UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 6”-Datasheet

Contents:  XERXES-Interview

Date:  08.03.1992 (created), 19.08.2011 (revisited), 06.02.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 6

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Da es in dieser Ausgabe keine "Sagen von Dawnia" gab, waren XERXES als Schlu├čpunkt f├╝r UNDERGROUND EMPIRE 6 geradezu pr├Ądestiniert, da sie nicht nur eine ├╝berragende Band waren, sondern eben auch einen gewissen Fantasy-Anstrich mitbrachten.

Hier soll unser selbstgebasteltes XERXES-Logo zum Zuge kommen, w├Ąhrend ich bei den beiden vorherigen Artikeln das Design aus dem Bandinfo genommen hatte. Da XERXES eigentlich kein Logo hatten, entwarf meinereiner schon f├╝r den "Upcoming Internationals"-Artikel in UNDERGROUND EMPIRE 5 ein Logo, das hier nochmal durch eine Streifenmusterf├╝llung sowie eine Quasireflektion unten links und oben rechts erg├Ąnzt wurde - allesamt Effekte, die die neue CorelDraw-Version seither erm├Âglicht hatte. Entsprechend wurde auch der Interviewtitel in einer sch├Ânen Schrift gestaltet, ein Design, auf das wir heuer verzichten m├╝ssen. Daf├╝r haben wir drei weitere Photos, die die Band uns damals zukommen lie├č, in die Story reingepackt.

Nat├╝rlich ist es auch heuer ein gutes Gef├╝hl, kurz vor dem Abschlu├č der Online-Portierung von UNDERGROUND EMPIRE 6 zu stehen, die in etwa so viel Zeit verschlungen hat wie die Erstellung des Originals.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

XERXES-Logo

XERXES-Headline

XERXES sind einfach ein Ph├Ąnomen! Ich habe bislang niemanden getroffen, der nicht von ihrer Musik schwer beeindruckt war. Ein Freund von mir, der normalerweise angesichts meines Musikgeschmackes immer den Kopf sch├╝ttelt, war ganz hin- und hergerissen, ebenso wie ein anderer, der bis zu diesem Zeitpunkt Death Metal f├╝r das Ma├č aller Dinge hielt. Da bei mir seit Erhalt des ┬╗Only A Dream..?┬ź-Debutdemos von XERXES kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht mindestens einmal l├Ąuft, fragte ich bei den K├Ânigen des G├Âtter-Metals dem├╝tigst wegen eines Interviews an. Mein Rufen wurde erh├Ârt!

XERXES-Bandphoto 1

Da ich zugeben mu├č, da├č ich ├╝ber Euch nichts wei├č, au├čer da├č Ihr im letzten Jahr ein begnadetes Demo namens ┬╗Only A Dream..?┬ź herausgebracht habt, m├╝ssen wir gezwungererma├čen mal ganz unten anfangen. Also - die Bandhistory, zum Warmwerden!

XERXES wurden im April 1986 von Martin Fringeli (d) und Christian Moser (g) gegr├╝ndet. Einen Monat sp├Ąter kam dann auch schon Michael Cueni mit seiner Gitarre dazu. So spielten wir dann mal ein Jahr vor uns hin, bis dann Christians Bruder Adrian 1987 dazukam und den Ba├č ├╝bernahm. Wir spielten dann eine Zeitlang nur instrumental, machten ein paar Lieder und hatten schlie├člich im April und Mai 1988 unsere ersten beiden Konzerte. Damals konnte man uns noch eher mit IRON MAIDEN oder ANTHRAX vergleichen. Bei diesen beiden Konzerten merkten wir, da├č wir einen S├Ąnger brauchen und da├č der damalige Stil doch nicht so das Gelbe vom Ei war. Dann haben wir nach qualvollen langen N├Ąchten der Suggestion Adrian dazu gebracht, etwas ins Mikrophon zu husten, und irgendwie hat es uns gefallen, so da├č wir ab sofort die Lieder mit Gesang machten. Es kam dann die gro├če Wende, weil wir etwas Selbst├Ąndiges, etwas Eigenes machen wollten. Wir verbrachten die n├Ąchsten eineinhalb Jahre im ├ťbungskeller und nutzten die Zeit, um an uns und am Songmaterial zu arbeiten. 1989 traten wir dann mit dem neuen Songmaterial auf, unter dem sich beispielsweise auch schon ÔÇ║Land Of The WizardÔÇ╣ und ÔÇ║Sacrified LifeÔÇ╣, die beide auf ┬╗Only A Dream..?┬ź stehen, befanden. Wir spielten dann noch einige Konzerte, bis wir uns im Herbst 1990 entschlossen, eine Demokassette aufzunehmen. Aus finanziellen Gr├╝nden nahmen wir sie bei uns im ├ťbungsraum auf ein Vierspurger├Ąt auf (Wie habt Ihr dann diesen obergeilen Sound gezaubert, den andere Bands nach drei Monaten Superstudio nicht hinkriegen??? - Red.), wobei uns Esthi Karrer, Michaels Schwester, und Jos├ę Espasandin halfen. Jos├ę spielt die Keyboards beim Intro, und Esthi singt dort. Seit Januar 1992 ist Jos├ę als festes Mitglied bei uns.

