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Am anderen Ende der Welt tut sich was: Auf der Insel RĂ©union, die im Indischen Ozean liegt, bastelt die Band NAZCA seit Jahren an ihrem melodisch-progressiven Metal und ist nun endlich bereit, ihr Schaffen mit der ganzen Welt zu teilen. Daher baten wir SĂ€nger Blanc-Blanc, uns sowohl in die Geheimnisse der Musik NAZCAs als auch der Szene auf diesem traumhaften, wilden Eiland einzuweihen.

Wie bist Du zu Deinem Spitznamen Blanc-Blanc gekommen? Meine mangelhaften Französischkenntnisse verraten mir, daß "blanc" ĂŒbersetzt "weiß" bedeutet.

Ich erhielt den Spitznamen als ich etwa 14 Jahre alt war: Ich habe schon frĂŒh angefangen, Fußball zu spielen und im Alter von 25 aufgehört. Ich habe wĂ€hrend dieser Zeit in einigen sehr guten Klubs gespielt und schon sehr frĂŒh nannten mich meine Freunde aufgrund des weißen Trikots, das ich bei einem Club getragen habe, "Blanc-Blanc". Ich habe den Namen beibehalten und selbst mein Boß nennt mich so.

Die Insel RĂ©union, Eure Heimat, hat knapp eine halbe Million Einwohner. War es schwer, die passenden Musiker zu finden, um NAZCA zu grĂŒnden?

Es war und ist sehr schwer, denn wir suchen schon seit geraumer Zeit erfolglos einen Keyboarder. Es gibt zwar auf RĂ©union etliche Musiker, aber die meisten geben sich damit zufrieden, ausschließlich Coversongs zu spielen und ab und zu in kleinen Clubs oder Bars aufzutreten. Wir haben 1993 mit NAZCA genauso angefangen, aber fĂŒr uns war es schnell klar, daß wir uns auf eigenes Material konzentrieren wollten. Musiker mit dem gleichen Anspruch und den nötigen FĂ€higkeiten findet man auf RĂ©union nur sehr selten. Ich hatte das GlĂŒck, unseren Gitarristen Xavier Bonneville kennenzulernen, der in Nancy in Frankreich auf dem CMCN-Gitarreninstitut eine Ausbildung absolviert hat. Das war damals der Startschuß fĂŒr NAZCA.

Ist NAZCA ein Phantasienamen?

Nein: Es ist der Name einer Hochebene in Peru. Es ist ein sehr mysteriöser Ort, bei dem man riesige Symbole, die beispielsweise wie ein Vogel oder ein Affe aussehen, auf dem Boden erblicken kann. Die Herkunft der Symbole ist ungeklĂ€rt und sie sind so groß, daß man sie nur erkennen kann, wenn man ĂŒber diese Hochebene fliegt. Es gibt Menschen, die behaupten diese Symbole wĂŒrden von Außerirdischen stammen. Wir wollten auf jeden Fall einen Namen, bei dem man nicht zwangslĂ€ufig auf den Stil der Band zurĂŒckschließen kann. Daher ist NAZCA der perfekte Name fĂŒr uns.

Hat das etwas mit dem Symbol zu tun, das auf dem Cover Eurer Demo-CD »Reaching Your Soul« und ebenfalls im Booklet der neuen CD »The White Wheel« zu sehen ist?

Es war nur eine Spielerei von mir. Es handelt sich um eine entfremdete Kombination der ersten beiden Buchstaben unseres Bandnamens: "N" und "A". Außerdem sind dies die Anfangsbuchstaben der Namen meiner beiden Kinder: Ann-Laure und Anthony.

Auf besagter Demo-CD gab es vom Titelsong einen gekĂŒrzten Videoedit. Existiert zu â€șReaching Your Soulâ€č wirklich ein Videoclip?

Nicht nur zu â€șReaching Your Soulâ€č, sondern auch zu â€șThe Great Masqueradeâ€č. Weil â€șReaching Your Soulâ€č mit ĂŒber acht Minuten Spielzeit natĂŒrlich zu lang war, mußten wir fĂŒr das Video eine kĂŒrzere Version zusammenschneiden. Ich arbeite als Soundtechniker in einem Theater und aus diesem Grund habe ich Kontakte zu Firmen, die Videos drehen. Diese Chancen wollte wir uns natĂŒrlich entgehen lassen. Immerhin wurden beide Videos im lokalen Fernsehen mehrfach gezeigt. Wir werden demnĂ€chst fĂŒr »The White Wheel« auch einen Clip drehen, haben uns allerdings noch nicht entschieden, welchen Song wir wĂ€hlen werden.

