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Wie Siegfried aus der Nibelungensage im Drachenblut, haben die Schweden ENBOUND in Gold gebadet. Zumindest präsentiert sich die Combo auf ihrem Erstling »And She Says Gold« von Nasenspitze bis zum kleinen Zeh in Edelmetall gehüllt.
Doch nicht nur die Optik ist hochkarätig, sondern auch der melodische und kraftvolle Metal der Jungs kann sich hören lassen! Grund genug also, bei Drummer Mike Cameron Force, einem Veteran der schwedischen Szene jüngeren Datums, der seine Karriere 1998 bei den Hopefuls ZONATA begonnen hatte, herauszufinden, ob es vielleicht auch bei dieser scheinbar unbesiegbaren Kapelle eine verwundbare Stelle auf dem Rücken gibt, wo man gnadenlos den metallischen Ger hineinrammen kann, oder ob Mike mit Bedacht jedes seiner Worte auf die Goldwaage legen würde.

ENBOUND-Bandphoto 1

Laß uns über die Entstehungsgeschichte von ENBOUND sprechen: Es hat den Anschein, daß zwei erfahrene Musiker, Du und Euer ehemaliger Gitarrist Jonathan Nyberg, der damals gerade bei CRYSTAL EYES ausgestiegen war, sich nach jungen Talenten umgesehen haben, um eine neue Band zu gründen, wodurch sie auf den damaligen Sänger Marcus Nygren, Gitarrist Marvin Flowberg und Bassist Swede stießen. Kannst Du dem zustimmen, oder wie lief die Formierung der Band in Deinen Augen ab?

Richtig, die Band wurde 2006 von Jonathan und mir gestartet. Aber Marvin stieß erst 2008 hinzu, als er Jonathan ersetzte. Wir hatten zuvor beschlossen, uns von Jonathan zu trennen. ENBOUND hatten also nie zwei Gitarristen gleichzeitig. Marvin hatte zuvor mal kurzzeitig bei der schwedischen Band Sanchez gespielt. Er war gerade mal 17 Jahre alt, als er sich uns anschloß, so daß es in Sachen Lebenserfahrung ein wenig haperte, doch das konnte er spielend mittels seiner Fähigkeiten auf der Gitarre kompensieren - was er bis heute tut. [lacht] Swede und ich kannten uns durch einen gemeinsamen Freund, so daß ich ein wenig über ihn wußte, mir aber nicht bewußt war, daß er Baß spielt - und ich weiß immer noch nicht, ob er das tut... [lacht] Auf alle Fälle hat er noch nie zuvor in einer Metalband gespielt, denn er ist eigentlich ein Funk-Rock-Bassist.

Warum ist Jonathan Nyberg wieder ausgestiegen? Was treibt er denn heutzutage so?

Jonathan hatte damals eine Menge um die Ohren, so daß er sich nicht so auf ENBOUND konzentrieren konnte, wie sowohl er als auch wir es uns wünschten. Wegen dieser Situation mußten wir ihn leider ziehenlassen. Momentan spielt er zusammen mit seinem Bruder John und dem ehemaligen CRYSTAL EYES-Drummer Kutte (dürfte schätzungsweise Kujtim Gashi sein, der von 1995 bis 2001 bei der Combo aus Borås getrommelt hatte - Red.).

Warum habt Ihr 2009 Euren Sänger gewechselt, und warum habt Ihr Euch für Lars Säfsund alias Lee Hunter entschieden? Mit seiner anderen Band WORK OF ART macht er schließlich viel softere Musik. Außerdem war er ein Mitglied der Popband BIONDO, die am 2008er "Eurovision Song Contest" teilgenommen hat. Hattet Ihr keine Bedenken, daß er nicht so wirklich zu ENBOUND passen könnte?

Marcus verließ die Band, weil er sehr mit seinen anderen Projekten beschäftigt war, so daß wir keine andere Wahl hatten, als Ausschau nach einem neuen Sänger zu halten. Doch es dauerte acht Monate bis wir "den einen" gefunden hatten: Nachdem ich Lee auf MySpace entdeckt hatte, schickte ich ihm eine E-Mail, und er antwortete: "Endlich mal Metal!" Eine Stunde später schickte er schon seinen Gesang für ›Combined The Souls‹, und uns klappte der Kiefer nach unten. Er paßt perfekt zu ENBOUND, und wir hatten nie Angst, daß wir nicht harmonieren könnten. Wir spürten nach zwei Sekunden, daß Lee die richtige Wahl sein würde. Er ist ein extrem talentierter Sänger, und wir sind superfroh, ihn an Bord zu haben.

