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  UE-Home → History → Underground Empire 7 → Review-Überblick → Demo-Review-Überblick → KINGS CROSS – »Demo '93«-Review last update: 05.12.2022, 18:29:05  

”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  KINGS CROSS-Demo-Review: »Demo '93«

Date:  1994 (created), 14.02.2019 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Man kann wohl vorsichtig behaupten, daß KINGS CROSS eine obskure Band waren. Zumindest kann man heute keine Informationen über die Band im Internet erspähen. Leider kann ich auch keine nennenswerten Details hinzufügen, denn ich hatte das Demo lediglich auf eine normale Kassette überspielt bekommen - und selbiges Teil ist mittlerweile verschollen. In Sachen Bandinfo will ich lediglich den ersten Satz zitieren: KINGS CROSS sind mysthische [sic!] Halluzinationen eines Flowerchilds, das in Cyberspace und Science Fiction seine Inkarnation gefunden hat. Na ja, so ähnlich geht es weiter - und erklärt allenfalls meine leicht abgespaceten Sätze aus dem Review - so daß wir an dieser Stelle nur noch die Besetzung widergeben können - und zwar auch wieder im Original-Bandinfo-Sprech (lediglich um ein paar schicke Kreuze als Aufzählungszeichen erweitert):

  1. R.G.K. - Kehle, Tasten, Saiten

  2. Andreas Koch - Saiten, Kehle

  3. Gerhard Wald - Saiten, Kehle

  4. Gregor Streng - dicke Saiten, Tasten, Kehle

  5. Michael Kinn - Schläge und anderweitige percussive Ereignisse

Ob man sich allerdings angesichts des Infotextes sicher sein kann, daß diese Namen real sind, sei mal dahingestellt. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht mal sicher das Veröffentlichungjahr des Tapes, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, daß es 1993 war, denn das Tape kam sehr spät, so daß es in der letzten "großen" Reviewdatei nicht vorhanden war, sondern erst später eingefügt wurde. Genauso unklar ist das Ursprungsland von KINGS CROSS; es deutet allerdings einiges darauf hin, daß es entweder Ungarn (weil Robert Rustzy von DOUBLER PROMOTIONS hauptsächlich mit ungarischen Band zusammenarbeitete) oder Österreich (weil Robert in Wien lebte) war, doch hierbei handelt es sich nur um Vermutungen.

Ergo: Zur Lösung des Mysteriums mit Namen KINGS CROSS haben wir leider kaum etwas begetragen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

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KINGS CROSS-Logo

Demo '93

Während ich das KINGS CROSS-Demo einlege, überfliege ich kurz das beigefügte Info, aber dabei soll es nicht bleiben. Schon im ersten Satz stolpere ich über sieben Fremdwörter. Gut, daß ich mir mittlerweile den Fremdwörter-Duden zugelegt habe, so daß mir nichts im Weg steht, das Info ins Deutsche zu übersetzen. Anyway - es sind ziemlich große bis abgefahrene Sprüche, die hier gerissen werden. Dabei werde ich grundsätzlich hellhörig, denn von jemand, der verbal große Wellen macht, von dem erwarte ich, daß er musikalisch mindestens noch zwei drauflegt.

Doch schon während ich noch das Infoblatt "beackere", muß ich erstaunt aufhorchen. Das klingt verflixt interessant, was sich da hinter mir aus meiner Box selbständig macht. Nachdem das Demo ein erstes Mal durch ist, haben es KINGS CROSS geschafft, mehr als nur Eindruck bei mir zu schinden. Es folgen noch etliche Sessions, nicht nur, weil das KINGS CROSS-Tape wirklich zu fesseln vermag, sondern auch, weil ich keinen Plan habe, wo ich die Österreicher einordnen soll. Der Opener ›Twinhearted Soul‹ startet mit einer Instrumentalphase, der es gelingt, eine nahezu gespenstische Atmosphäre aufzubauen. Sie steht im krassen Gegensatz zum Refrain des Stückes, der mein gestreßtes Gehirn liebkost, meine Gehörgänge mit Gold und Edelsteinen auskleidet und zwar trotz jener extatisch schwebend-zuckenden Stimme, die dafür sorgt, daß trotz aller Eingängigkeit nie der Eindruck eines frisch gepuderten Säuglingspopos entsteht. Doch dann heben KINGS CROSS erst richtig ab, und es folgt ein Trip nach Alpha Centauri, dessen Rückkehr vom Refrain nochmal stürmisch gefeiert wird, und nach 14 Minuten ist schließlich ein Song fertig, den man einfach nur als atemberaubend bezeichnen kann. Allein schon dieser Song präsentierte uns ganz unterschiedliche Fakten: atmosphärischer ProgRock, Ohrwurm-Elemente, abgespacter Psycho-Rock, um mal nur die ganz besonders herausragenden zu nennen. Nachdem der erste Song uns von Dr. Jackyl und Mr. Hyde erzählt hat, folgt nun ›Merlin‹, und der alte Zauberknilch bringt uns einen ähnlichen konsequenten Wirrwarr mit. Und gerade dann, als man nicht mehr damit rechnen würde, geht er zu einem trabenden Gitarrenteil über, der sich umgehend in ein harmonisch-einschmeichelndes Solo transformiert. Auch unser magischer Freund ist erst nach zwölf Minuten bereit, seinen spitzen Hut zu nehmen und den Platz für ›Longin' For You‹ zu räumen, das mit seinen gut acht Minuten als echter Quickie dasteht, aber nichtdestotrotz ein ganz neues Argument in die Waagschale wirft. Erinnert mich an eine Mischung aus Bombast-Progressive mit Klassikelementen. Jedoch fiedelt hier nicht einfach eine einsame Geige verstohlen im Hintergrund rum, sondern hier kriegen wir eine dominante Streicherbegleitung während des ganzen Songs, die sogar noch gegen Ende durch eine Klarinette verstärkt wird. Rundum mächtig prächtig.

Eine echte Definition des Begriffes KINGS CROSS ist mir nun sicherlich nicht gelungen, aber ich denke, daß meine Worte ausgereicht haben sollten, um zu verstehen, daß KINGS CROSS höchst imposant und interessant klingen und daß die entsprechenden Freaks so hellhörig geworden sind, um mal das Demo zu ergattern. Dies ist bei KINGS CROSS nämlich eine ganz leichte Übung, denn Ihr braucht nur an untenstehende Adresse eine Leerkassette plus einen IRC zu schicken und Ihr kriegt 35 Minuten ausgezeichnete Musik überspielt. Diese Band werden wir definitiv im Auge behalten! Pflichtveranstaltung!


Stefan Glas

 
KINGS CROSS im Überblick:
KINGS CROSS – Demo '93 (Demo-Review von 1994)
© 1989-2022 Underground Empire


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