UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Underground Empire 6 → Interview-Übersicht → XERXES-Interview last update: 29.01.2023, 21:40:36  

”UNDERGROUND EMPIRE 6”-Datasheet

Contents:  XERXES-Interview

Date:  08.03.1992 (created), 19.08.2011 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 6

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Da es in dieser Ausgabe keine "Sagen von Dawnia" gab, waren XERXES als Schlußpunkt für UNDERGROUND EMPIRE 6 geradezu prädestiniert, da sie nicht nur eine überragende Band waren, sondern eben auch einen gewissen Fantasy-Anstrich mitbrachten.

Hier soll unser selbstgebasteltes XERXES-Logo zum Zuge kommen, während ich bei den beiden vorherigen Artikeln das Design aus dem Bandinfo genommen hatte. Da XERXES eigentlich kein Logo hatten, entwarf meinereiner schon für den "Upcoming Internationals"-Artikel in UNDERGROUND EMPIRE 5 ein Logo, das hier nochmal durch eine Streifenmusterfüllung sowie eine Quasireflektion unten links und oben rechts ergänzt wurde - allesamt Effekte, die die neue CorelDraw-Version seither ermöglicht hatte. Entsprechend wurde auch der Interviewtitel in einer schönen Schrift gestaltet, ein Design, auf das wir heuer verzichten müssen. Dafür haben wir drei weitere Photos, die die Band uns damals zukommen ließ, in die Story reingepackt.

Natürlich ist es auch heuer ein gutes Gefühl, kurz vor dem Abschluß der Online-Portierung von UNDERGROUND EMPIRE 6 zu stehen, die in etwa so viel Zeit verschlungen hat wie die Erstellung des Originals.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

XERXES-Logo

XERXES-Headline

XERXES sind einfach ein Phänomen! Ich habe bislang niemanden getroffen, der nicht von ihrer Musik schwer beeindruckt war. Ein Freund von mir, der normalerweise angesichts meines Musikgeschmackes immer den Kopf schüttelt, war ganz hin- und hergerissen, ebenso wie ein anderer, der bis zu diesem Zeitpunkt Death Metal für das Maß aller Dinge hielt. Da bei mir seit Erhalt des »Only A Dream..?«-Debutdemos von XERXES kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht mindestens einmal läuft, fragte ich bei den Königen des Götter-Metals demütigst wegen eines Interviews an. Mein Rufen wurde erhört!

XERXES-Bandphoto 1

Da ich zugeben muß, daß ich über Euch nichts weiß, außer daß Ihr im letzten Jahr ein begnadetes Demo namens »Only A Dream..?« herausgebracht habt, müssen wir gezwungerermaßen mal ganz unten anfangen. Also - die Bandhistory, zum Warmwerden!

XERXES wurden im April 1986 von Martin Fringeli (d) und Christian Moser (g) gegründet. Einen Monat später kam dann auch schon Michael Cueni mit seiner Gitarre dazu. So spielten wir dann mal ein Jahr vor uns hin, bis dann Christians Bruder Adrian 1987 dazukam und den Baß übernahm. Wir spielten dann eine Zeitlang nur instrumental, machten ein paar Lieder und hatten schließlich im April und Mai 1988 unsere ersten beiden Konzerte. Damals konnte man uns noch eher mit IRON MAIDEN oder ANTHRAX vergleichen. Bei diesen beiden Konzerten merkten wir, daß wir einen Sänger brauchen und daß der damalige Stil doch nicht so das Gelbe vom Ei war. Dann haben wir nach qualvollen langen Nächten der Suggestion Adrian dazu gebracht, etwas ins Mikrophon zu husten, und irgendwie hat es uns gefallen, so daß wir ab sofort die Lieder mit Gesang machten. Es kam dann die große Wende, weil wir etwas Selbständiges, etwas Eigenes machen wollten. Wir verbrachten die nächsten eineinhalb Jahre im Übungskeller und nutzten die Zeit, um an uns und am Songmaterial zu arbeiten. 1989 traten wir dann mit dem neuen Songmaterial auf, unter dem sich beispielsweise auch schon ›Land Of The Wizard‹ und ›Sacrified Life‹, die beide auf »Only A Dream..?« stehen, befanden. Wir spielten dann noch einige Konzerte, bis wir uns im Herbst 1990 entschlossen, eine Demokassette aufzunehmen. Aus finanziellen Gründen nahmen wir sie bei uns im Übungsraum auf ein Vierspurgerät auf (Wie habt Ihr dann diesen obergeilen Sound gezaubert, den andere Bands nach drei Monaten Superstudio nicht hinkriegen??? - Red.), wobei uns Esthi Karrer, Michaels Schwester, und José Espasandin halfen. José spielt die Keyboards beim Intro, und Esthi singt dort. Seit Januar 1992 ist José als festes Mitglied bei uns.