Ihr scheint ohnehin eine besondere Beziehung zur "Eurovision Song Contest"-Sphäre zu haben: Eine gewisse LaGaylia Frazier, die mit Lee bei ›Frozen‹ ein Duett singt, nahm auch an dieser Veranstaltung teil. Wollt Ihr in irgendeiner Weise vom Standardimage einer Metalband wegkommen?

Wir sahen sie in einem schwedischen TV-Trailer für eine Show, und ihre Stimme blies uns einfach um. Deswegen wollen wir uns aber nicht von der Metalszene entfernen. Daran würden wir noch nicht mal im Traum denken! Wir tun einfach, was wir wollen, und werden uns das auch nicht verbieten lassen; diese "Eurovision"-Geschichte ist letztendlich aber nur ein witziger Zufall. Versteh' mich nicht falsch: Wir lieben es, Hard Rock und Metal zu spielen, aber wir wollen uns einfach nicht an einen einzigen Stil fesseln.

ENBOUND-Einzelshot: Lee Hunter

Warum gibt es eigentlich keinen Keyboarder in Reihen von ENBOUND? Immerhin gibt es da eine Menge Tastenklänge auf Eurem Album! Ich habe aber auf Eurer Homepage gesehen, daß alle vier ENBOUND-Musiker Keyboard spielen können, so daß diese Frage im Studio kein Problem darstellte. Aber wie wollt Ihr das live anpacken? Bevorzugt Ihr Samples oder einen Gastmusiker? Oder werdet Ihr die Besetzungsliste von ENBOUND doch noch um einen Musiker ausweiten?

Gute Frage! Vielleicht sollten wir eine Synthesizer-Band gründen? [lacht] Ich glaube, daß wir live auf Samples zurückgreifen werden, da es in der Tat viele Keyboardparts in unserer Musik gibt. Aber wir sehen Keyboards nicht als ein zentrales Element unseres Sounds an, so daß wir keinen Keyboarder haben wollen, der sich dann immer in die zweite Reihe versetzt fühlen müßte.

Was ist für Euch so besonders an RAGE, daß Ihr sie als Eure größte und einzige Inspiration nennt? Zumindest habe ich nicht die Notwendigkeit verspürt, Eure Musik mit der von RAGE zu vergleichen.

RAGE waren unsere erste Inspirationsquelle, als wir mit der Band loslegten, aber es stand nie zur Debatte, daß wir sie oder irgendeine andere Band kopieren würden. Wir wollten höheren Gesang und noch mehr Melodie auf einer harten Grundlage. Letzten Endes sind wir soundtechnisch ziemlich weit von RAGE entfernt gelandet, aber wir mögen, wie ENBOUND sich entwickelt hat. Genauso mögen wir auch immer noch RAGE - auch wenn wir völlig unterschiedlich klingen.

Ihr habt die Songs Eures 2008er Demos mit Ausnahme von ›Death Is Dawning‹ für Euer Album neu aufgenommen. Ich selbst kenne Euer Demo nicht, aber Walter hat deswegen bestimmt geweint, denn er hatte ›Death Is Dawning‹ zum besten Demosong erkoren.

Wir hatten begonnen, insgesamt 17 Songs aufzunehmen, so daß wir uns entscheiden mußten, welche wir weglassen würden. Es war nicht einfach, diese Entscheidung zu treffen, aber der ein oder andere Song mußte einfach auf der Strecke bleiben. Dein Kollege und andere Leute, die Interesse haben, können ›Death Is Dawning‹ ja immer noch auf dem Demo hören.

Wie hat das Demo im Vergleich zu »And She Says Gold« geklungen, vor allem im Hinblick auf den anderen Sänger? Das Demo kann man derzeit noch über Eure Homepage beziehen. Wie lange wird das noch der Fall sein?

