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OBSKURIA – Discovery Of Obskuria

TOCA RECORDS

Es hĂ€tte keinen besseren Namen fĂŒr dieses Projekt, an dem Musiker aus Deutschland, Peru, der Schweiz und den Vereinigten Staaten involviert sind, geben können als OBSKURIA, so viel bereits einleitend erwĂ€hnt.

Aus Amiland ist Gitarrist Tom Brehm, der schon seit ĂŒber 40 Jahren im Business ist und unter anderem bei DRAGONWYCK und MOONLIGHT DRIVE aktiv war, mit sphĂ€rischen GitarrenklĂ€ngen bei OBSKURIA in Erscheinung. UnterstĂŒtzung erhĂ€lt Tom von der peruanischen Abordnung Miguel Angel Burga, der auf diesem Album nicht nur die Klampfe betĂ€tigt, sondern auch fĂŒr einige VokalbeitrĂ€ge sorgt, Carlos Vidal am Baß und Xitan Abugattas an den Effekt-GerĂ€ten. Alle drei sind ansonsten zusammen bei einer Truppe mit Namen LA IRA DE DIOS aktiv, mit der sie Space-Rock der heftigeren Machart zum besten geben.

FĂŒr die Schweiz tritt der Soundtrack-Spezialist Peter Thomas in den Ring, auch wenn er erst beim Bonustrack â€șThe World Is Goneâ€č, der bereits mehrere Dekaden auf dem Buckel hat, aber perfekt ins Konzept paßt, in Erscheinung treten darf, um den Zuhörer zu unterhalten und zum Abschluß regelrecht abheben zu lassen. Der deutsche Beitrag zu »Discovery Of Obskuria« schließlich entstammt Winnie Rimbach-Sator an den Tasten, Matthias SchĂ€uble an Gitarre und Mikro, sowie der Folk-SĂ€ngerin Kristin Shey, die zu â€șDie Die My Darlingâ€č ans Mikro gebeten wurde. Den Entschluß, zusammen Musik zu machen, haben die beteiligten Musiker ĂŒbrigens im September 2006 gefaßt, als sie allesamt beim "Trip In Time"-Festival in Mannheim am Start waren, wenn auch logischerweise mit anderen Bands und Projekten.

Weshalb ist OBSKURIA nun also der geeignete Name fĂŒr die Zusammenkunft dieser Ansammlung an begnadeten Musikern?

Weil die KlÀnge dieses Albums mitunter wahrlich als obskur zu bezeichnen sind und sich dieser Begriff mit Fortlauf der Spielzeit von fast 80 Minuten regelrecht manifestiert.

ZunĂ€chst bekommt der Zuhörer aber zwei Coverversionen geboten. Das von den DAYGLOW ABORTIONS stammende â€șI Am My Own Godâ€č macht den Anfang und prĂ€sentiert uns Space-Rock im rĂ€udigen Punkgewand. Da ich das Original leider nicht kenne, fĂ€llt ein Vergleich natĂŒrlich flach, aber harmonisch klingt diese an sich nur schwer vorstellbare Liaison sehr wohl. Das anschließende â€șFor Whom The Bell Tollsâ€č wird dagegen eher die GemĂŒter erhitzen und polarisieren. Zwar kommt die OBSKURIA-Version dieses METALLICA-Klassikers keineswegs schwachbrĂŒstig aus den Boxen, aber daß sich die Herrschaften damit Freunde unter den Metallern machen werden, darf durchaus bezweifelt werden, schließlich wurde die Nummer - vor allem vom Tempo her - dermaßen unkenntlich gemacht, daß man schon fast den Eindruck erhĂ€lt, man hĂ€tte sich nur des Textes bedient und die Komposition an sich nahezu völlig ĂŒberarbeitet. Mich persönlich schreckt diese Version eher ab, aber zum GlĂŒck haben OBSKURIA in Folge wahrlich Schmackhaftes zu bieten.

Danach prĂ€sentieren uns OBSKURIA nĂ€mlich endlich eigenes Material: â€șI Seeâ€č kommt als ĂŒppige, knapp acht Minuten lange Space-Rock-Komposition mit reichlich Psychedelic-Flair und satter SpĂ€t-60er-Schlagseite aus den Boxen. Der Hippie in mir erwacht einmal mehr zum Leben und vollbringt wahre FreudentĂ€nze zu diesem Track. Am folgenden THE BEATLES-Gassenhauer â€șCome Togetherâ€č haben sich schon mehrere Bands versucht und das zum Großteil auch besser als OBSKURIA, die mich damit auch nicht wirklich beeindrucken können, weil ihre Version einfach zu abgefahren ausgefallen ist. Die eigentliche StĂ€rke dieses Projektes ist aber ganz klar der mitunter wirklich heftige, intensive und zum Teil instrumental vorgetragene Space-Rock. Nicht, daß die SangesbeitrĂ€ge von schlechten Eltern wĂ€ren, aber die IntensitĂ€t des im Mittelteil dieser Scheibe offerierten Dreiers â€șBreakfast Suiteâ€č, â€șForbidden Lookâ€č und â€șEssence Of Its Ownâ€č lĂ€ĂŸt keine WĂŒnsche offen. Zugegeben, im letztgenannten Monumentalepos kommen fragmentarisch doch Stimmen zum Vorschein, diese klingen aber stark entfremdet und erinnern dadurch eher an einen zum Konsens notwendigen Roboter als an Gesang.

Zu jener Zeit als Space-Rock gerade schwer angesagt war, hatten zahlreiche Bands auch noch sehr viel Blues-Anteile in ihren Kompositionen zu bieten, und auch OBSKURIA wissen, Blues in klassischer Form imposant zu intonieren. â€șTurn Your Faceâ€č und der anschließende Titeltrack verweisen in der Tat schwer an heftigen Blues in psychedelischer AusfĂŒhrung, wie er uns einst von den Urahnen unserer geliebten Musik offeriert wurde. Auch dabei machen OBSKURIA verdammt gute Figur und lassen den Zuhörer Steh-Blues tanzen.

Als absoluter Stilbruch muß dann der eigentliche Rauswurf â€șDie Die My Darlingâ€č gewertet werden. Nicht, daß die MISFITS-Nummer ĂŒbel intoniert wurde, von stimmig zu dem, was uns zuvor geboten wurde, kann aber bei Gott hier keine Rede sein, hĂ€tte wirklich nicht unbedingt sein mĂŒssen, eine weitere Coverversion zu prĂ€sentieren. Mit dem kurzen und sehr unterhaltsamen â€șThe World Is Goneâ€č beenden OBSKURIA dann den Reigen. Bereits anno 1967 von Peter Thomas aufgenommen hat dieses StĂŒck obskurer Musik nichts von seiner Klasse eingebĂŒĂŸt. SchrĂ€ger hĂ€tte man dieses Album wohl gar nicht beenden können.

Wenn es an diesem Album etwas zu meckern gibt, dann nur an den Coverversionen, die nicht die Klasse der Eigenkompositionen aufweisen können und auch an der Reihenfolge der Songs selbst, die ich persönlich anders gestaltet hĂ€tte. Aber das sind an und fĂŒr sich nur Kleinigkeiten, die den Hörgenuß nur geringfĂŒgig schmĂ€lern sollten.

http://www.obskuria.com/


Walter Scheurer

 
OBSKURIA im Überblick:
OBSKURIA – Discovery Of Obskuria (Rundling)
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