Ich bin auf Euer Demo total weggefreakt und habe das auch dementsprechend geschrieben. Wie waren eigentlich die Reaktion von anderen Magazinen? Ich habe nämlich noch praktisch nichts über Euch gelesen!

Dazu muß ich sagen, daß wir bislang noch nicht allzu viele Hefte angeschrieben haben. Wenn wir mal Zeit haben, werden wir das nachholen. Aber auch in den anderen Heften waren die Reaktionen auch sehr positiv, für uns eher überraschend gut. Die Schamröte ist uns fast ins Gesicht gestiegen. Auch bei den Konzerten gab es niemand, der unsere Musik schlecht fand, außer daß einzelne mal den ein oder anderen Part nicht mochten oder die Musik zu langsam oder zu kompliziert fanden. Im großen und ganzen können wir schon sagen, daß die Reaktionen sehr gut waren. Wir haben bis heute etwa 350 Demos verkauft, womit wir sehr zufrieden sind. An Magazine und Konzertveranstalter haben wir etwa weitere 50 Stück verschickt.

Zwei Punkte in Sachen Optik sind mir beim Democover aufgefallen. Das erste ist natürlich das Covermotiv, zu dem Ihr etwas erzählen könntet und das zweite ist diese Grafik, die man im Innencover sieht, die mich etwas an eine altertümliche Fußbodenplatte erinnert.

Wir haben durch Beziehungen einen Kunstmaler kennengelernt, und er hat sich bereiterklärt, uns das Cover zu malen. Er hat sich die Kassette angehört und aufgrund seiner Vorstellungen hat er dann das Bild entworfen. Wir haben ihm schon gesagt, in welche Richtung das Cover gehen sollte. Wir sind nämlich Irland- und Schottlandfans, und daher sieht man auf dem Cover zwei gekreuzte Steine eines keltischen Ringkreises. Es sollte zunächst mal gut aussehen und zur Musik passen.
Zum zweiten Punkt möchten wir nur soviel sagen, daß die Leute, die dieses Ding schon gebraucht haben oder es kennen, wissen, was gemeint ist! Andere halten es eben für eine altertümliche Fußbodenplatte... Ein gewisser Anteil besonders der Jugendlichen gebraucht diesen Gegenstand, auf dem dieses Muster als Signet drauf ist (Zigaretten, Alk, Dope, Kondome?!? Ich muß da irgendetwas verpaßt haben... - Red.).

›Ainor, The Child Of Eternity‹ hat zwei Teile auf »Only A Dream..?«, so daß doch eigentlich alles nach einer Fortsetzung schreit, oder nicht?

Eine Fortsetzung wird es nicht geben, denn die zwei Teile geben eine in sich algeschlossene Geschichte (Das behaupten die Macher von Kinoerfolgen auch immer... - Red.). Es gibt da noch andere Geschichten, die erzählt werden müssen. Die Phantasie wird uns bestimmt nicht ausgehen.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß man sich einfach hinsetzt und beschließt, daß man ab sofort solche Musik macht, wie man sie eben von Euch auf »Only A Dream..?« zu hören kriegt. Versucht doch mal zu erklären, wie Ihr zu Euren höchst eigentümlichen Sound gekommen seid!

