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  UE-Home → History → Online Empire 72 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → TRAVELIN JACK – Â»Commencing Countdown«-Review last update: 04.12.2020, 15:33:10  

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TRAVELIN JACK – Commencing Countdown

STEAMHAMMER/SPV

Selbst wenn man bislang von dieser Formation noch nichts mitbekommen haben mag, sollte ein Blick auf diverse Promo-Bilder ausreichen, um in etwa zu wissen, was da auf einen zukommt. Und das nicht nur wegen der Outfits, auch die "Sternenschminke", die durchaus auch an Paul Stanley denken lĂ€ĂŸt, stellt sich keineswegs als TĂ€uschungsmanöver heraus. Im Gegenteil, dieses Quartett scheint sich nicht nur sprichwörtlich mit Haut und Haaren ihrer Musik verschrieben zu haben!

Zwar sucht man direkte Querverweise zu KISS rein musikalisch gesehen vergeblich, sehr wohl aber ist es jene Epoche in der auch diese Herrschaften in ihre Karriere gestartet sind, die omniprĂ€sent ist. Die Siebziger. Klar, was auch sonst, werden einige jetzt unken. Na und, warum denn nicht, lautet der Konter. Solange die Mucke paßt, ist es doch nicht weiter erheblich, wie und nach welcher Epoche eine Band klingt.

Und genau so sollte man auch dieses Album sehen, wobei die europĂ€ischen Wurzeln bei TRAVELIN JACK eindeutig im Vordergrund stehen. So haben die Musiker offenbar bereits in jungen Jahren den britischen Glam Rock (und zwar in unterschiedlicher Machart, denn die Inspirationen reichen offenbar von David Bowie ĂŒber T. REX bis hin zu SLADE und THE SWEET) fĂŒr sich entdeckt, wĂ€hrend Gitarrist Flo The Fly ganz speziell bei THIN LIZZY und Gary Moore, sowie bei UFO und Michael Schenker (die Einleitung des in weiterer Folge zu einer gediegenen Blues-Ballade werdenden â€șWhat Have I Doneâ€č lĂ€ĂŸt den Hörer um sich blicken, wann denn der â€șDoctor, Doctorâ€č um die Ecke biegt) aufgemerkt hat.

Auch das stellt keinerlei Problem dar, da die Band trotzdem ĂŒberaus zeitgemĂ€ĂŸ wirkt und sogar einen gewaltigen Bezug zur Gegenwart aufweist. Schließlich lĂ€ĂŸt Frontdame Alia Spaceface sowohl an Elin Larsson (allein die vokale Einleitung des Openers â€șLand Of The Riverâ€č sollte jeden BLUES PILLS-Fan sofort zum Mitgehen animieren!) als auch an Heidi Solheim (an deren vollmundiges Röhren Alia in den eher abgefahreneren Tracks wie etwa â€șGalactic Blueâ€č, das mit gehöriger Space Rock-Schlagseite versehen wurde, erinnert) denken, auch wenn sie im direkten Vergleich ĂŒber ein deutlich rauchigeres Timbre verfĂŒgt und so TRAVELIN JACK locker vor etwaigen PlagiatsvorwĂŒrfen retten.

In Summe muß man dieser Band also auf jeden Fall attestieren, ein mehr als nur gelungenes Album geliefert zu haben, denn die Tracks gehen nahezu durchweg gut ins Gehör (und das auf Anhieb!) und verfĂŒgen dabei ĂŒber ausreichend EigenstĂ€ndigkeit, um sofort TRAVELIN JACK zugeordnet werden zu können. Das wird wohl auch jene Fraktion an kritischen Zeitgenossen eingestehen mĂŒssen, die stĂ€ndig am mosern ist, daß sie etwas "Neuartiges" hören will.

http://www.travelinjack.com/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
TRAVELIN JACK im Überblick:
TRAVELIN JACK – Commencing Countdown (Rundling)
TRAVELIN JACK – ONLINE EMPIRE 60-"Rising United"-Artikel
TRAVELIN JACK – News vom 30.04.2015
TRAVELIN JACK – News vom 22.03.2020
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