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EKPYROSIS (A)-Headline

Zu einem wahren Festmahl unter dem Motto »All You Can Eat« hat die österreichische Metal-Institution EKPYROSIS geladen, die anlĂ€ĂŸlich ihres 20jĂ€hrigen BandjubilĂ€ums mit einem "Doppeldecker" auffĂ€hrt. Keine alltĂ€gliche Sache, weder, daß eine Band nach 20 Jahren mehr oder weniger im Underground, noch immer am Start ist, noch weniger, daß eine Formation, die keine Plattenfirma zur RĂŒckendeckung hat, mit einer derart opulenten Veröffentlichung am Start ist.
Besagtes Album und selbstredend auch das Geburtstagsfest selbst, waren Grund genug, um Mastermind Christian Gruber ans Telefon zu bitten, um nÀhere Details zu erzÀhlen:

Respekt! Als Band ohne Plattenfirma eine Doppel-CD auf den Markt zu bringen, zeugt nicht nur von Mut, sondern auch von einer sehr selbstbewußten Einstellung. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Im Prinzip sind die Nummern in einem relativ großen Zeitraum entstanden. Wir haben ungefĂ€hr im Februar 2006 damit begonnen, Songs fĂŒr ein weiteres Album zu schreiben und in Folge diese auch aufzunehmen. Im Endeffekt hat sich dabei herausgestellt, daß kein einziger dieser Songs unberĂŒcksichtigt bleiben durfte, deshalb diese Entscheidung. Ehrlich gesagt, glaube ich, daß so ein Unterfangen einfacher zu realisieren ist, wenn man eben nicht an ein Label gebunden ist, sondern eigenmĂ€chtig handeln kann.

Kann ich nachvollziehen, zumal EKPYROSIS in der Vergangenheit zwar kurzeitig sehr wohl einen Deal in der Tasche hatten, damit aber offenbar auch nicht unbedingt ihr GlĂŒck finden konnten.

Korrekt. Ohne hier jetzt ĂŒber unseren ehemaligen Businesspartner herziehen zu wollen, ist es fĂŒr uns mit Sicherheit wesentlich einfacher, ungebunden zu sein und die EigenstĂ€ndigkeit behalten zu können.

Auch wenn der Volksmund unter "Erfolg" etwas anderes beschreiben mag, scheint fĂŒr die Band dieser Weg der korrekte zu sein.

Nach so langer Zeit in der Szene und der Einsicht, daß EKPYROSIS zu weit mehr geworden ist als nur zu unserer "Freizeit-BeschĂ€ftigung", hat man kaum Illusionen bezĂŒglich Durchbruch oder so.

EKPYROSIS (A)-Bandphoto 1

Mit »All You Can Eat« ist Euch einmal mehr ein sehr vielschichtiges Album gelungen, das man als Rezensent nur sehr schwer zuordnen kann, da sich die Songs nicht nur untereinander massiv unterscheiden, sondern Ihr es auch perfekt draufhabt, Stimmung, Tempo und AtmosphĂ€ren innerhalb einzelner Tracks zu verbinden, ohne dabei den berĂŒhmten "roten Faden" zu verlieren. Wie wĂŒrdest Du die Musik von EKPYROSIS beschreiben?

Das ist in der Tat eine sehr schwierige Frage, haha! Ich versuche vielleicht eher, eine ErklĂ€rung zu geben, weshalb es so ist: Wir sind fĂŒnf Musiker mit sehr unterschiedlichen musikalischen Vorlieben, die sich allesamt sehr rege an der Arbeit beteiligen. Dadurch entsteht ein sehr weitreichender Stil-Mix, den man uns wohl auch anhören kann.

Zudem darf auch erwĂ€hnt werden, daß die Bandmitglieder auch unterschiedlichen Alters sind und sich einige Einflußquellen nicht zuletzt dadurch erklĂ€ren.
Neben der Musik waren bei EKPYROSIS auch die Texte immer schon ein sehr wesentlicher Bestandteil. Auch auf »All You Can Eat« finden sich zahlreiche, sehr kritische Aussagen eurerseits.

Stimmt. Es war mir schon seit den AnfĂ€ngen wichtig, nicht nur die Musik erklingen zu lassen, sondern sehr wohl auch etwas mitzuteilen. Zwar zĂ€hlen wir keineswegs zu den Predigern im Musikbusiness, haben aber sehr wohl etwas mitzuteilen. Erst durch den Text wird ein Song vollstĂ€ndig. Daß sich in unseren Texten zum Großteil sehr kritischen Aspekte finden lassen, ist schnell und auch recht einfach erklĂ€rt. Wer sich auf der Welt umsieht und seine Augen nicht völlig verschlossen hĂ€lt, wird wohl in sehr kurzer Zeit feststellen können, daß schon lange nicht alles im "grĂŒnen" Bereich ist.

Aber nicht nur Kritik kann in den lyrischen Aspekten festgestellt werden. Ihr habt keinerlei Scheu davor, Eure innigsten Emotionen und GefĂŒhle mitzuteilen, wie in â€șDear Sophieâ€č nachzuvollziehen ist. Ich nehme einmal an, Du bist Vater einer Tochter?

