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  UE-Home → History → Online Empire 22 → Interview-Übersicht → EYEFEAR-Interview last update: 11.05.2021, 19:43:44  

EYEFEAR-Logo

Australien entpuppte sich in den letzten Monaten immer mehr zu einem Exportland fĂŒr qualitativ hochwertigen Edelstahl. Nach DUNGEON, ILIUM oder THE ETERNAL dĂŒrfen wir seit einiger Zeit auch den aktuellen Silberling von EYEFEAR beklatschen. »9 Elements Of Inner Vision« begeistert mit schwer prog-lastigen, aber dennoch recht heftigen Metal-Kompositionen und ausgeklĂŒgelten Melodien in Kombination mit einer wahrlich beeindruckenden Stimme.
Der Name EYEFEAR sollte eingefleischten Undergroundlern durchaus ein Begriff sein, ist die Band doch bereits seit einigen Jahren ein Fixstern der australischen Metal-Szene. Con Papazoglou, Gitarrist und GrĂŒndungsmitglied gab bereitwillig Auskunft ĂŒber den Stand der Dinge im Lager von EYEFEAR:

EYEFEAR-Bandphoto 1

Trotz reichlich positiver Resonanzen seitens Presse und Fans gelten EYEFEAR in unseren Breiten immer noch als absoluter Geheimtip. Mit der aktuellen Scheibe sollte sich daran zwar demnĂ€chst einiges Ă€ndern, nichtsdestotrotz scheint ein RĂŒckblick auf euren Werdegang unabdingbar. Schieß' mal los!

Rob Gorham (b), Zain Kimmie (d) und ich haben die Band gegrĂŒndet und spielen nun schon seit mehr als zehn Jahren zusammen. Damals komplettierten Jason Smart (v) und Ken Taylor (g) die Band. Unsere "Karriere" verlief bislang eigentlich sehr unspektakulĂ€r, weshalb der bisherige Höhepunkt wohl 1996 war, als wir ein Album namens »Edge Of Existence« eingespielt und in Eigenregie veröffentlicht haben. Die Kritiken diesbezĂŒglich waren recht gut und wir waren auch mit den VerkĂ€ufen nicht unzufrieden. Vor etwa vier Jahren waren auf der Suche nach einem neuen SĂ€nger, worauf wir mit Danny Cecati in Kontakt traten und ihn fĂŒr EYEFEAR begeistern konnten. Im Jahre 2002 stieß Sammy Giacotto (k) zu uns, da wir unbedingt einen festen Keyboarder in das Line-up integrieren wollten. Seit jener Zeit ist unsere Besetzung konstant, was schon einmal eine sehr positive Ausgangssituation fĂŒr weitere AktivitĂ€ten ist. Uns liegt sehr viel daran, nicht nur fĂŒnf Bandmitglieder mit den gleichen musikalischen Visionen sein zu wollen, sondern darĂŒber hinaus auch persönlich perfekt zu harmonieren. Auch »9 Elements Of Inner Vision« entstand in dieser Besetzung und wir sind geradezu glĂŒcklich endlich mit diesem Album in den Startlöchern zu stehen.

So weit, so gut, so unspektakulĂ€r. Danny hat hier in Europa einen recht guten Ruf, den er sich durch seine Arbeit mit PEGAZUS erspielen konnte. Besteht da nicht die Gefahr, daß EYEFEAR - obwohl Dannys Gesang auf Eurer aktuellen Veröffentlichung wesentlich mehr Facetten seiner Stimme offenlegt als jemals vermutet werden durfte - lediglich als die "neue Band des Ex-PEGAZUS-SĂ€ngers" bezeichnet werden, was Eurer Musik ĂŒberhaupt nicht zur Ehre gebĂŒhren wĂŒrde?

