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  UE-Home → History → Online Empire 33 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → KRAGENS – »Infight«-Review last update: 10.06.2024, 23:20:47  

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KRAGENS – Infight

LOCOMOTIVE MUSIC/SOULFOOD

Nach einem regelrecht romantischen Piano-Intro lassen die Franzosen mit dem Opener ›Deaf And Blind‹ eine so ganz und gar nicht zu ihrem bisherigen Schaffen passende Kompositionen vom Stapel. Während mich »Dying In A Desert«, das Debutalbum der Jungs aus Nizza mit Klängen im Stile der ganz alten ICED EARTH zu beeindrucken wußte, hatte ich auch am rifftechnsich einigermaßen ruppiger gehaltenen Nachfolger »Seeds Of Pain« meine helle Freude. Doch besagter Opener kommt mit leichter Industrial-Schlagseite aus den Boxen und auch Sänger Renaud Espeche kann nicht das ganze Spektrum seines Könnens offerieren.

Was wird das wohl nur werden? Was Feines, das kann man hier bereits verraten.

Denn zum Glück kriegen KRAGENS bereits mit dem schwer nach U.D.O./ACCEPT klingenden ›Lake Of Fire‹ wieder die Kurve und lassen uns wissen, daß sie doch noch immer traditionellen und ungemein kraftvollen Metal zu spielen pflegen. ›Angels Among Monsters‹ scheint dann erneut ein wenig einer experimentellen Idee entsprungen zu sein, die Band schafft es aber hier mühelos, Tradition und modern intoniertes Riffing unter einen Hut zu bringen. Der "Painkiller" (im wahrsten Sinne des Wortes) folgt aber erneut auf dem Fuß, wurde auf ›Tyranny Of Gods‹ getauft und erinnert in der Tat an JUDAS PRIEST, auch wenn gesangstechnisch erneut eher die Dirkschneider-Fraktion Gefallen an den Klängen von Renaud finden wird. Der Kerl darf im weiteren Verlauf der Scheibe dann endlich unter Beweis stellen, daß er vom kratzbürstigen Raukehlchen, über ganz spitze Schreie bis hin zu vereinzelten, nahezu gutturalen Tönen ein sehr breites Spektrum anzubieten hat. Vor allem sein gefühlvoller Vortrag zu Beginn von ›The Falling Man‹ läßt keinen Zweifel daran aufkommen, daß hier ein wahres Sangestalent am Werk ist. Generell darf diese Nummer als einer der bisherigen Höhepunkte des Schaffens in der Karriere der Franzosen betrachtet werden. Die melodische Seite älterer NEVERMORE kommt dabei dem Zuhörer zwar ebenso in den Sinn wie ältere Werke von QUEENSRYCHE, KRAGENS haben aber nichtsdestotrotz hiermit ein sehr eigenständiges Stück edelsten Metal kreiert, an dem die Band wohl in Zukunft qualitativ gemessen werden wird. Mit traditionellem Metal in heftiger und ungemein kraftvoller Ausführung haben die Jungs ihr drittes Album bis zum Ende hin gespickt, wobei in ›Mask Of The Damned‹ offenbar erneut Warrel Dane und seiner Mannschaft gehuldigt wird, ehe mit dem programmatischen ›Metalize‹ ein verdammt harscher, aber dennoch melodischer und vor allem ungemein genialer Power Metal-Track die Vorstellung beendet.

Genau daran werden sich KRAGENS wohl auch in Zukunft halten, denn die Experimentierfreudigkeit der Band beschränkte sich im Nachhinein gesehen doch nur zwei Tracks von »Infight«, und das ist auch gut so.

http://www.kragens.com/

promo@kragens.com

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
KRAGENS im Überblick:
KRAGENS – Dying In A Desert (Rundling-Review von 2004 aus Online Empire 21)
KRAGENS – Infight (Rundling-Review von 2007 aus Online Empire 33)
KRAGENS – News vom 30.05.2019
Soundcheck: KRAGENS-Album »Dying In A Desert« im "Soundcheck Heavy, oder was!? 77" auf Platz 30
Soundcheck: KRAGENS-Album »Infight« im "Soundcheck Heavy 106" auf Platz 14
Soundcheck: KRAGENS-Album »Seeds Of Pain« im "Soundcheck Heavy 84" auf Platz 21
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