Genau. Ich konnte einfach gar nicht anders, als meine GefĂŒhle fĂŒr Sophie in einem Song mitzuteilen. Das MĂ€del hĂ€lt mich und meine Frau zwar ganz schön auf Trab, aber das ist ein völlig natĂŒrlicher Umstand, den jeder, der Kinder hat, wohl nachvollziehen wird können.

Darauf kann die zukĂŒnftige Dame dann aber sehr stolz sein, denn so etwas hat nicht jedes Elternpaar anzubieten.
Jetzt wieder zurĂŒck zum Album: Nicht nur musikalisch herrscht Vielfalt, auch der Gesang kommt je nach AtmosphĂ€re der Nummer sehr differenziert aus den Boxen, da Du nicht mehr als "EinzelkĂ€mpfer" am Mikro zu vernehmen bist.

Thomas Prethaler, unser Bassist, hat geradezu darauf bestanden, ebenfalls zu singen. Daß er das kann, hat er schon in der Vergangenheit unter Beweis stellen konnte. Was also hĂ€tte dagegengesprochen? Im Gegenteil, da Thomas auch ein talentierter Texter ist, war es fĂŒr mich einfacher, da ich mich nicht erst in die Texte, die nicht von mir stammen, hineindenken mußte, um die passende Ausdrucksweise zu finden. Abgesehen davon, paßt der stimmliche Unterscheid auch sehr gut ins Bild, oder?

Doch, doch, kein Zweifel. Außerdem sorgt dieser Umstand fĂŒr weitere Abwechslung, auch wenn das an sich gar nicht mehr notwendig gewesen wĂ€re. Den mehr als positiven Gesamteindruck, den ich von »All You Can Eat« gewonnen habe, rundet diese Tatsache aber noch zusĂ€tzlich ab. Zumindest meine Wenigkeit ist sehr angetan vom Album.

Was hÀltst Du denn vom Sound? Ich hoffe, ich darf das »Spielchen» hier einfach umdrehen?

Aber sicher doch! Ich persönlich finde den ziemlich rauhen, und vor allem in den "Mitten" sehr druckvoll ausgefallenen Klang des Albums perfekt zu Euch passend. Auch wenn er fĂŒr allgemeine VerhĂ€ltnisse wohl nicht unbedingt als "zeitgemĂ€ĂŸ" zu bezeichnen ist. Aber auch das ist fĂŒr mich "nur" ein weiteres Steinchen in dem im Endeffekt wunderbaren Puzzle, das Ihr uns zu offerieren habt. Hab' ich damit den Nagel auf den Kopf getroffen?

Ja. Ich habe mir neulich wieder einmal einen METAL HAMMER mit CD-Beilage gekauft und mußte erstaunt feststellen, daß viele der momentan angesagten Bands verdammt Ă€hnlich klingen. Damit meine ich aber nicht stilistisch, sondern vielmehr was den Sound betrifft. Das bestĂ€rkt mich natĂŒrlich im Nachhinein zusĂ€tzlich in unserer Vorgehensweise.

Kann ich gut nachvollziehen. Aber jetzt bin wieder ich dran mit dem Fragenstellen. Wird es denn spezielle Konzerte geben, um den 20. Geburtstag der Band zu zelebrieren?

Zumindest konnten wir anlĂ€ĂŸlich der Veröffentlichung von »All You Can Eat« bereits die CD-Release-Party im Wiener "Escape" absolvieren, und zuletzt stand ein Gig in der Steiermark auf dem Programm, und zwar am 20.12. in Knittelfeld. Allerdings war das kein gesonderter EKPYROSIS-Auftritt, vielmehr waren wir als eine von mehreren Bands bei der "X-Mas Rock Night" in Knittelfeld am Start.

Was darf man denn 2009 von Euch erwarten?

Zumindest Einzelshows, eine Tournee ist fĂŒr eine Band in unserem Stadium leider nicht finanzierbar, so daß wir uns eher darauf festlegen werden. Aber, wer weiß schon, was uns noch so ins Haus steht. ZunĂ€chst versuchen wir, das Album so gut wie möglich zu promoten, um zumindest vertriebstechnisch auch im Ausland vertreten zu sein.

Was auch immer Ihr vorhabt, von meiner Seite die allerbeste WĂŒnsche dafĂŒr und natĂŒrlich nochmals Gratulation fĂŒr das aktuelle Album und zum 20er...
Zum Schluß möchte ich auch noch darauf hinwiesen, daß »All You Can Eat« fĂŒr 17,- Euro (plus Porto & Verpackung) ĂŒber die WebprĂ€senz der Band zu beziehen ist!

http://www.ekpyrosis.com/

christian.gruber@hiway.at

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

EKPYROSIS (A) im Überblick:
EKPYROSIS (A) – After War (Rundling)
EKPYROSIS (A) – All You Can Eat (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – Fire (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – Irrational (Do It Yourself)
EKPYROSIS (A) – ONLINE EMPIRE 38-Interview
EKPYROSIS (A) – News vom 29.10.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Christian "Chris" Gruber:
ELIS – Catharsis (Rundling)
ELIS – News vom 10.05.2006
ELIS – News vom 28.12.2006
ELIS – News vom 10.05.2011
ELIS – News vom 17.06.2011
ELIS – News vom 24.02.2012
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