten?

Das schon, ich denke, da waren die Unterscheide zu andere L├Ąndern nicht ganz so kra├č. Allerdings kann ich mich auch noch gut an das wirklich miese Equipment erinnern, mit dem beispielsweise ich meine ersten Gehversuche unternehmen mu├čte. Doch zumindest erfinderisch hat mich jene Zeit auf jeden Fall gemacht, ich mu├čte f├╝r meine Gitarre n├Ąmlich die Effektpedale selbst anfertigen und hatte auch keine Vorstufen-Verst├Ąrker oder so zur Verf├╝gung und dementsprechend klang die Chose dann auch. Es war zwar unheimlich anstrengend, aber immerhin sehr lehrreich.

Nachvollziehbar und auch sehr informativ, da uns Bands wie Ihr nicht alle Tage zur Verf├╝gung stehen. Aktuell erweckt es zumindest aber den Anschein, als ob wir von HELL:ON in den n├Ąchsten Monaten vermehrt etwas mitbekommen w├╝rden.

Das hoffe ich auch! Zuletzt haben wir f├╝r ÔÇ║DisasterÔÇ╣ von unserem aktuellen Silberling ein Video gedreht und dieses auch ins Internet gestellt:

http://www.youtube.com/watch?v=dDGt2pxEkj8

Und wie schon gesagt sind wir zudem bereits mit Feuereifer am Komponieren von weiteren Songs, deren Ausrichtung wohl noch aggressiver sein wird. Sicher ist auf jeden Fall, da├č wir Andy LaRocque als Gastmusiker mitwirken lassen werden und er uns wohl das eine oder andere Solo spendieren wird. F├╝r den Sommer hoffen wir, einige Festivals bestreiten zu k├Ânnen, und im Herbst sollte dann unsere Europatournee ├╝ber die B├╝hne gehen k├Ânnen. Mehr ist dazu leider noch nicht spruchreif, aber ich lasse es Euch gerne rechtzeitig wissen!

Feine Sache, die wir gerne weiterverbreiten werden.

http://myspace.com/hellionbandmusic

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

HELL:ON im ├ťberblick:
HELL:ON – Age To Oblivion (Rundling)
HELL:ON – Hunt (Rundling)
HELL:ON – The Shadow Of Emptiness (Do It Yourself)
HELL:ON – ONLINE EMPIRE 54-Interview
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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