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  UE-Home → History → Underground Empire 4 → Rubriken-Übersicht → Special-Übersicht → UdSSR-Szene-Report-Special last update: 05.11.2020, 18:45:40  

”UNDERGROUND EMPIRE 4”-Datasheet

Contents:  UdSSR-Szene-Report-Special

Date:  13.01.1991 (created), 18.04.2010 (revisited), 19.01.2017 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 4

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Natürlich: Dieser Artikel stellte längst nicht das dar, was ich mir von einem solchen Szenenreport erhofft hatte! Obgleich Sergej zunächst einen kompetenten Eindruck machte, sollte sein Artikel dann eine große Enttäuschung darstellen, was nicht nur daran lag, daß er letzten Endes auch das versprochene Photomaterial nicht zur Verfügung stellen konnte. Lange Zeit überlegte ich, ob der Artikel überhaupt abgedruckt werden sollte, doch als Herman (der übrigens später aus sich heraus sagte, daß das Werk seines Kollegen zwischen schwach und blamabel einzuordnen sei) sich dann bei mir meldete, sah ich für die Zukunft eine solide Basis für fundierte Stories aus Osteuropa - nicht umsonst steht im Schlußwort überdeutlich der Ausdruck "erster Schritt".

Daß unser Interesse an "Ostblock-Metal" berechtigt war, zeigt sich daran, daß man die Szenen dieser Länder bis heute quasi komplett als Underground bezeichnen kann, denn in den fast 20 Jahren, seit dieser Artikel entstanden ist, haben es allenfalls eine Handvoll Bands geschafft, auch international in großem Stil bekannt zu werden, während es immer noch keiner russischen Band gelungen ist, auch im Westen den Durchbruch zu schaffen.

Leider sollte aber die geplante Kooperation mit Sergej und Herman keine weiteren Artikel mehr hervorbringen, wobei ich mich mittlerweile nicht mehr daran erinnern kann, warum dies nicht klappen sollte. Doch immerhin sollte ich in den kommenden Monaten zumindest für den METAL HAMMER einige Stories mit russischen Bands wie E.S.T. oder GORKY PARK machen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

''UdSSR-Szene-Report''-Titel

Ich habe in letzter Zeit, großteils durch Zufall, einige Kontakte in die UdSSR erhalten, von denen einige Leute gerne etwas über ihre Szene für uns schreiben würden. Wir wollen diese Reihe mal mit einer Vorstellung der sowjetischen Szene beginnen, die Sergej Kasalapow für uns verfaßt hat. In Zukunft wird auch Herman Babkin uns über russische Szene informieren. Er war früher der offizielle Schreiber in Sachen "UdSSR" für das WILD RAGS-Magazin. Nachdem dieses aber in seiner ursprünglichen Form nicht mehr existiert, will er ab sofort sich etwas fürs UNDERGROUND EMPIRE betätigen. Ich begrüße beide hiermit herzlich und übergebe zunächst mal Sergej das Wort!

Ja, ja, Ihr habt richtig verstanden - Heavy Metal in der Sowjetunion! Das mag für einige unvorstellbar klingen, aber es gibt bei uns nicht nur böse Männer und kalte Winter, sondern auch schwere Musik und harte Fans!

Vor Beginn der Perestroika im Jahre 1985 erlaubte die politische Führung keinen Heavy Metal. Die Gruppen hatten keine Möglichkeit zu spielen. Aber seit der Perestroika gibt es diese Möglichkeit. Inzwischen nennen wir Gruppen wie ARIA, KRUIZ, BLACK COFFEE oder SHAH schon die Veteranen des Heavy Metal in der UdSSR.

Ein Teil der russischen Bands spielen inzwischen auch schon auf großen Festivals wie dem "Monsters Of Rock". Dort traten beispielsweise schon ARIA auf, die man als die russischen IRON MAIDEN bezeichnet und ein hohes spielerisches Niveau haben. Ebenso normale Hard Rock-Bands wie BLACK COFFEE, Glam-Bands wie LOCKER oder eher klassische Heavy Metal-Acts wie MARKIZA, aber auch Thrashbands wie MASTER oder E.S.T. treten heute bei solchen Festivals auf.

Besonders ARIA und BLACK COFFEE sind bei uns sehr populär und haben schon zwei Schallplatten veröffentlicht. Sie haben aber auch schon einige Kassettenveröffentlichungen, da es bei uns nicht besonders leicht ist, Schallplatten zu machen. Dafür hat nämlich das staatliche Label MELODIJA ein Monopol.

Unter dem Namen "Der Eisenmensch" findet bei uns eine absolute Thrashshow statt. Sie wird organisiert von der Moskauer "Kooperation des Hard Rock". Diese Organisation wurde von der Gruppe KORROZIA METALLA gegründet, und der Leiter ist der Bassist der Band Sergej Troizkij. KORROZIA METALLA spielt sehr harten Thrash und besteht aus ziemlich verrückten Thrashern. Das stört aber keineswegs die Show der Band, die man als eine "aktive Sex-Show" bezeichnen könnte. Sergeij erklärt, daß sich die Kooperation für folgende Ziele einsetzt: 1. Thrash spielen und anderen Thrashbands zu helfen; 2. Die Geburtenziffern erhöhen (Familienplanung mit Hilfe von Thrashmusik unter dem Motto "Schenkt Gorbi ein Kind" oder was??? - Red.); 3. Kampf gegen AIDS. Bei den bereits erwähnten "Eisenmann"-Festivals nehmen neben KORROZIA METALLA auch HELLRAISER, E.S.T., KONSUL, KRONER, KANTOR, EDEM oder BLOODLUST teil, wobei die ersten drei Bands die zur Zeit populärsten hier sind.

Es gibt eine weitere Organisation namens "Moskauer Rock Vereinigung", die junge Bands unterstützt und mit ihnen Konzerte organisiert. So spielten dort neben bekannteren Bands schon KLINIKA, die sehr nach MOTÖRHEAD klingen, DED PICHTO, die gewöhnlichen Hard Rock machen oder auch MAFIJA, eine weitere sehr populäre Thrashband.

Wir haben auch einige Bands, die sich stark am Westen orientieren, wie beispielsweise die Thrashacts KRUIZ oder SHAH oder die kommerzorientierten GORKY PARK. Diese Band fahren auch oft ins Ausland, so daß sie in Deutschland schon durchaus bekannt sind. Sie sind aber auch in der Sowjetunion recht populär.

Soviel in Kürze zur Situation der russischen Metal-Szene. Die schwere Musik hilft hier vielen Menschen mit ihrem nicht besonders leichten Leben.

Somit wäre ein erster Schritt in Richtung Sowjetunion getätigt. Lassen wir uns doch mal überraschen, was uns die beiden noch so alles auftischen werden!

Artikel:
Sergej Kasalapow

Bearbeitung:
Stefan Glas


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