Ich bin auf Euer Demo total weggefreakt und habe das auch dementsprechend geschrieben. Wie waren eigentlich die Reaktion von anderen Magazinen? Ich habe n├Ąmlich noch praktisch nichts ├╝ber Euch gelesen!

Dazu mu├č ich sagen, da├č wir bislang noch nicht allzu viele Hefte angeschrieben haben. Wenn wir mal Zeit haben, werden wir das nachholen. Aber auch in den anderen Heften waren die Reaktionen auch sehr positiv, f├╝r uns eher ├╝berraschend gut. Die Schamr├Âte ist uns fast ins Gesicht gestiegen. Auch bei den Konzerten gab es niemand, der unsere Musik schlecht fand, au├čer da├č einzelne mal den ein oder anderen Part nicht mochten oder die Musik zu langsam oder zu kompliziert fanden. Im gro├čen und ganzen k├Ânnen wir schon sagen, da├č die Reaktionen sehr gut waren. Wir haben bis heute etwa 350 Demos verkauft, womit wir sehr zufrieden sind. An Magazine und Konzertveranstalter haben wir etwa weitere 50 St├╝ck verschickt.

Zwei Punkte in Sachen Optik sind mir beim Democover aufgefallen. Das erste ist nat├╝rlich das Covermotiv, zu dem Ihr etwas erz├Ąhlen k├Ânntet und das zweite ist diese Grafik, die man im Innencover sieht, die mich etwas an eine altert├╝mliche Fu├čbodenplatte erinnert.

Wir haben durch Beziehungen einen Kunstmaler kennengelernt, und er hat sich bereiterkl├Ąrt, uns das Cover zu malen. Er hat sich die Kassette angeh├Ârt und aufgrund seiner Vorstellungen hat er dann das Bild entworfen. Wir haben ihm schon gesagt, in welche Richtung das Cover gehen sollte. Wir sind n├Ąmlich Irland- und Schottlandfans, und daher sieht man auf dem Cover zwei gekreuzte Steine eines keltischen Ringkreises. Es sollte zun├Ąchst mal gut aussehen und zur Musik passen.
Zum zweiten Punkt m├Âchten wir nur soviel sagen, da├č die Leute, die dieses Ding schon gebraucht haben oder es kennen, wissen, was gemeint ist! Andere halten es eben f├╝r eine altert├╝mliche Fu├čbodenplatte... Ein gewisser Anteil besonders der Jugendlichen gebraucht diesen Gegenstand, auf dem dieses Muster als Signet drauf ist (Zigaretten, Alk, Dope, Kondome?!? Ich mu├č da irgendetwas verpa├čt haben... - Red.).

ÔÇ║Ainor, The Child Of EternityÔÇ╣ hat zwei Teile auf ┬╗Only A Dream..?┬ź, so da├č doch eigentlich alles nach einer Fortsetzung schreit, oder nicht?

