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”UNDERGROUND EMPIRE 5”-Datasheet

Contents:  DEADCLAW-Interview

Date:  01.08.1991 (created), 12.08.2010 (revisited), 11.08.2011 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Im Heft hatten wir das schön gestaltete »Bombed And Blasted«-Cover unter den Text gelegt, von dem wir heuer nur das Logo verwendet haben, in das dann nochmal in dunklerer Version das eigentliche Logo eingefügt wurde, was natürlich prompt zu dunkel wurde und die Lesbarkeit arg erschwerte. Ein Layout-Fauxpas der auf mangelnde Erfahrung und übertriebene Experimentierlust zurückzuführen war...

Aufgrund dieses Designs konnten wir allerdings keine Photos unterbringen, was wir heuer nachholen möchten, denn die Combo hatte gar einige Livephotos mitgeschickt. Die beiden Schüsse der Rhythmusmannschaft stammen indes aus dem »Bombed And Blasted«-Booklet, das wir bemühten, um allen vier Musiker zu ihrem Recht zu verhelfen. Daher ist dieses doch recht knappe Interview nun sehr bildlastig ausgefallen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

DEADCLAW-Logo

DEADCLAW-Bandphoto 1

Jetzt kommt's - der große Sprung um die halbe Welt mit Zielort Japan. Daß es dort eine kleine aber feine Szene gibt, wird von den dortigen Bands immer wieder bewiesen. In dieser Beziehung beeindruckte mich besonders das Demo einer Band namens DEADCLAW, welches ich in UNDERGROUND EMPIRE 2 besprach. Als ich den vier Boys ein Heft schickte, fragte ich daher auch gleich mal, ob Böcke zwecks eines Interviews existierten. Irgendwann kam dann auch der positive Bescheid, aber ich schob das Interview aus welchem Grund auch immer ewig vor mir her - bis zum Mai 1991. Dann war endgültig Schluß! Ich hatte zusammen mit Heiko einige Fragen gesammelt, die ich auf eine unsichere Reise schickte. Wie hoch die Wahr­schein­lich­keit eines Zurückkommens des beantworteten Interviews war, könnt Ihr Euch selbst ausrechen. Ihr müßt dabei nur die Distanz, die das Päckchen zurücklegen mußte, sowie die potentielle Anzahl von Postbeamtenhänden, denen es unbeschadet ent­rin­nen mußte, bedenken. Doch allen Wahrscheinlichkeitsstatistiken zum Trotz lag eines Tages ein von Ryota Ito, Gitarrist von DEADCLAW, beantwortetes In­ter­view in meinem Briefkasten.

DEADCLAW-Einzelshot: Seiichi Uozumi

Ryota, das letzte, was man von DEADCLAW hörte, war eben dieses '89er Demo. Ich erhielt aber mal einen Brief von Euch, in dem Ihr von einer bevorstehenden Platte erzählt habt. Gibt es die bereits?

Nach dem Demo schrieben wir neue Songs für die Platte, welche im September '90 aufgenommen und im Dezember veröffentlicht wurde.

Eigentlich sind DEADCLAW immer noch so ziemlich ein böhmisches, beziehungsweise japanisches Dorf hier bei uns. Stell' uns doch mal kurz die Band vor.

DEADCLAW wurden 1985 gegründet. Das Line-up wechselte dann ständig, bis wir 1987 dieser Besetzung zusammenkamen. Aber im Juni stieg unser Schlagzeuger Hiroshi aus, so daß wir derzeit einen Ersatz suchen.

DEADCLAW-Einzelshot: Ryota Ito

Soweit ich weiß, habt Ihr vor der LP vier Demos aufgenommen, ohne jedoch großartig damit bekannt zu werden. Einzig das '89er Demo mit ›Military Testament‹ oder ›Brave Knight‹ erreichte einen gewissen Verbreitungsgrad. Wie kommt das? Es kann sicher nicht nur daran liegen, daß Ihr aus Japan stammt!

Es ist hier bei uns in Japan wirklich nicht schwer, ein Demo zu machen, und so kamen wir recht schnell zu vier Demos. Wir haben uns allerdings nie so besonders um die Promotion gekümmert, sondern es war uns wichtiger, so oft live zu spielen wie möglich.

