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Phanatos-CD-Cover

Phanatos

Opus 2

(8-Song-CD-R: € 13,-)

Der Titel »Opus 2« deutet auf ein VorgĂ€ngeralbum hin, was sich auch als richtig herausstellt, denn als »Opus One« bezeichnet der schwedische "Alleinunterhalter" Phanatos seine in den Jahren 2000 bis 2005 komponierten Demotracks mit den ebenso wenig spektakulĂ€ren Titeln â€șPart Iâ€č bis einschließlich â€șPart IXâ€č. Der gute Mann begann im Jahre 1999 damit, seine GefĂŒhlswelt zu vertonen, und diese war offenbar schon damals sehr dunkel gefĂ€rbt, allerdings auch mit einem ungemein stark ausgeprĂ€gten Hang zur Romantik versetzt. Zudem scheint der Musiker, oder besser gesagt KĂŒnstler Phanatos auch eine Vorliebe fĂŒr klassische Musik entwickelt zu haben, denn »Opus 2« ist der Klassik wesentlich nĂ€her als jeder Form von Rock. An seiner Intention scheint sich nicht wirklich viel geĂ€ndert zu haben, denn auch »Opus 2« ist geprĂ€gt von zumeist dunkler AtmosphĂ€re, die in den sehr romantischen Kompositionen verbreitet wird.

Zugegeben, zunĂ€chst dachte ich ehrlich gesagt eher daran, es hier mit einem Soundtrack fĂŒr eine Naturdoku zu tun zu haben, denn hinsichtlich der instrumentalen Umsetzung lĂ€ĂŸt Phanatos in erster Linie sehr entspannte Keyboard- und SynthesizerklĂ€nge vernehmen. Dazu gesellen sich im Laufe der Spielzeit nicht minder relaxt anmutende HarfenklĂ€nge und auch programmierte Drums, die von folkloristisch gefĂ€rbt bis hin zu schlichtweg hypnotisch klingen. Mitunter eingesetzte KlĂ€nge und Tonaufzeichnungen aus der Natur unterstrichen zunĂ€chst meinen Verdacht.

Doch zum GlĂŒck gibt es (zumindest in der ersten HĂ€lfte dieser Scheibe) auch GesangsbeitrĂ€ge zu beklatschen, die hier aber auch nur teilweise als wirklicher Bestandteil einzelner Songs wirken und mitunter, wie im Opener, eher den Eindruck eines angehenden Hörspiels vermitteln. Mit einer gewissen Karin Ljungberg hat Phanatos allerdings ein MĂ€del ins Studio geholt, die mit ihrer glockenhellen, aber zugleich auch angenehm unaufdringlichen Stimme den Kompositionen sehr gefĂ€llige Vokalpassagen zu verleihen imstande ist. Zudem singt der Meister in Folge auch persönlich und kommt vor allem in den geradezu sakral anmutenden BeitrĂ€gen, wie im pathetisch bis zur Oberlippe aus den Boxen kommenden, aber dennoch tiefgrĂŒndigen â€șThe Drowning And Re-Emergence Of A Lovelorn Heartâ€č und dem nicht minder bombastischen, auf positive Art aufdringlichen â€șI See Love, Icy Loveâ€č besonders gut zur Geltung.

Weshalb nach dem wirklich imposanten und geradezu meditativen â€șThe Girl In The Mirrorâ€č keine VokalbeitrĂ€ge mehr zu hören sind, weiß wohl nur Meister Phanatos persönlich. Die eben erst entstandene Freude, den KompositionskĂŒnsten des Schweden zu lauschen, der es geschafft hat, wahre "Downer" fĂŒr den Alltag zu kreieren. Dadurch entsteht meiner Meinung nach ein Bruch im entstandenen, bis zu diesem Punkt an sich stimmigen Klangbild. Auch wenn es an den Instrumental-Kompositionen selbst kaum etwas zu meckern gibt, weiß man erst im Nachhinein, die zuvor vernommenen Songs zu schĂ€tzen, denn die ersten drei der weiteren Tracks die uns Phanatos zum Schluß dieses Albums anzubieten hat, erinnern eher an Fahrstuhlmusik und laufen an mir ebenso vorbei wie das, an die Hintergrundbeschallung im Chinarestaurant um die Ecke erinnernde â€șAwe And Woeâ€č.

Phanatos hat es leider nur zum Teil geschafft, den Zuhörer an seiner GefĂŒhlswelt teilhaben zu lassen, zu den Instrumentalnummern wollen bei mir zumindest keinerlei Emotionen entstehen, doch dafĂŒr weiß der erste Teil dieser Scheibe wahrlich mit einem Wechselbad an GefĂŒhlen zu imponieren.

http://www.phanatos.com/

info@phanatos.com

nur teilweise...


Stefan Glas

 
Phanatos im Überblick:
Phanatos – Opus 2 (Do It Yourself)
© 1989-2020 Underground Empire



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