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Dave Meniketti ist einer der kreativsten Musiker, die die Metalszene in den letzten drei Jahrzehnten gesehen hat: Er ist mit einer au├čergew├Âhnlichen Stimme gesegnet und eine Gitarre in den H├Ąnden von Dave Meniketti klingt unverwechselbar, so da├č er mit seiner Band Y&T erstaunliche Alben zauberte. Sein neues Soloalbum ist sehr viel blueslastiger ausgefallen, enth├Ąlt aber auch hardrockiges Material. So ist ÔÇ║I RememberÔÇ╣ beispielsweise ein grandioser Song, der zugleich ins Ohr und unter die Haut geht.

Der Song ist meiner Mutter gewidmet. Sie ist vor einigen Wochen an Krebs gestorben und mu├čte einen langen Leidensweg gehen. Das war f├╝r unsere gesamte Familie eine sehr harte Zeit und ich habe das in diesem Song verarbeitet. Ich wollte einfach in Worte fassen, was sie mir bedeutet hat. Der Text kann prinzipiell f├╝r jede Person stehen, zu der man eine intensive Beziehung hatte, aber f├╝r mich pers├Ânlich handelt ÔÇ║I RememberÔÇ╣ von meiner Mutter.
Nach dem Tod meiner Mutter bin ich zusammen mit meiner Familie nach Italien gefahren, woher meine Familie abstammt. Meine Gro├čeltern siedelten von Italien nach Amerika ├╝ber und meine Mutter wollte immer das Heimatland ihrer Eltern sehen, aber hat es letztendlich nicht mehr geschafft. Daher habe ich zu meinem Vater gesagt, wir m├╝ssen dieses Vorhaben endlich in die Tat umsetzen so lange er noch gesund ist, so da├č zumindest er sein Ursprungsland pers├Ânlich kennenlernen w├╝rde. Es war eine sehr interessante Reise und im Heimatort meiner Gro├čeltern haben wir viele andere Menikettis getroffen. Es ist zwar nicht sicher, ob wir wirklich alle blutsverwandt miteinander waren, aber das war nur zweitrangig.

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Man kann Dich mit Fug und Recht als ein Unikat in der Metalszene bezeichnen. Sowohl Dein Gitarrenspiel als auch Deinen Gesang kann man problemlos unter Tausenden heraush├Âren. Hattest Du jemals Gesangsunterricht?

Ich mu├č ehrlich sagen, da├č ich mir nach und nach alles selbst angeeignet habe. Ich hatte lediglich ganz zu Anfang ein paar Stunden, in denen ich die wichtigsten technischen Dinge lernte, und vor allem erkl├Ąrt bekam, wie ich mit meiner Stimme umgehen mu├č, um sie nicht kaputtzumachen. Ich glaube allerdings, da├č ich mit einer sehr robusten Stimme gesegnet bin. Je ├Ąlter ich werde, desto kr├Ąftiger wird meine Stimme n├Ąmlich, so da├č mich die Stimmprobleme, die viele andere Rocks├Ąnger mit zunehmendem Alter hatten, zum Gl├╝ck verschont haben.

Ist Dein urt├╝mlicher Gitarrensound auf ein spezielles Equipment zur├╝ckzuf├╝hren?

Absolut nicht! Ich habe nur eine Handvoll Gitarren, spiele seit Jahren ├╝ber den gleichen MARSHALL-Turm und benutze fast keine Effektger├Ąte. Mein Sound r├╝hrt einzig und allein von meiner Art her, wie ich meine Gitarre spiele. Neulich kam ein Fan zu mir und sagte mir v├Âllig zerknirscht, da├č er die gleiche Gitarre, die gleichen Saiten, den gleichen Amp und die gleichen Effekte benutzen w├╝rde und es trotzdem ganz anders klingen w├╝rde wie bei mir. Ich erkl├Ąrte ihm, da├č beim Gitarrespielen das wichtigste die eigene Pers├Ânlichkeit ist, die man mit Hilfe seines Instruments zum Ausdruck bringt. Daher wird ein und die selbe Gitarre immer anders klingen, wenn sie von einer anderen Person gespielt wird. Daher ermutigte ich ihn dazu, seine eigene Identit├Ąt auf der Gitarre zu entwickeln.

Viele herausragende Gitarristen haben irgendwann ein "Varney-Album" gemacht, auf dem sie ihr technisches K├Ânnen aufblitzen lie├čen. Von Dave Meniketti haben wir so etwas noch nicht serviert bekommen.

