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S-CORE – Gust Of Rage

DIRTY 8/DSK PRODUCTIONS

Vor ziemlich genau zehn Jahren begann die Historie dieser Franzosen, als sich nĂ€mlich zwei Bands im Großraum Straßburg auslösten und einige der davon betroffenen Musiker unter dem Banner S-CORE zusammentaten. Innerhalb von nur wenigen Monaten schaffte es die damals neuformierte Truppe, in ihrer Region einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen, und auch erste Konzerte im nahen Ausland waren schon in der "FrĂŒhzeit" angesagt. Auch danach ging es recht hurtig weiter voran, und die gesamte Auflage von 600 StĂŒck des ersten Demos »FatAndWet« konnte innerhalb von kurzer Zeit an den Fan gebracht werden. Selbst einige Line-up-VerĂ€nderungen konnten S-CORE zu Beginn dieses Millenniums kaum stoppen. Das von LOUDBLAST-Mann StĂ©phane Buriez produzierte Debut »Riot... Process Engaged«, das 2003 erschienen ist, stellt nicht nur einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Formation selbst dar, sondern ist wohl auch in der gesamten französischen Szene ein ganz besonderes Exemplar. Innerhalb von nur einem Jahr konnte nĂ€mlich auch dieses Album komplett ausverkauft werden, was wohl wirklich nicht alltĂ€glich ist.

Die immens groovige Melange dieses Quintetts scheint jedenfalls bereits in der Vergangenheit zahlreiche Freunde gefunden zu haben, und enttĂ€uscht wird auch von »Gust Of Rage«, dem aktuellen Silberling der Band, wohl niemand sein. Vorraussetzung ist allerdings eine Vorliebe zu modernem Metal mit dezenter Hardcore-Schlagseite und massiver Thrash-AffinitĂ€t. Die insgesamt dreizehn Kompositionen kommen - mit Ausnahme der drei relativ kurzen, aber nicht minder intensiven Instrumentals â€șIt Takes...â€č, â€ș..A Whole Life...â€č und â€ș..To Become A Manâ€č - in mĂ€chtiger Groove-Thrash-Machart aus den Boxen und haben jede Menge an Anleihen an GrĂ¶ĂŸen wie PANTERA (zu deren SpĂ€tphase), MACHINE HEAD (vor »The Burning Red«) und CHANNEL ZERO, als diese gerade »Stigmatized For Life« eingespielt hatten, aus den Boxen. Donnernder, zwingender Groove ist also angesagt und das zudem in massivster und teilweise geradezu bösartiger Variante.

Dazu mĂŒssen auch noch vereinzelte AnklĂ€nge an Nu Metal und Metalcore-GrĂ¶ĂŸen genannt werden, wobei speziell die UrvĂ€ter des Metalcore, PRO-PAIN keinesfalls vergessen werden dĂŒrfen, und auch das Werk und Wirken des Herrn Max Cavalera in komplettem Umfang darf nicht unerwĂ€hnt bleiben, wenn von Vergleichen die Rede ist. Gesangstechnisch geht es mitunter zwar in Richtung derbes Hardcore-Geshoute der alten Schule, doch Jean-Christophe Ketterer weiß seine StimmbĂ€nder sehr wohl akzentuiert einzusetzen und geschickt zu variieren, um nicht zu sehr ins "Gebelle" abzudriften. Etwas anderes als in jener Richtung gelagerter Gesang wĂŒrde zu den brachial und auf höchstem Niveau aggressiv klingenden Tracks aber auch gar nicht passen, so daß S-CORE eine in sich sehr stimmige Melange abgeliefert haben, die in erster Linie mitreißt. Mitunter eingeflochtene Klargesangspassagen lockern die Scheibe ebenso auf wie die bereits erwĂ€hnten kurzen Instrumentalnummern, wodurch ein sehr spannendes Gesamtwerk entstanden ist. Auch wenn das Tempo zumeist recht hoch ist, wissen diese Burschen aber auch mit angezogener Handbremse zu beeindrucken. Dabei kommt dann obendrein auch noch eine nicht zu verleugnende Vorliebe fĂŒr weit mehr Bands aus New Orleans als nur PANTERA zum Vorschein, und auch auf dieser Spielwiese wissen die Burschen aus Fronkreisch zu ĂŒberzeugen.

Was all den Kompositionen gemein ist, bleibt aber, unabhĂ€ngig vom Tempo und der jeweiligen AggressivitĂ€t, der immense Grooveanteil, den S-CORE niemals vermissen lassen. Interessant ist auch noch der offensichtliche Bezug von S-CORE zur ungarischen Szene. Nicht nur, daß »Gust Of Rage« im "Bakery Studio" zu Budapest von Zoltan Varga aufgenommen wurde, mit Andras Voros (SUPERBUTT), Tamas Palinkas und Zed (HOUSEBOUND) haben sich die Franzosen auch gleich mit Gastmusikern aus Ungarn eingedeckt, die allesamt fĂŒr GesangsbeitrĂ€ge auf »Gust Of Rage« gesorgt haben, einem Album, das auch - und das ohne jetzt die Leistung dieser Herren schmĂ€lern zu wollen - ohne fremder Hilfe zu einem sehr ĂŒppigen StĂŒck donnerndem Groove Thrash geworden ist.

http://www.processengaged.com/

ordentlich 8


Walter Scheurer

 
S-CORE im Überblick:
S-CORE – Gust Of Rage (Rundling)
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