»Reaching Your Soul« habt Ihr einem gewissen Stephane Desnos gewidmet.

Er war der erste NAZCA-Gitarrist, der 1994 bei einem Autounfall ums Leben kam. Er war nicht nur ein sehr guter Gitarrist, sondern auch ein guter Freund von uns, so daß dieser Verlust uns sehr schwer getroffen hatte.

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Ihr konntet vor kurzem endlich einen Plattenvertrag abschließen, so daß Eure Platte »The White Wheel« nun endlich erscheinen kann. Damit findet eine schier endlose Geschichte doch noch ein glĂŒckliches Ende. Schildere uns doch bitte mal das Schicksal, das der Platte zuteil wurde!

»Reaching Your Soul« erschien 1997 und im nĂ€chsten Jahr nahmen wir einen weiteren Song auf, der auf RĂ©union auf einem Sampler erschien. Danach ging unser Drummer Eric Carrere 14 Monate lang nach Australien, um an einem Konservatorium eine Ausbildung als Soundengineer zu absolvieren, so daß die Band wĂ€hrend dieser Zeit mehr oder minder auf Eis lag. Ende 1999 begannen wir endlich die Aufnahmen fĂŒr »The White Wheel«. Dank der Hilfe unseres Freundes Harrag Bendameche, der damals in Paris die Radiosendung "Electrochoc" machte und mittlerweile bei der Plattenfirma NTS arbeitet, kamen wir in Kontakt mit PINK CREAM 69-Basser Dennis Ward, der sich bereiterklĂ€rte, das Album zu mixen. Daher kam Dennis im Februar 2000 fĂŒr den Mix zu uns. Danach beschlossen wir, noch einige Intros, Zwischenparts oder Soundeffekte einzufĂŒgen. Das hat eine Menge Zeit gekostet, weil uns die Computertechnik mehrfach einen Streich spielte. Anschließend haben wir das Material nochmal Dennis zugeschickt, so daß er den Mix komplettieren konnte. Allerdings war er zu diesem Zeitpunkt stark bei anderen Arbeiten eingespannt, so daß er sich unserem Material nur zwischendurch widmen konnte. Als wir das Album Anfang 2001 endlich fertig in unseren HĂ€nden halten konnten, hatten wir keinen Franc mehr ĂŒbrig, um es pressen zu lassen. Daher machten wir uns auf die Suche nach einer Plattenfirma, was natĂŒrlich entsprechend schwer ist, wenn man so weit von allen maßgeblichen Firmen entfernt lebt. Letztendlich schlossen wir nach lĂ€ngerer Suche hier auf RĂ©union einen Vertrag mit der Produktionsfirma HEMISPHERE SUD ab. In Zusammenarbeit mit ihnen wollten wir die CD pressen lassen und in Frankreich ĂŒber den Indievertrieb BLACK CAT auf den Markt bringen. Kaum waren diese PlĂ€ne ausgearbeitet, machte BLACK CAT pleite, so daß wir wieder mit leeren HĂ€nden dastanden. Doch nun haben wir bei BRENNUS unterschrieben, so daß »The White Wheel« nach ĂŒber drei Jahren endlich erscheinen wird - und dank des POINT-Vertriebes auch in Deutschland erhĂ€ltlich sein wird.

Warum habt Ihr fĂŒr »The White Wheel« alle drei Songs von »Reaching Your Soul« nochmal aufgenommen?

Wir hĂ€tten eigentlich genug neue StĂŒcke gehabt, aber wir fanden die Songs von »Reaching Your Soul« sehr stark, und wollten mit unserem Debut natĂŒrlich den bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Daher haben wir â€șReaching Your Soulâ€č und â€șThe Great Masqueradeâ€č ein wenig ĂŒberarbeitet und neu eingespielt. Lediglich von dem Instrumental â€șStrangeâ€č haben wir die '97er Aufnahmen verwendet, die neu gemastert wurden.

Auf dem Cover von »The White Wheel« wird man eine meteorologische Aufnahme eines Hurricanes sehen. Das Bild versinnbildlicht den Titel sehr gut!

Der Hauptgrund war, daß wir auf RĂ©union sehr hĂ€ufig Hurricanes haben. Die meisten toben zwar nur auf dem Ozean, aber pro Jahr streifen vier bis fĂŒnf auch die Insel. Besonders im Dezember und Januar haben wir oft Hurricanes und manchmal gehen sie mit einer enormen Zerstörung einher. Der letzte schlimme Hurricane liegt zwar schon 30 Jahre zurĂŒck, aber da es auf RĂ©union auch viele aktive Vulkane gibt, sind diese Naturereignisse ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, die uns stets begleiten und die Gedanken der Menschen beeinflussen.