Weil so etwas mich nicht interessiert. Es war f├╝r mich nie ein Ziel, so viele Noten wie nur denkbar innerhalb einer m├Âglichst kurzen Zeit zu spielen. F├╝r mich ist es nur wichtig, meine Gef├╝hle auf der Gitarre auszudr├╝cken und dazu mu├č ich keine technischen Zirkusst├╝ckchen auff├╝hren.

Daher ist Dein letztes Soloalbum ┬╗On The Blue Side┬ź von 1998 auch ein reinrassiges Bluesalbum geworden. Was fasziniert Gitarristen eigentlich so sehr am Blues?

Es ist die Sprache auf der Gitarre, mit der man am besten sein Innerstes nach au├čen kehren kann, und die nie ihre G├╝ltigkeit verliert. Wenn ich heute Bluesgitarristen aus den F├╝nfzigern h├Âre, f├Ąhrt es mir immer noch bis ins Mark, ganz gleich ob die Aufnahmen schon 50 Jahre alt sind.

Dennoch sind auf Deinem neuen Album neben klassischen Bluesnummern einige Songs dabei, die auch auf einem Y&T-Album h├Ątten stehen k├Ânnen.

Das ist genau die Mischung, die mir momentan behagt. Ich liebe es, Bluesst├╝cke zu komponieren und zu spielen. Dennoch hatte ich das Bed├╝rfnis, keine reine Bluesplatte zu machen, sondern auch einige Lieder zu schreiben, die die typischen Y&T-Trademarks haben.

Einer dieser Songs ist der Opener ÔÇ║Messin' With Mr. BigÔÇ╣. Soll der Titel ein kleiner Seitenhieb auf die gleichnamige Band sein?

Nein, absolut nicht. Es geht in dem Text um die Machenschaften der M├Ąchtigen dieser Welt und was passieren kann, wenn man sich mit ihnen einl├Ą├čt. Trotzdem hat der Song einen gewissen Bezug zu der Band MR. BIG, weil der Engineer, mit dem ich f├╝r meine neue Platten zusammengearbeitet habe, schon verschiedene Sachen mit MR. BIG aufgenommen hat. Mein Song sollte zun├Ąchst einfach nur ÔÇ║Mr. BigÔÇ╣ hei├čen, doch er bat mich schelmenhaft, ich solle ihn doch bitte in ÔÇ║Messin' With Mr. BigÔÇ╣ umbenennen. Diesen Gefallen habe ich ihm nat├╝rlich gern getan.

Beim Gro├čteil der Texte handelt es sich hingegen um Liebestexte. Werden solche Standardthemen nicht mal zu ausgelutscht?

Ich w├╝rde nicht sagen, da├č es Liebestexte sind, sondern da├č sie sich generell um Beziehungen handeln. Und wenn Du genau ├╝berlegst, wirst Du feststellen, da├č es das Thema ist, um das sich nahezu das ganze Leben dreht - egal ob es die Beziehung zu einer Geliebten, Freundin oder Ehefrau, einem anderen Familienmitglied, einem Freund, zu einem Vorgesetzten oder einem Haustier ist. Solche Dinge werden Dich Dein ganzes Leben lang besch├Ąftigen. Ich m├Âchte, da├č sich meine H├Ârer m├Âglichst leicht mit meinen Texten identifizieren k├Ânnen, so da├č ich gerne solch ein universelles Thema w├Ąhle.

Gestatte uns bitte einen Sprung zur├╝ck in die Vergangenheit. Wie seid Ihr damals auf den Namen YESTERDAY AND TODAY gekommen?

Die Idee stammte von unserem Drummer Leonard Haze. Wir waren damals schon seit einiger Zeit zusammen und brauchten schnell einen Bandnamen, weil Liveauftritte anstanden und wir uns bei Plattenfirmen bewerben wollten. Daher schlug Leonard vor, wir sollten uns YESTERDAY AND TODAY nennen, weil er kurz zuvor das BEATLES-Album mit diesem Titel geh├Ârt hatte. Tja - und schon war es passiert...

Und warum wurde der Name nach den ersten beiden Alben (┬╗Yesterday And Today┬ź, 1976 und ┬╗Struck Down┬ź, 1978) zu Y&T verk├╝rzt?