Jeder sammelt zu Hause Ideen, die er dann im Übungsraum den anderen vorführt, woraufhin wir gemeinsam auswerten, was brauchbar ist und was nicht. So entsteht dann das grobe Gerüst eines Songs, welches dann verfeinert wird, und später kommt dann der Gesang dazu. Die Bandharmonie spielt bei diesem Prozeß eine wichtige Rolle. Wenn jemand eine Idee hat, dann kommt meist spontan von einem anderen etwas, was dazu paßt. So entsteht ein Lied nach und nach sehr langsam, aber wir legen auf die Qualität sehr großen Wert. Einflüsse für uns sind dabei hauptsächlich FATES WARNING, Mike Oldfield, JETHRO TULL, der irische Folk und Klassik.

Ich will Euch einfach mal einen Begriff, den ich irgendwann mit Eurer Musik assoziert habe, an den Kopf knallen und Euch dann um Eure Meinung dazu bitten. Achtung festhalten, der Begriff lautet "New Age Minnegesang"! Gleich anschließend dann die Frage, ob Ihr eventuell sogar die einzig wahren Nachkommen von Walther von Vogelweide seid. Um die Sache dann abzurunden, könnt Ihr dann mal noch probieren, Eure Musik zu beschreiben!

Stell' Dir vor, Du reitest auf einem Drachen durch eine Märchenwelt und erlebst dort verschiedene Geschichten. Solch ein Feeling soll unsere Musik vermitteln. Diese ganze Geschichte fassen wir relativ kurz zusammen und nennen es Mystic Fantasy Metal mit Einflüssen aus dem Irish Folk. Dein Vorschlag "New Age Minnegesang" ist auch sehr gut getroffen und wäre sicher eine weitere mögliche Bezeichnung, auf die wir allerdings nicht gekommen wären (Ich wußte doch schon immer, daß ich nicht ganz sauber ticke... - Red.). Den Walther kennen wir zwar nicht persönlich, aber es kann sehr gut sein, daß wir wirklich seine Nachkommen sind!

XERXES-Bandphoto 2

Nicht nur Eure Musik klingt höchst außergewöhnlich, sondern auch Eure Instrumente haben einen sehr eigentümlichen Klang. Habt Ihr da irgendwelche speziellen technischen Vorraussetzungen, sowohl bei Eurer Ausrüstung als auch im Hinsicht auf Eure Spieltechnik?

Unsere Amps sind keine Spezialanfertigungen, aber auch keine MARSHALLs, sondern ganz gewöhnliche Markengeräte. Ebenso haben wir nur die gängigen Effektgeräte, wie Echo oder Hall zum Beispiel. Unsere Spielweise ist eigentlich nichts außergewöhnliches, außer daß wir darauf achten, daß der Sound voll klingt. Das bringen wir dadurch zustande, daß in vielen Parts in unseren Stücken alle Instrumente verschiedene Linien spielen, die aber zusammen ein Ganzes ergeben. Alles muß sich ineinander verflechten wie bei einem Korb, und das ergibt den Klang, den Du hörst.

Könntet Ihr Euch vorstellen, in Euren neuen Liedern Instrumente wie Flöten oder Violinen einzusetzen? Wenn ich mir Euer Demo anhöre, dann habe ich das Gefühl, als würde das zu Eurer Musik passen.

Wir haben sicher vor, früher oder später mal solche klassischen Instrumente zu gebrauchen. Die Harfe beispielsweise hat jetzt schon einen Platz in unserer Musik und kommt vom Sythesizer. Es wird also niemand irgendwann mal eine Harfe anschleppen, aber wir möchten diese klassischen Instrumente spielen lernen. Das wird allerdings noch ein wenig dauern.

