UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 6”-Datasheet

Contents:  XERXES-Interview

Date:  08.03.1992 (created), 19.08.2011 (revisited), 06.02.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 6

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Da es in dieser Ausgabe keine "Sagen von Dawnia" gab, waren XERXES als Schlußpunkt fĂŒr UNDERGROUND EMPIRE 6 geradezu prĂ€destiniert, da sie nicht nur eine ĂŒberragende Band waren, sondern eben auch einen gewissen Fantasy-Anstrich mitbrachten.

Hier soll unser selbstgebasteltes XERXES-Logo zum Zuge kommen, wĂ€hrend ich bei den beiden vorherigen Artikeln das Design aus dem Bandinfo genommen hatte. Da XERXES eigentlich kein Logo hatten, entwarf meinereiner schon fĂŒr den "Upcoming Internationals"-Artikel in UNDERGROUND EMPIRE 5 ein Logo, das hier nochmal durch eine StreifenmusterfĂŒllung sowie eine Quasireflektion unten links und oben rechts ergĂ€nzt wurde - allesamt Effekte, die die neue CorelDraw-Version seither ermöglicht hatte. Entsprechend wurde auch der Interviewtitel in einer schönen Schrift gestaltet, ein Design, auf das wir heuer verzichten mĂŒssen. DafĂŒr haben wir drei weitere Photos, die die Band uns damals zukommen ließ, in die Story reingepackt.

NatĂŒrlich ist es auch heuer ein gutes GefĂŒhl, kurz vor dem Abschluß der Online-Portierung von UNDERGROUND EMPIRE 6 zu stehen, die in etwa so viel Zeit verschlungen hat wie die Erstellung des Originals.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

XERXES-Logo

XERXES-Headline

XERXES sind einfach ein PhĂ€nomen! Ich habe bislang niemanden getroffen, der nicht von ihrer Musik schwer beeindruckt war. Ein Freund von mir, der normalerweise angesichts meines Musikgeschmackes immer den Kopf schĂŒttelt, war ganz hin- und hergerissen, ebenso wie ein anderer, der bis zu diesem Zeitpunkt Death Metal fĂŒr das Maß aller Dinge hielt. Da bei mir seit Erhalt des »Only A Dream..?«-Debutdemos von XERXES kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht mindestens einmal lĂ€uft, fragte ich bei den Königen des Götter-Metals demĂŒtigst wegen eines Interviews an. Mein Rufen wurde erhört!

XERXES-Bandphoto 1

Da ich zugeben muß, daß ich ĂŒber Euch nichts weiß, außer daß Ihr im letzten Jahr ein begnadetes Demo namens »Only A Dream..?« herausgebracht habt, mĂŒssen wir gezwungerermaßen mal ganz unten anfangen. Also - die Bandhistory, zum Warmwerden!

XERXES wurden im April 1986 von Martin Fringeli (d) und Christian Moser (g) gegrĂŒndet. Einen Monat spĂ€ter kam dann auch schon Michael Cueni mit seiner Gitarre dazu. So spielten wir dann mal ein Jahr vor uns hin, bis dann Christians Bruder Adrian 1987 dazukam und den Baß ĂŒbernahm. Wir spielten dann eine Zeitlang nur instrumental, machten ein paar Lieder und hatten schließlich im April und Mai 1988 unsere ersten beiden Konzerte. Damals konnte man uns noch eher mit IRON MAIDEN oder ANTHRAX vergleichen. Bei diesen beiden Konzerten merkten wir, daß wir einen SĂ€nger brauchen und daß der damalige Stil doch nicht so das Gelbe vom Ei war. Dann haben wir nach qualvollen langen NĂ€chten der Suggestion Adrian dazu gebracht, etwas ins Mikrophon zu husten, und irgendwie hat es uns gefallen, so daß wir ab sofort die Lieder mit Gesang machten. Es kam dann die große Wende, weil wir etwas SelbstĂ€ndiges, etwas Eigenes machen wollten. Wir verbrachten die nĂ€chsten eineinhalb Jahre im Übungskeller und nutzten die Zeit, um an uns und am Songmaterial zu arbeiten. 1989 traten wir dann mit dem neuen Songmaterial auf, unter dem sich beispielsweise auch schon â€șLand Of The Wizardâ€č und â€șSacrified Lifeâ€č, die beide auf »Only A Dream..?« stehen, befanden. Wir spielten dann noch einige Konzerte, bis wir uns im Herbst 1990 entschlossen, eine Demokassette aufzunehmen. Aus finanziellen GrĂŒnden nahmen wir sie bei uns im Übungsraum auf ein VierspurgerĂ€t auf (Wie habt Ihr dann diesen obergeilen Sound gezaubert, den andere Bands nach drei Monaten Superstudio nicht hinkriegen??? - Red.), wobei uns Esthi Karrer, Michaels Schwester, und JosĂ© Espasandin halfen. JosĂ© spielt die Keyboards beim Intro, und Esthi singt dort. Seit Januar 1992 ist JosĂ© als festes Mitglied bei uns.