Es waren ein paar Jahre seit diesen Platten ins Land gezogen und wir hatten uns musikalisch gewandelt, so da├č wir das Gef├╝hl hatten, eine Umbenennung durchaus angebracht sei. Au├čerdem war unsere neue Plattenfirma A&M RECORDS mit dem Namen YESTERDAY AND TODAY nicht sonderlich gl├╝cklich, weil er marketingtechnisch nicht sehr gut war. Uns war aber bewu├čt, da├č wir schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hatten, so da├č wir keinen vollkommen neuen Namen wollten. Bei unseren Fans war es schon l├Ąngst ├╝blich, da├č sie als Zugaberufe immer "Y and T" br├╝llten. Also war die Entscheidung bez├╝glich des neuen Bandnamens nicht schwer zu treffen.

Als ich Y&T Mitte der Achtziger kennenlernte, war oft zu lesen, da├č Y&T der ewige Supportact seien. Hat Dich ein solches Statement ge├Ąrgert?

Das ist bestimmt nur die Meinung einzelner Journalisten gewesen. Ich kann mich nicht entsinnen, das jemals gelesen zu haben. Wir haben sehr wohl Headlinertourneen bestritten; es gab mehrere in den USA, in Japan und sogar eine in England. Ich kann allerdings verstehen, wenn in Europa dieses Bild aufgekommen ist, weil wir bei Euch nur als Opener f├╝r AC/DC und Ozzy Osbourne getourt haben und dar├╝ber hinaus lediglich eine Handvoll Headlinershows spielen konnten. Ich bedauere es heute noch sehr, da├č wir nach 1983 nicht mehr nach Europa gekommen sind, aber irgendwie sollte es einfach nicht mehr klappen. Entweder bot sich keine passende Gelegenheit oder aber es gab Zoff diesbez├╝glich innerhalb der Band. Es gab n├Ąmlich Musiker, die nicht so sonderlich erpicht darauf waren, auf Tour zu gehen und schon gar nicht in ├ťbersee. Au├čerdem vertraten einige die Meinung, wir sollten doch erst mal zusehen, da├č wir vor unserer eigenen Haust├╝r, in Amerika, Erfolg haben, bevor wir uns um andere Kontinente k├╝mmern. Das war letztendlich auch einer der Gr├╝nde daf├╝r, da├č es bei Y&T irgendwann Besetzungswechsel gab.

Ich denke, diese Aussage bezog sich auch darauf, da├č Y&T der ganz gro├če Durchbruch stets verwehrt geblieben war.

Ich mu├č Dir ehrlich sagen, da├č f├╝r mich Erfolg nicht bedeutet, Millionen von Platten zu verkaufen. Wieviele Bands gab es, die ein Album auf den Markt brachten, davon Unmengen verkauften und genau so schnell wieder in der Versenkung verschwanden. Wir konnten uns ├╝ber Jahre hinweg eine treue Anh├Ąngerschaft erspielen und konnten einige Hunderttausend Scheiben verkaufen, wenn Du alle Y&T-Platten zusammenrechnest. Deswegen kann ich heute immer noch Musik machen und Y&T sind nachwievor begehrt, so da├č wir jetzt wieder auf Tour gehen k├Ânnen. Ich kann nur sagen, da├č ich alle Tr├Ąume, die ich als Musiker hatte, mit Y&T erreicht hatte.

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Die Geschichte der Band wurde sehr durch stilistische Ver├Ąnderungen gepr├Ągt. Nach den ersten beiden Alben, die weitgehend normalen Rock enthielten, hat sich die Band von ┬╗Earthshaker┬ź (1981) bis ┬╗In Rock We Trust┬ź (1984) dem Heavy Metal bis Heavy Rock zugewandt. Ab Mitte der Achtziger wurden Y&T immer kommerzieller. Wie siehst Du diese Wandlungen von heute aus betrachtet?