Warum hast Du den Song â€șThe Child Of Guyanaâ€č Deinem Vater gewidmet?

Guyana gehört wie RĂ©union zum französischen Überseedepartement. Ich wurde in der NĂ€he von Lyon geboren, doch als ich fĂŒnf Jahre alt war, zogen meine Eltern nach Guyana. Ich lebte dort sechs Jahre lang, bis ich im Alter von elf Jahren nach RĂ©union kam. Auf Guyana verlebte ich eine sehr schöne, zugleich aber auch schwere Zeit: Zum einen fand ich es toll, quasi mitten im Dschungel aufzuwachsen, was ich heute immer noch ein wenig vermisse. Andererseits trennten sich meine Eltern wĂ€hrend dieser Zeit und außerdem wurde mein Vater auf Guyana sehr krank, so daß er wenig spĂ€ter starb. Deshalb habe ich ihm den Song gewidmet. Der Grund fĂŒr dieses "Vagabundenleben" war der Beruf meiner Eltern: Sie waren beide Lehrer an der "Academie National", die das Lehrpersonal fĂŒr das Überseedepartment stellen.

Euer Metal ist sehr melodisch und kann durchaus als eingĂ€ngig bezeichnet werden. Dennoch habt Ihr kaum einen Song unter fĂŒnf Minuten LĂ€nge und â€șReaching Your Soulâ€č ist gar ĂŒber acht Minuten lang. Ist das nicht ein Widerspruch?

Ich muß zugeben, daß man auf »The White Wheel« merkt, daß wir uns in den Songs zu sehr von unterschiedlichen EinflĂŒssen haben verleiten lassen. Man merkt manchmal, daß Musik von progressivem Heavy Metal bis zu AOR fĂŒr uns eine große Rolle spielt. Daher haben wir die Songs oft in die LĂ€nge gezogen. Das ist bei dem neuen Material allerdings nicht mehr der Fall und die neuen Songs sind kompakter ausgefallen. Die Lieder werden generell gesagt hĂ€rter und schneller ausfallen, aber ebenfalls sehr melodisch sein. FĂŒr uns ist die Basis eines Songs immer eine gute Melodie!

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Gibt es schon konkrete PlĂ€ne fĂŒr das nĂ€chste Album?

Wir haben natĂŒrlich eine Menge Songs, die wir sofort aufnehmen könnten, aber wir werden uns zunĂ€chst auf die Promotion von »The White Wheel« konzentrieren. Wir werden aber weiterhin an der Vorproduktion fĂŒr die nĂ€chste Platte arbeiten, so daß wir zwölf oder fĂŒnfzehn Songs bis ins Detail ausgearbeitet haben und eventuell Ende des Jahres wieder ins Studio gehen werden.

Inwiefern beeinflußt Eure Heimat Eure Musik? WĂŒrden NAZCA anders klingen, wenn die Musiker beispielsweise in Frankreich leben wĂŒrden?

Es ist sicherlich ein wichtiger Gesichtspunkt, daß es hier auf RĂ©union nicht die gleiche Konkurrenzsituation gibt wie in Europa. Dort existieren unendlich viele Bands, die darum kĂ€mpfen mĂŒssen, sich voneinander abzugrenzen. Dieser Druck lastete dank der rĂ€umlichen Isolation nie auf uns, so daß wir unseren Stil ungezwungen entwickeln konnten und uns nie verbiegen mußten.
Musikalisch gibt es bestimmt EinflĂŒsse, aber ich glaube, daß diese nicht sehr offensichtlich sind. Wir haben schon öfter drĂŒber nachgedacht, Elemente aus der traditionellen Musik von RĂ©union in unsere Songs einzubauen. Besonders in rhythmischer Hinsicht gĂ€be es da einige Ansatzpunkte. Wir haben aber bislang noch keine ĂŒberzeugende Möglichkeit gefunden, dies mit unseren Songs zu verschmelzen. Wir wollen aber auf keinen Fall aus kommerziellen GrĂŒnden solche Elemente in die Songs zwĂ€ngen, sondern warten, bis uns die richtige Inspiration kommt.
Ansonsten werden wir sicherlich durch unsere Heimat beeinflußt, weil das Leben hier völlig anders ist als in Europa. Ich sage immer, daß ich zwar kein Rockstar bin, aber das Leben eines Rockstars fĂŒhre: Wir haben hier permanent Sonne und das Meer ist fĂŒnf Minuten von meinem Haus entfernt.
Auf der anderen Seite macht die große Entfernung zu Europa vieles schwieriger. Das mußten wir wie erwĂ€hnt feststellen, als wir nach einem Plattenvertrag suchten.

