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  UE-Home → History → Online Empire 28 → Interview-√úbersicht → WARMACHINE (CDN)-Interview last update: 08.11.2017, 20:42:13  

WARMACHINE (CDN)-Logo

Vielleicht ist dem einen oder anderen getreuen Leser dieser Seiten bekannt, da√ü Stefan WARMACHINE bereits einmal zum Interviewtermin gebeten hatte. Damals, genauer gesagt Mitte des Jahres 2003, war Gitarrist, S√§nger und Komponist Joe Di Taranto eben dabei, das erst vor wenigen Monaten √ľber NIGHTMARE RECORDS in den US of A ver√∂ffentlichte Debut ¬ĽThe Beginning Of The End¬ę aufzunehmen. Scheinbar war der von der Band geplante Zeitrahmen nicht einzuhalten. Woran auch immer es gelegen haben mag, Tatsache ist, da√ü die Songs sehr wohl bis zum Jahresende 2003 fertiggestellt waren und kurze Zeit sp√§ter auch produziert und abgemischt waren. Joe war so freundlich und gab bereitwillig Auskunft zum aktuellen Stand der Dinge.

WARMACHINE (CDN)-Bandphoto 1

Trotz einiger recht euphorischer Reviews und dem Anschein, daß Ihr vor fast drei Jahren drauf und dran wart, so richtig loszulegen, hat es offenbar nicht sein sollen. Hier in Europa werden wohl viele Fans den Eindruck gewinnen, es bei WARMACHINE mit einem Newcomer zu tun zu haben. Doch dem ist nicht so, wie man weiß.

Keinesfalls, denn ich bin schon sehr lange als Musiker aktiv. Eigentlich begann alles damit, da√ü ich in meiner Highschool-Zeit, im Alter von 13 oder 14 Jahren mit einigen Kumpels anfing, gemeinsam zu musizieren. Die Faszination war gegeben und ich wu√üte, da√ü mich dies auch weiterhin verfolgen w√ľrde. Klar hat man √ľber lange Jahre mit verschiedenen Musikern zusammen unterschiedliche Erfahrungen zu machen, aber ich kann mit Sicherheit behaupten, da√ü die derzeitige Besetzung von WARMACHINE das wohl f√§higste Line-up darstellt, mit dem ich jemals zusammenarbeiten konnte. In John Salerno habe ich einen kongenialen Gitarrenpartner in der Band und die Rhythmusabteilung Alberto Capuzano (b) und Mark Harding (d) verf√ľgt √ľber den n√∂tigen Punch. Auf der CD sind logischerweise die Musiker, die damals noch mit von der Partie waren, aufgelistet, aber weder Andrew Zenti (d) noch Andrea Zanini (b) teilten meine Intention von WARMACHINE und waren nicht mehr mit dem n√∂tigen Feuereifer bei der Sache, weshalb ich mich in der ersten H√§lfte des Jahres 2004 zun√§chst einmal auf die Suche nach Musikern begeben mu√üte. Bei einer solchen Aktion kann man sehr schnell feststellen, wie schnell so ein Jahr vergeht, denn das derzeitige Line-up konnte erst gegen Ende des letzten Jahres vorgestellt werden. Wie schon erw√§hnt, ich bin sehr froh, in diesen Musikern f√§hige Kerle getroffen zu haben und hoffe, da√ü dieses Line-up l√§ngerfristig zusammen bleiben wird. Ich denke auch, da√ü sich meine Stimme im Laufe der Jahre ganz gut entwickelt hat, weshalb WARMACHINE heutzutage wohl in ihrer st√§rksten Form agieren k√∂nnen. Um jemanden, der noch nie von uns geh√∂rt hat, √ľber WARMACHINE zu informieren, w√ľrde ich sagen, wir klingen ein wenig wie eine Mischung aus IRON MAIDEN und MEGADETH.

Kann man gelten lassen, allerdings w√ľrde ich Eure Einfl√ľsse, die man dem Album zwar durchaus auch anh√∂ren kann, nicht ausschlie√ülich auf diese beiden Truppe reduzieren.

Der Vergleich war ja auch lediglich als grober Anhaltspunkt gedacht. Dazu m√ľssen als Einflu√ü auf unseren Sound auch noch Bands wie QUEEN, BOSTON, RUSH, CARCASS und EXTREME genannt werden. Ich hoffe, ich konnte jetzt alle "Extremit√§ten" musikalischer Herkunft abdecken. [lacht]

WARMACHINE (CDN)-Headline

Jau, jetzt hätten wir dieses Thema durch. Wie seid Ihr denn mit der Entwicklung von WARMACHINRE bislang zufrieden?