Meiner Meinung nach macht Ihr Musik mit ungeheuer viel Atmosphäre. Heutzutage wird Atmosphäre fast immer mit Keyboards gleichgesetzt, während Ihr es praktisch ohne schafft. Wie erreicht Ihr diese Atmosphäre? Philosophiert doch mal etwas über dieses Thema!

Wir sind hier fünf Leute, und jeder setzt sein Feeling musikalisch um, was diese Atmosphäre ergibt, die da vom Demo runterströmt. Wir versuchen unsere Stimmungen, unsere Träumereien musikalisch umzusetzen. Auf »Only A Dream..?« wurde das Keyboard wirklich nur minimal eingesetzt, da José jetzt fest in der Band ist, wird das Keyboard in Zukunft eine größere Rolle spielen, was aber nicht bedeuten wird, daß der Sound darunter leiden wird. Das Keyboard wird vielmehr den Sound vervollständigen.

Was wollt Ihr mit Eurer Musik am meisten ansprechen, das Herz, die Phantasie oder das Gehirn? Und, was von diesen drei Elementen glaubt Ihr, sprecht Ihr beim Hörer am meisten an. Oder, anders formuliert, wie schätzt Ihr selbst die Wirkung Eurer Musik ein?

Wir wollen eigentlich Herz, Phantasie und Gehirn zusammen ansprechen, wobei uns aber hauptsächlich die Phantasie am Herzen liegt, kann man sagen. Was beim Hörer angesprochen wird, hängt von jedem einzelnen ab, wie seine Stimmung ist, wie er drauf ist, in dem Moment, wenn er die Musik hört.

Das ist immer so'n Thema, wenn man solch' anspruchsvolle, komplexe Musik macht. Wie sieht das aus, wenn Ihr die Stücke live umsetzen sollt?

Wir haben schon live gespielt, und ich glaube, wir können die Musik umsetzen, was uns vom Echo der Zuschauer bestätigt wurde. Was live immer sehr wichtig ist, ist der Mixer, da in unseren Song sehr viele Details zu hören sind. Wenn der Mixer uns einen schlechten Sound zusammenbastelt, dann gehen diese Details natürlich unter, aber wir sind davon überzeugt, daß wir unsere Musik live umsetzen können.

Wollen wir doch jetzt mal etwas auf die Texte eingehen. Ich habe den Eindruck, als hättet Ihr ein bestimmtes Textkonzept. Meinem Gefühl nach spielen Eure Songs in einer Welt im Stile von Tolkiens "Herr der Ringe"! Dazu gehört auch mein Eindruck, daß Eure Texte irgendwie die Parabelhaftigkeit von Fabeln haben, daß also Eure Texte in einer Fantasywelt spielen, sie aber von Euch auch auf die heutige Zeit übertragen verstanden werden sollen. Laßt doch bitte mal Eure Gedanken um dieses Thema kreisen!

Wie wir am Anfang schon sagten, haben wir irgendwann eine Wende vollzogen, indem wir aus dem gängigen Heavy Metal-Klischee ausgebrochen sind. Wir haben damals ein Konzept entwickelt, daß wir einfach schöne, phantasievolle Geschichten mit Musik erzählen wollten. Das bot sich an, da uns allen Fantasygeschichten gut gefallen und wir sehr stark von diesen Geschichten "angefressen" sind. Was wir ebenso etwas abgeändert miteinbringen, sind Sagen und Legenden aus unserer Heimat, vor allem unserem Heimatdorf Bärschwil. Wir wollten weder sozialkritische noch politische Texte schreiben, weil das schon so viele Bands machen. Zu der Zeit als wir die Lieder schrieben, kannten wir "Herr der Ringe" noch überhaupt nicht, aber ich glaube, wir reiten da einfach auf einer ähnlichen Welle. Fabeln sind unsere Texte in dem Sinn nicht, aber wir wollen einfach einen Beitrag in unserer phantasielosen und abgestumpften Welt leisten, um die Phantasie etwas zu stimulieren.

