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  UE-Home → Online Empire 81 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → ROXY BLUE – Â»Roxy Blue«-Review last update: 27.11.2019, 23:10:34  

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ROXY BLUE – Roxy Blue

FRONTIERS RECORDS/SOULFOOD

ROXY BLUE? Hmm. DĂŒrfte lange her sein, aber irgendwie dĂ€mmert es doch. Also, kurz ins Archiv geguckt. Ach ja, tatsĂ€chlich, da gab's eine Scheibe. Die trĂ€gt den Titel »Want Some?«, hat ein (zumindest aus heutiger Sicht) mieses Cover und stammt aus dem Jahr 1992. Mehr gibt das LangzeitgedĂ€chtnis dazu allerdings nicht her, weshalb die Scheibe zur Erinnerung mal wieder auf den Plattenteller wandert.

Und? Gar nicht ĂŒbel, was da so kommt, wirklich zwingend ist das GebrĂ€u aus Hard und Sleaze Rock nach typischer Mitt-/SpĂ€t-80er-US-Manier jedoch auch nicht. Womit wir zumindest einen der GrĂŒnde fĂŒr den eher ĂŒberschaubaren Erfolg des Quartetts eruiert hĂ€tten.

Doch ROXY BLUE war eben nicht nur kein Hit beschert, auch ihre Herkunft Memphis, Tennessee, galt in jenen Tagen als bei weitem nicht so cool wie etwa NYC oder gar Kalifornien. Erschwerend kam auch noch dazu, daß das Erscheinungsjahr 1992 nicht mehr ganz so gĂŒnstig fĂŒr einen Sound war, der irgendwo zwischen VAN HALEN, BULLETBOYS, TORA TORA und WARRANT zu verorten war. Wenig verwunderlich also, daß ROXY BLUE schon bald danach in der Versenkung verschwunden und der Bandname in weiterer Folge mehr oder weniger in Vergessenheit geraten war. Daß die Wiederaufnahme des Bandbetriebs ein langwieriger Prozeß war, wollen wir der Band der Einfachheit halber glauben. Anzunehmen ist in diesem Zusammenhang auf jeden Fall, daß die Entscheidung, ROXY BLUE wieder an den Start zu bringen, nicht zufĂ€llig mit der nur fĂŒr den US-Markt bestimmten Neuauflage von »Want Some?« sowie der um Demomaterial aufgepeppten Veröffentlichung mit dem Titel »Want Some More?« zusammengefallen ist. Da roch wohl jemand den Braten...

Egal, Tatsache ist jedenfalls, daß die aktuelle Besetzung, in der immerhin die drei GrĂŒndungsmitglieder Todd Poole (v), Josh Weil (b) und Scotty Trammell (d) wieder vereint sind, zweifelsfrei und nachvollziehbarerweise wieder mĂ€chtig Spaß an der Sache gefunden hat. Schließlich kredenzt die durch Gitarrist Jeff Caughron (sein VorgĂ€nger Sid Fletcher hat eine erfolgreiche Karriere als Zahnarzt eingeschlagen, von der er sich nicht losreißen möchte) vervollstĂ€ndigte Truppe ganze 27 Jahre (!) nach ihrem Debut ein ordentlich rockendes Album. Dieses ĂŒberrascht mit einem unerwarteten Reifegrad, denn wo andere Musiker bestrebt scheinen, den Faktor Zeit komplett auszublenden, versuchen ROXY BLUE das erst gar nicht und liefern stattdessen Musik, der man den Alters- und Reifeprozeß der Bandmitglieder anhört.

Vor allem Todds Stimme klingt nunmehr wesentlich rauher und vollmundiger, aber auch die Musik selbst wirkt weniger verspielt und deutlich wuchtiger. Durchaus zutreffend also, wenn man behauptet, ROXY BLUE hÀtten nunmehr eine Mixtur im Talon, die zu gleichen Teilen aus Hard, Street und Melodic Rock besteht.

Da die Herren offenbar der generellen Entwicklung der Rockmusik in den letzten Jahrzehnten offen gegenĂŒbergestanden haben, sollte es auch nicht weiter verwundern, daß im Verlauf der Spielzeit zudem auch Zutaten aus dem Grunge (vor allem ALICE IN CHAINS schimmern immer wieder durch) ebenso zu vernehmen sind wie Anleihen an Alternative Rocker der Kategorie STONE TEMPLE PILOTS.

Ein ausgereiftes Comeback der alten Recken. Respekt!

http://www.roxybluememphis.com/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
ROXY BLUE im Überblick:
ROXY BLUE – Roxy Blue (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Scott Trammell:
ROTH BROCK PROJECT – Roth Brock Project (Rundling)
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