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HOWLIN MAY QUEEN

Tapes From The White Ballroom

(9-Song-Digital-Release: 8,91 US-Dollar)

Nach zwei EPs, für die man auf Spotify zusammen bereits über 50.000 Zugriffe verzeichnen durfte, liefert das Londoner Quartett nun sein erstes Langeisen. Der 2017 aus der Taufe gehobene Vierer verfügt bereits über einen ganz guten Ruf, wofür aber nicht nur die Präsenz der Band im Internet verantwortlich zeichnet, sondern auch die Tatsache, daß HOWLIN MAY QUEEN auch schon so manchen Club in ihrer Heimatstadt in ein Dampfbad verwandeln konnten. Das ist angesichts der Klasse der Songs von »Tapes From The White Ballroom« nur wenig verwunderlich, schließlich kommt das Songmaterial direkt und zwingend aus den Boxen, und setzt sich auf Anhieb im Gedächtnis fest. Der Bandsound besteht aus Heavy Rock und einer gehörigen Portion Blues Rock, und wird durch diverse Einsprengsel aus dem akustisch intonierten Folk Rock vervollständigt. Stilistisch geht es mit den Insulanern direkt in die 70er Jahre, die neun Tracks klingen allesamt wie aus einer Zeitmaschine und wurden auch entsprechend stilecht roh aufgenommen.

Ein Publikum dafür zu finden sollte kein Problem darstellen, einen Innovationspreis dafür zu erhalten, wird jedoch unmöglich sein. Vor allem deshalb nicht, weil HOWLIN MAY QUEEN nicht bloß die klassische Gangart der frühen 70er eingeschlagen haben, sondern die Band ganz offenkundig LED ZEPPELIN nacheifern.

Das ist zwar keineswegs verboten, läßt aber nun auch nicht gerade den Wunsch der Band erkennen, sich eine eigene Identität als Musiker erspielen zu wollen. Andererseits muß man den Burschen für ihren Vortrag neidlos attestieren, dem Original deutlich näher zu kommen als das diversen Wettbewerbern gelingt.

Unter anderem, weil die Briten mit Daniel Ocean einen exaltierten und ausdrucksstarken Frontmann in ihren Reihen haben, der zufälligerweise mit langen blonden Engelslocken gesegnet ist und mitunter tatsächlich singt der junge Robert Plant. Am deutlichsten stellt der Knabe seine stimmliche Nähe zum Altmeister übrigens in den zahlreichen "Baby, Baby"-Schreien in diversen Texten unter Beweis. Wenn das mal nicht für kreischende, junge Damen sorgt....

Originell und einzigartig klingen andere, dermaßen mitreißend wie HOWLIN MAY QUEEN hat aber schon jahrelang keine "Retro"-Band mehr aufgegeigt. Tracks wie ›Heart To The Universe‹, ›Satisfied‹, ›A New Day Will Come (The May Pray)‹, oder ›Gipsy Hollow‹ erweisen sich als bombige Ohrwürmer und sollten jeden Classic Rock-Fan überzeugen!

https://www.howlinmayqueen.com/

Oh, Baby, Babyyyyy


Walter Scheurer

 
HOWLIN MAY QUEEN im Überblick:
HOWLIN MAY QUEEN – Tapes From The White Ballroom (Do It Yourself-Review von 2021)
© 1989-2021 Underground Empire



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