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”UNDERGROUND EMPIRE 4”-Datasheet

Contents:  JAG PANZER-''Cult Complete''-Artikel

Date:  18.01.1991 (created), 28.02.2010 (revisited), 05.02.2017 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 4

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Die frühe Bandphase unter dem Namen TYRANT, der ebenfalls einige wenige Demoaufnahmen entsprangen, fehlt in dieser Story komplett - ich bin mir nicht mal sicher, ob dieser Abschnitt damals überhaupt so weitläufig bekannt gewesen war, denn seinerzeit verbreiteten sich Informationen noch nicht dank Internet in Windeseile.

Für einen versöhnlichen Abschluß des »Chain Of Command«-Dramas sorgten dann CENTURY MEDIA, die die Platte 2004 veröffentlichten, bescheidene 17 Jahre nach den Aufnahmen, so daß wir heute die drei Fragezeichen in der Übersichtsbox am Ende des Artikels löschen könnten.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Titel: Cult Complete
Dekolinie

JAG PANZER-Logo

Viele unter Euch sind sicher der Meinung, daß "Cult Complete" mit dieser Band hätte beginnen sollen. Nun, da habt Ihr gewiß nicht unrecht, aber warum soll man nicht mal etwas unkonventionell durchstarten? Soviel war aber auch klar: Die zweite Band für "Cult Complete" mußte JAG PANZER sein!

So sehr man sich über diese Frage streiten kann, bin ich aber dennoch davon überzeugt, daß die meisten unter Euch zustimmen werden, wenn ich jetzt sage, daß sie wohl die Kultband schlechthin sind. Ganz unzweifelhaft ist JAG PANZER auch die Band der Raritäten und schwachen bis geschmacklosen Covern. An beiden hat ihr ehemaliges Label AZRA/IRON WORKS "Schuld". AZRA/IRON WORKS sind dafür bekannt, daß sie von ihren Bands Tausende Sonderpressungen veröffentlichen. Ich will da nur an Bands wie LIEGE LORD oder INTRÜDER erinnern, die beide nur eine LP bei diesem Label veröffentlichten, von denen dann aber mehrere Picture Discs bzw. Shapes hergestellt wurden, genauso wie das Artwork ihrer Platten war eigentlich noch nie berauschend war. So hatten JAG PANZER nur zwei reguläre Scheiben releast, aber ein Sammler kann locker bis zu zehn Vinyls von der Band im Schrank stehen haben.

JAG PANZER-Cover: »Tyrants«

Bei der ersten Veröffentlichung von JAG PANZER, die mir bekannt ist, handelt es sich um ein 3-Song-Demo aus dem Jahre 1983, welches neben den Songs ›Battle Zones‹ und ›Black Sunday‹ einen weiteren enthält, der nie in Vinyl erschien, paradoxerweise aber einer der besten JAG PANZER-Songs ist. Im gleichen Jahr erschien dann auch das erste Vinyl von JAG PANZER, eine 4-Song-EP, die eigentlich keinen Titel hat, für die sich aber in der Szene ist mittlerweile der Name »Tyrants« etabliert hat. Aus dieser Scheibe wurde der Song ›Deathrow‹ extrahiert und in mehreren Versionen als Shape veröffentlicht. Von zweien wurden je 500 Stück hergestellt: das hier abgebildete und ein weiteres mit dem Covermotiv der EP. Dann gibt es noch eine Shape in 50er Auflage und eine Version, die nur zweimal gepreßt wurde. Eine davon besitzt die Plattenfirma, die andere unser allseits bekannter Jürgen Hegewald. Irgendwann später veröffentlichte AZRA/IRON WORKS eine weitere Shape, die, etwas billig, schlicht die Fotos von John Tetley und The Tyrant von der EP als Motiv enthielt.

JAG PANZER-Cover: »Deathrow«

Das gewiß bekannteste Werk von The Tyrant, Mark Briody, John Tetley, Rick Hilyard und dem damals gerade eingestiegenen Joey Tafolla ist die LP »Ample Destruction«, die im Jahr 1984 erschien, und wenn ich mir heute das Megawerk anhöre, legen sich meine Ohren immer noch in Windrichtung an! »Ample Destruction« gab es nach Plattenfirmengewohnheit natürlich auch in einer Version mit durchsichtigem Vinyl und zugleich als Picture Disc, deren Cover allerdings auch nicht viel besser war als das der LP, moderner vielleicht... Ein Jahr später tauchte plötzlich eine Wiederveröffentlichung der Platte mit dem Bonustrack »Black Sunday« auf dem kanadischen Label BANZAI RECORDS auf, die gänzlich ohne die Zustimmung der Band vonstatten gegangen war. Im strengen Sinne ein Bootleg also! Ebenso 1985 veröffentlichten JAG PANZER ihr nächstes Demo, das die Songs ›Viper‹, ›Lustful And Free‹, ›Eyes Of The Night‹ und die melancholische Überballade ›Take This Pain Away‹ zum besten gab. Dann war lange Zeit nichts mehr von JAG PANZER zu hören. Auflösungsgerüchte wurden immer häufiger laut. Doch im Laufe des Jahres 1986 erschien dann ein neues Demo, das das '85er Tape komplett beinhaltete und zudem mit ›Shadow Thief‹, ›Lying Deceiver‹, ›Fallen Angel‹ und dem IRON BUTTERFLY-Cover ›In-A-Gadda-Da-Vida‹ bestückt war. Allem voran enthielt dieses Demo aber ›Out Of Sight‹, einen begnadeten Song, bei dem es ein Verbrechen ist, daß er nie auf Vinyl erschien und wohl auch nie erscheinen wird.

