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4ORDER

The Journal

(10-Song-CD-R: € 12,-)

Eigenen Angaben nach fabrizieren diese Finnen "Ghost Metal", wobei diese Bezeichnung wohl in erster Linie auf das Konzept bezogen ist. Unter dem Einfluß von Großmeistern von konzeptionell angelegten Veröffentlichungen wie King Diamond und QUEENSRYCHE, auf die sogar der Bandname 4ORDER zurĂŒckzufĂŒhren ist, denn die Inspiration dafĂŒr stammt von »Rage For Order«, kredenzt uns die Formation ein sehr opulent angelegtes Album, das es wahrlich in sich hat.

ZunĂ€chst muß erwĂ€hnt werden, daß »The Journal« den Einstieg in ein als Trilogie konzipiertes, umfassendes Werk zu sehen ist, dessen Fortsetzungen im Laufe der nĂ€chsten Jahre veröffentlicht werden. Die Geschichte handelt von der Suche eines Protagonisten, in diesem Fall eines alternden Rockstars, nach dem ewigen Leben, das er durch seine große Liebe zu erhalten hofft. Doch, wie so oft, ist diese Dame leider keine von uns, sondern ein Vampir, die den Herren nun mit in ihre Welt nimmt. DiesbezĂŒglich sehr ambitioniert, was uns das Sextett aus dem hohen Norden zu offerieren hat. Auch hinsichtlich der Umsetzung des ersten Teils kann man den FinnInnen nur gratulieren, denn in Sachen Arrangements bleiben hier keinerlei WĂŒnsche offen. Die Songs selbst sind gut strukturiert und sind durch vereinzelte ErzĂ€hlpassagen verbunden, so daß es wahrlich Sinn macht »The Journal« als Gesamtwerk zu betrachten. Allerdings können einzelne Songs sehr wohl auch als solche bestehen, denn musikalisch trifft die selbstgewĂ€hlte neue Stilkreation nicht wirklich zu, sondern haben wir es mit mittlerweile fast schon konventionellen KlĂ€ngen zu tun. Allerdings muß man 4ORDER sehrt wohl zugestehen, wahrhaft ein mannigfaltiges Werk abgeliefert zu haben und auch die in jeder Weise bestechende AusfĂŒhrung ist zu honorieren. Vom bombastischen Metal in melodischer Form, der in Summe die Basis von »The Journal« ausmacht, ĂŒber fetten und knackig intonierten Hard Rock der alten Schule, der bereits im ersten Track â€șChapter One Glory Rideâ€č zum Vorschein kommt, ĂŒber gefĂŒhlvoll intonierten Progressive Metal (â€șChapter Two Death Wishâ€č) und heftig gen GehörgĂ€nge pulsierende Riffattacken (â€șChapter Three Touched By Evilâ€č) reicht der musikalische Reigen, zu dem in spĂ€terer Folge auch noch reichlich Anleihen aus dem Gothic Metal addiert werden, die nicht zuletzt auf den Gesang zurĂŒckzufĂŒhren sind. Neben Ozzie Rissanen, der ĂŒber eine gute, allerdings auch eher unspektakulĂ€re, Sangesstimme verfĂŒgt, haben 4ORDER mit Marie Helsingfors ein MĂ€del am Mikro, die zwar mit Sicherheit ĂŒber ein ausgebildete und in so manchen OpernhĂ€usern bejubelte Stimme verfĂŒgt, hier allerdings nicht immer passend erscheint. Vor allem wenn die Tracks knackig gen harten Rock gebĂŒrstet und mit Groove ausgestattet aus den Boxen krachen, wie beispielsweise im Opener oder auch in â€șChapter Eight Blood And Flameâ€č, klingt ihr Gesang in meinen GehörgĂ€ngen eher störend als atmosphĂ€risch oder dergleichen. DiesbezĂŒglich haben 4ORDER definitiv ĂŒbertrieben, denn gesangtechnisch klingen dadurch viele Passagen schwer ĂŒberladen. Ihre großen Momente hat Marie aber sehr wohl und zwar vor allem dann, wenn es gothisch und in Doom-Variante zur Sache geht, wie im von einer Hammondorgel begleiteten â€șChapter Six Vampireâ€č, wo ihr Beitrag zu GĂ€nsehaut ohne Ende fĂŒhrt.

In Summe ist »The Journal« ein sehr interessantes, von 4ORDER auch nicht nur ambitioniert, sondern in der Tat auch gelungen umgesetztes, Konzeptwerk geworden, doch hinsichtlich der SangesbeitrÀge sollten die FinnInnen beim zweiten Teil eher die Intuition "weniger ist manchmal mehr" verfolgen.

http://www.the4order.com/

contact@the4order.com

ambitioniert


Walter Scheurer

 
4ORDER im Überblick:
4ORDER – Ghostmetal (Do It Yourself)
4ORDER – The Journal (Do It Yourself)
4ORDER – News vom 13.11.2007
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