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  UE-Home → History → Online Empire 75 → Editorial last update: 23.10.2021, 11:41:56  

Die Minimierung des Metal?

Die Ankündigung von SLAYER, daß die kommende Welttour ihre letzte sein wird, macht uns deutlich, daß es nahezu unmöglich geworden ist, noch wirklich "groß" im Metal zu werden.

Wohlgemerkt: Wir sprechen hier von den almighty SLAYER, die fraglos immer die größte Thrashband der Welt waren und auch von Musikern anderer Stilrichtungen respektiert wurden. Sicher haben SLAYER seit ihrem 1990er Album »Seasons In The Abyss« keine relevanten Platten mehr veröffentlicht, aber das änderte nichts daran, daß sie die unbestrittenen Paten der von ihnen mitgeschaffenen Stilrichtung blieben.

Na ja, und trotzdem müssen wir bei diesem Abgang mit Ansage nach etwas mehr als 35 Jahren feststellen, daß SLAYER es nicht geschafft haben, die Größe der Ikonen der Vorgängergeneration zu erreichen - ganz gleich, ob wir da an AC/DC, DEEP PURPLE, AEROSMITH oder IRON MAIDEN denken.

Und denken wir eine Generation weiter, dann ist es problemlos festzustellen, daß keine dieser jüngeren Truppen es bislang auch nur ansatzweise geschafft hat, die Größe von SLAYER zu erreichen.

Sicherlich hat das viel mit dem heute herrschenden, unbeschreiblichen Überangebot zu tun, daß es für neue Bands immer schwieriger wird, ein wenig zu wachsen. Außerdem liegt es sicherlich auch daran, daß kaum noch neue Stilrichtungen im Metal erfunden werden können, die auch in gewissen Grenzen massenkompatibel sind; letztendlich war das sicherlich auch schon ein Problem für SLAYER, denn im Gegensatz zu ihren Speed Metal-Kollegen METALLICA, die im Laufe ihrer Karriere mainstreamiger wurden, waren SLAYER eben doch immer zu extrem, um auch diesen Weg gehen zu können.

Aber es verdeutlicht eben, daß es immer unmöglicher wird, daß Metalband so groß werden, daß sie auch Stadien füllen können.

Apropos erste Generation: Die wird leider auch immer mehr ausgedünnt. Nicht immer muß es so traurig sein wie im Falle MOTÖRHEAD, wo von der ersten klassischen Besetzung innerhalb der letzten Monate auch die letzten beiden Mitglieder verstorben sind. Aber wer wird sich beispielsweise angesichts der Tatsache, daß bei Glenn Tipton Parkinsonismus diagnostiziert wurde und er nicht nur für die kommende Tour ersetzt werden muß, sondern aufgrund dieser Krankheit mit Sicherheit nie wieder Gitarre auf dem notwendigen Level wird spielen können, noch großen Illusionen hingeben, wie es mit JUDAS PRIEST weitergehen wird?

Kleinere Brötchen backen.

Stefan Glas

P.S.: Apropos JUDAS PRIEST: Das Cover von deren neuem »Firepower«-Album stammt von Claudio Bergamin, der uns netterweise auch unser cool-heißes aktuelles Cover gestiftet hat. Auf seiner Homepage findet Ihr noch unglaublich viele tolle Werke, die Claudio geschaffen hat. Unzählige Bands wie BATTLE BEAST, MAGICA, CRIMINAL oder PARADOX haben den Chilenen daher schon beauftragt, Artworks für ihre Platten herzustellen.

 
Unser aktueller Coverkünstler ist Mike Cain. Die zugehörige Homepage findet Ihr
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