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”Y-Files”-Datasheet

Contents:  Dokumentation-Eye 2 I-Review: »Sand und Tränen«

Date:  11.03.2009 (created), 12.07.2023 (revisited), 02.03.2024 (updated)

Origin:  HEAVY

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Ab der HEAVY-Ausgabe 87 steuerte auch meine Wenigkeit zu der Filmrubrik "Eyecatcher" Reviews bei, was sicherlich auch damit zu tun hatte, daß sie die Existenz der Rubrik herumgesprochen hatte und verschiedene Firmen begonnen hatten, uns zu bemustern. Das führte nicht nur dazu, daß nach ein paar Ausgaben der "Eyecatcher" auf zwei Seiten ausgedehnt wurde, sondern das Einbinden anderer Schreiber war sinnvoll, da die stilistische Breite sich gegenüber den ersten drei Auflagen, bei denen Peter Fischer seinen extrem exzentrischen Filmgeschmack auslebte, verbreiterte.

An dieser Stelle soll allerdings keine eigene "Eyecatcher"-Kategorie eingeführt werden, sondern meine Filmreviews kommen einfach in die "Eye 2 I"-Rubrik, denn dort gibt es ja schon seit jeher Filmbesprechungen, wo allerdings die "Zulassungsbedingung" herrscht, daß die Filme eine Querverbindung zum Rock oder Metal haben müssen. Dies gilt natürlich für die "Eyecatcher"-Reviews nicht.

 


 

Für den "Eyecatcher" in HEAVY 120 hatte ich außerdem noch die Reviews zu "The Air I Breathe" und "Handyman" verfaßt, die wegen der oben erwähnten rockigen respektive metallischen Querverbindung schon im UNDERGROUND EMPIRE online gesetzt worden war.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 


Dokumentation

Sand und Tränen



SUNFILM ENTERTAINMENT

DVD



Stefan Glas


An anderer Stelle könnt Ihr Thomas' Review zu dem Film "Die Todesreiter von Darfur" lesen. Auch "Sand und Tränen" widmet sich der Problematik in Dafur, einer Region im Westen des Sudans, mit etwa der anderthalbfachen Größe Deutschlands, wo vor etwa sechs Jahren der Konflikt zwischen der arabischstämmigen Zentralregierung des Landes und den schwarzafrikanischen Stämmen eskalierte. Sechs Jahre systematischer Völkermord, und die gesamte Welt schaut weg. Nein, es geht hierbei nicht um eine Idiotie wie das Verleugnen einer historischen Tatsache wie Auschwitz, womit sich unser braunes Gesocks so gerne beschäftigt, sondern es dreht sich um Verbrechen, die in diesem Augenblick noch immer andauern: In Darfur sind seit Jahren Folter, Vergewaltigung und Mord an der Tagesordnung, doch die internationale Gemeinschaft unternimmt nichts, obgleich die Vereinten Nationen schon 2004 die Darfur-Krise als "schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt" tituliert hatten.

Die Dokumentation "Sand und Tränen", bei der George Clooney, Sonderbotschafter der UNO, als Produzent und Sprecher fungiert, beleuchtet sehr detailliert die Gründe, warum es so weit kommen konnte: die geschichtlichen Hintergründe, die zu diesem Genozid führten, die Zusammenhänge mit dem Sezessionskrieg im Südsudan, oder auch warum China ebenso gute Gründe hatte, von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen, als es darum ging, die Verbrechen im Sudan im UN-Sicherheitsrat als Völkermord zu titulieren und entsprechende Schritte einzuleiten, wie auch George Bush, den Begriff Völkermord überhaupt einzusetzen, um damit letzten Endes weitere Handlungen zu verhindern. Neben der Darlegung der großen Zusammenhänge vergißt "Sand und Tränen" aber auch nicht, das Ausmaß der Katastrophe durch Schilderungen von Einzelschicksalen plastisch und lebensnah zu machen - wobei es unmöglich vorstellbar ist, daß die Eindeutigkeit der schockierenden Bilder, die auf dieser DVD aus Darfur gezeigt werden, in irgendeiner Form mißinterpretiert werden könnten.

Die Zahlen über Opfer schwanken, doch seriöse Schätzungen sprechen einigen Hundert Dörfern, die dem Erdboden gleichgemacht worden sind, und von 400.000 Toten sowie etwa 2,5 Millionen Vertriebenen, die ihr Dasein in Flüchtlingslagern fristen. Dort leiden sie nicht nur Hunger, sondern es ist mit Gefahr für Leib und Leben verbunden, die Lager zu verlassen, um beispielsweise Feuerholz zu sammeln: Männer werden gnadenlos von Dschandschawid-Milizen, die die Regierung mit Waffen ausgestattet hat, ermordet, während die Frauen dabei in ständiger Gefahr schweben, vergewaltigt zu werden.

Es bleibt zu hoffen, daß eine vorbildlich gemachte, aufrüttelnde Dokumentation wie "Sand und Tränen" einen Anstoß darstellt, daß die internationale Gemeinschaft endlich die notwenigen Schritte unternimmt, um die humanitäre Katastrophe in Darfur zu beenden. Ansonsten machen wir uns genauso schuldig wie jene, die seinerzeit beim Holocaust weggeschaut haben. Der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erst vor wenigen Tagen erlassene Haftbefehl gegen Sudans Staatspräsident Omar Hassan al Bashir darf nur der Anfang sein. Und vor allem sollte uns "Sand und Tränen" bewußt machen, daß auch nach dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda von 1994 ein Verbrechen solchen Ausmaßes weiterhin möglich ist, so daß die Menschheit aufmerksam bleiben muß, so daß etwas Vergleichbares in Zukunft nicht wieder passieren kann. Aufmerksamer als man es bislang in Bezug auf Darfur gewesen war.

Wer sich weiter über die Darfur-Problematik informieren will oder Hilfe leisten will, kann das beispielsweise bei den folgenden Organisationen tun:

"Save Dafur":

http://www.savedarfur.org/

"Gesellschaft für bedrohte Völker":

http://www.gfbv.de/

"Gemeinsam für Afrika"

http://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/

Auch auf Wikipedia findet man einen ausgezeichneten Artikel zu dieser Thematik.

 
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