Gesangstechnisch sind die Vocals jetzt höher angelegt, und wir haben zusätzliche Backing Vocals dazugefügt, denn Lee ist auch in dieser Hinsicht eine echte Kapazität. Der Sound des Album ist kaum mit dem des Demos zu vergleichen: Wir haben einen enormen Aufwand betrieben, daß das Album so klingt, wie wir es uns vorgestellt hatten, was beim Demo nicht der Fall gewesen war. Bei unserem Demo handelt es sich um eine limitierte Auflage, die solange angeboten wird, bis sie ausverkauft ist. Hey, wir müssen Kohle scheffeln, so daß wir neue Saiten und Plektren kaufen können. Oder Gold... [lacht schallend]

Auf YouTube habt ihr ein paar Clips aus dem Studio eingestellt. Kannst Du mir verraten, warum Marvin eine Socke um sein Griffbrett gebunden hat? Will er andere mit dem Geruch auf Distanz halten, oder soll es einfach ein Talisman sein? Verrat' uns sein Geheimnis!

Das Geheimnis der Socke ist auf die Temperatur zurückzuführen: Es sollte immer 22,4 Grad Celsius sein, um den perfekten Anschlag zu gewährleisten. Ansonsten kann der Gitarrenhals brechen. Es war der legendäre schwedische Musiker Sune Persson, der Marvin diesen Tip gegeben hat.

Aha, in Schweden wird die Temperatur also mittels Socken geregelt... Anyway - warum habt Ihr eigentlich ›Beat It‹ von Michael Jackson als Cover für »And She Says Gold« aufgenommen? Seine Platte »Thriller«, die diesen Song enthält, stellt zweifelsohne ein Meisterwerk dar - über die Nachfolgewerke oder sein Verhalten jenseits der Musik wollen wir an dieser Stelle nicht sprechen - aber es ist nun mal nicht gerade ein Hard Rock- oder Metalsong.

Wir denken das nicht! Jeder in der Band mag Michael Jackson, und wir dachten, daß es großartig wäre, die Nummer als Hard Rock-Song aufzunehmen. Der Entschluß, dies zu tun und den Song sogar live zu spielen, fiel noch vor dem Tod von Michael Jackson. Wir nahmen gerade die Gitarren auf, als die Todesnachricht umging, so daß wir unsere Version fertiggestellt und als Tribut auf YouTube gestellt haben.

ENBOUND-Einzelshot: Marvin Flowberg

Was kam eigentlich zuerst? Das Huhn oder das Ei? Ernsthaft: Stand zuerst der Albumtitel »And She Says Gold« im Raum, oder hattet Ihr zuerst die Idee mit dem Golddesign? Zumindest gibt es keinen Song, der so heißt, oder sich ums Goldwaschen im Wilden Westen drehen würde...

Ich glaube, die Idee zu dieser Thematik kam zuerst. Der Titel ist einer Passage in dem Song ›Untitled X‹ entnommen, wo Lee diese Zeile auf sehr coole Weise schreit. Solltest Du Dir mal genau anhören.

Ihr habt Euch nicht nur für die Promophotos von Kopf bis Fuß mit Goldfarbe bemalt, sondern so auch einen professionellen Videoclip gedreht. Wie habt Ihr das ohne Sauerstoffzelt geschafft? Schließlich wissen wir dank James Bond seit "Goldfinger", daß die menschliche Haut nicht atmen kann, wenn sie mit Gold überzogen ist.

[Schüttelt sich vor Lachen] Nein, kein Sauerstoffzelt! Aber ich glaube, daß Swede am Ende des Videodrehs ein wenig schwindlig war. [grinst] Nein, es hat alles problemlos funktioniert, denn unsere Haut konnte ganz normal atmen, da es sich nicht um eine Latexfarbe handelte wie im Falle von "Goldfinger". Abgesehen davon waren wir nicht komplett angemalt, sondern unsere Beine und Füße blieben völlig unbeeinträchtigt. Das größte Problem war vielmehr, das Zeug wieder runterzukriegen. Wir entdeckten 'ne Woche nach der Session immer noch Farbreste in unseren Ohren oder Nasen. Das sah komisch aus, denn die Farbe enthielt unter anderem Kupfer, so daß sie nach einigen Stunden grün wurde.

Aha, die Grünspan-Boys also... Habt Ihr jetzt die Nase voll von diesem Schmiererei oder wollte Ihr Euch auch live vergolden lassen? Ich kann mir vorstellen, daß die Farbe nicht ganz billig ist. Aber vielleicht habt Ihr ja im Lotto gewonnen oder einer von Euch hat 'nen Millionär in der Familie..?

Wenn es eine große Shows ist, werden wir uns bestimmt wieder anmalen. Aber wie Du vermutet hast, ist die Farbe sehr teuer: Wir mußten sie sogar in England bestellen. Und bislang hat leider noch niemand von uns im Lotto gewonnen. Wir können uns noch nicht mal ein Los leisten...

