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GALLOWS POLE (A) – Revolution

KARTHAGO RECORDS/TWILIGHT

Auch wenn diese Band in der Heimat vielleicht nicht den selben Ruf und Bekanntheitsgrad genießt wie viele ihrer Kollegen, muß man neidlos anerkennen, daß GALLOWS POLE als eine der ganz wenigen einheimischen Bands auch auf internationaler Ebene Erfolge einheimsen konnten. Alois Binder und seine Mannschaft haben sich mit ihrem Debutalbum »In Rock We Trust« (1982) Kultstatus erspielt und konnten diesen, trotz des Umstandes, erst 1989 mit »We Wanna Come Come« nachgelegt zu haben, am Leben erhalten. Selbst in jener Phase, als die Szene nahezu vollständig aus den Angeln gehoben wurde und traditioneller Rock in den Underground getaucht wurde, blieb der Status aufrecht, denn kein Trend bislang hat dem Ruf von GALLOWS POLE etwas entgegensetzen können. Loyalität war immer schon eine Tugend, vorexerziert von den Fans der Band in grimmigen (Musik)-Zeiten.

Dennoch sollte es bis zum Ende der 90er Jahre dauern, ehe die Fans abermals Nachschub erhielten, der in Form von »The Smile Of The Dolphins« nachgereicht wurde und sich deutlich von den Vorgängerwerken unterschied. Was genau exakt danach im Hause GALLOWS POLE los war, weiß ich nicht, denn es wurde verdammt ruhig um GALLOWS POLE. Allerdings hat sich die Band in den letzten Jahren dermaßen intensiv an die Arbeit gemacht, daß schon im Jahr 2008 ein Doppel-Decker erscheinen hätte können. Doch da ein solches Unterfangen wohl auch eine Frage der Finanzen ist, wurde zunächst »IV« aufgelegt und erst jetzt, erneut mit der Hilfe eines Businesspartners, gibt es quasi als zweiten Teil, »Revolution« zu hören.

All jene, die GALLOWS POLE längst in den ewigen Jagdgründen der Rockmusik-Szene wähnten, werden spätestens mit dem Opener ›You're In My Way‹ daran erinnert, daß die Band quicklebendig ist. Mehr noch, mit diesem absolut hitverdächtigen Epos haben die Herrschaften den Brückenschlag zwischen ihrer ureigenen Gangart, der Vergangenheit und der Moderne geschafft und sollten damit sogar bislang mit ihren Klängen noch nicht vertraute Erdenbürger für sich gewinnen können. Die getreuen Fans brauchen sich aber keine Gedanken zu machen, denn man will sich damit keineswegs anbiedern. Der Großteil der Songs von »Revolution« kommt nämlich sehr wohl mit mächtigen Reminiszenzen an die Vergangenheit daher, wobei trotz der immer schon im Übermaß vorhandenen Eigenständigkeit, sehr wohl auch Inspirationen von ganz großen Namen wie AC/DC oder ZZ TOP zu vernehmen sind. Als wichtigster Bestandteil neben der unnachahmlichen Stimme des Meisters entpuppt sich einmal mehr das prägnante Riffing, das auf diesem gitarrenorientierten Album abermals ungemein vielschichtig und mächtig ausgefallen ist. Klar wissen GALLOWS POLE auch Keyboards einzusetzen, doch das in erster Linie, um ihren Sound ein wenig mehr an Fett zu verabreichen, als eher im Sinne eines Ergänzungsmittels. Es ist schlicht eine Freude, GALLOWS POLE erneut zuhören zu können, zumal sich die Tracks - wie früher schon - recht hurtig ins Gedächtnis einprägen.

Bleibt bloß noch zu hoffen, daß es der Band nun endlich gelingen kann, ihren Namen auch abseits ihrer treuen Gefolgschaft etablieren zu können, verdient hätten es GALLOWS POLE schon längst!

http://myspace.com/gallowspolerockband

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
GALLOWS POLE (A) im Überblick:
GALLOWS POLE (A) – Doors Of Perception (Rundling-Review von 2016)
GALLOWS POLE (A) – Revolution (Rundling-Review von 2010)
GALLOWS POLE (A) – Waiting For The Mothership (Rundling-Review von 2012)
GALLOWS POLE (A) – We Wanna Come Home (Re-Release-Review von 2007)
GALLOWS POLE (A) – ONLINE EMPIRE 80-Interview
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