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SUNRUNNER – Heliodromus

MINOTAURO RECORDS (Import)

Nicht nur der Titel dieses Albums lĂ€ĂŸt auf griechische Herkunft denken (der Begriff "Heliodromus" entstammt dem "Mithraismus", gilt als eine der sieben Initiationsstufen dafĂŒr und bedeutet an sich nichts anderes als "SonnenlĂ€ufer", womit auch der Bandname entschlĂŒsselt wĂ€re), auch die Tatsache, daß man mehrfach typisch griechische Folklore-Zutaten, dargeboten auf einer Bouzouki, zu hören bekommt, lĂ€ĂŸt an sich darauf schließen.

Doch weit gefehlt, dieses Trio hat weder mit Hellas, und noch nicht einmal mit Europa wirklich etwas zu tun, sondern stammt aus Portland, Maine. Noch nicht, kann man durchaus sagen, denn es ist davon auszugehen, daß der zwar auf den ersten Eindruck hin eher eigenwillige, verschrobene Stilmix der Herren speziell hierzulande auf offene Ohren stoßen wird. Basierend auf Heavy Metal der traditionellen Machart, kredenzen die drei US-Amerikaner ein ĂŒberaus abwechslungsreiches Album, aus dem sowohl Zutaten aus den frĂŒhen 70er Jahren wie auch aus der FrĂŒhzeit der NWoBHM immer wieder herauszuhören sind. Wenig verwunderlich, daß man sich auch fĂŒr eine Produktion entschieden hat, die das Album nach "alter Schule" klingen lĂ€ĂŸt.

Dementsprechend locker-flockig geht der Dreier auch ans Werk und versteht es auch gut, fĂŒr feine Melodien und schmissige Refrains zu sorgen. AuffĂ€llig ist auch, daß die Formation - selbst wenn sie keineswegs ausschließlich in gemĂ€chlichem Tempo loslegt - vor allem in jenen Passagen erhaben klingt. Dadurch stört es noch nicht einmal, daß der Gesang von Bassist David Joy in so mancher Gesangspassage doch relativ weit neben der Spur liegt. Nicht zuletzt deshalb wirkt das an sich durchaus hingebungsvoll intonierte, von besagtem Saiteninstrument hellenischer Provenienz geprĂ€gte â€șThe Plummetâ€č ein klein wenig nach reichlich Ouzo wĂ€hrend der Aufnahmen...

Doch keine Bange, hierbei haben wir es mit der Ausnahme zu tun, an sich kredenzt das Trio nĂ€mlich sehr wohl ambitionierte wie auch ĂŒberaus ernstzunehmende Kompositionen. Diese rufen zwar diverse Underground-Heroen der "Kauz"-Abteilung (von HAMMERS OF MISFORTUNE ĂŒber SLOUGH FEG bis hin zu BROCAS HELM) in Erinnerung, lassen die Formation aber dennoch ausreichend eigenstĂ€ndig klingen. Nicht zuletzt, weil eine latent vorhandene ProgRock-Schlagseite die Chose immer wieder auflockert und es diese Burschen einfach verstehen, ihre Nummern auf den Punkt zu bringen. Diverse verspieltere und ungewöhnlich instrumentierte Passagen lassen obendrein auch noch eine gewisse AffinitĂ€t zu frĂŒhen JETHRO TULL erkennen. Diese schimmert zwar nur gelegentlich durch, sorgt aber auf jeden Fall fĂŒr weitere Abwechslung und trĂ€gt ebenso ein nicht unerhebliches Scherflein zum Gelingen von »Heliodromus« bei.

Eine gewisse Vorliebe fĂŒr unkonventionelle KlĂ€nge sowie die entsprechende Muse ist zwar erforderlich, um sich im Kosmos von SUNRUNNER wohlzufĂŒhlen, hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, bereitet einem dieser "Trip" (als Einstieg sei der Titeltrack des Albums empfohlen, das auf ĂŒber 20 Minuten Spielzeit einen großen Teil des Klangbildes dieser Formation offenbart und mit vielschichtiger AtmosphĂ€re punkten kann) aber bestimmt viel Freude.

http://www.facebook.com/sunrunnermusic/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
SUNRUNNER im Überblick:
SUNRUNNER – Heliodromus (Rundling)
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