ENBOUND-Einzelshot: Swede

Wurdet Ihr schon mal beschuldigt, Satanisten zu sein? Immerhin gebt Ihr im Booklet von »And She Says Gold« zu, daß die "album time of completion" exakt "666 days" betragen hätte. Ergo: Wann kommen die ersten Exorzisten vorbei?

Nein, Du bist der erste, der das bemerkt hat. [grinst] Vielleicht können wir unser Album am 21. Dezember 2012 rückwärts spielen, Gummibärchen essen und das große Finale genießen..?

Warum habt Ihr je eine Chemikalie ausgewählt, die einen der Musiker repräsentieren soll: Lee Hunter - Lithium oxide (Lithiumoxid), Marvin Flowberg - Cupronickel (Kupfernickel), Swede - Chromium carbide (Chromcarbid) und Mike Cameron Force - Cementite (Eisencarbid). Steckt dahinter vielleicht eine geheime Botschaft, oder habt Ihr als Kinder einfach gerne mittels des just ausgepackten Chemiekastens den Weihnachtsbaum in die Luft gesprengt..?

Wir dachten, daß es eine coole Idee sei, und Swede hatte einen ellenlangen Text geschrieben, in dem er genau das Wie und Warum erklärte. [lacht] Er hat das so gut erklärt, daß niemand jemals verstehen würde, was er meint - und wir hatten auch nicht den leisesten Schimmer, von was er spricht... [lacht] Ich glaube, Lee hat gerne mit Chemikalien gespielt, als er jünger war. Oder zumindest kann ich mir das bei ihm vorstellen. [lacht]

Mike, ich würde jetzt gerne noch ein wenig über Deine ehemaligen Bands sprechen, die wir während der letzten Jahre begleiten konnten. Ich möchte mit ZONATA beginnen: Als das Demo »Copenhagen Tapes« 1998 erschien, war die Presse völlig aus dem Häuschen wegen Euch, aber das erste Album »Tunes Of Steel« von 1999 konnte in meinen Augen die Erwartungen nicht erfüllen. Wie siehst Du das vom heutigen Standpunkt?

Ich glaube, man kann sagen, daß es eine Mischung aus schlechtem Timing und falschen Entscheidungen war. Ich glaube, wir haben es einfach nicht geschafft, ein gutes Produkt zustandezubringen. Es kostet eine Menge Zeit und/oder Feeling, um ein großartiges Album zu schaffen. Wir waren alle jung, und ich war der Jüngste, denn ich war gerade mal 16 als wir »Tunes Of Steel« aufnahmen, so daß ich damals nicht sehr viel Erfahrung hatte. Zudem nahmen wir keine Songs vom Demo auf, so daß ich mir vorstellen kann, daß die Plattenfirma ein wenig überrascht gewesen war.

Warum lösten sich ZONATA nach drei Alben auf, und warum verschwanden alle Musiker mit Ausnahme von Niclas Karlsson, der später bei FRETERNIA oder CRYSTAL EYES auftauchte, mittlerweile aber anscheinend auch die Musik an den Nagel gehängt hat, von der Bildfläche?

ZONATA wurden mitten in einer Probe aufgelöst. Einer der Jungs wollte nie proben, ein anderer wollte auf keine Fälle live spielen... Das war irgendwie ziemlich verwirrend gewesen. [lacht] Wir versuchten einige monatelang, die Band weiterzuführen, doch wir fanden keine neuen Mitmusiker. Soweit ich weiß, haben alle Ex-ZONATA-Musiker auch heute noch etwas mit Musik zu tun - und sei es nur im Privaten, um die Seele zu nähren. Wenn man nämlich einmal angefangen hat, ist es sehr schwer, wieder aufzuhören. [grinst]

ENBOUND-Einzelshot: Mike Cameron Force

Während Deiner Zeit bei ZONATA hast Du die Drums für das 2000er »Return Of The King«-Demo von IRONWARE eingespielt. War das nur ein Sessionjob, oder warst Du ein echtes Bandmitglied?

Es war nur ein Studiojob: Weil deren Drummer Probleme mit seinen Beinen hatte, fragten sie mich, ob ich das Demo einspielen könne. Ich sagte natürlich zu. Ich kann mich noch erinnern, daß ich etwa 7 Euro pro Song verlangte... [lacht] Heutzutage würde das noch nicht mal die Kosten für die Drumsticks decken!

