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Keine Angst, esoterische Scharlatanerie ist hier kein Thema - wir lassen unsere Seelen selbstverständlich nur von ausgebildeten Fachkräften heilen. Fünf davon haben sich vor geraumer Zeit in Finnland zusammengetan und schwören auf die Wirkung von traditionellen und deftigen Heavy Rock-Sounds, um eben als SOULHEALER in Erscheinung treten zu können.
Für zwei wahrlich imponierende und nachhaltig wirkende "Therapie-Sitzungen" konnten die Burschen bisher sorgen und in beiden Fällen - der kurzen "Einführung" »Dreamcatcher« und der zuletzt abgehaltenen, die unter dem Titel »The Kings Of Bullet Alley« über die Bühne gegangen ist - konnten die Jungs weit über ihre Heimat hinaus für Furore sorgen.

SOULHEALER-Bandphoto 1

Grund genug also die Herren ein wenig näher kennenzulernen und mit Fragen zu konfrontieren. Die beiden Gitarristen Teemu Kuosmanen und Sami Mikkonen ließen sich nicht lange bitten und gaben folgendes zu Protokoll.

SOULHEALER-Headline

Was hat Euch zur Gründung des Unternehmens SOULHEALER bewegt?

Teemu: Da ich mit meiner Coverband MAIDEN INVASION nicht mehr die volle Auslastung finden konnte, brannte es mir förmlich unter den Nägeln, endlich auch mit eigenem Material am Start zu sein.

Sami: Und ich war sofort Feuer und Flamme, als Teemu mich danach fragte, ob ich denn nicht auch dazu Lust hätte. Klar wollte ich das, denn auch ich hatte schon einige Songideen auf Lager.

Teemu: Es dauert allerdings doch ein klein wenig, ehe wir unsere momentane Besetzung (zu der neben den beiden Gitarristen noch Bassist Teemu Aho, Sänger Jori Kärki sowie Drummer Timo Immonen gehören - der Verf.) zusammen hatten. Doch seit dem Sommer 2010 läuft es überaus gut für uns und zwar nicht bloß auf musikalischer Ebene, sondern auch zwischenmenschlich.

Gab es denn weitere Intentionen eine eigene Band zu formieren, oder hattet Ihr lediglich irgendwann einmal einfach genug davon, immer nur das Zeug anderer Musiker und Bands darzubieten?

Teemu: "Klar doch, wir wollen die größte und beste Metalband der Welt werden. [lacht] In Wahrheit hab' ich mir diesbezüglich bisher noch nicht einmal Gedanken gemacht. Uns war einfach danach, eigene Musik zu schaffen und damit viele Fans erreichen zu können.

Sami: Das hat mein Kollege aber schön gesagt! Uns geht es einfach nur darum unsere Energie und den Spaß, den wir mit dem Schreiben von Songs haben, an den Zuhörer weiterzugeben. So einfach ist das.

Das merkt man beim Hören der Scheiben ja auch. Es liegt nahe Euch aufgrund des Bandnamens in die Esoterik-Schublade zu stecken. Habt Ihr damit irgendetwas zu tun?

Teemu: Ich weiß, und man könnte wohl monatelang philosophieren, wenn es so wäre. [lacht] Allerdings haben wir damit nichts zu tun. Wenn allerdings jemand meint, seine Seele würde durch uns geheilt, cool!

Sami: Uns gefiel einfach der Begriff, und wir denken, SOULHEALER ist ein wirklich guter Name für eine Heavy Rock-Band. Andererseits: Warum sollte Musik nicht zum Seelenheil beitragen?

Das tut es auch, mein Guter, das tut es, denn auch bei Euren Songs überkommt den Zuhörer ein Glücksgefühl. Die musikalischen Einflußquellen dafür sind zwar nicht allzu schwierig zu erraten, diesbezüglich wollte ich aber dennoch ein wenig nachhaken, also raus damit!