Wie sieht die Metalszene auf RĂ©union aus? Gibt es neben NAZCA noch andere ernstzunehmende Metalbands?

Wie ich schon sagte, machen die Coverbands den Löwenanteil aus. Aber es gibt mittlerweile einige vielversprechende junge Bands mit ganz unterschiedlicher stilistischer Orientierung, von denen aber noch keine ein Demo aufgenommen hat. Dennoch geben sie Grund zur Hoffnung, daß es in den nĂ€chsten Jahren neue, ernstzunehmende Bands von RĂ©union geben wird. Die erste Band wird wohl CRYSALIS sein, die demnĂ€chst ins Studio gehen werden. Der Gitarrist spielte einige Zeit bei uns und entschloß sich dann, nach Nancy auf das gleiche Gitarreninstitut wie Xavier zu gehen. Dort hat er einen Bassisten und einen Gitarristen kennengelernt, mit denen er wĂ€hrend der Ferien zurĂŒckkam, um die CRYSALIS-CD aufzunehmen. Anschließend werden sie in Nancy ihr Studium beenden.

Wie ist es auf Réunion um Liveclubs bestellt, in denen Ihr auftreten könnt?

Es gibt etwa 20 Clubs und Bars, die Livekonzerte veranstalten. Außerdem hat jede Stadt ein kleines Theater, in dem man auftreten kann und deren KapazitĂ€t zwischen 200 und 1.000 Zuschauern liegt. Wir haben natĂŒrlich das Problem, daß wir alle diese Auftrittsmöglichkeiten schon unendlich oft abgeklappert haben. Deswegen hoffen wir, daß wir demnĂ€chst in Europa spielen können. Bislang haben wir erst zweimal außerhalb von RĂ©union gespielt: Wir waren einmal zu einem Festival auf der Insel Mauritius eingeladen, die etwa 200 Kilometer von RĂ©union entfernt ist. Außerdem haben wir einmal im Austausch mit einer deutschen Band in Wuppertal gespielt.

Ich habe noch nie gehört, daß mal eine bekannte Metalband auf RĂ©union aufgetreten ist. Vermißt Du es nicht, zu Livekonzerten zu gehen?

Bislang hat es noch nie eine bekannte Band nach RĂ©union verschlagen. Ich habe allerdings das GlĂŒck, daß ich dank meines Jobs als Tontechniker oft nach Frankreich komme und dort bemĂŒhe ich mich, so viele Konzerte wie möglich zu sehen. Es gibt in Bourges, das etwa 200 Kilometer sĂŒdlich in Paris liegt, jedes Jahr ein großes Festival, das sich "Printemps de Bourges" nennt. Bei diesem Festival treten oft Bands von RĂ©union auf, bei denen ich fĂŒr den Sound zustĂ€ndig bin; zwei dieser Bands sind MALOYA, die uralte Sklavenlieder interpretieren, und SEGA, die volkstĂŒmliche TĂ€nze der weißen Einwanderer aus Europa auffĂŒhren. Außerdem mußte ich 1986/'87 meinen MilitĂ€rdienst in Frankreich ableisten, so daß ich damals auch viele Bands live sah.

Gibt es Plattenfirmen auf RĂ©union, die Bands unter Vertrag nehmen oder auslĂ€ndische Platten lizenzieren? Ist es einfach fĂŒr Metalfans auf RĂ©union, an die Platten ihrer Lieblingsbands zu ranzukommen?

Es gibt einige Labels, die sehr gute Arbeit leisten, sich aber kaum um Rock und Metal kĂŒmmern. Die Platten von bekannten Acts wie AC/DC oder METALLICA, aber auch von Bands wie SYMPHONY X oder VANDEN PLAS, kann man problemlos auf RĂ©union finden, aber unbekanntere Bands findet man hier praktisch ĂŒberhaupt nicht. Aber dank des Internets ist dieses Problem in der Zwischenzeit nicht mehr gravierend, weil wir die Platten im Netz bestellen können.

Erscheinen Metalmagazine auf RĂ©union?