Als sich das damals ereignete, bemerkte ich es nur teilweise. Heute ist mir alles sehr viel klarer. Als wir die ersten beiden Platten einspielten, waren wir im Grunde Kids, die wild drauflosjammten. Im Studio gab uns niemand eine Richtung vor, sondern man stellte einfach Mikros auf und schaltete die Bandmaschinen an. Die Ver├Ąnderung zu ┬╗Earthshaker┬ź r├╝hrte vor allem daher, da├č wir uns als Band besser aufeinander eingeschossen hatten. Wir hatten in den Anfangstagen nur Einzelshows gespielt und jetzt konnten wir mehrfach auf Tour gehen. Der Stilwandel Mitte der Achtziger hatte zwei Gr├╝nde: Zum einen ver├Ąnderte sich der generelle Geschmack des Publikums und zum anderen ver├Ąnderte sich unser Songwriting, weil wir als Komponisten sicherer wurden und uns bewu├čt wurde, wie wichtig einpr├Ągsame Hooks und Melodien sind. Nat├╝rlich werde ich nicht verschweigen, da├č diese Entwicklung von unserer Plattenfirma mit Wohlwollen betrachtet wurde, denn jede Firma wollte damals Material, das radiotauglich war, um so die Ums├Ątze anzukurbeln.

In Amerika mag das funktioniert haben, aber in Europa habt Ihr dadurch immer mehr Fans verloren.

Das kann ich nur schwer beurteilen, aber ich habe auch schon von vielen Fans geh├Ârt, da├č sie gerade die eing├Ąngigen Songs am meisten mochten und sie deswegen heute immer noch Y&T-Alben h├Âren. Ich kann allerdings jedem Y&T-Fan versprechen, da├č wir in unserem Proberaum nie bewu├čt versucht haben, Hitsingles zu schreiben. Aber andererseits waren wir nat├╝rlich auch nicht immun gegen all diese Einfl├╝sse von au├čen, die die Plattenfirma oder der Zeitgeist an uns herantrugen.

┬╗Black Tiger┬ź ('82), ┬╗Mean Streak┬ź ('83) sowie ┬╗In Rock We Trust┬ź ('84) hatten Cover die stilistisch sehr ├Ąhnlich waren. Warum seid Ihr f├╝r drei Alben dem gleichen K├╝nstler treu geblieben?

Unsere Plattenfirma machte uns den Vorschlag, John Taylor Dismukes f├╝r das Coverdesign zu verpflichten. Sie schickten uns Rohentw├╝rfe von ihm nach England, wo wir die Platte aufnahmen, und wir waren v├Âllig von den Socken. Sein Stil gefiel uns so gut, da├č wir ihn auch f├╝r die beiden nachfolgenden Cover engagierten.

Und wer hat das geniale ┬╗Ten┬ź-Cover von der Vinylplatte photographiert?

Die Idee stammte erneut von der Plattenfirma. Sie schlugen uns das Konzept vor, ein unbekleidetes M├Ądchen von hinten zu photographieren und heuerten einen Photographen an, der die Idee umsetzte.

Leider hat es dieses geniale Photo nicht auf die CD geschafft. Zwar gab es ein Foldoutcover, das aber ein anderes Bild zeigte, das nicht mal ansatzweise die gleiche Wirkung hatte. Bestand zwischen Cover und Titel auch jene Verbindung, die man aus dem ber├╝hmten Film "10 - Die Traumfrau" ableiten kann: da├č man einer perfekten Frau die Note 10 gibt?

Nein, diese Interpretation ist zwar durchaus naheliegend, aber der Titel r├╝hrte allein daher, da├č es unser zehntes Album war.

Ihr habt w├Ąhrend dieser Zeit mit einer Menge ber├╝hmter Produzenten gearbeitet. Es war fast ein "who is who" der Produzenten der damaligen Zeit: Max Norman, Chris Tsangarides, Tom Allom und Kevin Beamish. Mit wem hast Du am liebsten gearbeitet und von wem konntest Du am meisten f├╝r Deine heutige T├Ątigkeit als Produzent lernen?