Teemu: Ich glaube nicht, daß ich irgendjemanden damit überraschen werde, wenn ich euch mitteile, daß IRON MAIDEN für mich die größte Band aller Zeiten sind. Zwar sind MAIDEN nicht die einzige Band, die uns beeinflußt hat, denn uns inspirieren darüber hinaus auch noch viele andere Truppen, die es geschafft haben, heavy zu spielen und dennoch reichlich Melodien zu präsentieren.

Sami: Ohne IRON MAIDEN hätte ich wohl niemals zu einer Gitarre gegriffen, auch wenn ich als Kind sehr oft die BEATLES, aber auch THE SHADOWS gehört habe. Mein Vater hatte Kassetten dieser Legenden im Auto und legte immer wieder eine davon ein. Das sind echte Klassiker! Ebenso wichtig für meine persönliche Entwicklung waren THE DOORS, die ich auch schon als Kind kennenlernte, bevor ich später unzählige Bands der NWoBHM sowie DOKKEN, ACCEPT, SCORPIONS oder RATT für mich entdeckte.

Im letzten Jahr habt Ihr Eure Debut-EP mit dem Titel »Dreamcatcher« vorgelegt, heuer folgte das erste Langeisen »The Kings Of Bullet Alley«, meiner Meinung nach zwei amtliche Dreher. Wie sind denn die Reaktionen darauf bislang generell ausgefallen?

Teemu: Mit einer einzigen Ausnahme durchweg positiv. Einzig ein Rezensent aus Finnland mochte das Album überhaupt nicht, aber ansonsten scheint unsere Musik gut anzukommen.

Sami: Anzumerken ist noch, daß jeder, der mit der EP etwas anzufangen wußte, auch das Album schätzt, was uns in unserer Arbeitsweise bestätigt.

Sehr positiv aufgefallen ist mir in beiden Fällen auch das Artwork. Wer hat Euch dafür unter die Arme gegriffen?

Teemu: Für »Dreamcatcher« konnten wir ToxicAngel gewinnen, bekannt unter anderem durch Arbeiten für NIGHTWISH oder TAROT. Für das Album haben wir dann Matti Viisainen kontaktiert, der ebenso perfekte Arbeit geleistet hat. Auch wenn Schädel eventuell Klischee sein möge, finde ich, daß nichts besser zu Heavy Rock paßt als diese. Zudem haben wir mit "Sin Chee" nun auch eine Figur mit Totenschädel als Maskottchen am Start. Das ist übrigens jener Zeitgenosse mit dem Zylinder in der Mitte des Covers, der ja auch schon auf der EP abgebildet war. "Sin Chee" wird uns von jetzt an immer begleiten!

Sami: Auch wenn uns die Symbolik von Totenköpfen jetzt nicht wirklich viel bedeutet, haben wir diese Idee von ToxicAngel aufgegriffen und diese auch für "Sin Chee" verwendet.

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Zu deftigem Heavy Rock serviert man üblicherweise nicht unbedingt schöngeistige Texte, sondern ebenso Bewährtes. Was habt Ihr zu diesem Thema zu vermelden?

Teemu: Ich persönlich nicht viel, weil das Samis Thema ist. Für mich ist es sehr schwierig, Texte zu schreiben, zumindest aber versuche ich es immer wieder und habe mich thematisch dafür bislang auch vorwiegend in den üblichen Heavy Metal/Rock-Gefilden bewegt.

Sami: Es ist zwar für mich auch nicht gerade ein Kinderspiel, aber irgendwer muß schließlich doch die Arbeit verrichten. [lacht] Zu Beginn dachte ich immer, daß sich Texte grundsätzlich mit dem Bösen in irgendeiner Form beschäftigen müßten, habe aber dann doch erkannt, daß dem nicht ganz so ist. Allerdings sind längst auch nicht alle Texte positiver Natur, schließlich inspiriert mich vorwiegend das tägliche Leben dazu, und das ist leider nur selten völlig problemlos. Von daher kann ich von mir behaupten, durch die Bank persönliche Erfahrungen zu verarbeiten, auch wenn ich anfügen möchte, daß ich keineswegs der geborene Poet bin und auch ein bißchen faul, was das Texten an sich betrifft.