Mich würde eigentlich mal interessieren, was Ihr von diesen Vergleichen denkt, die ich im letzten UNDERGROUND EMPIRE und im METAL HAMMER geschrieben habe. Also solche Punkte wie der Gambenspieler auf dem Marktplatz, der Geschichten aus aller Welt erzählt oder mein Vorschlag, sich im Dunklen aufs Bett zu legen und dann in eine Märchenwelt zu entschweben. Waren eventuell solche Assoziationen sogar von Euch beabsichtigt? Wolltet Ihr Musik machen, die einem regelrecht in Trance versetzt?

Deine Vergleiche waren sehr zutreffend. Wir hätten es selbst nicht besser umschreiben können. Diese Wirkung unserer Musik hat sich mit der Zeit entwickelt. Anfangs hatten wir weniger träumerische Stücke, aber es kamen mehr und mehr ruhige Stücke hinein. Daher kann man heute schon sagen, daß wir beabsichtigen, daß man bei unserer Musik wegschwebt. Das passiert auch uns selbst, wenn wir mal unsere Musik hören, und das ist immer ein gutes Zeichen.

Gleich anschließen möchte ich meine Assoziation, die ich in der Kritik im letzten UNDERGROUND EMPIRE erwähnte, nämlich daß ich mich bei Eurer Musik ganz ganz entfernt an ADRAMELCH erinnert fühle. Jetzt mache ich mal das, was andere Leute beim Psychiater versuchen, zu machen: Ich lasse meine Probleme von jemand anderem lösen. Daher an Euch die Frage, warum mir dieser Gedanken überhaupt kam? Gibt es bei Euch vielleicht sogar wirklich eine Beeinflußung seitens ADRAMELCH oder entsprang das wirklich nur meiner Phantasie?

ADRAMELCH kennen wir leider nicht. Ich habe lediglich letzte Woche einige Takte gehört, und ich könnte nicht sagen, ob sie ähnlich klingen wie wir. Wahrscheinlich entspringt das schon Deiner Phantasie! Und jetzt kannst Du uns noch DM 90.- für diese psychiatrische Sprechstunde überweisen. Einzahlungsschein legen wir Dir bei!

XERXES-Bandphoto 3

Ich denke, daß eine Band wie XERXES mit der Musik ganz bestimmte Ziele vor Augen hat. Welche sind das?

Unser Ziel ist es, auch weiterhin qualitativ gute Musik zu machen, uns ständig weiterzuentwickeln, neue Sachen auszuprobieren, und das Allerschönste wäre wirklich, wenn wir eines Tages einmal unseren Lebensunterhalt mit der Musik, die uns gefällt, verdienen könnten. Wir wollen dabei aber nicht in irgendeine Abhängigkeit kommen, daß wir nur noch wegen des Geldes Musik machen müßten. Wir wollen uns von niemand vorschreiben lassen, was wir zu tun und zu lassen haben!

Die Fragen gehen allmählich immer mehr Peripherie; wir nähern uns also dem Ende. Es gibt die Oper »Xerxes« von Händel. War sie Euer Namensgeber, oder wo kommt der Name XERXES her? Außerdem ist mir da etwas aufgefallen, was reiner Zufall sein mag, aber dennoch will ich es hier erwähnen: Die zweite Platte von SACRED BLADE, auf die die Welt mittlerweile seit sechs Jahren wartet, soll »The Seven Moonz Of Xercez« heißen, eine Paralelle also. Gab es da eventuell irgendwelche Beeinflußung?

Der Name XERXES hat nichts mit der Oper von Händel zu tun. Wir hatten damals einfach in einem Lexikon geblättert, und da fiel uns der Name auf. Es ist der Name eines persischen Königs, und er hat uns gut gefallen, ebenso wie man ihn sich sehr gut merken kann. SACRED BLADE hatten da ebenfalls keinen Einfluß, da wir die Band erst seit Oktober 1991 kennen. Das ist aber ein reiner Zufall, ebenso wie die Ähnlichkeiten unseres Democovers mit dem der ersten SACRED BLADE-Platte besonders in Hinsicht auf die Farbgebung.

