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BATTLE RAIDER – Battle Raider

FIGHTER RECORDS (Import)

Cover, Artwork und Bandname und -Logo machen sofort klar, was hier Sache ist. "True Metal As F**k" steht auf dem Speiseplan, dargeboten von BATTLE RAIDER aus dem fernen Mexiko. Das Quintett versteht selbstredend, sich auch entsprechend in "Schale zu schmeißen" (wie man bei uns zu sagen pflegt), hat die entsprechenden Posen einstudiert und scheinbar verdammt gute Kontakte zu einer Leder-Manufaktur. Weitere Fragen?

Eher nicht, auch wenn selbst die eingeschworensten Zeitgenossen der Old School-Fraktion in ihrer Euphorie einigermaßen gebremst werden, wenn »Battle Raider« zum ersten Mal in vollem Umfang aus den Boxen gedonnert ist. Zunächst einmal, weil der soundtechnische "Donner" leider ein nur eher verhaltener ist, was jedoch nicht zwingend ein Problem darstellt, wenn da nicht dieser schräg klackernde Baß wäre. Bei den ersten Songs sieht man da aber noch locker drüber hinweg, schließlich wirken diese Tracks - allesamt logischerweise mit ausgeprägter MANOWAR-Schlagseite ausgestattet - dennoch in sich stimmig.

Zwar lassen sich mitunter auch Gitarrenpassagen heraushören, die auch auf Techniker wie Yngwie Malmsteen als Einfluß hindeuten (nachzuhören etwa im entsprechend betitelten ›Flying Fingers‹), dennoch überwiegt der puristisch intonierte Heavy Metal in 80er-US-Machart. Zu erwähnen ist auch, daß BATTLE RAIDER neben Onkel Joey und Co. unter anderem auch in JAG PANZER Idole gefunden haben, nicht zuletzt, weil Sänger Hussein Lehder mitunter bestrebt ist, es Harry Conklin gleichzutun. Die anvisierten Höhenregionen schafft der Kerl logischerweise nicht, ›Early Fantasy‹ bleibt aber dennoch einer der gelungenen Tracks dieses Albums.

Das trifft für das anschließende Instrumental namens ›Tartan Piper Alpha‹ leider überhaupt nicht zu. Viel eher sollte die Nummer in der Kategorie "mißlungenes Experiment" verbucht werden, klingt der Großteil doch eher nach spontaner Aufnahme aus einem Proberaum, in dem sich Musiker treffen, um ganz nach Lust und Laune irgendwas von geben... Keine Ahnung, was das werden hätte sollen.

Zwar darf Hussein in den letzten beiden Tracks ›Commander‹ und ›A Sioux Prayer‹ sehr wohl wieder ans Mikro, am Umstand, daß keiner davon auch nur ansatzweise mit dem ersten Teil des Albums mithalten kann, ändert das aber auch nichts. In beiden Fällen hat man als Zuhörer den Eindruck, es mit "Stückwerk" zu tun zu haben, wobei ›Commander‹ immerhin partiell ausgegoren klingt, während bei zweitgenanntem Song lediglich die durchaus gute Idee, diesen mit indianisch inspirierten Einsprengsel aufzufetten, als positiv zu bewerten ist. Warum dafür ausgerechnet der Baß überpräsent sein muß und der noch dazu gegen den Rest der Band spielt, bleibt aber wohl auf ewig das Geheimnis der Band.

Somit bleibt als Fazit, daß hier wohl eine EP mit (den ersten) fünf Tracks das Auslangen gefunden hätte, während man sich den Rest durchaus sparen (oder zumindest für irgendwelche zukünftigen Compilations unter Verschluß behalten...) hätte dürfen.

http://www.facebook.com/battleraideroficial

ordentlich 8


Walter Scheurer

 
BATTLE RAIDER im Überblick:
BATTLE RAIDER – Battle Raider (Rundling)
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