Sie hatten sehr unterschiedliche Arbeitsweisen. Max Norman, der ┬╗Black Tiger┬ź produziert hat, war wie ein Tyrann, der dir st├Ąndig zugesetzt hat und dich zu immer mehr Leistung angestachelt hat. Ich glaube, das war damals nicht schlecht f├╝r uns, da├č uns jemand die Sporen gab, denn Y&T waren damals zu nachl├Ąssig und schlampig. Andererseits war es nicht sehr inspirierend und man konnte sich nicht einfach mal gehen lassen. Chris Tsangarides und Tom Allom, mit denen wir ┬╗Mean Streak┬ź beziehungsweise ┬╗In Rock We Trust┬ź gemacht haben, waren v├Âllig anders: Sie lie├čen den Dingen einfach ihren Lauf und wollten sehen, was aus uns herauskam. Das war ein sehr kreatives Arbeiten, denn man kann sich einfach nicht treiben lassen und seinen Inspirationen folgen, wenn man genau wei├č, da├č da einer hinter einem steht, der einen zur Minna macht, wenn einem dabei ein kleiner Fehler unterl├Ąuft. Auf lange Sicht gesehen war allerdings die Zusammenarbeit mit Kevin Beamish am wichtigsten f├╝r mich. Wenn ich analysiere, wie ich mein eigenes Material produziere, merke ich, da├č ich viel bei Kevin gelernt habe. Er hatte ein un├╝bertroffenes Gesp├╝r f├╝r kleine, aber enorm wichtige Details. Er konnte Dir hervorragend erkl├Ąren, warum man hier ein wenig die Harmonien ├Ąndern sollte, warum da der Beat ein wenig angezogen werden oder warum dort ein Part minimal gek├╝rzt werden mu├čte. Das ist genau das, was ein Produzent machen sollte: Kleinigkeiten ausbessern und Unebenheiten im Arrangement ausb├╝geln. Es sollte aber nicht so abgehen wie bei "Mutt" Lange, der alle Songs komplett zerpfl├╝ckt und nach eigenen Vorstellungen wiederzusammensetzt, so da├č anschlie├čend alles gleich klingt. Er hat es sogar geschafft, da├č die Platte seiner Frau Shania Twain wie DEF LEPPARD klingt. Wenn Du also einen Produzenten willst, der Deine Songs komplett neu schreibt und sie anschlie├čend selbst einspielt, dann solltest Du zu "Mutt" Lange gehen, nicht jedoch wenn Du ein eigenst├Ąndiger K├╝nstler sein willst. Ein Produzent sollte einen gesunden Abstand bewahren, die Musiker animieren und dort eingreifen, wo es n├Âtig ist.

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Warum hast Du Dich eigentlich nicht einer gro├čen Band angeschlossen, mit der Du vielleicht schneller zu Erfolg und Ruhm h├Ąttest gelangen k├Ânnen?

Es war f├╝r mich immer wichtig, meinem Schicksal zu folgen. Und mein Schicksal hie├č zwei Jahrzehnt lang Y&T. Ich hatte zwar einige Angebote, aber ich lehnte sie alle ab. Ozzy beispielsweise hatte mich gebeten, bei ihm einzusteigen oder ich hatte das Angebot, bei WHITESNAKE vorzuspielen. Auch nach der Aufl├Âsung von Y&T gab es ├Ąhnliche Offerten, die ich jedoch ebenso ablehnte, weil ich einfach mich st├Ąrker pers├Ânlich ausdr├╝cken wollte. Das w├Ąre jedoch nie m├Âglich gewesen, wenn ich mich in einer gro├čen Band h├Ątte unterordnen m├╝ssen. Ich wollte nie ein Backgroundmusiker sein, sondern es war immer ma├čgeblich, da├č ich zugleich singen und gitarrenspielen konnte.

Ich habe geh├Ârt, da├č Du nach dem Split von Y&T Musik f├╝r Werbespots produziert hast. Ist das korrekt?

Nicht ganz. Unser Gitarrist Stef Burns, der ┬╗Ten┬ź mit uns einspielte, erledigte viele Studiojobs nebenher. So spielte er beispielsweise viele Jingles f├╝r Radio- und Fernsehwerbespots ein. Er empfahl mich einem der Produzenten, bei dem ich mich vorstellte und der mich anheuerte. Daher habe ich ├╝ber Jahre hinweg gelegentlich zu solchen Spots den Gesang beigesteuert. Es war einfach verdientes Geld und ich war geschockt, wieviel ich damit verdiente. Es war fast so, da├č ich f├╝nf Minuten sang und daf├╝r mehr Kohle bekommen habe, als ich ├╝ber Jahre hinweg mit Y&T verdient hatte.

Hat Dich diese Erfahrung nicht frustriert?

Eigentlich nicht, denn das waren Gelegenheitsjobs. Es hat mich ein paar Mal im Jahr zwei oder drei Stunden gekostet und das hat es mir erm├Âglicht, weiterhin meinen Lebensunterhalt mit der Musik zu bestreiten.

Und womit hast Du Deine Zeit totgeschlagen, wenn Du nicht arbeiten mu├čtest?

