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EDENSONG – Years In The Garden Of Years

THE LASER'S EDGE/AL!VE

Wenn man böswillig sein möchte, könnte man dieser Band unterstellen, sie hätte sich lediglich bei der Wahl des Albumtitels um ein wenig Eigenständigkeit bemüht. Und selbst diesbezüglich war man eher minimalistisch unterwegs, schließlich reichte das Hinzufügen von nur zwei Buchstaben aus, um das - durchaus zutreffende, aber eben bei weitem nicht die gesamte Bandbreite des Sounds umfassende - Bekenntnis "Years In The Garden Of YES" zu widerlegen.

Schon klar, wer sich dem ProgRock in symphonisch-orchestraler Machart verschrieben hat, kommt an diesem Vergleich nicht so einfach vorbei. Und wenn man noch dazu einen Sänger in Reihen hat, der völlig problemlos auch Jon Anderson'sche Sphären erreicht, wie das bei James Byron Schoen nun mal der Fall ist, wird diese Referenz wohl noch häufiger genannt werden.

Aber wie auch immer, solange das Zuhören Spaß bereitet, ist ohnehin alles legitim, und zudem geht es das New York-Kollektiv mit ›Cold City‹ auch eher heftiger an und läßt das orchestrale Moment außen vor. Es rockt und groovt in trauter SPOCK'S BEARD-Gangart, ehe JETHRO TULL-lastige Querflötenklänge das Kommando unternehmen und eine Wendung ins Jazzige eine zusätzliche Facette im Klangkorsett von EDENSONG offenbart. Von den symphonischen Anteilen her am intensivsten geraten ist das Finale ›Yawn Of The Blink‹, das von seiner Melodik und den dazu unterstützend eingesetzten Streichinstrumenten KANSAS als Vergleich zuläßt. Ein wunderbarer Abschluß, diese Prog-Perle, die einen durchaus harschen Kontrast zum Opener darstellt.

Und dazwischen? Darf man das Herzstück dieses Albums erleben, den in acht Teile untergliederten Titelsong. Eine musikalische Achterbahnfahrt, die ein ebensolches Wechselbad der Gefühle entfacht und von hart (EDENSONG kredenzen im Verlauf dieser knappen einstündigen (!) Darbietung mehrfach auch harsche Prog-Metal-Passagen, für die man durchaus auch DREAM THEATER und Konsorten als Vergleich heranziehen kann) über elegisch-symphonischen ProgRock in klassischer 70er Machart bis hin zu zart reicht, wobei man diesbezüglich durchaus auch jene Emotionalität erreicht, wie man sie von diversen Helden der Singer/Songwriter-Ecke her kennt.

Zwar dürfte das "Beschnuppern" dieser Band eher aufwendiger als sonst sein, denn "Easy Listening" oder gar "Party" sind definitiv nicht das Thema von EDENSONG. Wem es allerdings nach einem ungemein vielschichtigen, aufwühlenden und dennoch mitreißenden Exkurs durch die Prog-Welt gelüstet, dem sei »Years In The Garden Of Years« ans Herz gelegt! Chapeau!

http://www.edensongtheband.com/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
EDENSONG im Überblick:
EDENSONG – Years In The Garden Of Years (Rundling-Review von 2017)
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