JAG PANZER-Cover: »Ample Destruction« [AZRA]

Obwohl Tyrant noch auf diesem Demo sang (sofern mich meine Ohren nicht täuschen; Line-up ist nämlich nicht aufgeführt), erschien im gleichen Jahr von der Band SATAN'S HOST die LP »Metal From Hell«, auf der ein gewisser Leviathan Thisiren sang. Aber bei einer solch charakteristischen Stimme konnte es nicht lange geheim bleiben, daß dies nur ein Pseudonym von The Tyrant war, was ja eigentlich auch schon wieder ein Künstlername ist. Inzwischen dürfte sich aber rumgesprochen haben, daß das Stimmwunder in Wirklichkeit Harry Cronklin heißt - ist auch wirklich kein aussagestarker Name für eine solche Stimme... Lange hielt es der gute Harry aber nicht bei SATAN'S HOST aus - eigentlich nicht verwunderlich bei dem doch sehr zweifelhaften Image der Band, obwohl man zugeben muß, daß auch JAG PANZER einige seltsame textliche Verirrungen aufzeigten, die ich allerdings unter dem Begriff "Jugendsünden" laufen lassen will. Harry wechselte schon bald zu TITAN FORCE, mit denen er 1987 ein Demo namens »In A Blaze Of Glory« aufnahm. Es folgte ein Deal mit US METAL RECORDS und das unbeschreibliche Debut. Zur neuen Scheibe - bitte weiterblättern zu den Plattenbesprechungen!

JAG PANZER-Picture Disc: »Ample Destruction« [AZRA]

Etwa gleichzeitig verdrückte sich auch Joey Tafolla, um seine eigene Karriere zu starten.

JAG PANZER-Cover: »Ample Destruction« [BANZAI]

JAG PANZER waren also sängerlos, und keiner glaubte mehr an eine Zukunft der Band. Wie sollte die Band auch den Verlust einer solch charismatischen Stimme verkraften? Doch allen Unkenrufen zum Trotz rappelten sich JAG PANZER nochmal hoch und fanden in Bob Parduba einen neuen Sänger, der gewiß nicht diese unvergleichliche Ausstrahlung haben kann wie The Tyrant. Bob hat jedoch eine total andere Stimme, so daß er nie ernsthaft mit The Tyrant verglichen werden kann. Bei einem solchen Vergleich wäre er natürlich hoffnungslos verloren. Er hat eine weitaus eingängigere und glattere Stimme, die aber auch eine Menge Aussagekraft besitzt. JAG PANZER hatten sich also bestmöglich aus der Affäre gezogen und eigentlich sollte sie auch nicht mehr dran hindern können, so richtig loszulegen. Dementsprechend frohgemut stürzte man sich schon 1987 ins Studio, um eine neue LP aufzunehmen. Zu dieser, die »Chain Of Command« heißen sollte, besitze ich ein Advance Tape, das mich schwer beeindruckt. Einziger Fehler - wir schreiben das Jahr 1991, und »Chain Of Command« ist immer noch nicht erschienen. Ein weiterer Beweis, daß Qualität nicht Erfolg bedeutet und umgekehrt! Es gab zwar immer mal wieder Gerüchte, daß die Platte nun doch erscheinen sollte, und zwischenzeitlich war sogar mal die Rede davon, daß die Gruppe die Bänder neu mischen würde, woraufhin sie dann veröffentlicht würde. Nichts geschah jedoch, und ich habe inzwischen fast die Hoffnung aufgegeben. Es tut mir nur leid, daß dadurch interessierten Leuten, die Songs ›Prelude‹, ›Chain Of Command‹, ›Shadow Thief‹, ›She Waits‹, ›Ride Through The Storm‹, ›In-A-Gadda-Da-Vida‹, ›Never Surrender‹, das auf den Demos noch einen veränderten Refrain besaß und ›Viper‹ hieß, ›Burning Heart‹, ›Sworn To Silence‹, ›Dream Theme‹ oder das in Trance versetzende Schlußinstrumental ›Gavotte In D‹ entgehen. Doch dies sind nicht die einzigen Verluste, die durch das konsequente Nichtbeachten von JAG PANZER der Musikwelt erleidet. Ich habe zum Beispiel eine instrumentale Proberaumaufnahme, auf der einige vielversprechende unbekannte Songs stehen. Oder wenn ich da an die unveröffentlichten Demosongs denke...

JAG PANZER-Cover: »Ample Destruction« [BARRICADE]

Abschließend sei vielleicht noch zu sagen, daß sich im letzten Jahr zwei Labels berufen fühlten, jeweils eine seltsame Neuauflage von »Ample Destruction« auf den Markt zu werfen.

JAG PANZER-Cover: »Ample Destruction« [METALCORE]

JAG PANZER sind für die Durchblicker in der Szene die Kultband, aber von der Masse wurden sie immer ignoriert, so daß sie nie einen Fuß in die Tür zum Erfolg kriegten. Ist das der Preis, den man zahlen muß, um unsterblich zu werden?

JAG PANZER

Demo- und Discographie

3-Song-Demo1983

Tyrants (EP)1983

Deathrow (Shape, verschiedene Versionen)1983

Ample Destruction (LP)1984

Ample Destruction (LP, Bootleg-Re-Release via BANZAI RECORDS)1984

4-Song-Demo1985

9-Song-Demo1986

Chain Of Command (Advance Tape)1987

Ample Destruction (LP & CD, Re-Release via METALCORE RECORDS)1990

Ample Destruction (LP & CD, Bootleg-Re-Release via BARRICADE RECORDS)1990

Chain Of Command (LP)????

Stand: Januar 1991


Stefan Glas


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† Wir gedenken Eric Eycke, heute vor 2 Jahren verstorben. Unsere Berichterstattung über das Lebenswerk findet Ihr
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