Eine Fortsetzung wird es nicht geben, denn die zwei Teile geben eine in sich algeschlossene Geschichte (Das behaupten die Macher von Kinoerfolgen auch immer... - Red.). Es gibt da noch andere Geschichten, die erz├Ąhlt werden m├╝ssen. Die Phantasie wird uns bestimmt nicht ausgehen.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, da├č man sich einfach hinsetzt und beschlie├čt, da├č man ab sofort solche Musik macht, wie man sie eben von Euch auf ┬╗Only A Dream..?┬ź zu h├Âren kriegt. Versucht doch mal zu erkl├Ąren, wie Ihr zu Euren h├Âchst eigent├╝mlichen Sound gekommen seid!

Jeder sammelt zu Hause Ideen, die er dann im ├ťbungsraum den anderen vorf├╝hrt, woraufhin wir gemeinsam auswerten, was brauchbar ist und was nicht. So entsteht dann das grobe Ger├╝st eines Songs, welches dann verfeinert wird, und sp├Ąter kommt dann der Gesang dazu. Die Bandharmonie spielt bei diesem Proze├č eine wichtige Rolle. Wenn jemand eine Idee hat, dann kommt meist spontan von einem anderen etwas, was dazu pa├čt. So entsteht ein Lied nach und nach sehr langsam, aber wir legen auf die Qualit├Ąt sehr gro├čen Wert. Einfl├╝sse f├╝r uns sind dabei haupts├Ąchlich FATES WARNING, Mike Oldfield, JETHRO TULL, der irische Folk und Klassik.

Ich will Euch einfach mal einen Begriff, den ich irgendwann mit Eurer Musik assoziert habe, an den Kopf knallen und Euch dann um Eure Meinung dazu bitten. Achtung festhalten, der Begriff lautet "New Age Minnegesang"! Gleich anschlie├čend dann die Frage, ob Ihr eventuell sogar die einzig wahren Nachkommen von Walther von Vogelweide seid. Um die Sache dann abzurunden, k├Ânnt Ihr dann mal noch probieren, Eure Musik zu beschreiben!

Stell' Dir vor, Du reitest auf einem Drachen durch eine M├Ąrchenwelt und erlebst dort verschiedene Geschichten. Solch ein Feeling soll unsere Musik vermitteln. Diese ganze Geschichte fassen wir relativ kurz zusammen und nennen es Mystic Fantasy Metal mit Einfl├╝ssen aus dem Irish Folk. Dein Vorschlag "New Age Minnegesang" ist auch sehr gut getroffen und w├Ąre sicher eine weitere m├Âgliche Bezeichnung, auf die wir allerdings nicht gekommen w├Ąren (Ich wu├čte doch schon immer, da├č ich nicht ganz sauber ticke... - Red.). Den Walther kennen wir zwar nicht pers├Ânlich, aber es kann sehr gut sein, da├č wir wirklich seine Nachkommen sind!

XERXES-Bandphoto 2

Nicht nur Eure Musik klingt h├Âchst au├čergew├Âhnlich, sondern auch Eure Instrumente haben einen sehr eigent├╝mlichen Klang. Habt Ihr da irgendwelche speziellen technischen Vorraussetzungen, sowohl bei Eurer Ausr├╝stung als auch im Hinsicht auf Eure Spieltechnik?

Unsere Amps sind keine Spezialanfertigungen, aber auch keine MARSHALLs, sondern ganz gew├Âhnliche Markenger├Ąte. Ebenso haben wir nur die g├Ąngigen Effektger├Ąte, wie Echo oder Hall zum Beispiel. Unsere Spielweise ist eigentlich nichts au├čergew├Âhnliches, au├čer da├č wir darauf achten, da├č der Sound voll klingt. Das bringen wir dadurch zustande, da├č in vielen Parts in unseren St├╝cken alle Instrumente verschiedene Linien spielen, die aber zusammen ein Ganzes ergeben. Alles mu├č sich ineinander verflechten wie bei einem Korb, und das ergibt den Klang, den Du h├Ârst.

K├Ânntet Ihr Euch vorstellen, in Euren neuen Liedern Instrumente wie Fl├Âten oder Violinen einzusetzen? Wenn ich mir Euer Demo anh├Âre, dann habe ich das Gef├╝hl, als w├╝rde das zu Eurer Musik passen.