Ja, die meisten Metalmagazine, die in Frankreich erscheinen, werden auch auf RĂ©union vertrieben. Es gibt allerdings kein Magazin, das sich auf Metal spezialisiert hat und auf RĂ©union hergestellt wird. Allerdings kĂŒmmert sich die lokale Presse auch ein wenig um Hard Rock und Metal.

Wie ist es um Studios bestellt?

Neben vielen kleinen Homestudios, gibt es vier oder fĂŒnf professionelle Studios auf RĂ©union. Da sowohl Eric als auch ich Tontechniker sind, stellen Aufnahmen fĂŒr uns kein Problem dar. Dennoch habe ich gerade begonnen, mein eigenes Studio zu bauen.

Du arbeitest im Theatre Luc Donat. Handelt es sich dabei um ein Theater im klassischen Sinne?

Nein, wir veranstalten hauptsĂ€chlich Musikevents. Außerdem gibt es auch viele Tanzveranstaltungen. Ich arbeite schon seit 13 Jahren als Tontechniker am Theatre Luc Donat und es ist fĂŒr mich als Musiker der perfekte Job. Nebenher helfe ich auch den verschiedensten Bands im Studio, was aber hauptsĂ€chlich auf Mauritius stattfindet. Außerdem arbeite ich gelegentlich als Livemixer fĂŒr Bands. Der grĂ¶ĂŸte Event ist dabei ein großes Open Air-Festival, das jedes Jahr auf RĂ©union stattfindet und bei dem mir die gesamte technische Leitung obliegt.

Es gibt einen grandiosen Film von Francois Truffaut, durch den RĂ©union ein wenig in den Mittelpunkt des Interesses gerĂŒckt wurde: "Die Braut trug schwarz" mit Jean-Paul Belmondo und Catherine Deneuve. Der Film beginnt auf der Insel RĂ©union...

...und weißt Du was? Die Farm, auf der diese ersten Szenen gedreht wurden, ist etwa fĂŒnf Kilometer von meinem Haus entfernt!

WĂŒrdest Du Deinem Paradies auf RĂ©union den RĂŒcken kehren, wenn es der mögliche Erfolg mit NAZCA dies verlangen wĂŒrde?

Ich glaube nicht, daß ich das könnte. Schließlich bin ich schon 38 Jahre alt und lebe hier mit meiner Frau und meinen Kindern. Daher könnte ich nicht einfach meine Zelte hier abbrechen. NatĂŒrlich wĂ€re es kein Problem, fĂŒr Konzerte nach Europa zu kommen, aber ich kenne das Musikbusiness gut genug, um zu wissen, daß der Traum von einem overnight success unrealistisch ist. Außerdem weiß ich, daß Erfolg sehr schnell vergehen kann. Aber das ist auch nicht wichtig, denn jeder Musiker von NAZCA kann seinen Lebensunterhalt ohne die Band bestreiten.

Welche Beziehung hast Du zu Europa und zu Frankreich?

Sicherlich eine andere anders als meine Frau, die auf RĂ©union geboren ist. Ihre Vorfahren kamen vor Urzeiten mit einem Auswandererschiff von Frankreich nach RĂ©union. Ich habe eine enge Beziehung zu Frankreich, weil meine ganze Familie dort lebt, so daß ich mich immer freue, zu ihnen zu kommen.

Du bist in Frankreich geboren, auf Guyana aufgewachsen und lebst nun seit langen Jahren in RĂ©union. Welches Land empfindest Du als Deine Heimat?

Ich identifiziere mich stark mit RĂ©union, weil ich den grĂ¶ĂŸten Teil meines Lebens hier verbracht habe. Es gibt noch etwas, das mir außer der atemberaubenden Landschaft, der Flora und Fauna an RĂ©union sehr gut gefĂ€llt: das harmonische Miteinander der unterschiedlichen Völkergruppen. Auf RĂ©union findet man Menschen von allen Winkeln der Erde, aber es gibt hier keine rassistischen Probleme, sondern alle respektieren sich gegenseitig. Ich denke, daß RĂ©union ein gutes Modell fĂŒr eine bessere Welt wĂ€re.

http://www.nazcaband.com/

info@nazcaband.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

NAZCA (F) im Überblick:
NAZCA (F) – The White Wheel (Rundling)
NAZCA (F) – ONLINE EMPIRE 2-"Upcoming Internationals"-Artikel
NAZCA (F) – ONLINE EMPIRE 15-Interview
NAZCA (F) – News vom 30.06.2008
NAZCA (F) – News vom 07.01.2009
NAZCA (F) – News vom 28.11.2014
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NAZCA (F) – News vom 10.11.2016
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FEEDBACK (MS) – News vom 27.10.2007
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