Was soll's, solange ihr beim Komponieren dermaßen hurtig unterwegs seid, wird das niemanden stören. Haben sich denn auch schon Labels für Euch interessiert?

Teemu: Bisher noch nicht. Allerdings möchte ich erwähnen, daß für uns ein Deal nur dann in Frage kommt, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Uns geht es dabei keineswegs um Geld, sondern vielmehr darum, wie man mit den Bands umgeht, welche Möglichkeiten sich auftun könnten, und vor allem darum, ob die Band selbst ausreichend Freiheiten behält. Anders kommt für uns eine Zusammenarbeit nicht in Frage.

Sami: Auch wenn das eventuell sogar arrogant klingen mag, aber Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit ist für uns das Wichtigste!

Sehr löblich. Seid Ihr denn mit Eurer Entwicklung und momentanen Situation zufrieden?

Teemu: Absolut. Uns gibt es ja erst seit zwei Jahren, und von daher kann man nur vollauf zufrieden sein. In dieser kurzen Zeit haben wir auch einiges erreicht, nahezu ausnahmslos gute Resonanz erhalten und können immerhin schon einen Vertriebsdeal mit HELLION RECORDS und in METAL REVELATION einen kompetenten Partner für die Promotion vorweisen.

Sami: Und abgesehen davon ist die Besetzung mittlerweile gut eingespielt. Das wir jeder bestätigen, der uns schon einmal live gesehen hat. Gerade dann wird man bemerken, daß hier fünf Typen zusammen sind, denen es um eine gemeinsame Sache geht.

Danke, Sami, gutes Stichwort: Wie sieht es denn mit Eurer Erfahrung an der Livefront aus?

Teemu: Als absoluten Höhepunkt bisher möchte ich unseren Auftritt bei "Sotkamon Festival" erwähnen, wo wir die Ehre hatten, vor Größen wie AMORPHIS und TAROT aufzugeigen.

Klingt ja schon ganz gut, wird sich aber wohl demnächst noch erweitern lassen. Gibt es schon Pläne, worüber wir dann in Zukunft berichten können?

Teemu: Momentan befinden wir uns in Lauerstellung, um feststellen zu können, wie groß das Interesse an SOULHEALER ist, und für Oktober konnten wir eine Tournee hier in Finnland organisieren, bei der wir auch unser Debut in Helsinki geben dürfen, was uns natürlich ganz besonders freut. Im nächsten Sommer hoffen wir dann auch unser Deutschland-Debut geben zu können.

Sami: Ich möchte zum Schluß noch daran erinnern, daß es sich lohnt, unsere Website zu besuchen, um immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu sein!

Da offenbar nicht nur wir von der Qualität dieser Band überzeugt sind, sondern auch noch andere Herrschaften, freut es mich ganz besonders, in diesem Rahmen darauf hinweisen zu dürfen, daß SOULHEALER tatsächlich bald ihr Debut in Germany geben werden und zwar bei der Warm Up-Show für das diesjährige "Headbanger's Open Air". Für die Teilnahme an dieser "Therapiestunde" mit SOULHEALER sollte man sich jedoch alsbald anmelden, denn bis zum 25. Juli ist es nicht mehr ganz so lang, und erfahrungsgemäß sind Karten für einen solchen Event, der in der "Lauschbar" zu Itzehoe über die Bühne gehen wird, rar.

http://www.soulhealermusic.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

SOULHEALER im Überblick:
SOULHEALER – Bear The Cross (Rundling)
SOULHEALER – Dreamcatcher (Do It Yourself)
SOULHEALER – ONLINE EMPIRE 48-"Rising United"-Artikel
SOULHEALER – ONLINE EMPIRE 50-Interview
SOULHEALER – News vom 30.08.2012
SOULHEALER – News vom 22.02.2013
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