Wir haben sicher vor, fr├╝her oder sp├Ąter mal solche klassischen Instrumente zu gebrauchen. Die Harfe beispielsweise hat jetzt schon einen Platz in unserer Musik und kommt vom Sythesizer. Es wird also niemand irgendwann mal eine Harfe anschleppen, aber wir m├Âchten diese klassischen Instrumente spielen lernen. Das wird allerdings noch ein wenig dauern.

Meiner Meinung nach macht Ihr Musik mit ungeheuer viel Atmosph├Ąre. Heutzutage wird Atmosph├Ąre fast immer mit Keyboards gleichgesetzt, w├Ąhrend Ihr es praktisch ohne schafft. Wie erreicht Ihr diese Atmosph├Ąre? Philosophiert doch mal etwas ├╝ber dieses Thema!

Wir sind hier f├╝nf Leute, und jeder setzt sein Feeling musikalisch um, was diese Atmosph├Ąre ergibt, die da vom Demo runterstr├Âmt. Wir versuchen unsere Stimmungen, unsere Tr├Ąumereien musikalisch umzusetzen. Auf ┬╗Only A Dream..?┬ź wurde das Keyboard wirklich nur minimal eingesetzt, da Jos├ę jetzt fest in der Band ist, wird das Keyboard in Zukunft eine gr├Â├čere Rolle spielen, was aber nicht bedeuten wird, da├č der Sound darunter leiden wird. Das Keyboard wird vielmehr den Sound vervollst├Ąndigen.

Was wollt Ihr mit Eurer Musik am meisten ansprechen, das Herz, die Phantasie oder das Gehirn? Und, was von diesen drei Elementen glaubt Ihr, sprecht Ihr beim H├Ârer am meisten an. Oder, anders formuliert, wie sch├Ątzt Ihr selbst die Wirkung Eurer Musik ein?

Wir wollen eigentlich Herz, Phantasie und Gehirn zusammen ansprechen, wobei uns aber haupts├Ąchlich die Phantasie am Herzen liegt, kann man sagen. Was beim H├Ârer angesprochen wird, h├Ąngt von jedem einzelnen ab, wie seine Stimmung ist, wie er drauf ist, in dem Moment, wenn er die Musik h├Ârt.

Das ist immer so'n Thema, wenn man solch' anspruchsvolle, komplexe Musik macht. Wie sieht das aus, wenn Ihr die St├╝cke live umsetzen sollt?

Wir haben schon live gespielt, und ich glaube, wir k├Ânnen die Musik umsetzen, was uns vom Echo der Zuschauer best├Ątigt wurde. Was live immer sehr wichtig ist, ist der Mixer, da in unseren Song sehr viele Details zu h├Âren sind. Wenn der Mixer uns einen schlechten Sound zusammenbastelt, dann gehen diese Details nat├╝rlich unter, aber wir sind davon ├╝berzeugt, da├č wir unsere Musik live umsetzen k├Ânnen.

Wollen wir doch jetzt mal etwas auf die Texte eingehen. Ich habe den Eindruck, als h├Ąttet Ihr ein bestimmtes Textkonzept. Meinem Gef├╝hl nach spielen Eure Songs in einer Welt im Stile von Tolkiens "Herr der Ringe"! Dazu geh├Ârt auch mein Eindruck, da├č Eure Texte irgendwie die Parabelhaftigkeit von Fabeln haben, da├č also Eure Texte in einer Fantasywelt spielen, sie aber von Euch auch auf die heutige Zeit ├╝bertragen verstanden werden sollen. La├čt doch bitte mal Eure Gedanken um dieses Thema kreisen!

Wie wir am Anfang schon sagten, haben wir irgendwann eine Wende vollzogen, indem wir aus dem g├Ąngigen Heavy Metal-Klischee ausgebrochen sind. Wir haben damals ein Konzept entwickelt, da├č wir einfach sch├Âne, phantasievolle Geschichten mit Musik erz├Ąhlen wollten. Das bot sich an, da uns allen Fantasygeschichten gut gefallen und wir sehr stark von diesen Geschichten "angefressen" sind. Was wir ebenso etwas abge├Ąndert miteinbringen, sind Sagen und Legenden aus unserer Heimat, vor allem unserem Heimatdorf B├Ąrschwil. Wir wollten weder sozialkritische noch politische Texte schreiben, weil das schon so viele Bands machen. Zu der Zeit als wir die Lieder schrieben, kannten wir "Herr der Ringe" noch ├╝berhaupt nicht, aber ich glaube, wir reiten da einfach auf einer ├Ąhnlichen Welle. Fabeln sind unsere Texte in dem Sinn nicht, aber wir wollen einfach einen Beitrag in unserer phantasielosen und abgestumpften Welt leisten, um die Phantasie etwas zu stimulieren.

