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MINHYRIATH – Gondolyn

BLACK TOWER PRODUCTIONS (Import)

Seiner Vorliebe fĂŒr die Welt des J.R.R. Tolkien huldigte der Schweizer Musiker MĂŒnggu Beyeler bereits in der Vergangenheit mit seiner Stammband EXCELSIS. Die Folk Metaller lieferten bekanntlich schon vor ĂŒber zehn Jahren mit »Anduin The River« ein sehr imposantes Album ab, fĂŒr dessen Texte sie sich am Werk jenes Autors bedienten. Obwohl die Band nach wie vor aktiv ist und auch immerzu hochkarĂ€tigen Metal mit sehr interessanten, teils historisch inspirierten Texten in petto hat, scheint fĂŒr MĂŒnggu zu wenig Raum fĂŒr das Ausleben von Huldigungen an besagten Großmeister der phantastischen Literatur zu bleiben. Deshalb entschied er sich im letzten Jahr, unter dem Pseudonym Amrod ein Album aufzunehmen, das unter dem Projektnamen MINHYRIATH erscheint und nicht nur dadurch bereits eindeutig die Ausrichtung manifestiert. Der Name stammt selbstredend ebenso aus dem Tolkien'schen Fundus, wie auch der Albumtitel »Gondolyn«. Seine Ambition und Motivation, ebenso aber auch seine musikalische Kompetenz, stellt MĂŒnggu auf diesem Album mehr als deutlich unter Beweis. Zwar ist er als "Alleinunterhalter" unterwegs, doch dabei gibt er alles andere als eine schlechte Figur ab und lĂ€ĂŸt weitere Mitglieder (zumindest studiotechnisch) nicht wirklich vermissen. Als Gitarrist und SĂ€nger weiß er ja auch bei EXCELSIS zu beeindrucken, aber seine FĂ€higkeit, auch abseits eines BandgefĂŒges das GespĂŒr fĂŒr das Wesentliche entwickelt zu haben, kommt hier sehr deutlich zum Vorschein und lĂ€ĂŸt den Schluß zu, daß hier ein wahres Multitalent am Werk ist. Die Songs selbst, aber auch die Instrumentierung und der Sound sind ĂŒber jeden Zweifel erhaben und bilden eine sehr solide Basis fĂŒr die Umsetzung der Texte, der eigentlichen Intention des KĂŒnstlers Amrod.

Dieser hat sich nicht lumpen lassen und im Endeffekt ein Album voll spĂŒrbarer Hingabe anzubieten, das vom musikalischen Aspekt zunĂ€chst jedoch auf den ersten Eindruck hin "nur" eingĂ€ngigen Pagan/Death Metal der eher harschen Vorgangsweise anzubieten hat. Die Verwendung von folkloristischen Elementen macht dennoch einen Ohrenschmaus daraus, denn MĂŒnggu weiß dadurch nicht nur, fĂŒr Auflockerung und Abwechslungsreichtum zu sorgen, sondern lĂ€dt durch jede Menge an integrierten epischen Momenten im Endeffekt viel eher dazu ein, Teil seiner "Welt" zu werden und sich wĂ€hrend der Spielzeit reglerecht in jenes Zeitalter zu versetzen, das Tolkien einst so packend beschrieben hat und Amrod nun nicht minder spannungsgeladen intoniert hat.

Dadurch konnte der an sich zwar eher konventionelle, aber zumindest sehr zugĂ€ngliche Metal aus seiner Feder im Endeffekt auch zu einem sehr interessanten Hörerlebnis gedeihen. Auch wenn die Texte dem Hörer mehr abverlangen, als lediglich durch die cineastische Umsetzung von "Der Herr der Ringe" mit dem Werk und Wirken des Autors firm zu sein, dĂŒrfte dieses Album nicht nur fĂŒr Tolkien-Freaks einen Pflichtkauf darstellen, viel eher sollte »Gondolyn« unabhĂ€ngig davon eine Bereicherung fĂŒr die Sammlung eines jeden Pagan Metallers darstellen.

http://www.minhyriath.ch/

muenggu@excelsis.ch

ordentlich 9


Walter Scheurer

 
MINHYRIATH im Überblick:
MINHYRIATH – Gondolyn (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers MĂŒnggu "Amrod" Beyeler:
EXCELSIS (CH) – Tales Of Tell (Do It Yourself)
EXCELSIS (CH) – The Legacy Of Sempach (Do It Yourself)
EXCELSIS (CH) – ONLINE EMPIRE 3-"Upcoming Internationals"-Artikel
EXCELSIS (CH) – News vom 11.10.2006
EXCELSIS (CH) – News vom 11.10.2006
FOLKEARTH – Rulers Of The Sea (Rundling)
FOLKEARTH – Viking's Anthem (Rundling)
FOLKODIA – News vom 27.07.2008
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