UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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COUNTER-WORLD EXPERIENCE

Metronomicon

(9-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Ein nettes Wortspielchen haben sich die der Herren von COUNTER-WORLD EXPERIENCE fĂŒr den Titel ihres aktuellen Silberlings ausgedacht. Das Trio, zu dem mittlerweile Bassist Sebastian Hoffmann, der schon zu Beginn der Karriere in die dicken Saiten gegriffen hatte, zurĂŒckgekehrt ist, kredenzt uns erneut sehr ungewöhnliche KlĂ€nge und macht mitunter wahrlich den Eindruck das "Metronomicon" - das "geheime, verwunschene Buch der Rhythmik" - das die Burschen an einem unbekannten Ort im Wald gefunden und ausgegraben haben, wie uns das Booklet glaubhaft machen möchte, hĂ€tte seine Spuren hinterlassen.

An sich haben COUNTER-WORLD EXPERIENCE an ihrer Ausrichtung nicht wirklich viel verĂ€ndert, den von ihnen fabrizierten "Jazz Metal par excellence" gibt es immer noch zu bestaunen, doch im direkten Vergleich zum VorgĂ€ngeralbum »Leaving Lotus« lassen sich sehr wohl deutliche Kurskorrekturen erkennen. »Metronomicon« klingt in erster Linie - trotz unzĂ€hliger abgefahrener Sequenzen - griffiger und kompakter und erweckt hinsichtlich der Umsetzung der Idee des Buches "Metronomicon" als Gesamtwerk den Eindruck eines Konzeptalbums. Den Jazz-Anteil hat das Trio offenbar ein klein wenig reduziert und dafĂŒr durch heftigere Zutaten substituiert, wodurch die Chose in Summe schlichtweg hĂ€rter wirkt. Zudem ist auffĂ€llig, daß die Kompositionen durchweg einen dĂŒsteren Eindruck hinterlassen, was ich in erster Linie dem konzeptionellen Hintergrund von »Metronomicon« zuschreiben wĂŒrde.

Bevor jetzt aber jemand mit der Idee ankommt, von COUNTER-WORLD EXPERIENCE eventuell nicht mehr jene Sounds zu erhalten, fĂŒr die er im Laufe der Zeit ihren "Jazz Metal" liebgewonnen hat, sei jedoch festgehalten, daß die Burschen ihren Stil lediglich erweitert und gewissermaßen aufgepeppt haben, im Endeffekt aber dennoch keinen Millimeter von ihrer Marschrichtung abgekommen sind. Man kredenzt nach wie vor ein ĂŒppiges MenĂŒ, das gefĂŒhlvolle Kompositionen, deren ungewöhnliche Strukturen aus dem Jazz stammen, wie beispielsweise â€șDeep Watersâ€č, ebenso enthĂ€lt wie auch jede Menge an Progressive Metal in unterschiedlichsten Heftigkeitsgraden, der bis hin zu jenen KlĂ€ngen reicht, die man heutzutage eher als "Mathcore" bezeichnet. Aber selbst völlig abstruse und verquer anmutende Momente werden von diesem Trio dermaßen "fließend" dargeboten, daß im Endeffekt erneut ein ĂŒberaus homogenes Album entstehen konnte. Um sich mit diesen stilistisch noch ein wenig intensiver auszutoben haben sich die drei Herren einige Gastmusiker eingeladen, wodurch »Metronomicon« einige weitere musikalische Farbtupfer erhalten hat.

Nicht gerade dringend gebraucht hĂ€tte meine GeringfĂŒgigkeit lediglich die Techno(?)-Beats in â€șYouthâ€č, aber diese entpuppen sich ohnehin bloß als "Einzelfall", so daß der ĂŒberaus positive Gesamteindruck nicht geschmĂ€lert werden konnte und ich diese Band erneut all jenen Zeitgenossen dringend ans Herz legen möchte, die sich gerne mit außergewöhnlichen Sounds beschĂ€ftigen.

http://www.counterworldexperience.de/

contact@counterworldexperience.de

Metrostation


Walter Scheurer

 
COUNTER-WORLD EXPERIENCE im Überblick:
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Leaving Lotus (Do It Yourself)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Leaving Lotus (Do It Yourself)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – Metronomicon (Do It Yourself)
COUNTER-WORLD EXPERIENCE – ONLINE EMPIRE 41-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Thorsten Harnitz:
CRYSTAL BREED – ONLINE EMPIRE 50-"Rising United"-Artikel
andere Projekte des beteiligten Musikers Benjamin Schwenen:
EXECUTION (D, Syke) – Contrast (Do It Yourself)
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