Mich w├╝rde eigentlich mal interessieren, was Ihr von diesen Vergleichen denkt, die ich im letzten UNDERGROUND EMPIRE und im METAL HAMMER geschrieben habe. Also solche Punkte wie der Gambenspieler auf dem Marktplatz, der Geschichten aus aller Welt erz├Ąhlt oder mein Vorschlag, sich im Dunklen aufs Bett zu legen und dann in eine M├Ąrchenwelt zu entschweben. Waren eventuell solche Assoziationen sogar von Euch beabsichtigt? Wolltet Ihr Musik machen, die einem regelrecht in Trance versetzt?

Deine Vergleiche waren sehr zutreffend. Wir h├Ątten es selbst nicht besser umschreiben k├Ânnen. Diese Wirkung unserer Musik hat sich mit der Zeit entwickelt. Anfangs hatten wir weniger tr├Ąumerische St├╝cke, aber es kamen mehr und mehr ruhige St├╝cke hinein. Daher kann man heute schon sagen, da├č wir beabsichtigen, da├č man bei unserer Musik wegschwebt. Das passiert auch uns selbst, wenn wir mal unsere Musik h├Âren, und das ist immer ein gutes Zeichen.

Gleich anschlie├čen m├Âchte ich meine Assoziation, die ich in der Kritik im letzten UNDERGROUND EMPIRE erw├Ąhnte, n├Ąmlich da├č ich mich bei Eurer Musik ganz ganz entfernt an ADRAMELCH erinnert f├╝hle. Jetzt mache ich mal das, was andere Leute beim Psychiater versuchen, zu machen: Ich lasse meine Probleme von jemand anderem l├Âsen. Daher an Euch die Frage, warum mir dieser Gedanken ├╝berhaupt kam? Gibt es bei Euch vielleicht sogar wirklich eine Beeinflu├čung seitens ADRAMELCH oder entsprang das wirklich nur meiner Phantasie?

ADRAMELCH kennen wir leider nicht. Ich habe lediglich letzte Woche einige Takte geh├Ârt, und ich k├Ânnte nicht sagen, ob sie ├Ąhnlich klingen wie wir. Wahrscheinlich entspringt das schon Deiner Phantasie! Und jetzt kannst Du uns noch DM 90.- f├╝r diese psychiatrische Sprechstunde ├╝berweisen. Einzahlungsschein legen wir Dir bei!

XERXES-Bandphoto 3

Ich denke, da├č eine Band wie XERXES mit der Musik ganz bestimmte Ziele vor Augen hat. Welche sind das?

Unser Ziel ist es, auch weiterhin qualitativ gute Musik zu machen, uns st├Ąndig weiterzuentwickeln, neue Sachen auszuprobieren, und das Allersch├Ânste w├Ąre wirklich, wenn wir eines Tages einmal unseren Lebensunterhalt mit der Musik, die uns gef├Ąllt, verdienen k├Ânnten. Wir wollen dabei aber nicht in irgendeine Abh├Ąngigkeit kommen, da├č wir nur noch wegen des Geldes Musik machen m├╝├čten. Wir wollen uns von niemand vorschreiben lassen, was wir zu tun und zu lassen haben!

Die Fragen gehen allm├Ąhlich immer mehr Peripherie; wir n├Ąhern uns also dem Ende. Es gibt die Oper ┬╗Xerxes┬ź von H├Ąndel. War sie Euer Namensgeber, oder wo kommt der Name XERXES her? Au├čerdem ist mir da etwas aufgefallen, was reiner Zufall sein mag, aber dennoch will ich es hier erw├Ąhnen: Die zweite Platte von SACRED BLADE, auf die die Welt mittlerweile seit sechs Jahren wartet, soll ┬╗The Seven Moonz Of Xercez┬ź hei├čen, eine Paralelle also. Gab es da eventuell irgendwelche Beeinflu├čung?

