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THE TEMPERANCE MOVEMENT – A Deeper Cut

EARACHE/WARNER MUSIC

Auch wenn die Zeichen auf Sturm standen und die Band nach ihrem Karriere-Blitzstart mit ihrem selbstbetitelten Debut auch mit dem zweiten Dreher »White Bear« ĂŒberaus erfolgreich unterwegs war, folgte bald darauf eine kurze, aber relativ heftige Krise. Diese wurde durch den unerwarteten Ausstieg von BandmitbegrĂŒnder Luke Potashnick verursacht, der sich aufgrund akuter "TourmĂŒdigkeit" aus dem Line-up verabschiedete. Daß sich bald darauf auch noch Drummer Damon Wilson aus dem Staub machte, machte die Sache klarerweise nicht besser. Im Gegenteil, SĂ€nger Phil Campbell fĂŒhlte sich enorm gestreßt und unter Druck gesetzt, war doch plötzlich das bewĂ€hrte Songwriter-Trio der Band - bestehend aus dem zweiten Gitarristen Paul Sayer, Phil und Luke, zerbrochen. Doch der SĂ€nger wußte, sich und die Band aus dem Schlamassel herauszuwinden, rekrutierte seinen alten Kumpel Matt White als Gitarristen und mit Simon Lea einen neuen Schlagzeuger und entdeckte obendrein in jener Phase eine alte Jugendliebe neu: das Piano!

Dieses ist auf dem neuen Dreher der Burschen auch durchaus prominent vertreten, zunĂ€chst jedoch deutet nichts darauf hin, daß sich der Titel sehr wohl auch auf die musikalische Ausrichtung beziehen könnte. So legt die Truppe mit den ersten drei Nummern (vor allem der knackige Dosenöffner â€șCaught In The Middleâ€č hat das Zeug aus dem Stand heraus jedes Rockerherz und jeden Rock-Radiosender sofort zu erobern!) einmal mehr jene krachig-intensive Blues/Classic Rock-Melange aufs Parkett, fĂŒr die THE TEMPERANCE MOVEMENT von den Fans seit den AnfĂ€ngen geschĂ€tzt werden. Danach wird es jedoch mit dem Titelsong und in weiterer Folge mit dem fast schon sentimental tönenden â€șAnother Spiralâ€č, dem hingebungsvoll dargebotenen und unglaublich emotionsgeladenen â€șChildrenâ€č sowie dem tiefschĂŒrfenden Schlußpunkt â€șThe Wonders We've Seenâ€č mehr als nur verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig. Seine Zeit als SolokĂŒnstler, in der sich Phil in London unter anderem als Singer/Songwriter zu etablieren versuchte, kommt dem Quintett dabei jedoch sehr entgegen. Der Frontmann versteht es nĂ€mlich auch sehr gut, derlei Tracks authentisch und mit entsprechender Anmut zu intonieren. Kitsch ist in den Balladen absolut nicht vorhanden!

Nicht zuletzt dadurch sollte auch kein Fan der Band enttĂ€uscht sein, denn abwechslungsreicher und ausgeglichener als auf »A Deeper Cut« klangen THE TEMPERANCE MOVEMENT noch nie. Und abgesehen davon geht es mit dem entfernt an THUNDER erinnernden â€șThe Way It Is And The Way It Is Nowâ€č sowie dem BAD COMPANY-infiltrierten â€șHigher Than The Sunâ€č im weiteren Verlauf der Spielzeit ohnehin auch wieder rockig zur Sache.

Anzunehmen also, daß die Band - trotz der erwĂ€hnten VerĂ€nderungen - mit ihrem dritten Album problemlos in die Erfolgsspur zurĂŒckfinden wird.

https://www.thetemperancemovement.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
THE TEMPERANCE MOVEMENT im Überblick:
THE TEMPERANCE MOVEMENT – A Deeper Cut (Rundling)
© 1989-2021 Underground Empire


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