Ich bin auf Euer Demo total weggefreakt und habe das auch dementsprechend geschrieben. Wie waren eigentlich die Reaktion von anderen Magazinen? Ich habe nĂ€mlich noch praktisch nichts ĂŒber Euch gelesen!

Dazu muß ich sagen, daß wir bislang noch nicht allzu viele Hefte angeschrieben haben. Wenn wir mal Zeit haben, werden wir das nachholen. Aber auch in den anderen Heften waren die Reaktionen auch sehr positiv, fĂŒr uns eher ĂŒberraschend gut. Die Schamröte ist uns fast ins Gesicht gestiegen. Auch bei den Konzerten gab es niemand, der unsere Musik schlecht fand, außer daß einzelne mal den ein oder anderen Part nicht mochten oder die Musik zu langsam oder zu kompliziert fanden. Im großen und ganzen können wir schon sagen, daß die Reaktionen sehr gut waren. Wir haben bis heute etwa 350 Demos verkauft, womit wir sehr zufrieden sind. An Magazine und Konzertveranstalter haben wir etwa weitere 50 StĂŒck verschickt.

Zwei Punkte in Sachen Optik sind mir beim Democover aufgefallen. Das erste ist natĂŒrlich das Covermotiv, zu dem Ihr etwas erzĂ€hlen könntet und das zweite ist diese Grafik, die man im Innencover sieht, die mich etwas an eine altertĂŒmliche Fußbodenplatte erinnert.

Wir haben durch Beziehungen einen Kunstmaler kennengelernt, und er hat sich bereiterklÀrt, uns das Cover zu malen. Er hat sich die Kassette angehört und aufgrund seiner Vorstellungen hat er dann das Bild entworfen. Wir haben ihm schon gesagt, in welche Richtung das Cover gehen sollte. Wir sind nÀmlich Irland- und Schottlandfans, und daher sieht man auf dem Cover zwei gekreuzte Steine eines keltischen Ringkreises. Es sollte zunÀchst mal gut aussehen und zur Musik passen.
Zum zweiten Punkt möchten wir nur soviel sagen, daß die Leute, die dieses Ding schon gebraucht haben oder es kennen, wissen, was gemeint ist! Andere halten es eben fĂŒr eine altertĂŒmliche Fußbodenplatte... Ein gewisser Anteil besonders der Jugendlichen gebraucht diesen Gegenstand, auf dem dieses Muster als Signet drauf ist (Zigaretten, Alk, Dope, Kondome?!? Ich muß da irgendetwas verpaßt haben... - Red.).

â€șAinor, The Child Of Eternityâ€č hat zwei Teile auf »Only A Dream..?«, so daß doch eigentlich alles nach einer Fortsetzung schreit, oder nicht?

Eine Fortsetzung wird es nicht geben, denn die zwei Teile geben eine in sich algeschlossene Geschichte (Das behaupten die Macher von Kinoerfolgen auch immer... - Red.). Es gibt da noch andere Geschichten, die erzĂ€hlt werden mĂŒssen. Die Phantasie wird uns bestimmt nicht ausgehen.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß man sich einfach hinsetzt und beschließt, daß man ab sofort solche Musik macht, wie man sie eben von Euch auf »Only A Dream..?« zu hören kriegt. Versucht doch mal zu erklĂ€ren, wie Ihr zu Euren höchst eigentĂŒmlichen Sound gekommen seid!

