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  UE-Home → History → Online Empire 40 → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → COUNTER-WORLD EXPERIENCE – »Metronomicon«-Review last update: 03.02.2023, 18:16:54  

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COUNTER-WORLD EXPERIENCE

Metronomicon

(9-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Ein nettes Wortspielchen haben sich die der Herren von COUNTER-WORLD EXPERIENCE für den Titel ihres aktuellen Silberlings ausgedacht. Das Trio, zu dem mittlerweile Bassist Sebastian Hoffmann, der schon zu Beginn der Karriere in die dicken Saiten gegriffen hatte, zurückgekehrt ist, kredenzt uns erneut sehr ungewöhnliche Klänge und macht mitunter wahrlich den Eindruck das "Metronomicon" - das "geheime, verwunschene Buch der Rhythmik" - das die Burschen an einem unbekannten Ort im Wald gefunden und ausgegraben haben, wie uns das Booklet glaubhaft machen möchte, hätte seine Spuren hinterlassen.

An sich haben COUNTER-WORLD EXPERIENCE an ihrer Ausrichtung nicht wirklich viel verändert, den von ihnen fabrizierten "Jazz Metal par excellence" gibt es immer noch zu bestaunen, doch im direkten Vergleich zum Vorgängeralbum »Leaving Lotus« lassen sich sehr wohl deutliche Kurskorrekturen erkennen. »Metronomicon« klingt in erster Linie - trotz unzähliger abgefahrener Sequenzen - griffiger und kompakter und erweckt hinsichtlich der Umsetzung der Idee des Buches "Metronomicon" als Gesamtwerk den Eindruck eines Konzeptalbums. Den Jazz-Anteil hat das Trio offenbar ein klein wenig reduziert und dafür durch heftigere Zutaten substituiert, wodurch die Chose in Summe schlichtweg härter wirkt. Zudem ist auffällig, daß die Kompositionen durchweg einen düsteren Eindruck hinterlassen, was ich in erster Linie dem konzeptionellen Hintergrund von »Metronomicon« zuschreiben würde.

Bevor jetzt aber jemand mit der Idee ankommt, von COUNTER-WORLD EXPERIENCE eventuell nicht mehr jene Sounds zu erhalten, für die er im Laufe der Zeit ihren "Jazz Metal" liebgewonnen hat, sei jedoch festgehalten, daß die Burschen ihren Stil lediglich erweitert und gewissermaßen aufgepeppt haben, im Endeffekt aber dennoch keinen Millimeter von ihrer Marschrichtung abgekommen sind. Man kredenzt nach wie vor ein üppiges Menü, das gefühlvolle Kompositionen, deren ungewöhnliche Strukturen aus dem Jazz stammen, wie beispielsweise ›Deep Waters‹, ebenso enthält wie auch jede Menge an Progressive Metal in unterschiedlichsten Heftigkeitsgraden, der bis hin zu jenen Klängen reicht, die man heutzutage eher als "Mathcore" bezeichnet. Aber selbst völlig abstruse und verquer anmutende Momente werden von diesem Trio dermaßen "fließend" dargeboten, daß im Endeffekt erneut ein überaus homogenes Album entstehen konnte. Um sich mit diesen stilistisch noch ein wenig intensiver auszutoben haben sich die drei Herren einige Gastmusiker eingeladen, wodurch »Metronomicon« einige weitere musikalische Farbtupfer erhalten hat.

Nicht gerade dringend gebraucht hätte meine Geringfügigkeit lediglich die Techno(?)-Beats in ›Youth‹, aber diese entpuppen sich ohnehin bloß als "Einzelfall", so daß der überaus positive Gesamteindruck nicht geschmälert werden konnte und ich diese Band erneut all jenen Zeitgenossen dringend ans Herz legen möchte, die sich gerne mit außergewöhnlichen Sounds beschäftigen.

http://www.counterworldexperience.de/

contact@counterworldexperience.de

Metrostation


Walter Scheurer

 
COUNTER-WORLD EXPERIENCE im Überblick:
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Leaving Lotus (Do It Yourself-Review von 2007 aus Online Empire 31)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Leaving Lotus (Do It Yourself-Review von 2007 aus Y-Files)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Metronomicon (Do It Yourself-Review von 2009 aus Online Empire 40)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Online Empire 41-Interview (aus dem Jahr 2009)
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