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MELECHESH-Logo

In Form von ┬╗Emissaries┬ź, einem sehr imposanten Album, das rein stilistisch gesehen irgendwo in der Schnittmenge aus brachialem Thrash und rohem Black Metal anzusiedeln ist, ver├Âffentlichten MELECHESH vor wenigen Wochen ihr mitt┬şler┬şwei┬şle viertes vollst├Ąndiges Album. Ebenso wie auf ┬╗Sphynx┬ź (2003) und ┬╗Djinn┬ź (2001) sind es aber nicht nur die genannten Kl├Ąnge, die das Werk und Wirken dieser mul┬şti┬şnationa┬şlen Truppe interessant machen. Schon seit ihrem Debut ┬╗As Jerusalem Burns┬á...┬áAl'Intisar┬ź, das 1996 erschienen ist, lassen sich Einfl├╝sse aus dem mittleren Osten nicht von der Hand weisen und machen die musikalische Melange von MELECHESH zu einer sehr interessanten und vor allem einzigartigen. Nicht nur die eingestreuten Melodieb├Âgen, die auf Rhythmen aus dem Nahen Osten basieren, lassen die Kl├Ąnge der Herren Ashmedi (v, g), Moloch (g), Xul (d) und Al'Hazred (b) zu einer einzigartigen musikalischen Melange gedeihen, sondern ebenso die auf Mythen und Mystizismen alter Hochkulturen jener Region basierenden Texte und Konzepte, die MELECHESH in ihren Songs verarbeiten.
Mastermind Ashmedi entpuppte sich als sehr auskunftsfreudiger und eloquenter Gespr├Ąchspartner.

Trotz der Tatsache, da├č der Name MELECHESH mittlerweile relativ bekannt ist, h├Ątten wir sehr gerne etwas mehr ├╝ber die Bedeutung des an sich recht ungew├Âhnlichen Bandnamens gewu├čt, sowie einige Hintergr├╝nde zur Band selbst gehabt.

Der Name MELECHESH kommt in okkulten Schriften vor und wird dort immer wieder im Zusammenhang mit dem K├Ânig des Feuers genannt. Der Ursprung des Wortes stammt aus dem Hebr├Ąischen, wir haben jedoch aus dem eigentlichen Wort ein Nomen gemacht. Dadurch waren wir schon damals, als wir uns f├╝r diesen Bandnamen entschieden haben, sicher, da├č keine andere Band wohl jemals auf die Idee kommen w├╝rde, sich ├Ąhnlich oder gar gleich zu nennen. Die Tatsache, da├č MELECHESH einen okkulten Hintergrund hat, kam uns ebenfalls sehr zugute, denn damit ist auch gleich ein Bezug zu unserer Musik hergestellt. Was die Aussprache betrifft, so ist es sowohl korrekt, das "CH" wie in "Loch", dem schottischen Wort f├╝r See auszusprechen, aber auch ein gesprochenes "K" ist daf├╝r zul├Ąssig.

MELECHESH-Headline

Nicht nur der okkulte Hintergrund des Bandnamens ist sehr interessant, auch die an sich internationale Besetzung. Obwohl man immer wieder davon spricht, da├č MELECHESH eine israelische Band sein soll.

Die Urspr├╝nge dieser Band sind wohl ebenso interessant und faszinierend, wie falsch interpretiert und mi├čverstanden. Wir haben die Band damals tats├Ąchlich in Jerusalem gegr├╝ndet und hatten unseren Proberaum wahrhaftig in Bethlehem. Deshalb entstand wohl die Annahme, da├č MELECHESH eine israelische Band w├Ąren, was jedoch falsch ist. Ich habe assyrische Wurzeln und bin ein in Jerusalem geborener Armenier, unser Gitarrist ist Pal├Ąstinenser, der Bassist stammt aus der Ukraine und unser aktueller Schlagzeuger ist geb├╝rtiger Holl├Ąnder, w├Ąhrend sein Vorg├Ąnger Proscriptor ebenfalls Armenier war. Wir haben uns sehr h├Ąufig falschverstanden gef├╝hlt, da sich niemand um die wirkliche Herkunft der Musiker Gedanken gemacht hatte, sondern uns lediglich auf den Ursprung der Band reduziert hat (Auch meine Wenigkeit kann da nur sagen: Mea culpa! - sg). Zudem mu├č ich auch noch anf├╝hren, da├č wir allesamt in den Niederlanden sesshaft geworden sind und zum Teil sogar die niederl├Ąndische Staatsb├╝rgerschaft besitzen. Keiner von uns war jemals israelischer B├╝rger. Obwohl es in der Tat vollkommen gleichg├╝ltig ist, woher jemand kommt, m├Âchte ich diese Tatsache festgehalten haben. Ich pers├Ânlich habe immer noch Freunde in Jerusalem und bin zumindest einmal im Jahr dort zu Besuch, man h├Ąngt schlie├člich sein Leben lang an seiner Geburtsst├Ątte.

