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Sampler

Metal Message IV

(13-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern mittlerweile auch ein Sampler des Online-Magazins METAL MESSAGE auf den Markt, dessen Inhalt zwar weniger mit christlichen Traditionen zu tun hat, dafür aber wortwörtlich "Heidenspaß" macht.

Die vierte Ausgabe der Sampler-Reihe des rührigen Markus Eck, der erneut weder Kosten, noch Mühen gescheut, hat um uns insgesamt 13 Formationen aus dem Pagan und Viking Metal-Bereich näherzubringen, sollte aber nicht nur einschlägig vorbelasteten Mitmenschen Freude bereiten, sondern jeden Metaller in gute Laune versetzen können. Für diese Compilation hat sich Markus den Franzosen Jean-Pascal Fournier angelächelt, der das Cover zu diesem Werk mit dem Titel "Druid's Summoning Of Celtic God Cernunnos Within The Cauldron" kreiert hat und erneut unter Beweis stellen konnte, weshalb er mit den begehrtesten Künstlern auf diesem Sektor gezählt wird. Für das CD-Label konnte der Belgier Kris Verwimp verpflichtet werden, so daß man hinsichtlich der Umsetzung bei »Metal Message IV« schon einmal von einem imposanten Werk sprechen kann. Natürlich darf da auch die Auswahl an Bands und deren musikalisches Schaffen nicht abfallen, weshalb Markus nicht nur einen sehr repräsentativen Querschnitt dieser Szene präsentieren kann, sondern uns viel mehr die Creme de la Creme des diesbezüglichen Undergrounds näherzubringen versucht.

Den Reigen eröffnen die norwegischen Finsterlinge von GJENFERDSEL (http://www.gjenferdsel.no/), deren ›Svik‹ von ihrem im letzten Jahr veröffentlichten Debüt stammt und als dunkelschwarzes Stück Metal aus den Boxen dröhnt. Die musikalische Reise geht in England weiter, von wo aus FOREFATHER (http://www.forefather.net/) ihre folkloristisch anmutende Version von Pagan Metal in Form des schleppenden ›Engla Tocyme‹ präsentieren. Danach begeben wir uns gen Osten um den Esten THARAPHITA (http://www.metal.ee/tharaphita/) zu lauschen, die uns ›Lidsetel Sünkjatel Radadel‹ präsentieren, bei dem eine offensichtliche Vorliebe für PRIMORDIAL zutage kommt, jedoch einen Zacken heftiger zur Sache gegangen wird. Die Norweger GALAR (http://www.galar.no/)zählen wohl mit zu den bekannteren Bands dieses Samplers und lassen ein mächtig schwarzmetallisches Kleinod mit dem Titel ›Hugin og munin‹ vom Stapel, das auch mit zu den Highlights ihres letztjährigen Albums »Skogsgvad« zählte. Vor allem der Wechsel von keiferischer Schwarzmetall-Röhre zu klarem, kraftvollen Gesang weiß hier mächtig zu beeindrucken. Von der britischen Insel aus gehen auch OAKENSHIELD (http://www.oakenshield.org/) ins Rennen, die uns ›Ginnungagap‹ offerieren. Hier ist zwar ein deutliches Sounddefizit auffällig, dennoch ist die Arbeit von Ben Corkhill als gelungen zu werten, da der Kerl dieses Projekt als Alleinunterhalter am Start hat und die Musik selbst keineswegs qualitativ abfällt. Den schwedischen Beitrag zum "Grand Prix de la Paganvision" liefern dann IRMINSUL (http://caveofirminsul.se/). ›Vinterskald‹ sollte sich mühelos in die schwarzen Herzen des heidnischen Volkes in ganz Europa und natürlich auch weit darüber hinaus spielen können, schließlich sind hier Könner am Werk, die auch für die nötige Atmosphäre zu sorgen wissen. SLECHTVALK (http://www.slechtvalk.com/) vertreten die Niederlande und lassen zunächst eher an "konventionellen" Black Metal in symphonischer Form denken, rechtfertigen in Folge aber sehr wohl ihre Teilnahme an diesem Werk durch dementsprechende Töne. Das multikulturelle Projekt FOLKEARTH (http://www.folkearth.cjb.net/) kommt mit ›The Riding Of The Queen Boudiccea‹ als nächstes an die Reihe, schafft es allerdings nicht an die Intensität anderer Beiträge heranzukommen, was wohl nicht zuletzt aufgrund des sehr eigenwillig klingenden Schlagzeugs bedingt ist. Da kann auch der wunderschöne Folk-Part in der Mitte der Nummer nichts daran ändern. ›The Journey To Lyngvi‹ von den Belgiern THEUDHO (http://www.theudho.com/) kommt da wieder wesentlich essentieller aus den Boxen. Auch wenn diese Truppe Musik keineswegs neu erfindet, beeindruckt der teilweise depressiv anmutende Düsterpart immens und fügt sich vorzüglich in die ansonsten recht herbe und dunkle Vortragsweise der Herrschaften ein. Die Dunkelheit besingen auch die Russen ALKONOST (http://www.alkonost.ru/), auch wenn ›Darkness‹ fröhliche Melodien innehat und eher zum Schunkeln anregt. Weiter gefeiert werden darf sofort danach mit SLARTIBARTFASS (http://www.slartibartfass-musik.de/), die ›St. Cuthbert‹ zum besten geben und damit tanzende und springende Zuhörer hinterlassen werden. Die ebenfalls reichlich bekannten SKYFORGER (http://www.skyforger.lv/)aus Lettland lassen dann zunächst programmatische Pfeifen ertönen, um ›A Crested Bird Sings‹ einzuleiten, ehe sie die Verschnaufpause dieses Albums in folkloristischer Art und Weise mit Anklängen ihrer Heimat weiterführen und beenden.

Mein persönliches Highlight hat sich Kollege Eck allerdings für den Abschluß aufgehoben. SIROCCO (http://www.siroccoband.com/) aus Irland wissen mit dem neunminütigen ›Forsaken Shores‹ nicht nur dieses Album würdig zu beschließen, sondern machen auch deutlich, daß die alte Schule des Heavy Metal einen sehr großen Einfluß auf den Pagan/Viking Metal gehabt hat. Dieser schwer nach der NWoBHM in schleppender Version dargebotene Track sei als spezieller Tip für Scheuklappenträger beiderseits genannt, denn harmonischer kann man Tradition und "modernes" metallisches Wikingertum nicht vereinen.

Lust auf diesen Sampler bekommen? Kein Wunder, ist auch definitiv ein sehr empfehlenswertes StĂĽck, doch Eile ist geboten, schlieĂźlich ist das Teil auf 1000 StĂĽck limitiert.

http://www.metalmessage.de/

info@metalmessage.de

Grand Prix de la Paganvision


Walter Scheurer

 
© 1989-2020 Underground Empire



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