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  UE-Home → History → Online Empire 56 → Editorial last update: 27.11.2019, 23:10:34  

Das gro├če Comeback der Webseiten. Jetzt!

Kritiker hatte MySpace schon immer viele, und die Art und Weise, wie die Verantwortlichen der Community mit dem letzten Redesign, das 2010 stattgefunden hatte, MySpace aus dem Rennen geschossen und Facebook quasi kampflos das Feld ├╝berlassen hatten, war beispielhaft. Doch es war nichts im Verh├Ąltnis dazu, was sich MySpace jetzt "geleistet" hat.

Beim gro├čen Relaunch von MySpace, der vor einigen Tagen stattgefunden hat, wurde ohne Vorwarnung der gesamte zuvor existente Content ohne jegliche Vorwarnung gel├Âscht. Blogs, Messages oder alte Photos? Alle weg. Viele, die ├╝ber die Jahre MySpace noch die Treue gehalten oder zumindest ihre Profile quasi als altes Tagebuch noch online gelassen hatten, waren entsetzt, da├č von einem Tag auf den anderen Nachrichten von Freunden ebenso einfach verschwunden waren wie Eintr├Ąge, die man selbst in seinem Blog verfa├čt hatte. Wie kann ein Konzern nur eine derart absurde Vorgehensweise ins Auge fassen? Schlie├člich schmei├čt man ja auch ein Tagebuch nicht weg - oder aber man l├Ą├čt es zumindest nicht von irgendjemand unaufgefordert wegwerfen...

Und gab es eine M├Âglichkeit, diesem Daten-Desaster zu entgehen? Nein, denn nicht nur da├č der Content auf den entsprechenden Seiten nicht mehr zu sehen ist, beim Einloggen wird der MySpace-User vor vollendete Tatsachen gestellt und aufgefordert, sein Profil zu updaten. Die M├Âglichkeit wie zuvor, n├Ąmlich da├č man das miese neue Design einfach komplett ignorieren konnte, gibt es heuer nicht. MySpace haben wohl dazugelernt, wie man den User zu seinem "Gl├╝ck" zwingt.

Das Vorgehen der neuen MySpace-Betreiber stellt eine Dreistigkeit dar, wie sie im Internet noch nicht dagewesen ist. Besser konnte man nicht demonstrieren, da├č all' diejenigen, die ihre MySpace-Seite mal gehegt und gepflegt hatten, rundum aufs falsche Pferd gesetzt hatten. Aber das ist nun mal das grundlegende Problem, wenn man sich einer solchen Online-Community ausliefert. Bislang wurde dabei haupts├Ąchlich ├╝ber die merkw├╝rdige Philosophie in Sachen Datenschutz diskutiert, mit dem Hinweis versehen, da├č ein solcher Konzern alles als sein Eigentum verbucht, was der User in seinem Profil einstellt. Niemand - und schon gar nicht in der just angebrochenen ├ära des Whistleblowers Snowden - hatte wohl ernsthaft damit gerechnet, da├č pl├Âtzlich Daten (die f├╝r alle Online-Communities bares Geld bedeuten) ins digitale Nirwana geschossen werden w├╝rden. Aber: Die Community gibt nun mal die Spielregeln vor - und kann sie nat├╝rlich auch jederzeit ├Ąndern.

Wie auch immer - eine nachdr├╝cklichere Werbung f├╝r das Erstellen einer eigenen Webseite kann es nicht geben! Schlie├člich haben auch Bands jene Infos verloren, die sie ├╝ber die Jahre mit ihren Fans geteilt hatten - und man darf nicht vergessen, wie wichtig MySpace bis zur Selbstexekution im Jahr 2010 auf dem Musiksektor etwa vier bis f├╝nf Jahre lang gewesen war! Und genau diesen Trend zur eigenen Webseite kann man bei gr├Â├čeren und professionelleren Bands seit einiger Zeit verst├Ąrkt feststellen. Ganz so als h├Ątten sie die Zeichen der Zeit erkannt und gemerkt, da├č es nicht der einzig heilbringende Weg sein kann, wenn man sich einzig dem oberfl├Ąchlichen Geplapper der Online-Communities hingibt. Bleibt zu hoffen, da├č dieser Trend anh├Ąlt und Bands wieder mehr Augenmerk auf eigene Webseiten legen. Dank der mittlerweile recht einfach zu bedienenden CMS-Programme ist dies l├Ąngst nicht mehr so schwer wie fr├╝her. Dann k├Ânnen Bands n├Ąmlich ihren Fans gezielt Inhalte zur Verf├╝gung stellen und nicht nur in den rei├čenden Informationsstrom bei Facebook werfen, dem man ohnehin nur folgen kann, wenn man dies als Full Time Job betreibt...

Vorw├Ąrts zu Web 1.0!

Stefan Glas

P.S.: Unser Sommercover 2013 stellt sich passenderweise ganz besonders d├╝ster dar, denn es stammt aus Finnland von dem gro├čartigen Janne Pitk├Ąnen alias "ToxicAngel", der als eines seiner letzten gro├čen Projekte ma├čgeblich am NIGHTWISH-Film "Imaginaerum" mitgewirkt hat. Desweiteren hat er auch schon f├╝r Bands wie SONATA ARCTICA, TAROT, DRAGONLAND oder CHILDREN OF BODOM Cover entworfen. Auf seiner Homepage werdet Ihr ├╝ber so manches Werk stolpern, das Ihr auch in Eurer Scheibensammlung stehen habt.

 
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