Meine Frau und ich gehen sehr gerne wandern. Au├čerdem fasziniert mich Astronomie: Wir beobachten oft mit unseren Teleskopen den Himmel. Es gibt zweimal im Jahr sehr rege Meteort├Ątigkeit; zu diesem Termin laden wir immer unsere Freunde ein und wir suchen einen Ort abseits der St├Ądte, an denen der Himmel dunkel genug ist, um diese zu beobachten. Die Natur ist sehr wichtig f├╝r mich. Es macht mich verr├╝ckt, wenn ich zu lang in einem Raum eingeschlossen bin.

Was sagt Deine Frau eigentlich dazu, da├č Ihr Ehemann, der schon weit jenseits des Teeniealters ist, immer noch den Rocker markiert?

Diesbez├╝glich hatte ich gro├čes Gl├╝ck gehabt, denn sie hat mich nie versucht von der Musik abzubringen. Bei uns ging das Spielchen sogar in die andere Richtung: Meine Frau hat vor einiger Zeit eine Band gegr├╝ndet, obwohl sie auch schon 42 Jahre alt ist. Die Formation hei├čt ELECTRIC ANGEL und wir haben gerade in meinem Studio ihre erste CD produziert.

Wann seid Ihr auf die Idee gekommen, mit Y&T wieder live aufzutreten?

Wir hatten in den Neunzigern bekanntlich nochmal zwei Platten gemacht, bevor wir dann endg├╝ltig die Segel strichen. Etwa vier Jahre lang haben wir nichts zusammen gemacht, doch im letzten November haben wir etwa drei Wochen lang live in der Besetzung Phil Kennemore, Leonard Haze, Stef Burns und Dave Meniketti gespielt. Das hat so viel Spa├č gemacht und die Fans haben so super reagiert, da├č wir uns entschlossen, weiterhin aufzutreten. Die n├Ąchsten Shows stehen nun in den kommenden Wochen an. Bei den ersten Auftritten spielten wir nur Songs bis ┬╗In Rock We Trust┬ź, also jenen Alben, bei denen Leonard in der Band war, doch bei den kommenden Shows werden wir Songs von allen Y&T-Alben spielen.

Besteht denn auch eine Chance, da├č es irgendwann einen neuen Y&T-Rundling geben wird?

Im Moment nicht, denn wir haben noch nicht ernsthaft dar├╝ber gesprochen. Ich liebe es, gelegentlich Y&T-Shows zu spielen und das alte Material aufzuf├╝hren, aber derzeit konzentriere ich mich auf mein eigenes Projekt, denn die Jungs, die in meiner Band spielen, sind gro├čartig. Im Grunde sehe ich mein neues Album fast als eine neue Y&T-Platte an.

http://www.meniketti.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Meniketti im ├ťberblick:
Meniketti – ONLINE EMPIRE 13-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Dave Meniketti:
Ronnie Montrose – 10 x 10 (Rundling)
Ronnie Montrose – 10 x 10 (Rundling)
QUEENSR┼ŞCHE [II] – Frequency Unknown (Rundling)
QUEENSR┼ŞCHE [II] – News vom 24.01.2013
Y&T – BBC Live In Concert (Rundling)
Y&T – Facemelter (Rundling)
Y&T – UnEarthed Vol. 1 (Rundling)
Y&T – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Cult Complete"-Artikel
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Y&T – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Cult Complete"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 16-"Living Underground"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 20-"Living Underground"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 36-"Living Underground"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 40-"Living Underground"-Artikel
Y&T – ONLINE EMPIRE 64-"Living Underground"-Artikel
Y&T – News vom 30.07.2010
Y&T – News vom 06.04.2011
Y&T – News vom 06.04.2011
Y&T – News vom 07.04.2016
Y&T – News vom 07.04.2016
Soundcheck: Y&T-Album »Ten« im "Soundcheck Metal Hammer 11-12/90" auf Platz 2
Playlist: Y&T in der Kategorie "All-Time-Faves" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: Y&T-Liveshow Balingen, "Bang Your Head!!!"-Festival 28.06.2003 in "Jahrescharts 2003" auf Platz 1 von Stefan Glas
siehe auch: Musik von Y&T im Film "Machine Gun Preacher"
siehe auch: Y&T-Platte als Requisite im Film "Rock Of Ages"
siehe auch: Y&T-Poster als Requisite in einer Episode der zweiten Staffel der TV-Serie "Parker Lewis - Der Coole von der Schule"
YESTERDAY AND TODAY – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Cult Complete"-Artikel
┬ę 1989-2019 Underground Empire


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