Der Name XERXES hat nichts mit der Oper von H├Ąndel zu tun. Wir hatten damals einfach in einem Lexikon gebl├Ąttert, und da fiel uns der Name auf. Es ist der Name eines persischen K├Ânigs, und er hat uns gut gefallen, ebenso wie man ihn sich sehr gut merken kann. SACRED BLADE hatten da ebenfalls keinen Einflu├č, da wir die Band erst seit Oktober 1991 kennen. Das ist aber ein reiner Zufall, ebenso wie die ├ähnlichkeiten unseres Democovers mit dem der ersten SACRED BLADE-Platte besonders in Hinsicht auf die Farbgebung.

Meine letzte Frage ist vielleicht eine sehr frustrierende: Habt Ihr schon mal dr├╝ber nachgedacht, da├č Eure Musik zu au├čergew├Âhnlich, zu unkonventionell ist, um erfolgreich zu werden, da├č Ihr, ich sag' mal, dazu verdammt seid, originelle, tolle Musik zu machen, aber nie daf├╝r belohnt werdet. Ich spiele also darauf an, da├č die Szene derzeit total festgefahren ist und nur g├Ąngige Sachen ankommen, w├Ąhrend wenn eine Band kommt und etwas wirklich Neues macht, was bei Euch meiner Meinung nach der Fall ist, sie es sehr sehr schwer hat.

Wir werden uns bestimmt niemals vom Geld verleiten lassen, konventionell zu werden. Wir werden immer diesen Sound machen, den wir wirklich wollen, der in unserem Herzen hin- und herschwebt. Wir werden immer uns selbst treubleiben. Vielleicht ├Ąndern sich die Fans ja auch mal wieder. Au├čerdem wollen wir nicht nur Heavy Metal-Fans ansprechen, und so kann auch aus einer breiten Masse eine anst├Ąndige Anh├Ąngerschar hervorgehen. Wir arbeiten alle, und daher ist kein Zwang da, da├č wir jeden Monat mit der Musik eine bestimmte Summe verdienen m├╝ssen.
Wir haben uns bislang noch bei keinen Plattenfirmen beworben, und wir wollen das auch noch nicht, weil es noch zu fr├╝h ist. Wir w├Ąren noch nicht reif genug!

XERXES-Bandphoto 4

Was sagt man dazu? K├Ânnten es sich aufgrund ihrer musikalischen F├Ąhigkeiten locker leisten, ein bi├čchen aufzutrumpfen und bleiben doch so bescheiden und realistisch. Nachdem ich die Jungs nun endlos ausgequetscht habe, hoffe ich, da├č man sich anhand des Interviews ein m├Âglichst aussagekr├Ąftiges Bild von den Schweizern machen kann, da├č also das Interview dieser hochtalentierten Band w├╝rdig ist. So kann ich Euch nur noch dringend ans Herz legen, Euch das unglaubliche ┬╗Only A Dream..?┬ź-Demo f├╝r 12,- DM bei

zu bestellen oder aber Euch die Kontaktadresse von XERXES mitteilen, wenn Ihr Euch direkt an die Jungs wenden wollt

und meiner Freude Ausdruck verleihen, da├č ich mich nun mit dem unendlich guten Gef├╝hl, einen w├╝rdigen Abschlu├č f├╝r UNDERGROUND EMPIRE 6 gefunden zu haben, entspannt zur├╝cklehnen kann und dann den Computer ausschalten werde.

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

XERXES im ├ťberblick:
XERXES – Beyond My Imagination (Rundling)
XERXES – Falling Leaves (Do It Yourself)
XERXES – Only A Dream..? (Demo)
XERXES – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Upcoming Internationals"-Artikel
XERXES – UNDERGROUND EMPIRE 6-Interview
XERXES – News vom 19.03.1992
XERXES – News vom 23.09.1992
XERXES – News vom 04.02.2000
Playlist: XERXES-Album »Beyond My Imagination« in "Jahrescharts Metal Hammer 1993" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Cavelist Metal Hammer 01/92" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 5" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 6" auf Platz 3 von Heinz-G├╝nter Weber
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