Nicht ganz einfach zu durchblicken, ebenso wie es sehr schwerf├Ąllt, Eure Musik zu beschreiben.

So schwierig ist das aber gar nicht. MELECHESH klingen einfach so wie MELECHESH und wie sonst keine andere Band! Au├čerdem klingen unsere Songs an sich gar nicht besonders kompliziert, so da├č man eigentlich relativ einfach Zugang dazu finden sollte. Wir bezeichnen unsere Musik selbst als "Sumerian Thrashing Black Metal" und genau damit l├Ą├čt sich der Sound von MELECHESH in der Tat ideal beschreiben. Die sumerische Komponente bezieht sich auf die Themen, die wir besingen, aber auch auf die immer wieder zu h├Ârenden, f├╝r Euch wohl schlicht und ergreifend "orientalisch" klingenden T├Âne. Die Gitarrenriffs sind sehr Thrash Metal-beeinflu├čt und unsere Musik als Gesamtheit hat sehr viel vom Black Metal. So l├Ą├čt sich wohl unsere Musik am einfachsten beschreiben, wenn auch hinzugef├╝gt werden mu├č, da├č wir wohl einzigartig klingen und es keine andere Formation auf dieser Erde gibt, die ├Ąhnlich klingt wie MELECHESH. Wir vereinen anspruchsvolle Passagen mit heftigen Riffs, jeder Menge Atmosph├Ąre und Brachialit├Ąt zu einer Melange, zu der es sich aber dennoch perfekt headbangen l├Ą├čt!

Die sumerischen Einfl├╝sse in den Texten sind zwar nachvollziehbar, dennoch aber nicht ganz einfach zu begreifen. Was genau mu├č man denn wissen, um Eure Texte halbwegs zu verstehen?

Im Grunde genommen handelt es sich um eine Sammlung von sumerischen Schw├╝ren, wobei wir sogar teilweise die Originalsprache beibehalten haben, um den Sinn nicht zu verfremden. Zudem handeln einige unserer Texte von mesopotamischen Mystizismen und deren Konnex im antiken Weltbild. Wenn man sich eingehend mit unseren Lyrics besch├Ąftigen m├Âchte, ist es auch noch von Vorteil, sich Wissen zum Okkultismus im Nahen Ostens anzueignen und sich f├╝r mystische G├Âtterwelten wie die Anunaki zu interessieren.

Sehr abgefahren. Seht Ihr Euch denn selbst als Teil der weltweiten Black Metal-Community, die so manch eigenartige Aussagen zu G├Âttern im allgemeinen von sich gibt und nicht immer nur positiv in Erscheinung tritt?

Leider existieren in dieser Szene nur sehr wenige Individualisten und jede Menge Nachahmer. Diese verursachen sehr viel Schaden und bringen die Originatoren sehr h├Ąufig zu Unrecht in Mi├čkredit. Zudem werden Aussagen sehr oft aus dem Konsens gerissen und dadurch entstehen v├Âllig falsche Interpretationen und Aussagen.
Was uns betrifft, so kann sich jeder selbst ein Bild von unserer Einstellung und den Aussagen in den Texten machen. Es bleibt jedem H├Ârer selbst ├╝berlassen, was und an wen er glaubt. Ich pers├Ânlich wei├č, was ich mit meinen Texten aussagen will und stehe voll dazu.

Das klingt so, als ob MELECHESH f├╝r Dich wesentlich mehr Bedeutung h├Ątte, als blo├č die Tatsache, da├č es sich um die Band handelt, in der Du gerade aktiv bist.

Absolut. F├╝r mich pers├Ânlich bedeutet MELECHESH wesentlich mehr, als da├č es sich um meine Band handelt. Es ist eine Art Medium f├╝r mich, mit dem ich meine Ansichten weitergeben kann, um diese mit anderen Personen zu teilen. MELECHESH transferiert mehr oder weniger meine Phantasie in die Realit├Ąt.

Als denkendes Individuum und selbsternannter Black Metaller ist es Dir sicher nicht entgangen, da├č in letzter Zeit einige Mitglieder bekannter Bands den Freitod gew├Ąhlt haben. Welche Gedanken kommen einem dabei in den Sinn?