Danke fĂŒr die Blumen, ich werde sie an Danny weiterreichen. Wir haben eigentlich großen Respekt davor, welche Möglichkeiten uns Danny damit bei Euch in Europa einbringen könnte. Außerdem war es so, daß er nach dem Split bei PEGAZUS nach einem anderen musikalischen BetĂ€tigungsfeld suchte, um sein gesamtes Stimmvolumen besser zur Schau stellen zu können. Er war sich ĂŒberhaupt nicht darĂŒber im Klaren, in welche Richtung er sich orientieren sollte. Ein Bekannter, der bei einer Radiostation beschĂ€ftigt ist, hat ihn schlußendlich mit EYEFEAR konfrontiert und ihm die Band schmackhaft gemacht, wofĂŒr wir sehr dankbar sind. Auch unserer Meinung nach klang sein Gesang nie besser als auf der neuen Scheibe.

EYEFEAR-Headline

Gute Entscheidung beider Seiten - was wohl nicht nur ich, sondern unter anderem auch die zustĂ€ndigen Damen und Herren bei MASSACRE RECORDS so sehen. Wie kam es ĂŒberhaupt dazu, daß Euer neues Album ĂŒber besagtes Label in die LĂ€den kommt?

Vor etwas mehr als einem Jahr unterschrieben wir einen Managementvertrag bei der dĂ€nischen Firma INTROMENTAL, die sich seit diesem Zeitpunkt perfekt um unsere geschĂ€ftlichen Belange kĂŒmmern. Sie waren es im Prinzip auch, die zahlreiche Labels mit unseren Demos fĂŒr das neue Album bemustert haben. Im Endeffekt hatten wir mehrere Dealangebote zur Auswahl. Die Entscheidung fĂŒr MASSACRE kann damit begrĂŒndet werden, daß sowohl wir als auch INTROMENTAL das GefĂŒhl hatten, bei MASSACRE mehr als lediglich GeschĂ€ftspartner zu sein. Wir fĂŒhlen uns mittlerweile als Mitglieder der großen "MASSACRE-Family".

EYEFEAR-Headline

Da seid Ihr aber auch in bester Gesellschaft mit euren "Neffen" LANFEAR und den "Cousins" IVANHOE, nicht zu vergessen "Tante" Sabine und ihre EDENBRIDGE. Musikalische "Verwandtschaftsbeziehungen" kann der Hörer bei Euch ja reichlich feststellen, doch wer ist denn so richtig ausschlaggebend?

Rein musikalisch haben mich persönlich im Laufe der Zeit vor allem KING DIAMOND (Den dĂŒrfen die Herrschaften wohl von jetzt an "Onkel" nennen - ws) und DEATH beeinflußt. Aber auch der europĂ€ische Thrash Metal der 80er, mit Bands wie DESTRUCTION, KREATOR oder SODOM hat es mir sehr angetan. An "neueren" Bands sind es vor allem EVERGREY, KAMELOT, ADAGIO, VANDEN PLAS, TAD MOROSE und DIMMU BORGIR, die ich sehr schĂ€tze. Die 90er Jahre waren musikalisch weniger einflußreich, sieht man von Death Metal-Formationen wie OBITUARY, MORBID ANGEL oder CARCASS ab. Diese stilistischen Extrema haben im Prinzip den Sound von EYEFEAR am stĂ€rksten geprĂ€gt.

Wobei ich allerdings so gut wie keine Todesmetall-Anleihen und auch kaum Thrash Metal-Fragmente heraushören kann. Waren es eher die Texte dieser Bands, die Euch inspiriert haben?

