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SOULHUNTER

Soulhunter

(5-Song-CD-R: € 5,50)

Auch wenn es sich bei SOULHUNTER um eine erst seit sehr kurzer Zeit existierende Formation handelt, die sich zu Beginn des letzten Jahres gegründet hat, merkt man den involvierten Musikern sehr wohl an, daß sie nicht erst seit wenigen Tagen aktiv sind, sondern offenbar bereits reichlich Erfahrung sammeln konnten.

Bei SOULHUNTER handelt es sich um ein Quartett aus dem Ruhrgebiet, dessen Gründungsmitglieder Sven Klarovskis (Gitarre und Keyboards) und Sebastian Buhr (Gesang) von Anfang an darüber einig waren, in welche Richtung es bei SOULHUNTER gehen sollte. Man war sich über die stilistische Ausrichtung ebenso einig wie über die konzeptionelle Ausführung der Texte. Eingebettet in melodischen, schwer von der alten Schule beeinflußten, traditionellen Heavy Metal mit dezenter Thrash-Schlagseite kredenzen uns die Herrschaften auf ihrem selbstbetitelten Debut zunächst einmal vier Tracks, die sich mit dem Themenkreis des Kampfes Gut gegen Böse befassen. Ihre kompositorischen Fähigkeiten können SOULHUNTER in diesem Teil auch reichlich unter Beweis stellen, wobei sie nicht nur kompetent, sondern auch sehr abwechslungsreich zu Werke gehen. Treibend und mit Schmackes legen die Jungs im titelgebenden Opener los, allerdings werden sich wohl am Gesang von Sebastian die Geister scheiden. Seine klare und mittelhohe Sangesstimme wird zwar von den meisten Kritikern mit Sicherheit akzeptiert werden, ob das aber auch für das Erklimmen von sangestechnischen Höhen so sein wird, bleibt jedoch erst abzuwarten. Da er es aber nicht übertreibt und sein Organ auch niemals außer Kontrolle gerät, empfinde zumindest ich diese Passagen als Bereicherung.

Nach dem kraftvollen Beginn zeigen uns SOULHUNTER erst einmal, daß Großmeister Oliva und sein Werk und Wirken nachhaltig Einfluß auf die Band gehabt hat: ›Second Chance‹ läßt zumindest vom Aufbau her an spätere SAVATAGE denken, wenn auch deren Intensität nicht ganz erreicht werden kann. Danach kommt die Vorliebe der Jungs für Power und Thrash Metal in amerikanischer Machart zum Vorschein. ›Satans Revenge‹ ist zudem ein wahrer Ohrwurm geworden, in dem Sebastian erneut seine variable und nach oben hin offenbar nicht limitierte Stimme perfekt zum Einsatz bringen kann. Einen gelungenen Kontrapunkt dazu stellt dann der semi-balladesk intonierte Beginn von ›Lightbringer‹ dar. Allerdings lassen sich SOULHUNTER nicht lange bitten und geben erneut Gas, wodurch auch diese Nummer zu einer sehr abwechslungsreich gestalteten und gelungenen geworden ist.

Meiner Meinung nach hätten die Jungs ihre Vorstellung danach aber besser beendet, denn ihre Version des TWISTED SISTER-Gassenhauers ›We're Not Gonna Take It‹ mag zwar unterhaltsam sein, kann aber das Niveau der zuvor gehörten Materials nicht halten und verkommt meiner Meinung nach fast zu einer Persiflage. Werten wir die Sache einfach als Scherz, denn daß die Jungs zu solchen aufgelegt sind, beweist auch der "Hidden Track". Hierbei handelt es sich um ein gut zweieinhalbminütiges A Capella-Stück, in dem uns die Jungs wissen lassen, daß auch ein gewisser Homer Simpson mit zu den einflußreichsten Sangesbarden dieses Planeten zählt.

http://www.soulhunter-band.de/

sven.klarovskis@arcor.de

mit Humor


Walter Scheurer

 
SOULHUNTER im Überblick:
SOULHUNTER – Soulhunter (Do It Yourself)
SOULHUNTER – News vom 23.01.2008
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