Eine Trag├Âdie. Weshalb in letzter Zeit derma├čen viele Musiker ihrem Leben ein Ende gesetzt haben, vermag ich nicht zu beurteilen. Jeder wird wohl seine Beweggr├╝nde daf├╝r gehabt haben. Mir pers├Ânlich ist jedoch eine wesentlich gr├Â├čere Zahl von Menschen bekannt, die ihr Leben deshalb beendeten, weil sie mit pers├Ânlichen Trag├Âdien nicht mehr umzugehen wu├čten oder traumatisiert von Kriegsschaupl├Ątzen zur├╝ckgekehrt sind. Der Tod an sich ist nicht unbedingt etwas, vor dem man sich f├╝rchten mu├č und vielleicht kann man dadurch ja sogar gewisse Situationen wirklich besser bew├Ąltigen. Allerdings bin ich der Meinung, da├č Selbstmord nicht unbedingt das Mittel zum Zweck sein kann. Bevor es soweit ist, sollte man wirklich alle anderen Optionen anchecken, ob es nicht doch eine Alternative geben k├Ânnte. Wenn man aus philosophischen Gesichtspunkten zum Entschlu├č kommt den Freitod zu w├Ąhlen, so ist man ja auch zwar daf├╝r verantwortlich, sollte jedoch zuvor nochmals dar├╝ber nachdenken, was man den Hinterbliebenen damit antut. Deshalb ist es immer eine Trag├Âdie, wenn ein menschliches Individuum einen solchen Entschlu├č fa├čt, egal, ob er nun Musiker sein mag, oder nicht.

Bleibt nur zu hoffen, da├č diesbez├╝glich das Schaf im schwarzmetallischen Menschen nicht allzu oft ihren "Leithammeln" hinterherl├Ąuft, ohne sich dabei Gedanken zu machen...
Wenden wir uns nun aber wieder ein wenig positiveren Themen zu, wie beispielsweise MELECHESH. Inwiefern war denn die Umbesetzung am Schlagzeug verantwortlich f├╝r etwaige Ver├Ąnderungen am Gesamtklangbild?

Gar nicht. Trotz dieser Tatsache, h├Ątten sich diese kleinen Nuancen, die im Laufe der Zeit in unserem Sound ver├Ąndert wurden, auch mit unserem vorherigen Drummer ergeben. So gesehen war es fast gleichg├╝ltig, wer hinter dem Schlagzeug gesessen ist.

MELECHESH-Bandphoto 1

Wie l├Ą├čt sich denn die Entwicklung der Band generell beschreiben?

Als wir 1993 begannen, zusammen zu musizieren, haben wir noch eher sehr rauhen Black Metal gespielt, jedoch schon versucht, Einfl├╝sse gem├Ą├č unserer Herkunft mit einzubeziehen, was uns hinsichtlich der Rhythmen ganz gut gelungen ist. Seit den Anfangstagen sind wir allerdings sehr bem├╝ht, m├Âglichst eigenst├Ąndig zu klingen und uns als Komponisten und Musiker stetig zu verbessern.

Dieses Bem├╝hen wird wohl auch von der Erfahrung gen├Ąhrt, die ein Musiker auf der B├╝hne machen kann. Trifft das auch auf MELECHESH zu?

Eigentlich schon, obwohl wir zwischen 1998 und 2004 ├╝berhaupt nicht aufgetreten sind. Damals war ich der Meinung, da├č Live-Shows eher wenig f├╝r uns bringen w├╝rden. Mittlerweile wei├č ich das aber zu sch├Ątzen, denn man kann die Musik mit jenen Individuen, die sich daf├╝r interessieren, teilen, was etwas sehr Positives ist. Deshalb waren auch einige unserer Auftritte ungemein einschneidende Erlebnisse f├╝r uns. Wenn ich mich an die ersten Gigs der Band in Jerusalem im Jahre 1995 erinnere, wei├č ich erst heute, da├č wir etwas Revolution├Ąres vollbracht und damit Neuland betreten haben, denn wir haben den ersten Auftritt einer Black Metal-Band in Israel ├╝berhaupt absolviert. Auch der Gig im Pariser "Locomotive"-Club war sehr inspirierend und unsere "R├╝ckkehr" nach Jerusalem 2004 einfach phantastisch, ebenso jener Auftritt im letzten September in Toronto.

Zu Toronto scheint Ihr generell ein spezielles Verh├Ąltnis zu haben. Nicht umsonst wurdet Ihr als "Special Guest" zur einmaligen Reunionshow der kanadischen Legende SACRIFICE eingeladen. Wie kam diese Connection zustande?