Jeder sammelt zu Hause Ideen, die er dann im Übungsraum den anderen vorfĂŒhrt, woraufhin wir gemeinsam auswerten, was brauchbar ist und was nicht. So entsteht dann das grobe GerĂŒst eines Songs, welches dann verfeinert wird, und spĂ€ter kommt dann der Gesang dazu. Die Bandharmonie spielt bei diesem Prozeß eine wichtige Rolle. Wenn jemand eine Idee hat, dann kommt meist spontan von einem anderen etwas, was dazu paßt. So entsteht ein Lied nach und nach sehr langsam, aber wir legen auf die QualitĂ€t sehr großen Wert. EinflĂŒsse fĂŒr uns sind dabei hauptsĂ€chlich FATES WARNING, Mike Oldfield, JETHRO TULL, der irische Folk und Klassik.

Ich will Euch einfach mal einen Begriff, den ich irgendwann mit Eurer Musik assoziert habe, an den Kopf knallen und Euch dann um Eure Meinung dazu bitten. Achtung festhalten, der Begriff lautet "New Age Minnegesang"! Gleich anschließend dann die Frage, ob Ihr eventuell sogar die einzig wahren Nachkommen von Walther von Vogelweide seid. Um die Sache dann abzurunden, könnt Ihr dann mal noch probieren, Eure Musik zu beschreiben!

Stell' Dir vor, Du reitest auf einem Drachen durch eine MĂ€rchenwelt und erlebst dort verschiedene Geschichten. Solch ein Feeling soll unsere Musik vermitteln. Diese ganze Geschichte fassen wir relativ kurz zusammen und nennen es Mystic Fantasy Metal mit EinflĂŒssen aus dem Irish Folk. Dein Vorschlag "New Age Minnegesang" ist auch sehr gut getroffen und wĂ€re sicher eine weitere mögliche Bezeichnung, auf die wir allerdings nicht gekommen wĂ€ren (Ich wußte doch schon immer, daß ich nicht ganz sauber ticke... - Red.). Den Walther kennen wir zwar nicht persönlich, aber es kann sehr gut sein, daß wir wirklich seine Nachkommen sind!

XERXES-Bandphoto 2

Nicht nur Eure Musik klingt höchst außergewöhnlich, sondern auch Eure Instrumente haben einen sehr eigentĂŒmlichen Klang. Habt Ihr da irgendwelche speziellen technischen Vorraussetzungen, sowohl bei Eurer AusrĂŒstung als auch im Hinsicht auf Eure Spieltechnik?

Unsere Amps sind keine Spezialanfertigungen, aber auch keine MARSHALLs, sondern ganz gewöhnliche MarkengerĂ€te. Ebenso haben wir nur die gĂ€ngigen EffektgerĂ€te, wie Echo oder Hall zum Beispiel. Unsere Spielweise ist eigentlich nichts außergewöhnliches, außer daß wir darauf achten, daß der Sound voll klingt. Das bringen wir dadurch zustande, daß in vielen Parts in unseren StĂŒcken alle Instrumente verschiedene Linien spielen, die aber zusammen ein Ganzes ergeben. Alles muß sich ineinander verflechten wie bei einem Korb, und das ergibt den Klang, den Du hörst.

Könntet Ihr Euch vorstellen, in Euren neuen Liedern Instrumente wie Flöten oder Violinen einzusetzen? Wenn ich mir Euer Demo anhöre, dann habe ich das GefĂŒhl, als wĂŒrde das zu Eurer Musik passen.

Wir haben sicher vor, frĂŒher oder spĂ€ter mal solche klassischen Instrumente zu gebrauchen. Die Harfe beispielsweise hat jetzt schon einen Platz in unserer Musik und kommt vom Sythesizer. Es wird also niemand irgendwann mal eine Harfe anschleppen, aber wir möchten diese klassischen Instrumente spielen lernen. Das wird allerdings noch ein wenig dauern.

