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Ronnie Montrose – 10 x 10

RHINO RECORDS/WARNER MUSIC

Auch wenn man von seinen Alkohol-Problemen wußte, kam der Freitod von Ronnie Montrose am 3. März 2012 völlig unerwartet. Nicht nur seine Familie und Freunde waren zu tiefst erschüttert, auch zahlreichen seiner Musikerkollegen ging der Selbstmord nahe. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nachvollziehbar also, daß sein letztes Unterfangen, das er kurze Zeit davor gemeinsam mit Bassist Ricky Phillips (unter anderem STYX, BAD ENGLISH) und dem von KISS und Alice Cooper her bekannten Drummer Eric Singer begonnen hatte, unzählige Zeitgenossen dazu animierte, sich an der Fertigstellung zu beteiligen.

»10 x 10«, so der Name des Projektes, war als ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen worden und erforderte in der Tat jahrelang Arbeit, um schlußendlich auf Initiative von Ricky, doch noch vollendet werden zu können. Die Intention des in den Staaten seit den frühen 70er Jahren als einflußreicher Gitarrenheld gefeierten Ronnie war es, mit zehn Songs mit zehn verschiedenen Sängern aufzunehmen.

Zwar kann der Meister, der in diesem Jahr seinen 70er gefeiert hätte, das Ergebnis nicht mehr hören, die Beteiligten können sich aber sicher sein, daß Ronnie stolz auf ihre Arbeit gewesen wäre. Die Scheibe erweist sich nämlich als exakt jenes abwechslungsreiche und vielseitige Vergnügen, das der Titel verspricht.

Mit dem zwingend groovenden Heavy Rocker ›Heavy Traffic‹, in dem sich Dave Meniketti und Eric Martin ein Stelldichein geben, wird das Album auf knackige Manier eröffnet, bevor Edgar Winter und Rick Derringer ihren Auftritt haben und haben im bluesigen ›Love Is An Art‹ die gefühlvolle Gitarre von Ronnie gekonnt unterstützen. An frühe MONTROSE-Nummern fühlt man sich danach durch ›Color Blind‹ erinnert. Kein Wunder, ist es doch Sammy Hagar, der mit seiner Stimme die Nummer zu veredeln weiß und die Gitarren, für die neben Ronnie Steve Lukather zuständig war, tatkräftig unterstützt.

Durchaus möglich, daß es bloß an der zufällig nahezu zeitgleichen Veröffentlichung liegt, doch das von Glenn Hughes hingebungsvoll intonierte ›Still Singin' With The Band‹ hätte auch auf dem aktuellen BLACK COUNTRY COMMUNION-Dreher gute Figur abgegeben. Ähnlich gediegenen Classic Rock gibt auch in Form von ›Any Minute‹ mit GRAND FUNK RAILROAD-Oberhaupt Mark Farner am Mikro zu hören. Dazwischen geht es typisch US-rockig (satte Orgel inklusive!) mit Tommy Shaw in ›Strong Enough‹ zur Sache, ehe eine Generationstreffen der Gitarrenhelden auf dem Programm steht und sich Joe Bonamassa in ›The Kingdom's Come Undone‹ die Ehre gibt, um gemeinsam mit einem seiner Vorgänger als "Guitar-Hero" in einer Nummer zu vernehmen zu sein. Sechssaiten-Kunst pur!

Im Vergleich dazu wirken der Groover ›One Good Reason‹ (mit Bruce Turgon und Brad Whitford) sowie das US-Rock-radiotaugliche ›Head On Straight‹ (mit dem in den frühen 80ern unter dem Banner GAMMA mit Ronnie kooperierenden Davey Pattison sowie Marc Bonilla) zwar regelrecht unspektakulär, als gelungen sind aber auch diese Tracks zu bezeichnen. Mit dem gefühlvoll, melancholisch eingeleiteten, in weiterer Folge aber auch einen Hauch ProgRock versprühenden ›I'm Not Lying‹ endet der Reigen an hochkarätigen Kompositionen und ebensolchen Beteiligungen. Feines Teil, und sicher auch ein MUSS für jeden Fan!

R.I.P., Mister Montrose and thank you for the music!

http://www.ronniemontrose.com/


Walter Scheurer

 
Ronnie Montrose im Überblick:
Ronnie Montrose – 10 x 10 (Rundling-Review von 2017 aus Online Empire 73)
Ronnie Montrose – 10 x 10 (Rundling-Review von 2017 aus Y-Files)
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