Als wir im Jahre 2004 bei einem kleinen Festival in Toronto als Headliner gebucht waren, kamen bereits einige Leute auf uns zu, um uns zu fragen, ob wir bei einer solchen Reunionshow mit von der Partie sein wollten. Als uns auch noch Noel von INTERTIA ENTERTAINMENT, der Promotor jener Show, danach befragte und wir auch von SACRIFICE selbst dar├╝ber informiert wurden, da├č ihnen unsere Musik gefallen w├╝rde, konnten wir ja fast nicht mehr absagen. Was f├╝r ein unverge├člicher Abend! Mirai Kawashima von SIGH ist ├╝brigens damals extra wegen uns aus Japan angereist und ich denke, es hat sich gelohnt f├╝r ihn.

Diese Euphorie scheint Euch nun angesteckt zu haben und Ihr werdet in Zukunft des├Âfteren auftreten.

Ja, wir sind beim "Arnheim Metal Meeting" aufgetreten und f├╝r das n├Ąchste "Party.San"-Open Air sind wir ebenfalls schon gebucht. Zudem verhandeln wir gerade ├╝ber eventuelle Tourneen in Europa und in den Staaten.

Interessant. Daraus l├Ą├čt sich schlie├čen, da├č Nachfrage nach der Band wohl ├╝berall auf der Welt besteht.

Ja, das kann man so sagen. Wenn ich mir unsere Verkaufsstatistiken ansehe, l├Ą├čt sich da keine spezielle Region hervorheben, denn MELECHESH scheinen sowohl in Deutschland, Frankreich und den Benelux-L├Ąndern recht angesagt zu sein, aber auch in England, Kanada und den Vereinigten Staaten, sowie in Polen, Ru├čland und Finnland. Au├čerdem wissen wir, da├č auch die im Moment gerade im Aufbau befindliche Szene im Mittleren Osten und in Nordafrika Verlangen nach uns hat. Ich wei├č, es mag f├╝r Euch ein wenig eigenwillig klingen, aber speziell in diesen Regionen m├╝ssen die Fans noch regelrecht k├Ąmpfen, um an diese Art von Musik gelangen zu k├Ânnen, deshalb sind die Fans auch unheimlich enthusiastisch. Wahrscheinlich liegt es gerade daran, da├č in dieser Region, das wohl dankbarste Publikum der Welt zu finden ist. Nicht vergessen darf man auch S├╝damerika, wo es zwar generell besser um die Fans bestellt ist, aber der Standard auch v├Âllig anders ist als in Europa.

Wo und wie auch immer man an Eure Scheiben herankommen kann, liegt nicht zuletzt an der jeweils zust├Ąndigen Plattenfirma und diese hei├čt zumindest f├╝r unseren Bereich OSMOSE PRODUCTIONS.

Diese Jungs leisten sehr gute Arbeit f├╝r uns. Als wir damals ┬╗Djinn┬ź aufgenommen hatten und uns um einen Deal bem├╝hten, hatte unser damaliger Drummer Proscriptor OSMOSE ins Auge gefa├čt. Da wir mehrfach den Tip erhielten, uns mit ihnen in Verbindung zu setzen, waren sie im Prinzip unsere erste Adresse und obwohl wir im Endeffekt einige brauchbare Vertr├Ąge angeboten bekamen, haben wir uns f├╝r OSMOSE entscheiden, weil sie uns den besten Deal vorgelegt haben. Bislang haben wir nur positive Erfahrungen mit den Franzosen gemacht und ich nehme auch an, da├č sie uns f├╝r eine etwaige Tournee auch dementsprechend unterst├╝tzen w├╝rden.

Wann auch immer eine solche Tournee folgen wird, steht ja wohl noch in den sumerischen Sternen. Wie werdet Ihr Euch bis dahin die Zeit vertrieben?

Wenn damit ein "Nebenprojekt" oder etwas ├Ąhnliches gemeint ist, mu├č ich betonen, da├č ich an derlei Partizipationen nicht interessiert bin. Ich werde mich weiterhin ausschlie├člich um MELECHESH k├╝mmern. Dadurch kommt meine gesamte Kreativit├Ąt dieser Band zugute und glaubt mir, es gibt noch jede Menge interessantes, das ihr von MELECHESH in Zukunft erwarten d├╝rft.

Das glauben wir Dir aufs Wort!

http://www.melechesh.com/

melechesh@melechesh.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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