Meiner Meinung nach macht Ihr Musik mit ungeheuer viel AtmosphĂ€re. Heutzutage wird AtmosphĂ€re fast immer mit Keyboards gleichgesetzt, wĂ€hrend Ihr es praktisch ohne schafft. Wie erreicht Ihr diese AtmosphĂ€re? Philosophiert doch mal etwas ĂŒber dieses Thema!

Wir sind hier fĂŒnf Leute, und jeder setzt sein Feeling musikalisch um, was diese AtmosphĂ€re ergibt, die da vom Demo runterströmt. Wir versuchen unsere Stimmungen, unsere TrĂ€umereien musikalisch umzusetzen. Auf »Only A Dream..?« wurde das Keyboard wirklich nur minimal eingesetzt, da JosĂ© jetzt fest in der Band ist, wird das Keyboard in Zukunft eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen, was aber nicht bedeuten wird, daß der Sound darunter leiden wird. Das Keyboard wird vielmehr den Sound vervollstĂ€ndigen.

Was wollt Ihr mit Eurer Musik am meisten ansprechen, das Herz, die Phantasie oder das Gehirn? Und, was von diesen drei Elementen glaubt Ihr, sprecht Ihr beim Hörer am meisten an. Oder, anders formuliert, wie schÀtzt Ihr selbst die Wirkung Eurer Musik ein?

Wir wollen eigentlich Herz, Phantasie und Gehirn zusammen ansprechen, wobei uns aber hauptsÀchlich die Phantasie am Herzen liegt, kann man sagen. Was beim Hörer angesprochen wird, hÀngt von jedem einzelnen ab, wie seine Stimmung ist, wie er drauf ist, in dem Moment, wenn er die Musik hört.

Das ist immer so'n Thema, wenn man solch' anspruchsvolle, komplexe Musik macht. Wie sieht das aus, wenn Ihr die StĂŒcke live umsetzen sollt?

Wir haben schon live gespielt, und ich glaube, wir können die Musik umsetzen, was uns vom Echo der Zuschauer bestĂ€tigt wurde. Was live immer sehr wichtig ist, ist der Mixer, da in unseren Song sehr viele Details zu hören sind. Wenn der Mixer uns einen schlechten Sound zusammenbastelt, dann gehen diese Details natĂŒrlich unter, aber wir sind davon ĂŒberzeugt, daß wir unsere Musik live umsetzen können.

Wollen wir doch jetzt mal etwas auf die Texte eingehen. Ich habe den Eindruck, als hĂ€ttet Ihr ein bestimmtes Textkonzept. Meinem GefĂŒhl nach spielen Eure Songs in einer Welt im Stile von Tolkiens "Herr der Ringe"! Dazu gehört auch mein Eindruck, daß Eure Texte irgendwie die Parabelhaftigkeit von Fabeln haben, daß also Eure Texte in einer Fantasywelt spielen, sie aber von Euch auch auf die heutige Zeit ĂŒbertragen verstanden werden sollen. Laßt doch bitte mal Eure Gedanken um dieses Thema kreisen!

Wie wir am Anfang schon sagten, haben wir irgendwann eine Wende vollzogen, indem wir aus dem gĂ€ngigen Heavy Metal-Klischee ausgebrochen sind. Wir haben damals ein Konzept entwickelt, daß wir einfach schöne, phantasievolle Geschichten mit Musik erzĂ€hlen wollten. Das bot sich an, da uns allen Fantasygeschichten gut gefallen und wir sehr stark von diesen Geschichten "angefressen" sind. Was wir ebenso etwas abgeĂ€ndert miteinbringen, sind Sagen und Legenden aus unserer Heimat, vor allem unserem Heimatdorf BĂ€rschwil. Wir wollten weder sozialkritische noch politische Texte schreiben, weil das schon so viele Bands machen. Zu der Zeit als wir die Lieder schrieben, kannten wir "Herr der Ringe" noch ĂŒberhaupt nicht, aber ich glaube, wir reiten da einfach auf einer Ă€hnlichen Welle. Fabeln sind unsere Texte in dem Sinn nicht, aber wir wollen einfach einen Beitrag in unserer phantasielosen und abgestumpften Welt leisten, um die Phantasie etwas zu stimulieren.

