UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → Online Empire 88 → Review-Überblick → Re-Release-Review-Überblick → SHOTGUN SAWYER – »Thunderchief (Anniversary Edition)«-Review last update: 25.09.2021, 16:38:43  

last Index next

SHOTGUN SAWYER – Thunderchief (Anniversary Edition)

RIPPLE MUSIC (Import)

Die Geschichte dieser Band beginnt, wie so oft, damit, daß drei Burschen, die sich offenbar schon seit ihrer Kindheit kennen, beschlossen, eine Band zu gründen. Allerdings war die ursprüngliche Idee der Kalifornier, ab 2015 als THUNDERCHIEF die Musikwelt aus den Angeln zu heben, nicht ganz so schlau, da der Name schon vergeben war.

Doch bevor es zu etwaigen Rechtsstreitigkeiten kommen konnte, einigten sich Sänger/Gitarrist Dylan Jarman, Schlagzeuger David Lee und Bassist Brett Sanders zum Glück darauf, sich fortan SHOTGUN SAWYER zu nennen. Zum Glück, auch wenn sich das Trio zu diesem Zeitpunkt bereits einen guten Ruf als Liveband in der Umgebung erspielt hatte. So gesehen war es natürlich ein kluger Schachzug, das noch 2016 veröffentlichte Erstlingsalbum »Thunderchief« zu nennen.

Dieses half den Jungs immens, in der Heimat bekannt zu werden. Nach Europa dagegen gelangten nur ganz wenige Exemplare. Naheliegend also, daß sich ihre aktuelle Plattenfirma zu einer Neuauflage, genauer gesagt zu einer "Anniversary Edition" entschieden hat. Schließlich konnten SHOTGUN SAWYER mit dem 2019 veröffentlichten »Bury The Hatchet« in der "alten Welt", aber auch in Japan, gehörig auf sich aufmerksam machen. Ganz so griffig wie darauf klang das Material zu Beginn der angestrebten Karriere zwar noch nicht, die Direktive, wohin es gehen sollte, war schon ziemlich klar.

Karrieretechnisch steil nach oben idealerweise, wobei die Jungs mit ihren teilweise relativ simplen, aber sehr effizienten und vor allem überaus authentischem Nummern auf ihrem Debut eine gute Basis erschaffen haben. Die Musik selbst läßt sich ebenso einfach wie zutreffend mit "Rock" beschreiben, wobei hinzufügen ist, daß »Thunderchief« auch eine amtliche Portion erdigen Blues, jede Menge Groove und Garagen-Rock in US-typischer Manier beinhaltet. Daß sich dabei eine ganze Menge an unterschiedlichen Einflüssen (von Klassikern der Kategorie CREAM, FREE und LED ZEPPELIN bis hin zu zeitgenössischen Formationen wie THE LORDS OF ALTAMONT, THE BLACK KEYS und THE WHITE STRIPES) heraushören läßt, dürfte ebensowenig verwundern, wie die Tatsache, daß die beiden Bonustracks am Ende am intensivsten rüberkommen und eine ungefähre Idee davon geben, wie SHOTGUN SAWYER wohl in der Livesituation klingen.

Auch wenn die dafür ausgewählten, live in verschiedenen Studios eingetrümmerten Nummern ›Skinwalker‹ und ›Strawberry Jam‹ in den Studioversionen keineswegs schwach ausgefallen sind, hat das Trio eine Extraportion "Leck mich"-Attitüde hinzugefügt, und es damit geschafft, noch ein wenig zwingender zu klingen.

Und so gut ein Studioalbum von SHOTGUN SAWYER auch klingen mag, an der Tatsache, daß die Songs auf den Bühnen dieser Welt erst so richtig zur Geltung kommen, ändert sich nichts.

http://www.facebook.com/shotgunsawyer


Walter Scheurer

 
SHOTGUN SAWYER im Überblick:
SHOTGUN SAWYER – Thunderchief (Anniversary Edition) (Re-Release)
© 1989-2021 Underground Empire


last Index next

Update-Infos via Twitter gewünscht? Logo!
Button: hier