Woran, glaubst Du, liegt es, daß außer ANTHEM und LOUDNESS eigentlich keine japanische Band auch international von sich reden machen konnte?

ANTHEM und LOUDNESS sind zwar international etwas bekannt, aber, ich glaube, hier in Japan haben sie nicht so viele Fans. Das größte Problem besteht wohl darin, daß die meisten japanischen Bands Sprachprobleme haben, so daß es schwer ist, bei einem professionellen Management unterzukommen, wodurch natürlich auch die Annäherung an den ausländischen Markt erschwert wird.

DEADCLAW-Einzelshot: Takashi Suzuki

Man kann allerdings feststellen, daß diese wenigen Demobands aus Japan allesamt ziemlich gut sind und außerdem in der Regel einen hohen technischen Standard bieten. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Ich glaube, dieser technische Standard kommt daher, daß die meisten japanischen Bands sehr hart proben. Die Konkurrenz in der hiesigen Szene ist nämlich sehr groß.

Erzähl' uns doch mal etwas über den japanischen Musikmarkt. Wie ist die Stellung des Heavy Metals? Gibt es japanische Indielabels?

Ich glaube, daß Heavy Metal in Japan nur einen kleinen Teil des Marktes ausmacht. Daher kümmern sich die Majorlabels hier überhaupt nicht um Heavy-Bands. Es gibt einige Indielabels, die sich auch auf dem Heavysektor betätigen, aber die meisten sind nicht fähig, alles, was notwendig ist, auf die Reihe zu kriegen.

DEADCLAW-Einzelshot: Hiroshi Sakakima

Euer Name DEADCLAW ist irgendwie nicht besonders geistreich. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Der Name hat keinerlei Bedeutung für uns. Wir wählten den Namen, weil er einfach gut klang.

Wie schätzt Ihr eigentlich Eure Chancen ein? Wie weit, glaubt Ihr, könnt Ihr kommen und zwar auch auf dem internationalen Markt!

Unser Ziel ist es so lange wie möglich zusammenzuspielen. Es ist nicht so wichtig für uns, die Nummer 1 zu sein.

Wenn jemand »Bombed And Blasted«, Eure erste LP, haben möchte, wie kann er sie kriegen?

Eigentlich verkaufen wir »Bombed And Blasted« nicht auf dem Postwege. Wir denken aber dran, dies zu tun und ebenso die Platte zu promoten, sobald wir unsere Management- und Sprachprobleme beseitigt haben. Wir brauchten nämlich sogar jemanden, der uns geholfen hat, dieses Interview zu übersetzen.

DEADCLAW-Bandphoto 2

Die angesprochene Sprachbarriere ist ganz zweifelsohne existent, denn Ryotas Aussprache mancher Wörter eskalierte für mich manchmal zum fröhlichen Rätselraten. Aufgrund dieser Sprachprobleme sind leider auch seine Antworten sehr kurz geraten, so daß in der Regel die Fragen länger sind als die Antworten. Trotzdem haben wir so wenigstens mal ein paar grundlegende Informationen zu den vier Japanern von DEADCLAW erhalten.
Ob es nun für Euch möglich ist, »Bombed And Blasted« zu erwerben, wurde mir aus Ryotas Worten nicht so hundertprozentig klar, aber Ihr könnt ihn ja mal unter

kontakten und Euch genauer kundig machen, denn »Bombed And Blasted« ist eine gute Speed-LP geworden, die eine konsequente Weiterentwicklung zum '89er Demo darstellt.

http://myspace.com/deadclaw

Vorbereitung:
Heiko Simonis + Stefan Glas

Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

DEADCLAW im Überblick:
DEADCLAW – Demo '89 (Demo-Review von 1990)
DEADCLAW – UNDERGROUND EMPIRE 5-Interview
DEADCLAW – ONLINE EMPIRE 8-"Shirt Story"-Artikel
DEADCLAW – News vom 13.08.1990
DEADCLAW – News vom 19.03.1992
DEADCLAW – News vom 08.12.2009
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