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ANDROMEDA (S) – Manifest Tyranny

INNER WOUND RECORDINGS/MUSICBUYMAIL

Der Name dieser Band ist mir zwar in Erinnerung geblieben, wie ich auch Alben der Schweden zu besitze, mehr zum Thema ANDROMEDA wollte mir auf Anhieb aber nicht mehr einfallen - einzig der Begriff Progressive Metal ging mir sofort durch den Kopf. Keine Ahnung, ob es nur mir so geht und ich langsam aber sicher zu den Amnesie-gefĂ€hrdeten Zeitgenossen zĂ€hle, oder ob es doch am frĂŒheren Material der Band gelegen ist, das ich auch nach einem abermaligen Versuch als "ganz okay", aber nicht wirklich sensationell einstufen wĂŒrde, ich jedenfalls sehe darin durchaus auch einen eventuellen Grund dafĂŒr, daß sich diese Truppe bislang noch nicht wirklich etablieren konnte, selbst wenn ANDROMEDA eine stolze Diskographie von fĂŒnf Alben und einer DVD vorzuweisen haben.

Aber wie auch immer, mit Langeisen Nummero Sechs versucht es die Truppe nun erneut und hat dafĂŒr auch einen neuen Business-Partner (wohl ein weiterer Hinweis auf den bisher eher mauen Erfolg der Band) im Schlepptau. Und dieses wird - ohne hier den Propheten spielen zu wollen - mit Sicherheit dazu fĂŒhren, daß man sich in Zukunft sehr wohl an ANDROMEDA erinnern wird. Das gute StĂŒck, dem offenbar eine Art konzeptioneller Hintergrund zum Thema der Tyrannei allgemein sowie anderen MißstĂ€nden auf unserer Erdkugel zugrunde liegt, entpuppt sich nĂ€mlich als zunĂ€chst ĂŒberaus hart zu knackendes, weil geradezu inhomogen wirkendes Werk, das sich jedoch schon nach wenigen DurchlĂ€ufen erschließen lĂ€ĂŸt und sich dann fast schon penetrant im GedĂ€chtnis einnistet. Völlig problemlos noch dazu, entpuppen sich doch gleich mehrere Tracks als wahre OhrwĂŒrmer.

Die Bezeichnung "Prog" trifft bei ANDROMEDA immer noch voll und ganz zu, allerdings bewegt man sich innerhalb des gesamten Genres, sprich zwischen richtig heftigem Prog-Metal der DREAM THEATER-Kategorie bis hin zum eleganten Art/ProgRock in typisch britischer Machart. Noch spannender wird die Chose durch markige Refrains in bester Melodic Rock-Manier und mitunter fast schon poppig anmutende Hooks und Melodien, denen jedoch reichlich abgefahrene, experimentelle und in Richtung Jazz tendierende Passagen gegenĂŒberstehen.

Der Start erfolgt mit â€șPreemptive Strikeâ€č regelrecht brutal - Frickel-Alarm ist hier angesagt. Dieser Hammer geht fast nahtlos in â€șLies R Usâ€č ĂŒber, das sich als krasses Gegenteil entpuppt und einen fast schon AOR-tauglichen Chorus anzubieten hat, wĂ€hrend man mit der offenen Lockerheit von THE FLOWER KINGS aufgeigt. Eines meiner persönlichen Highlights stellt â€șStay Unawareâ€č dar, ist es den Schweden dabei doch gelungen, eine Art "Werkschau" in relativ kurzer Zeit zu kredenzen. Nahezu unverdauliche Instrumentalfragmente werden durch dezente moderne Loops zusammengefĂŒgt ehe die Nummer in einem die GehörgĂ€nge balsamierenden Refrain kulminiert. Ganz großes Kino!

Die Halbballade â€șSurvival Of The Richestâ€č stimmt dann melancholisch und mehr als nur nachdenklich, ehe man dem Zuhörer in â€șFalse Flagâ€č ĂŒber gut zehn Minuten alles abverlangt. Hier wird offensichtlich, daß die einzelnen Bandmitglieder völlig unterschiedliche EinflĂŒsse haben dĂŒrften. Ich vermeine hier neben dem "Traumtheater" auch REDEMPTION und PAIN OF SALVATION als Inspirationen zu vernehmen, kann aber auch sehr gut damit leben mitgeteilt zu bekommen, daß ich einige andere Namen nicht erwĂ€hnt habe. Noch ĂŒberraschender klingt fĂŒr mich der nĂ€chste Track â€șChosen By Godâ€č, fĂŒr den ich als Referenz einzig den Namen SAVIOUR MACHINE anzubieten habe. Und das keineswegs aufgrund der lyrischen Komponente, sondern weil mir vor allem der dunkle, stimmungsvolle Refrain, der in ein harsches Korsett das vorwiegend von "Spoken Words" untermalt ist, diese Kult-Band in Erinnerung ruft. Noch ein wenig mehr mit Extremen spielt die Band dann in â€șAsylumâ€č - Wut und Angst sind hier harmonisch aneinandergefĂŒgt worden und geben ein facettenreiches Bild ab. Ihren wohl brachialsten Hammer offeriert der Schweden-Bomber danach mit â€șPlay Deadâ€č. Wer aufgrund des Titels hier sofort an NEVERMORE denkt, liegt zumindest hinsichtlich des technischen Anspruchs in heftiger AusfĂŒhrung absolut richtig. Dann wird es Zeit fĂŒr eine AbkĂŒhlung, die mit â€șGo Back To Sleepâ€č anberaumt wird. Dabei wird offenkundig, daß ANDROMEDA auch an sich leicht zugĂ€ngliche, emotionsgeladene Balladen zum besten geben können, auch wenn man die wirklichen StĂ€rken dieser Band hier nicht finden kann.

Diese sind eindeutig im Kombinieren von verquer anmutenden, auf den ersten Eindruck hin unvereinbaren Elementen zu verorten und eben dieses KunststĂŒck offerieren ANDROMEDA zum Abschluß noch einmal eindrucksvoll im verschachtelten â€șAntidoteâ€č, einem abermaligen Parforceritt von heftigen und abgedrehten Metal-Passagen hin zu gefĂŒhlsbetontem wie elegantem Art Rock.

Kurz: Ohrgasmus-Garantie fĂŒr Proggies!

http://www.andromedaonline.com/

super 15


Walter Scheurer

 
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