UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 38 → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → DAWNFADES – Â»Anger Management«-Review last update: 11.05.2021, 19:43:44  

last Index next

DAWNFADES

Anger Management

(11-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Der Name DAWNFADES geisterte bereits in den spĂ€ten 90er Jahren durch die Szene, zuvor war die Formation als MERVEN ORANGE aktiv und debĂŒtierte unter diesem Banner im Jahr 1996 mit »Loft«. Nach dem Namenswechsel schaffte es die aus MĂŒnchen stammende Band zunĂ€chst, mit dem Album »Brasil« Fans gewinnen zu können, wesentlich zu ihrem guten Ruf in einschlĂ€gigen Kreisen dĂŒrfte aber der Umstand gewesen sein, daß die Jungs auch sehr hĂ€ufig live zu bestaunen waren. Auf ihrem bisher letzten Album mit dem Titel »Daily Head« versuchte sich das Quartett dann, nach eigenen Angaben, erstmals an elektronischen Experimenten, die in den immerzu brettharten DĂŒster-Sound integriert wurden. Trotz weiterer umjubelter Gigs kam es im Jahr 2000 aber zum vorĂŒbergehende Ende, das zur Folge hatte, daß SĂ€nger Hardy und Bassist Heiner fortan ihr GlĂŒck in Berlin suchten, um dort unter anderem in einer Stoner Rock-Formation mitzuwirken, sich aber auch als Punkrock-Musiker versuchten. Erst im Jahr 2006 zog es die "LegionĂ€re" abermals in die Heimat, und schon kurze Zeit spĂ€ter waren DAWNFADES erneut am Start.

Das mir unbekannte Werk »Daily Head« hat offenbar keinerlei Nachwirkung hinterlassen, denn auf ihrem aktuellen Silberteller wird ohne etwaige Experimente losgelegt. Immerzu mit reichlich Groove im Anschlag, kredenzt uns das Quartett eine bissig wirkende Melange, die vom Hardcore in brachialer AusfĂŒhrung, ĂŒber dezente Sludge-Anteile, bis hin zum dunklen Rock in nicht minder brutaler Version, ein sehr breites Spektrum an Anleihen enthĂ€lt. Der Stoner Rock der gemeinsamen Vergangenheit von Hardy und Heiner scheint dagegen mĂ€chtig Spuren hinterlassen zu haben, denn davon ist eine ganz ordentliche, verdammt gut passende, Dosis zu vernehmen.

Trotz des mitunter schwermĂŒtigen Flairs, das einige der Nummern versprĂŒhen, haben es DAWNFADES aber keineswegs verabsĂ€umt, auch fĂŒr jede Menge an Melodien zu sorgen. AuffĂ€llig ist vor allem der Umstand, daß so manche Bridge/Refrain-Passage an dĂŒsteren Indie-Rock erinnert und DAWNFADES nicht zuletzt dadurch ĂŒber reichlich EigenstĂ€ndigkeit verfĂŒgen. Da diese Anteile aber immerzu perfekt in das massive Fundament aus den genannten, brachialen KlĂ€ngen eingebettet wurden, wissen die MĂŒnchener, auch fĂŒr reichlich Abwechslung zu sorgen. Ganz hervorragend gelungen ist ihnen die Kombination aus derb-brachialen KlĂ€ngen und dĂŒster-melancholischen Gesangspassagen in â€șRun Awayâ€č, das mich daran denken lĂ€ĂŸt, wie es wohl klingen wĂŒrde, wenn eine Hardcore/Doomcore-Truppe Urlaub in Finnland gemacht hĂ€tte. Auch der extrem lĂ€ssige Schlepper â€șDepartureâ€č vermag mich voll und ganz zu ĂŒberzeugen, die Klargesangspassagen davon lassen gar Erinnerungen an THE DOORS in deren FrĂŒhzeit aufkommen.

Die Mischung von DAWNFADES ist zwar nicht unbedingt leicht zugĂ€nglich, aber keinesfalls stressig, sondern immerzu in sich stimmig. Die MĂŒnchner beweisen vielmehr, was man anno 2008 unter dem Begriff "Crossover" abliefern kann, denn im Endeffekt lassen sich die KlĂ€nge des Quartetts damit am einfachsten beschreiben. Die Melange kommt zwar drĂŒckend und rabiat aus den Boxen, weiß allerdings sehr wohl in den leisen Momenten auch die entsprechende AtmosphĂ€re zu verbreiten. Sehr imposant und unbedingt gesondert hervorzuheben ist noch der Abschlußtrack â€șThe Concrete Way To Dieâ€č, in dem sogar psychedelische KlĂ€nge zum Vorschein kommen, die das ohnehin schon sehr variantenreiche Bild nochmals um eine zusĂ€tzliche Facette erweitern.

http://www.dawnfades.com/

contact@dawnfades.com

Hardcore-Urlaub in Finnland


Walter Scheurer

 
DAWNFADES im Überblick:
DAWNFADES – Anger Management (Do It Yourself)
© 1989-2021 Underground Empire



last Index next

Unsere aktuellen Fake News...
Button: hier