Mich wĂŒrde eigentlich mal interessieren, was Ihr von diesen Vergleichen denkt, die ich im letzten UNDERGROUND EMPIRE und im METAL HAMMER geschrieben habe. Also solche Punkte wie der Gambenspieler auf dem Marktplatz, der Geschichten aus aller Welt erzĂ€hlt oder mein Vorschlag, sich im Dunklen aufs Bett zu legen und dann in eine MĂ€rchenwelt zu entschweben. Waren eventuell solche Assoziationen sogar von Euch beabsichtigt? Wolltet Ihr Musik machen, die einem regelrecht in Trance versetzt?

Deine Vergleiche waren sehr zutreffend. Wir hĂ€tten es selbst nicht besser umschreiben können. Diese Wirkung unserer Musik hat sich mit der Zeit entwickelt. Anfangs hatten wir weniger trĂ€umerische StĂŒcke, aber es kamen mehr und mehr ruhige StĂŒcke hinein. Daher kann man heute schon sagen, daß wir beabsichtigen, daß man bei unserer Musik wegschwebt. Das passiert auch uns selbst, wenn wir mal unsere Musik hören, und das ist immer ein gutes Zeichen.

Gleich anschließen möchte ich meine Assoziation, die ich in der Kritik im letzten UNDERGROUND EMPIRE erwĂ€hnte, nĂ€mlich daß ich mich bei Eurer Musik ganz ganz entfernt an ADRAMELCH erinnert fĂŒhle. Jetzt mache ich mal das, was andere Leute beim Psychiater versuchen, zu machen: Ich lasse meine Probleme von jemand anderem lösen. Daher an Euch die Frage, warum mir dieser Gedanken ĂŒberhaupt kam? Gibt es bei Euch vielleicht sogar wirklich eine Beeinflußung seitens ADRAMELCH oder entsprang das wirklich nur meiner Phantasie?

ADRAMELCH kennen wir leider nicht. Ich habe lediglich letzte Woche einige Takte gehört, und ich könnte nicht sagen, ob sie Ă€hnlich klingen wie wir. Wahrscheinlich entspringt das schon Deiner Phantasie! Und jetzt kannst Du uns noch DM 90.- fĂŒr diese psychiatrische Sprechstunde ĂŒberweisen. Einzahlungsschein legen wir Dir bei!

XERXES-Bandphoto 3

Ich denke, daß eine Band wie XERXES mit der Musik ganz bestimmte Ziele vor Augen hat. Welche sind das?

Unser Ziel ist es, auch weiterhin qualitativ gute Musik zu machen, uns stĂ€ndig weiterzuentwickeln, neue Sachen auszuprobieren, und das Allerschönste wĂ€re wirklich, wenn wir eines Tages einmal unseren Lebensunterhalt mit der Musik, die uns gefĂ€llt, verdienen könnten. Wir wollen dabei aber nicht in irgendeine AbhĂ€ngigkeit kommen, daß wir nur noch wegen des Geldes Musik machen mĂŒĂŸten. Wir wollen uns von niemand vorschreiben lassen, was wir zu tun und zu lassen haben!

Die Fragen gehen allmĂ€hlich immer mehr Peripherie; wir nĂ€hern uns also dem Ende. Es gibt die Oper »Xerxes« von HĂ€ndel. War sie Euer Namensgeber, oder wo kommt der Name XERXES her? Außerdem ist mir da etwas aufgefallen, was reiner Zufall sein mag, aber dennoch will ich es hier erwĂ€hnen: Die zweite Platte von SACRED BLADE, auf die die Welt mittlerweile seit sechs Jahren wartet, soll »The Seven Moonz Of Xercez« heißen, eine Paralelle also. Gab es da eventuell irgendwelche Beeinflußung?

