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DELIVERANCE (US, CA, Los Angeles) – As Above - So Below

RETROACTIVE RECORDS/MUSICBUYMAIL

Die christliche Musikszene hat zwar in den letzen Monaten und Jahren durch stilistisch sehr unterschiedlich vortragende junge Formationen eine Art Revival erlebt, aber auch von jenen Bands, die einst die Kombination von hartem Rock und christlichem Glauben auch hierzulande bekannt gemacht haben, existieren noch immer einige. Ein Paradebeispiel für Durchhaltevermögen sind mit Sicherheit die Kalifornier von DELIVERANCE. Die Bandgründung erfolgte im Jahre 1985, das selbstbetitelte Debut erfreute 1989 auch die europäischen Metaller, um der Band fortan für ihren kraftvollen Speed/Thrash Metal zu huldigen. Auch wenn es der Formation in all den Jahren niemals gelingen konnte, ganz nach oben zu gelangen, können sich DELIVERANCE auch heute noch auf ein durchaus beachtliches Gefolge verlassen, das sich jedoch nicht ausschließlich aus Glaubensgenossen in Sachen Religion zusammensetzt, sondern vielmehr aus "Brüdern im metallischen Geiste".

Ihr aktueller Silberling »As Above - So Below«, der thematisch als Gebet zu verstehen ist, um die Zustände im Himmel auch auf der Erde zu erlangen, zeigt die Band erneut in immenser Spiellaune. Auch wenn bei den Amis in all den Jahren Kommen und Gehen angesagt war und mit Jimmy Brown II (Gitarre und Gesang) nur noch ein Mitglied im Line-up ist, das auch schon zu "Urzeiten" mit von der Partie war, läßt sich ein konsequenter Weg in musikalischer Art bei DELIVERANCE nachvollziehen. Dem Speed und Thrash Metal der ersten Jahre wurden im Laufe der Zeit vermehrt progressive und melodiöse Elemente zugefügt, so daß auf »As Above - So Below« eine wahrhaft schmackhafte Melange der genannten Stilformen zu vernehmen ist. Auch wenn das Intro sowie die Instrumentalnummer ›Thistles‹ meiner Meinung nach zu langatmig ausgefallen sind, wissen DELIVERANCE, mächtig zu begeistern, und die genannte Verquickung macht in Summe den Reiz dieses Albums aus. Sehr heftig legen DELIVERANCE in ›Cause & Effect‹ los, lassen aber bereits in dieser Nummer ihre progressive Seite erkennen und bauen einen dezent an FATES WARNING erinnernden Mittelteil ein. ›Return To Form‹ kommt dann in einer sehr modernen Metal-Variante aus den Boxen, doch noch bevor der Freund der alten Metal-Schule erschrecken kann, wird genau diesem mit dem Titelsong ein besonderes Leckerli geboten. Kraftvoll, melodiös und dezent verspielt kredenzen uns DELIVERENCE diesen Track, der nicht zuletzt durch seinen ungemein zwingenden Refrain Einzug ins Langzeitgedächtnis hält. Auch das eher schleppende ›Screaming‹ versprüht Charme und Reiz der Vergangenheit, melodischer Prog-Thrash ist hier angesagt. Zudem weiß Jimmy mit seinem ausdruckstarken Organ besonders in dieser Nummer zu brillieren, was seine Leistung in den übrigen Tracks aber keineswegs schmälern soll. Für ›Should We Cross Paths‹ haben sich DELIVERANCE dann wohl an der eigenen Historie orientiert, denn hier regiert der Speed Metal das Geschehen. Noch härter, wenn auch eher vertrackt thrashig folgt ›Contempt‹, die heftigste Nummer von »As Above - So Below«. Durch den geradezu Mantra-mäßig vorgetragenen Refrainpart ›Never Again‹ fräst sich dieser Song regelrecht in die Gehirnwindungen.

Das bereits erwähnte Instrumental ›Thistles‹ ist zwar durchaus interessant, weil spieltechnisch hier das gesamte Spektrum an Zutaten geboten wird, mit über elf Minuten Spielzeit wird aber dennoch über Gebühr ausgegeigt. Entgegen meiner Annahme enthält ›My Love‹ dann keineswegs balladeske Klänge. Erneut ertönt fein strukturierter und arrangierter Metal in gemächlichem Tempo mit progressiver Schlagseite, wie auch im abschließenden ›Enlightened‹, in dem noch einmal sehr zwingende Melodiebögen zu vernehmen sind.

Es wäre DELIVERANCE von Herzen zu wünschen, nach all den Jahren mit »As Above -So Below« zumindest einigermaßen erfolgreich zu sein, qualitativ kann hier ohnehin nichts dagegen sprechen.

http://www.deliverancelives.com/

super 14


Walter Scheurer

 
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DELIVERANCE (US, CA, Los Angeles) – News vom 14.08.2006
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andere Projekte des beteiligten Musikers Michael Phillips:
FASEDOWN – News vom 16.04.2006
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