Ich denke, wir habe es geschafft, in den letzten Jahren unseren eigenen Stil zu entwickeln, und das ist doch als recht guter Erfolg zu betrachten. Sicher h√§tte sich ohne die Umbesetzungen einiges anders ergeben k√∂nnen und WARMACHINE w√§ren eventuell bereits wesentlich bekannter, aber im Endeffekt bin ich dennoch recht zufrieden und vor allem sehr zuversichtlich f√ľr zuk√ľnftige Aktivit√§ten. In unserer Jugend waren wir eher darauf aus, unsere Songs sehr Thrash Metal-m√§√üig zu komponieren, doch mittlerweile ist uns eigentlich nicht mehr wichtig, wie unsere Songs stilistisch einzuordnen sind, sondern lediglich, da√ü die Songs als Gesamtheit gelungen sind. Ich denke, auf die Songs des Albums k√∂nnen wir in der Tat stolz sein, denn es ist uns gelungen, geniale Riffs mit eing√§ngigen Melodien zu kombinieren und darauf kommt es ja schlie√ülich an.

So ist es. Ich kann mir vorstellen, da√ü eben jene Attribute, die Songs auch von der B√ľhne aus pr√§sentiert zu wahren Leckerbissen machen. Wie sieht es mit Euren Erfahrungen an der "Live-Front" aus?

Wir haben hier bei uns in der Umgebung schon eine Menge Shows absolviert, wobei das Highlight bisher mit Sicherheit ein Auftritt im Vorprogramm von HELLOWEEN in Toronto gewesen ist. Obwohl stilistisch nicht unbedingt passend, sind wir wirklich gut angekommen und die Stimmung ist w√§hrend unseres Auftritts von Song zu Song besser geworden. Einmal hatten wir die Ehre als Opener f√ľr CRYPTOPSY zu spielen. Damals waren wir auf das Schlimmste vorbereitet, denn wir nahmen an, da√ü sich die "Metal-Extremisten" unter den Fans mit unseren Melodien nicht unbedingt anfreunden k√∂nnten, doch genau das Gegenteil war der Fall. Eben deshalb bin ich der Meinung, da√ü der Stil nebens√§chlich ist und der Song als solcher immer gut ankommt, wenn er ein guter ist.

Wird wohl so sein. Auff√§llig an ¬ĽThe Beginning Of The End¬ę ist auch die √ľppige G√§steliste. Sind denn diese Herrschaften allesamt aus Eurem Bekanntenkreis oder wurden sie blo√ü kurzfristig angeheuert?

Dave Ellefson kennen wir schon länger, denn er hat ja auch schon auf unseren Demos ausgeholfen. Was Harry Hess (HAREM SCAREM), Darren Smith (ex-HAREM SCAREM) und Ralph Santolla betrifft, muß erwähnt werden, daß unser Produzententeam Murray Daigle und Sean Gregory den Kontakt hergestellt habt. Die beiden Herren sind ja von ihrer Band EMERALD RAIN her bekannt und haben uns zu diesen Gästen verholfen. Alle involvierten Musiker waren sofort bereit, mitzuwirken und man kann sich vorstellen, daß eine wahrlich gute Stimmung im Studio geherrscht hat.

Kam es auf ähnliche Weise auch zum Kontrakt mit NIGHTMARE RECORDS?

Lance King von NIGHTMARE RECORDS hatte mich schon vor einigen Jahren kontaktiert, um mir mitzuteilen, da√ü er WARMACHINE gerne unter Vertrag haben w√ľrde. Deshalb sind wir auch in Kontakt geblieben und als wir mit ¬ĽThe Beginning Of The End¬ę fertig waren, bedurfte es nur noch einer kurzen Information. Der Rest ist quasi bereits wieder Geschichte, obwohl einige Monate so gut wie gar nichts passiert ist. [lacht]

Wird es denn auch die Möglichkeit geben, die Scheibe in Europa direkt zu erhalten?

Ich denke schon, denn Lance arbeitet im Moment hart daran, einen vern√ľnftigen Lizenzvertrag zu erhalten. Einen Ver√∂ffentlichungstermin gibt es zwar bislang noch nicht, doch wir sind alle sehr zuversichtlich, da√ü man Ver√∂ffentlichungen von NIGHTMARE RECORDS in B√§lde auch in Europa ohne den Importweg erhalten wird k√∂nnen. Wer nicht so lange warten will oder kann, hat ja ohnehin die Chance, das Album √ľber das Label direkt zu ordern.

WARMACHINE-Einzelshot: Joe DiTaranto

Bleibt nur zu hoffen, daß es WARMACHINE nicht noch einmal unnötig viel Zeit kostet bis man auch in Europa in den CD-Regalen vorhanden sein wird. Anderes Thema: Die Texte. Besteht eigentlich irgendein inhaltlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Songs?