Der Name XERXES hat nichts mit der Oper von HĂ€ndel zu tun. Wir hatten damals einfach in einem Lexikon geblĂ€ttert, und da fiel uns der Name auf. Es ist der Name eines persischen Königs, und er hat uns gut gefallen, ebenso wie man ihn sich sehr gut merken kann. SACRED BLADE hatten da ebenfalls keinen Einfluß, da wir die Band erst seit Oktober 1991 kennen. Das ist aber ein reiner Zufall, ebenso wie die Ähnlichkeiten unseres Democovers mit dem der ersten SACRED BLADE-Platte besonders in Hinsicht auf die Farbgebung.

Meine letzte Frage ist vielleicht eine sehr frustrierende: Habt Ihr schon mal drĂŒber nachgedacht, daß Eure Musik zu außergewöhnlich, zu unkonventionell ist, um erfolgreich zu werden, daß Ihr, ich sag' mal, dazu verdammt seid, originelle, tolle Musik zu machen, aber nie dafĂŒr belohnt werdet. Ich spiele also darauf an, daß die Szene derzeit total festgefahren ist und nur gĂ€ngige Sachen ankommen, wĂ€hrend wenn eine Band kommt und etwas wirklich Neues macht, was bei Euch meiner Meinung nach der Fall ist, sie es sehr sehr schwer hat.

Wir werden uns bestimmt niemals vom Geld verleiten lassen, konventionell zu werden. Wir werden immer diesen Sound machen, den wir wirklich wollen, der in unserem Herzen hin- und herschwebt. Wir werden immer uns selbst treubleiben. Vielleicht Ă€ndern sich die Fans ja auch mal wieder. Außerdem wollen wir nicht nur Heavy Metal-Fans ansprechen, und so kann auch aus einer breiten Masse eine anstĂ€ndige AnhĂ€ngerschar hervorgehen. Wir arbeiten alle, und daher ist kein Zwang da, daß wir jeden Monat mit der Musik eine bestimmte Summe verdienen mĂŒssen.
Wir haben uns bislang noch bei keinen Plattenfirmen beworben, und wir wollen das auch noch nicht, weil es noch zu frĂŒh ist. Wir wĂ€ren noch nicht reif genug!

XERXES-Bandphoto 4

Was sagt man dazu? Könnten es sich aufgrund ihrer musikalischen FĂ€higkeiten locker leisten, ein bißchen aufzutrumpfen und bleiben doch so bescheiden und realistisch. Nachdem ich die Jungs nun endlos ausgequetscht habe, hoffe ich, daß man sich anhand des Interviews ein möglichst aussagekrĂ€ftiges Bild von den Schweizern machen kann, daß also das Interview dieser hochtalentierten Band wĂŒrdig ist. So kann ich Euch nur noch dringend ans Herz legen, Euch das unglaubliche »Only A Dream..?«-Demo fĂŒr 12,- DM bei

zu bestellen oder aber Euch die Kontaktadresse von XERXES mitteilen, wenn Ihr Euch direkt an die Jungs wenden wollt

und meiner Freude Ausdruck verleihen, daß ich mich nun mit dem unendlich guten GefĂŒhl, einen wĂŒrdigen Abschluß fĂŒr UNDERGROUND EMPIRE 6 gefunden zu haben, entspannt zurĂŒcklehnen kann und dann den Computer ausschalten werde.

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

XERXES im Überblick:
XERXES – Beyond My Imagination (Rundling)
XERXES – Falling Leaves (Do It Yourself)
XERXES – Only A Dream..? (Demo)
XERXES – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Upcoming Internationals"-Artikel
XERXES – UNDERGROUND EMPIRE 6-Interview
XERXES – News vom 19.03.1992
XERXES – News vom 23.09.1992
XERXES – News vom 04.02.2000
Playlist: XERXES-Album »Beyond My Imagination« in "Jahrescharts Metal Hammer 1993" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Cavelist Metal Hammer 01/92" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 5" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: XERXES-Album »Only A Dream..?« in "Playboylist Underground Empire 6" auf Platz 3 von Heinz-GĂŒnter Weber
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