UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 38 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → THE ETERNAL – Â»Kartika«-Review last update: 19.06.2018, 01:51:27  

last Index next

THE ETERNAL – Kartika (Doppel-CD)

FIREBOX/SPV

WĂ€hrend sich die Australier von THE ETERNAL zu Beginn ihrer Karriere mit einem Tempo in Sachen Veröffentlichungen prĂ€sentierten, das der gediegenen und erhabenen Langsamkeit ihrer Produkte ganz und gar nicht entsprechen wollte, zeigt sich die Truppe nun doch auch diesbezĂŒglich in gemĂ€chlicher Gangart. Seit dem Jahr 2005 und »Sleep Of Reason« haben die Australier ihre Klientel auf ihr aktuelles Werk warten lassen, legen dafĂŒr aber gleich einen Doppeldecker in die Regale, der zu weit mehr imstande ist, als bloß die Entzugserscheinungen zu stillen. Von ihrem eingeschlagenen Weg sind THE ETERNAL keinen Millimeter abgewichen und wissen noch immer, mit herrlich impulsiven KlĂ€ngen zu erfreuen. Das Quintett verquickt scheinbar mĂŒhelos schwere, elegische Melodien mit regelrecht zuckersĂŒĂŸen, aber dennoch bitter im Abklang schmeckenden Passagen und schafft es damit, die Zuhörerschaft permanent in ihren Bann zu ziehen. Die Nische, die sich THE ETERNAL schon mit ihrem Debut »The Sombre Light Of Isolation« gesucht haben, beanspruchen sie zwar nach wie vor fĂŒr sich, allerdings scheint die Formation in der Zwischenzeit sehr wohl auch ĂŒber die Grenzen davon hinwegzublicken und zeigt sich auf »Kartika« vielschichtiger als jemals zuvor. Man orientiert sich stilistisch mittlerweile in mehrere Richtungen, ohne dabei allerdings den Pfad zu verlassen und irgendwo in stilistischer Ziellosigkeit zu enden. Basierend auf den herrlich melodischen, aber immerzu dĂŒsteren GitarrenklĂ€ngen von Mark Kelson und Terry Vainoras lassen die Herrschaften KlĂ€ngen ertönen, die darauf hinweisen, daß THE ETERNAL wohl auch in den ĂŒppigen Soundlandschaften der finnischen Seenplatte gegrast haben dĂŒrften, um sich von den "mittelalterlichen" SENTENCED von deren Melancholie bestĂ€uben zu lassen. Eine Prise Progressive Metal kommt ebenso immer wieder zum Vorschein, diese tendiert jedoch niemals in Richtung Gefrickel, sondern bleibt eher dezent, vermag aber den Songs, noch mehr an Abwechslung zu verschaffen und diese sogar zu intensivieren. DiesbezĂŒglich fallen dezente Einsprengsel schwedischer Provenienz auf, genauer gesagt kommen mir die letzten Scheiben von EVERGREY in den Sinn, da Mark in manchen Momenten wie ein ruhiger und gelassener Tom Englund rĂŒberkommt, und auch die IntensitĂ€t und so manche Melodiebögen aus den getrageneren EVERGREY'schen Kompositionen vermeine ich als Inspirationsquelle heraushören zu können.

Meister Kelson hatte nicht nur als Musiker reichlich viel Arbeit fĂŒr »Kartika« zu verrichten, um dieses Album zu einer opulenten Schönheit gedeihen zu lassen, er war es auch, der dem Werk als Produzent ein herrlich warmes SoundkostĂŒm anzupassen wußte, ohne dabei zu sehr in Richtung Bombast zu tendieren. Exakt diese Tatsache bleibt bei den Australiern auch nach diesem Album ein sehr wesentliches Merkmal. Trotz aller Eleganz zelebrieren diese Herrschaften ihre Elegien nach wie vor frei von jedwedem Kitsch, und das gelingt wahrlich nicht jeder Band.

Auch wenn die QualitĂ€t der Musik selbst der Erwerb dieser Scheiblette an sich schon fraglos rechtfertigt, muß die nicht minder ĂŒppige AusfĂŒhrung von »Kartika« dennoch gesondert hervorgehoben werden. Wie schon erwĂ€hnt, wird das gute StĂŒck mit Bonus-Scheibe ausgeliefert, auf der vier bislang unveröffentlichte Demo-Tracks enthalten sind, die viel zu schade fĂŒr etwaige Archive gewesen wĂ€ren und zudem Remixe von â€șSelf Inflictedâ€č und â€șBloodâ€č zu finden sind. Diese klingen zwar nicht ganz so brillant wie die Original-Versionen, zum GlĂŒck aber haben die Aussies auch nicht ĂŒbertrieben an der "Mix-Maschine" hantiert. THE ETERNAL stecken ohne Zweifel immer noch knietief im dunklen Gothic-Doom, wissen diesen, dermaßen "hell" und vielschichtig und offen zu gestalten, daß man »Kartika« - allen voran den ergreifenden Opener â€șSilenceâ€č, das mit dezent orientalisch anmutenden Melodien gesegnete Monumentalepos â€șBloodâ€č und den romantisch-traurigen Abgesang mit dem Titel â€șBrighter Dayâ€č - keineswegs nur "einschlĂ€gigen Kreisen" zum uneingeschrĂ€nkten Verzehr ans Herz legen muß, sondern einer mittlerweile nicht minder "geöffneten" Zielgruppe.

http://www.the-eternal.com/

the_eternal@blackguild.com

super 14


Walter Scheurer

 
THE ETERNAL im Überblick:
THE ETERNAL – Kartika (Rundling)
THE ETERNAL – The Sombre Light Of Isolation (Rundling)
THE ETERNAL – ONLINE EMPIRE 17-"Rising United"-Artikel
THE ETERNAL – ONLINE EMPIRE 21-Interview
THE ETERNAL – News vom 28.01.2007
THE ETERNAL – News vom 09.06.2008
THE ETERNAL – News vom 21.01.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Mark Kelson:
BLACK MAJESTY (AUS) – News vom 26.09.2005
CRYPTAL DARKNESS – They Whispered You Had Risen (Rundling)
INSOMNIUS DEI – Illusions Of Silence (Rundling)
INSOMNIUS DEI – News vom 07.12.2006
INSOMNIUS DEI – News vom 07.12.2006
ÍON – News vom 09.11.2006
andere Projekte des beteiligten Musikers Terry Vainoras:
EARTH (AUS) – Star Condemn'd (Rundling)
INSOMNIUS DEI – Illusions Of Silence (Rundling)
INSOMNIUS DEI – News vom 07.12.2006
© 1989-2018 Underground Empire


last Index next

Impressum, Haftungsausschluß, DatenschutzerklĂ€rung
Button: hier