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  UE-Home → History → Online Empire 21 → Editorial last update: 12.10.2019, 22:48:46  

Deutschland - einig' Faschorockland?

Wir wollen hiermit keinesfalls auf die Wahlergebnisse anspielen, die NPD und DVU bei den letzten Landtagswahlen rei├čen konnten oder ├╝ber die Konsequenz der Ank├╝ndigung der beiden Parteien, bei der kommenden Bundestagswahl mit einer gemeinsame Liste anzutreten, nachdenken. Vielmehr geht es uns haupts├Ąchlich um den Wortbestandteil "Rock".

Es ist bekannt, da├č seit Jahrzehnten eine Szene floriert, in der Bands jeglicher stilistischer Couleur ihre Musik benutzen, um rechtsradikale Hetzparolen zu transportieren. Die K├Âpfe der Faschoszene haben schon l├Ąngst kapiert, da├č sie Rockmusik f├╝r ihre Zwecke instrumentalisieren k├Ânnen: Wenn Jugendliche beim kameradschaftlichen Beisammensein sich endlich nicht mehr mi├čverstanden f├╝hlen und Songtexte einfache L├Âsungen f├╝r alle Probleme offerieren, wird die Schar des Fu├čvolkes, das willig das Gehirn ausschaltet und im menschenverachtenden Zug mitmarschiert, schnell gr├Â├čer.

Diese Masche sollte weitergestrickt werden und harte Beats sollten noch viel offensiver auf Seelenfang geschickt werden: W├Ąhrend Konzerte solcher Bands nur vor handverlesenem Publikum stattfinden und fast schon konspirativen Zirkeln gleichen, will man nun aus dem Vollen sch├Âpfen. Daher haben rechte Kreise angek├╝ndigt, da├č vor deutschen Schulen Neonazi-CDs mit dem kernigen Titel "Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund" verteilt werden sollen, auf denen besagte Rechtsrockkapellen ihre Botschaften unmi├čverst├Ąndlich unters Volk bringen. Und nat├╝rlich sollte nicht gekleckert werden, sondern es war von 50.000 bis 250.000 Exemplaren die Rede, die so ihren Weg zu der beeinflu├čbaren Jugend finden sollen. Mittlerweile hat das Amtsgericht Halle allerdings ein Urteil erlassen, nach dem diese Verteilung strafbar sei.

Passend dazu trudelten in den Redaktionen einiger deutscher Rock- und Metalmagazine Faxe ein, auf denen KISS-Zunge Gene Simmons diffamiert wurde. Diese Schriftst├╝cke zielten keineswegs darauf ab, da├č Genes aktuelles Soloalbum nicht den Segen der Absender gefunden hatte. Man hatte sich vielmehr mal wieder der "verwerflichen" Herkunft von Mister Simmons erinnert: Als Jude pa├čt Gene nat├╝rlich hervorragend ins rigide Feindbild aller Faschos.

Folglich m├╝ssen wir Euch an dieser Stelle um Verzeihung bitten, da├č wir weiterhin nicht mit den W├Âlfen heulen werden: Bei uns sind Bands aus allen Winkeln dieser Erde willkommen. Eine Band, die Suaheli singt, wird ebenso ber├╝cksichtigt wie TANZWUT, die ihre Texte auf Deutsch schmettern. Au├čerdem konnten wir in mittlerweile eineinhalb Jahrzehnten intensiver journalistischer Auseinandersetzung mit harten Kl├Ąngen keinen Beweis daf├╝r finden, da├č die Hautfarbe eines Musikers einen Einflu├č darauf hat, ob seine Songs gut oder schlecht ausfallen. Und KISS-Frontmann Gene Simmons haben wir f├╝r seine aktuelle Scheibe einen Verri├č verpa├čt - allerdings nicht weil er so unvorsichtig war, sich j├╝dische Eltern auszusuchen, sondern weil die Platte schlicht lausig ist.

Daher: Weder rechts noch links - wir rocken straight! Oder auch gerne auch verbreakt...

Ausgeheilt...

Stefan Glas

P.S.: Die Credits f├╝r das aktuelle Cover gehen an Rainer Kalwitz, dessen Arbeiten Ihr schon bei zahllosen Acts wie SHADOW GALLERY, DESTINY'S END oder MILLENNIUM bewundern konntet. F├╝r Bands, die auf der Suche nach einem Cover sind, hat Rainer noch eine Menge Arbeiten in der Schublade. Er freut sich ├╝ber Anfragen unter folgender E-Mail-Adresse.

 
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