Nein, keineswegs. Wir haben mit Konzeptgeschichten oder dergleichen nichts am Hut. Die Songs sind ja auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden und stehen allesamt f√ľr sich allein.

Die Songs an sich wirken sehr persönlich, oder irre ich mich da?

Ich bem√ľhe mich, in erster Linie pers√∂nliche Lebenserfahrung in den Songs zu verarbeiten. Wenn es auch nicht immer meine eigene ist, so versuche ich dennoch, die Texte auf pers√∂nlicher Ebene zu halten. Ich habe mich immer schon mit jenen Themen besch√§ftigt, die ich im Leben auch zu bew√§ltigen hatte, sei es nun das Leben an sich, der Tod oder eine Beziehungsangelegenheit. Ich bin nicht unbedingt der begnadetste Geschichtenerz√§hler, deshalb wird man bei WARMACHINE auch keine Fantasy-Lyrics finden.

Das Artwork konnte ich in keinerlei Zusammenhang zum Titel oder auch zum Bandnamen bringen. Was steckt denn dahinter?

Es war so gedacht, da√ü unser Cover keinesfalls irgendwie typisch oder klischeehaft gestalt werden sollte. Die K√ľnstlerin, die wir daf√ľr beauftragt haben, eine Dame namens Lisa Tsotsos, hat unserer Meinung nach einen hervorragenden Job abgeliefert. Wir wollten von Anfang an vermeiden, da√ü Titel und Bandname zu sehr mit dem Cover korrelieren, um dadurch das Interesse der Fans zus√§tzlich zu wecken. Etwas ungew√∂hnliches wird doch eher betrachtet, oder nicht? Zudem mu√ü noch erw√§hnt werden, da√ü wir damit sehr bewu√üt vorgegangen sind, um die Leute zum Denken zu animieren und eben das scheint uns auch gelungen zu sein.

Kann man denn schon bekanntgeben, in welcher Region Euer Album gut angekommen ist?

Hier in Kanada scheint es so, als ob die Leute regelrecht darauf gewartet h√§tten. Immerhin konnten wir ¬ĽThe Beginning Of The End¬ę in den Top 3 der Metal Charts positionieren, was ein wirklich gro√üartiger Erfolg f√ľr eine Band von unserem Status ist. Auch in Australien und den USA l√§uft es ganz phantastisch f√ľr uns. Ich glaube aber auch, da√ü wir, unter der Voraussetzung, einen brauchbaren Lizenzdeal zu ergattern, auch in Japan und Europa Erfolge einheimsen werden. Vor allem in diesen Regionen hat der Heavy Metal einen wesentlich besseren Stellenwert als hier. Von daher bin ich sehr zuversichtlich.

Der Charteinstieg in Kanada läßt offenbar auf eine recht aufstrebende kanadische Szene blicken. Wen - von den großen Namen einmal abgesehen - sollten wir uns denn merken?

Ich denke, hier bewegt sich einiges innerhalb der Szene. Aufgrund der Gr√∂√üe unserer Heimat kann ich aber gerade einmal einen √úberblick √ľber die Region Toronto geben. Richtig am Durchstarten sind im Moment THREAT SIGNAL, GOAT HORN, ENDORPHINS, ASH LEE BLADE und BETRAYER. Ich k√∂nnte mir gut vorstellen, da√ü die eine oder andere Band auch bei Euch Erfolge verbuchen wird k√∂nnen.

Warten wir's erst einmal ab. Zumindest THREAT SIGNAL, deren Debut eben via NUCLEAR BLAST ver√∂ffentlicht wurde, sollten hier auf jeden Fall gut ankommen. Was aber werden wir von Euch in B√§lde erwarten d√ľrfen?

Zun√§chst versuchen wir, zumindest hier in Nordamerika eine vern√ľnftige Tournee zusammenzustellen. Ob es zu Euch nach Europa reicht, wage ich zwar vorerst noch zu bezweifeln, aber du kannst mir glauben, da√ü wir alles nur Erdenkliche unternehmen w√ľrden, um eines Tages auch zu Euch zu kommen. Wenn dabei noch dazu ein Auftritt bei einem dieser gigantischen Metal-Festivals dabei w√§re, w√ľrde sich ein Traum verwirklichen lassen!

Wer sich √ľber WARMACHINE auf dem Laufenden halten m√∂chte, sollte sich einfach auf der Homepage einloggen, um sich √ľber aktuelle Neuigkeiten zu informieren:

http://www.warmachineonline.com/

info@warmachineonline.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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