Meine letzte Frage ist vielleicht eine sehr frustrierende: Habt Ihr schon mal drüber nachgedacht, daß Eure Musik zu außergewöhnlich, zu unkonventionell ist, um erfolgreich zu werden, daß Ihr, ich sag' mal, dazu verdammt seid, originelle, tolle Musik zu machen, aber nie dafür belohnt werdet. Ich spiele also darauf an, daß die Szene derzeit total festgefahren ist und nur gängige Sachen ankommen, während wenn eine Band kommt und etwas wirklich Neues macht, was bei Euch meiner Meinung nach der Fall ist, sie es sehr sehr schwer hat.

Wir werden uns bestimmt niemals vom Geld verleiten lassen, konventionell zu werden. Wir werden immer diesen Sound machen, den wir wirklich wollen, der in unserem Herzen hin- und herschwebt. Wir werden immer uns selbst treubleiben. Vielleicht ändern sich die Fans ja auch mal wieder. Außerdem wollen wir nicht nur Heavy Metal-Fans ansprechen, und so kann auch aus einer breiten Masse eine anständige Anhängerschar hervorgehen. Wir arbeiten alle, und daher ist kein Zwang da, daß wir jeden Monat mit der Musik eine bestimmte Summe verdienen müssen.
Wir haben uns bislang noch bei keinen Plattenfirmen beworben, und wir wollen das auch noch nicht, weil es noch zu früh ist. Wir wären noch nicht reif genug!

XERXES-Bandphoto 4

Was sagt man dazu? Könnten es sich aufgrund ihrer musikalischen Fähigkeiten locker leisten, ein bißchen aufzutrumpfen und bleiben doch so bescheiden und realistisch. Nachdem ich die Jungs nun endlos ausgequetscht habe, hoffe ich, daß man sich anhand des Interviews ein möglichst aussagekräftiges Bild von den Schweizern machen kann, daß also das Interview dieser hochtalentierten Band würdig ist. So kann ich Euch nur noch dringend ans Herz legen, Euch das unglaubliche »Only A Dream..?«-Demo für 12,- DM bei

zu bestellen oder aber Euch die Kontaktadresse von XERXES mitteilen, wenn Ihr Euch direkt an die Jungs wenden wollt

und meiner Freude Ausdruck verleihen, daß ich mich nun mit dem unendlich guten Gefühl, einen würdigen Abschluß für UNDERGROUND EMPIRE 6 gefunden zu haben, entspannt zurücklehnen kann und dann den Computer ausschalten werde.

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

XERXES im Überblick:
XERXES – Beyond My Imagination (Rundling-Review von 1993 aus Metal Hammer 09/93)
XERXES – Beyond My Imagination (Rundling-Review von 1994 aus Underground Empire 7)
XERXES – Falling Leaves (Do It Yourself-Review von 2000 aus Online Empire 2)
XERXES – Only A Dream..? (Demo-Review von 1991 aus Metal Hammer 10/91)
XERXES – Underground Empire 5-"Upcoming Internationals"-Artikel (aus dem Jahr 1991)
XERXES – Underground Empire 6-Interview (aus dem Jahr 1992)
XERXES – Y-Files-Special (aus dem Jahr 0000)
XERXES – Y-Files-Special (aus dem Jahr 0000)
XERXES – News vom 19.03.1992
XERXES – News vom 23.09.1992
XERXES – News vom 04.02.2000
Playlist: XERXES-Album »Beyond My Imagination« in "Jahrescharts METAL HAMMER 1993" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Beyond My Imagination« in "Playlist Heavy, oder was!? 60" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 5" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 6" auf Platz 3 von Heinz-Günter Weber
Playlist: XERXES-Demo »Only A Dream..?« in "Cavelist Metal Hammer 01/92" auf Platz 3 von Stefan Glas
© 1989-2023 Underground Empire


Stop This War! Support The Victims.
Button: here