Während der Schlußphase von ZONATA hast Du Dich der Death/Thrash Metal-Band POEM angeschlossen. Wie konnte es zu diesem großen stilistischen Sprung kommen?

Ich habe schon immer Death Metal gemocht, so daß diese Musik für mich nichts Neues war, aber es war ein neuer Stil, in den ich mich einfinden konnte. Das passierte noch während der ZONATA-Zeiten, so daß es großartig war, etwas ganz andersgeartetes spielen zu können. Die Jungs von POEM waren großartige Typen und zudem sehr talentiert. Sie stecken heute hinter erfolgreichen Acts wie DEAD BY APRIL oder MARIONETTE.

Deine letzte Band vor ENBOUND, von der ich etwas erfuhr, waren ABLAZE mit Fredrik Jordanius, der unter anderem bei RISING FAITH gewesen war, und Pasi Humppi von FRETERNIA. Warum hast Du die Band etwa ein Jahr nach Gründung schon wieder verlassen?

Das war eine schwere Phase in meinem Leben: Ich war mit meinem Motorrad in ein Auto hineingecrasht und war mir eine Zeitlang nicht sicher, ob ich jemals wieder spielen könne. Wir hatten mit ABLAZE ein paar Aufnahmesessions, aber mein Rücken brachte mich fast um, und ich konnte nichts dagegen tun. Es fühlte sich einfach alles nicht richtig an, so daß ich die Band verließ. Die Jungs von ABLAZE waren super, aber es war einfach nicht die richtige Zeit für mich gewesen.

Wie ist das Bandfeeling bei ENBOUND im Vergleich zu Deinen früheren Bands?

Das Bandfeeling bei ENBOUND kann ich nur mit dem Begriff "Spaß" umschreiben. [lächelt] Ich liebe die Jungs von ENBOUND! Auch wenn wir uns nicht jede Woche oder jeden Monat sehen, ist es doch immer großartig, wenn wir zusammenkommen. Wir sind bei ENBOUND sehr viel realistischer als bei meinen vorherigen Bands. Wir denken beispielsweise nicht, daß eine Million Dollar vom Himmel fallen wird, nur weil wir ein Album gemacht haben. Zudem wissen wir, daß es eine Menge harter Arbeit und deutlich weniger Glamour bedeutet, als die Leute so gemeinhin denken.

Wenn Dich jemand aufgrund Deiner Geschichte als Bandhopper bezeichnen würde, was würdest Du antworten?

[Lacht] Nun ja... Ich habe nur eine Band verlassen, wenn man mal meine Engagements bei Orchestern oder Ensembles außer Acht läßt. Daher würde ich wohl einfach "Danke, Alter!" sagen... [grinst]

Nebenbei: Wie bist Du an Deinen Künstlernamen "Cameron Force" gekommen? Hat er eine besondere Bedeutung, und wann hast Du von Deinem echten Namen Mikael Hörnqvist Abschied genommen?

Meine Freunde nennen mich "Force", da ich einen sehr ähnlichen Geburtsnamen hatte. "Cameron" finde ich einfach sehr schön und hat zudem eine besondere Bedeutung für mich persönlich. Ich hatte allerdings die ersten ZONATA-Aufnahmen, »Copenhagen Tapes«, »Tunes Of Steel« und »Reality«, noch unter meinem richtigen Namen bestritten.

Du hast Dich auch als Produzent für AXENSTAR oder DRACONIAN betätigt. Wie wichtig ist das im Vergleich zu Deiner Arbeit für ENBOUND?

Es war eine sehr wichtige Zeit in meinem Leben: Es war damals nach meinem Motorradunfall an der Zeit, wieder in die Musik einzusteigen. Wenn man in einem guten Studio mit tollen Musikern arbeitet, dann lernt man eine Menge. Ich produziere auch heute noch, wenn es mir die Zeit gestattet, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf meinen eigenen Projekten.

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Haben wir noch etwas vergessen? Dann gehört die Bühne jetzt Dir!

Bislang hat uns noch niemand gefragt, ob er uns ein Lotterielos schenken könnte. Das wäre nett...

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Steffi Veenstra

ENBOUND im Überblick:
ENBOUND – The Blackened Heart (Rundling-Review von 2016)
ENBOUND – ONLINE EMPIRE 37-"Known'n'new"-Artikel
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ENBOUND – News vom 07.07.2009
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