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NATHANIA-Bandphoto

Auch wenn Thailand bislang nicht wirklich als "Groß-Exporteur" für Heavy Metal bekannt werden konnte, dürfte dort eine sehr aktive Szene existieren. Die im Jahre 1999 gegründete Formation NATHANIA scheint jedenfalls in der Heimat bereits einen beachtlichen Status innezuhaben und konnte darüber hinaus im Jahr 2004 mit dem Debut »Liberty Bell Rang« auch überregional für Furore sorgen.

Nach den üblichen Instabilitäten in Sachen Besetzung, die einige Monate in Anspruch genommen haben, konnte aber schlußendlich doch ein geeignetes Line-up gefunden werden. Über Live-Erfahrung verfügt die Truppe mittlerweile ebenfalls, und offenbar dadurch motiviert, begaben sich die vier Jungs, zu denen sich mit Daniel Sandberg ein schwedischer Sänger gesellte, in ein Studio, um ihr neuesten Songs einzuspielen. Beeinflußt sieht sich die Band gleichermaßen vom Melodic, aber auch vom Progressive Metal, was sich anhand der vier auf vorliegender Scheibe enthaltenen Titel auch nachvollziehen läßt. Während man im Einstieg ›The Lost Soul‹ geradezu typisch europäisch, oder noch genauer gesagt, skandinavisch inspirierten, brauchbar gespielten, wenn auch keineswegs originellen, Melodic Metal präsentiert, läßt das anschließende ›The Fragile Body‹ dann sehr wohl aufhorchen, kredenzt doch die Formation hier Gitarrenarbeit in sehr edler Machart und läßt diesbezüglich an Bands wie THRESHOLD denken. In jener Nummer haben NATHANIA generell ihre stärksten Momente, und auch ihre Kompetenz an den Instrumenten offenbaren die Jungs hier auf beeindruckende Art.

Während es zum Thema "Spieltechnik" generell nicht viel zu meckern gibt, muß jedoch sehr wohl angemerkt werden, daß das Komponieren noch nicht so ganz ihr Ding zu sein scheint, weil mitunter recht eigenartige und nicht wirklich harmonische Strukturen zu erkennen sind. Da aber die Tracks zumindest großteils recht stimmig und auch eingängig geworden sind, schaffen es NATHANIA trotz allem, mit dieser Vorstellung, beim Zuhörer positiv in Erinnerung zu blieben. Bloß Daniel hinkt dem Niveau seiner Komparsen immerzu hinterher. Vor allem zu den feinfühlig vorgetragenen Passagen mag sein kratzbürstiger Gesang überhaupt nicht zu passen. Erst wenn NATHANIA in Sachen Heftigkeit eine Schippe nachlegen, wie im sehr riffbetonten Track ›It's Fucking Me Up‹, weiß sein, in diesem Fall mitunter gar dezent an den jungen James Hetfield erinnernder Gesang zu passen und auch zu gefallen. Zusätzlich muß man dem jungen Mann auch noch ankreiden, daß er für einen Schweden einen sehr eigenartigen Akzent draufhat, der vor allem in der Abschlußnummer, dem heftigen, aber auch unspektakulären Melodic Metal-Track ›Immorality‹ negativ auffällt. Sein Slang und Ausdruck versprüht dabei den "Charme" eines Meidlinger Hausmeisters, die ja für die Aussprache des Buchstaben "L" (zumindest im Osten Österreichs) berühmt-berüchtigt sind. Doch daran sollte es schlußendlich aber nicht scheitern, sich mit der Band zu beschäftigen.

http://www.nathania-music.com/

vr_nathania@yahoo.com


Walter Scheurer

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