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  UE-Home → History → Online Empire 30 → Rubriken-Übersicht → Special-Übersicht → Monster, Silikon & Polycarbonat-Special last update: 08.11.2017, 20:42:13  

Covercollage

Billigsampler, Ramschware. Es gibt sie wie Sand am Meer, und dennoch gibt es einige Labels auf dieser Welt, die sich dazu berufen fĂŒhlen, noch immer mehr davon hinzuzufĂŒgen. Bei einem aktuellen Beispiel, dem "Beitrag" der Firma CLEOPATRA RECORDS, der auf deren treffend betiteltem Unterlabel FANTASTIC PRICE RECORDS erschienen ist, haben die Macher zumindest fĂŒr eine verfĂŒhrerische Verpackung gesorgt, aber letzten Endes ist doch alles Schmu, Etikettenschwindel und Betrug. Im Gegensatz zu den sonst ĂŒblichen Verpackungen, denen man den schludrigen Inhalt schon sofort an der Nasenspitze ablesen kann, haben CLEOPATRA RECORDS statt dessen eine ordentlich aufsilikonisierte Blondine fĂŒr die Cover in die Kamera starren lassen, um so den potentiellen KĂ€ufer mit vollen Lippen zu betören...

Los geht es mit den »Monster Metal Hits«: Nicht nur, daß man hier schon mal die IRON MAIDEN-Schrift gewĂ€hlt hat, um den Titel zu gestalten - frei nach dem Motto: Ein Wink mit dem Zaunpfahl hat noch nie geschadet - so ist auch der Blick jener Blondine ganz besonders betörend... Der musikalische Inhalt indes hat mit Metal rein gar nichts zu tun, sondern es befinden sich nahezu ausschließlich Haarspray- und Posertruppen auf der Scheibe, und darĂŒber hinaus ist kaum eine Originalversion auf dieser CD zu finden, sondern es mĂŒssen oft genug Neueinspielungen oder Liveversionen herhalten. Exemplarisch kann man dies an der Nummer â€șLay It Downâ€č von RATT zeigen, die in Zeiten des großen Clinchs zwischen Stephen Pearcy und seinen ehemaligen Kollegen entstanden ist: Die Credits fĂŒr diese Neueinspielung geht an RAT ATTACK feat. Stephen Pearcy und dĂŒrfte somit aus jenen Aufnahmesessions stammen, aus der spĂ€ter die MICKEY RATT featuring Stephen Pearcy-CD hervorgegangen ist, aus der dann wiederum fĂŒr die europĂ€ische Version die »Ratt Attack«-CD wurde, die unter dem Namen Stephen Pearcy veröffentlicht wurde. Ebenso verdĂ€chtig ist die Tatsache, daß hier die MICHAEL SCHENKER GROUP mit â€șDoctor Doctorâ€č vertreten ist, was man streng gesehen als eine Coverversion jener UFO-Nummer ansehen könnte, doch zum Thema Cover kommen wir erst spĂ€ter. Und ganz abgesehen davon, eine echte "Coverversion" gibt es hier auf jeden Fall, denn von ICARUS WITCH findet man eine Coverversion von Ozzy Osbournes â€șS.A.T.O.â€č, bei der Ex-DOKKEN-Gitarrist George Lynch mitgespielt hat, dessen Spiel allerdings so unglaublich schlecht ist, daß man sich absolut im Traum nicht vorstellen kann, daß es sich hierbei wirklich um den "echten" Lynch handeln soll. Doch wie gesagt, das Thema Coverversionen werden wir spĂ€ter noch etwas erschöpfender behandeln.

ZunĂ€chst wenden wir uns nĂ€mlich den »Monster Metal Power Ballads« zu, die genauso wenig metallisch sind wie die »Monster Metal Hits«. Auch hier tauchen hauptsĂ€chlich Bands wie CINDERELLA, GREAT WHITE, oder L.A. GUNS auf, und es werden ebenso hauptsĂ€chlich Neueinspielungen (wie beispielsweise das hier mit WHITE LION angegebene â€șWaitâ€č dĂŒrfte schĂ€tzungsweise jene Version sein, die Mike Tramp auf seiner »Remembering White Lion«-CD verewigt hatte) oder Liveversionen (wie auch in Falle der »Monster Metal Hits« mal wieder NIGHTRANGER) angeboten. Aber immerhin, zumindest hat sich das Covermodel hier schon zur Ruhe gebettet und blickt den potentiellen KĂ€ufer ganz begierig an...

Jesse Jane-PhotoNoch peinlicher wird es indes bei »Cover Me In '80s Metal«, was nicht nur daran liegt, daß eben jene Blondine auf dem Umschlag schon blowjobwillige Gesichtshaltung angenommen hat (Ein Bild, das den Machern offensichtlich so gut gefallen hat, daß es als einziges von den drei Covern auch auf dem CD-Aufdruck verewigt wurde...), sondern hier kommen nahezu ausschließlich schlechteste Coverversionen zum Zug. Leider ist keine dieser Coverversionen wirklich der Rede wert und metallisch sind sie ohnehin nicht, denn die hĂ€rtesten Nummern, die hier ran durften, waren DEF LEPPARDs â€șPhotographâ€č und â€șLovedriveâ€č von den SCORPIONS - und was â€șSheer Heart Attackâ€č von QUEEN sowohl mit Metal als auch mit den '80s zu tun haben soll, wird wohl niemand schlĂŒssig erklĂ€ren können...

Doch die Verantwortlichen bei CLEOPATRA RECORDS haben noch grĂ¶ĂŸere GeschĂŒtze aufgefahren, um Euch ihre Machwerke aufzunötigen: FĂŒr die entsprechenden Anzeigen durfte die gleiche Dame, in eben jener Form, die ihr nun auf der rechten Seite begutachten könnt, nĂ€mlich in voller Silikonpracht und mit knappem Bikini-Outfit, bei dem das bereitwillige Herablassen angedeutet wird (jau, es werden wirkliche alle plumpen Register gezogen!), herhalten, um möglichst auch noch das "Sex sells"-­Ver­kaufs­ar­gu­ment ausschlachten zu können. Das Ă€ndert aber nichts daran, daß ihr diese Sampler bedenkenlos in der Obhut von CLEOPATRA RECORDS belassen könnt, denn selbst wenn ihr euch auf Anhieb in eben jene kugelrunden Argumente verkuckt haben solltet, bei den CDs werdet ihr sie eben nicht entdecken. Deswegen klickt lieber jenes Bild auf der rechten Seite an, so daß Ihr sie dann in extragroßem Format bewundern könnt...

Oder aber Ihr könnt auf die Homepage von besagter Dame gehen, denn wie man anhand eines Hinweises auf besagter Anzeige ablesen kann, handelt es sich bei dem Modell um den Pornostar Jesse Jane:

http://www.jessejane.com/


Stefan Glas

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