Es soll auch so sein, daß die EinflĂŒsse nicht unbedingt offensichtlich zur Schau gestellt werden. Aber der Death Metal der genannten Formationen inspiriert mich maßgeblich was das Riffing betrifft. Die Texte haben mit typischen Death Metal- Lyrics auch wenig am Hut. Es ist eher so, daß Rob seine Inspirationen aus BĂŒchern von Autoren wie Steven King oder Peter Struab bezieht. Ich habe zwar manchmal keine Ahnung, woher der Kerl die Zeit dafĂŒr nimmt, aber er ist fast immer mit einem Buch "bewaffnet". FĂŒr »9 Elements Of Inner Vision« hat er zunĂ€chst versucht, mehrere zusammenhĂ€ngende Geschichten zu gestalten, aber im Endeffekt ist es nur bei â€șWhile The World Sleepsâ€č geblieben, von dem die ersten beiden Teile â€șDreamsâ€č und â€șAltered Visionsâ€č auf dem Album verewigt wurden. Diese Story ist aber noch lange nicht abgeschlossen und wird mit Sicherheit in Zukunft weiter abgehandelt werden.

Bis dahin wird wohl noch ein wenig Wasser die Donau flußabwĂ€rts fließen. Was wird denn in unmittelbarer Zukunft auf Eure Fans zukommen?

ZunĂ€chst steht am 4. Februar die CD-PrĂ€sentation hier bei uns in Australien auf dem Programm. Im Anschluß daran hoffen wir auch einige Gigs organisieren zu können. In der Hoffnung, daß auch in Europa Konzerte von EYEFEAR gebucht werden, packen wir zur Sicherheit schon einmal unsere Koffer. [lacht] Nein, im Ernst, wir hoffen instĂ€ndig, daß sich die Möglichkeit ergibt, bei Euch zu spielen, aber zunĂ€chst heißt es abwarten. Mit Sicherheit werden wir uns aber demnĂ€chst daranmachen, neues Material zu schreiben. Woran uns als Band ebenfalls sehr viel liegt, ist StabilitĂ€t. Unser derzeitiges Line-up ist dermaßen stark, daß es nahezu unmöglich erscheint, ein Bandmitglied zu ersetzen.

Friede, Freude, Eierkuchen also im Lager der Australier. Beim Songwriting dĂŒrfen aber schon ein bißchen die Fetzen fliegen, wie man bei uns so schön sagt, oder? Wie geht denn dieser Prozeß vonstatten?

FĂŒr meinen Teil bevorzuge ich es, den anderen Bandmitgliedern im Proberaum ein nahezu fertiges StĂŒck zu prĂ€sentieren. Daraus ergeben sich mitunter lĂ€ngere Jam-Sessions, bevor der Song endgĂŒltig als "fertig" bezeichnet werden kann. Oft proben wir gewisse Passagen eine Woche lang, bis alle Mitglieder damit einverstanden sind. Dann kommt meistens Rob mit einer seiner unzĂ€hligen Ideen fĂŒr einen Songtext, wobei er sich da schon ganze Passagen zusammengereimt hat. Im Endeffekt ĂŒberlĂ€ĂŸt er es aber Danny, den letzten Schliff fĂŒr die Texte und Gesangsmelodien auszuarbeiten. Die Zusammenarbeit funktioniert bestens und vor allem Danny kann sich immer besser in den Songwriting-Prozeß einbringen.

EYEFEAR-Bandphoto 2

Na dann, hoffen wir daß es so bleibt, und uns die "FĂŒnf Freunde" demnĂ€chst wieder mit einem feinen Werk ihres musikalischen Schaffens erfreuen können. Die Erfolgskurve zeigt im Moment jedenfalls deutlich nach oben.

http://www.eyefear.com/

eyefear@hotmail.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

EYEFEAR im Überblick:
EYEFEAR – Edge Of Existence (Do It Yourself)
EYEFEAR – ONLINE EMPIRE 19-"Rising United"-Artikel
EYEFEAR – ONLINE EMPIRE 22-Interview
EYEFEAR – News vom 13.10.2000
EYEFEAR – News vom 10.01.2009
EYEFEAR – News vom 20.06.2009
EYEFEAR – News vom 30.06.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Danny Cecati:
EMPIRES OF EDEN – News vom 18.04.2012
PEGAZUS – News vom 10.01.2009
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