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TREEKILLAZ – 8.11.

N-GAGE PRODUCTIONS (Import)

Unterschiedlicher könnte der erste Eindruck für einen Unbedarften gar nicht sein: Während die Schreibweise des Bandnamens an 90er Crossover (insofern auch nachvollziehbar, denn immerhin sind TREEKILLAZ seit fast 20 Jahren aktiv!) denken läßt, meint man den netten Wrestler auf dem Cover schon seit den 80ern zu kennen. Und dann wär' da noch der Titel - der zufälligerweise zwar auch rein statistisch berechtigt ist, da wir das bereits achte Album der Band aufgetischt bekommen und dieses elf Songs enthält - der Sarkasmus par excellence darstellt.

Also was jetzt, also wie? Gute Frage, denn auch musikalisch wissen die Herrschaften aus dem eidgenössischen Biel mit unterschiedlichen Gangarten sowie mit Inspirationen aus mehreren Dekaden aufzufahren. Ihre stilistische Eigenbeschreibung, die schlicht "Intense Rock" lautet, klingt zwar zutreffend, erscheint aber als viel zu wenig aussagekräftig, um das Gebräu der Herrschaften vollends zu beschreiben. Schließlich geht es in der Tat quer durch den Gemüsegarten des Rock, und das mit Bravour. Mit RAMMSTEIN-artiger Brachialriff-Kultur (›U-R‹) geht es los, ehe man Songs mit poppiger Punk-Rock-Schlagseite ebenso kredenzt wie Material mit an frühe PRO-PAIN erinnernder Hardcore-Derbheit. Ebenso zu hören: Nummern, die wir vor geraumer Zeit auch von Größen wie CLAWFINGER hätten hören können, aber auch Classic Rock-Einflüsse und locker-flockig anmutende Boogie-Versatzstücke sind zu finden. Letztgenannte vor allem in ›Rock'n'Roll Bitch‹, das wohl als ZZ TOP-Huldigung zu betrachten ist.

Ob ›Erna‹ dagegen in der Tat dem Kollegen Sully von GODSMACK gewidmet ist, wird leider nicht näher erläutert, deren Coolness wird damit aber durchaus erreicht, auch wenn die Eidgenossen dabei eher in entspannten Grunge/Alternative Rock-Gefilden schippern als den Rock-Motor auf vergleichbare Touren zu bringen. Ebendort scheint sich TREEKILLATZ inzwischen auch besonders wohlzufühlen, schließlich wird zum Schluß mit ›On The Run‹ ein potentieller Chartbreaker dargeboten, an dessen Intensität (womit wir wieder bei der Eigenbeschreibung angelangt wären) Kollegen wie CREED oder LIVE in ihrer besten Phase nur schwer herangekommen wären. Applaus!

Kurzum, ein sehr vielschichtiges Album einer Band, die auf Anhieb vielleicht nicht wirklich preisgibt, was genau ihre Gangart ist und dadurch so manchen Zuhörer irritieren mag. Bei näherer Betrachtung aber ist zu erkennen, daß TREEKILLAZ einfach keinerlei Limitierungen kennen und zudem mit jeder Menge Spaß an die Arbeit gehen!

http://www.treekillaz.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
TREEKILLAZ im Überblick:
TREEKILLAZ – 8.11. (Rundling-Review von 2017)
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