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FREUND HEIN

Chaos Immanent

(8-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Seit gut zehn Jahren treiben FREUND HEIN ihr Unwesen im österreichischen Metal-Untergrund und schon zu Zeiten, als sich das Unternehmen noch CRAVING FOR VALUSIA nannte, war diese Formation dafür bekannt, sich selbst und auch den Rest der Welt, nicht immer unbedingt todernst zu nehmen. Daran scheint sich auch im Jahre 2007 nicht viel geändert zu haben, denn auf ihrem ersten Longplayer mit dem viel versprechenden Titel »Chaos Immanent« wird exakt das offenkundig. Eingangs muß jedoch eindeutig festgestellt werden, daß FREUND HEIN keinesfalls zur Sorte der "Comedy Metaller" zu zählen sind, da sie nicht nur musikalisch sehr wohl einiges auf dem Kasten haben, sondern ihr Humor zum Teil eher subtil ausgefallen ist und eine wohldosierte Portion Sarkasmus aufweist. Daß es dadurch mitunter ein klein wenig an Laufzeit bedarf, ehe sich einem der "Schmäh" von FREUND HEIN erschlossen hat, sei obendrein gleich eingangs erwähnt, um etwaigen Enttäuschungen vorzubeugen. Ein von sehr abgefahrenen Comics veredeltes Booklet und ein ebensolcher Infozettel lassen aber keinen Zweifel aufkommen, daß FREUND HEIN mit zu den unterhaltsamsten Zeitgenossen im Metal-Business überhaupt zu zählen sind. Die Klänge dieser Band selbst lassen sich allerdings nur sehr, sehr schwer beschreiben, denn die Niederösterreicher offerieren einen Mix aus sehr unterschiedlichen Anklängen, der auf den ersten "Horch" wohl noch ein wenig wirr klingen mag, sich bei eingehender Hingabe aber sehr wohl erschließen läßt. Die Gitarristen lassen Riffs und Licks vom Stapel, die technisch sehr versiert klingen und zudem immer wieder auch aus den Prog-Bereich entlehnt sein könnten, in erster Linie aber wohl doch unter dem Einfluß des technischen Death Metal der älteren Schule entstanden sein dürften. Dazu offenbart uns Drummer "The Notorious Penta-Peil" seine Fähigkeiten an seinem Arbeitsgerät, wo er nicht nur für mächtigen "Wumms" sorgen kann, sondern obendrein, die Songs mit Fills zu garnieren versteht, weshalb FREUND HEIN durch ihre zahlreichen verqueren Breaks und die mitunter fast schon abstrusen Keyboard-Melodien geradezu avantgardistisch klingen. Wenn nicht Sänger "Gorepheus Bloodimir Grindpa Heartbreaker Jesus Wurschtl Christ (Pseudo) Beatnik Hein a.k.a. Schmeichelkönig" ebenso mannigfaltig, also sprich brüllend, schreiend, feixend, sehr wohl aber auch ganz normal singend ans Mikro gehen würde, könnt man befürchten der Kerl wäre überfordert mitzuhalten, so aber schafft er es problemlos, sich perfekt ins entstandene Gesamtbild einzufügen. Dazu passend kredenzen uns FREUND HEIN auch ihre nicht minder unterhaltsamen lyrischen Ergüsse in englischer und deutscher Sprache und setzen somit den fehlenden Puzzle-Stein in ein trotz allem ästhetisch anmutendes Gesamtkunstkunstwerk. In Anlehnung an einen ihrer Tracks mit dem philosophischen Titel ›Der Tod läßt sich nicht berechnen‹ ausgestatten haben, könnte man ebenso gut sagen "FREUND HEIN lassen sich nicht berechnen", um ihre Klänge auf den Punkt zu bringen.

Die den fünf Musiker zuzuordnenden, auf der Inlay-Card abgebildeten, Skulpturen erinnern mich übrigens ein wenig an Marterpfähle, weshalb sich FREUND HEIN bei mir noch zusätzliche, natürlich rein subjektive, "Bonüsse" abholen dürfen.

http://www.freundhein.at/

freundhein@gmx.net

Schmähtandler


Walter Scheurer

 
FREUND HEIN im Überblick:
FREUND HEIN – Chaos Immanent (Do It Yourself-Review von 2007)
unter dem ehemaligen Bandnamen CRAVING FOR VALUSIA:
CRAVING FOR VALUSIA – Demo 1997 (Demo-Review von 1998)
andere Projekte des beteiligten Musikers Ramer "Bloodimir Gorepheus (Pseudo) Beatnik Hein" Guggenberger:
ANGIZIA – News vom 31.08.2007
andere Projekte des beteiligten Musikers Christoph "Grillhacker/Hacke" Krippel:
CONCRETE (A) – ZemENTER (Do It Yourself-Review von 2008)
CONCRETE (A) – ZemENTER (Do It Yourself-Review von 2008)
andere Projekte des beteiligten Musikers Mario "Hombre Destruktore" Nentwich:
ANGIZIA – News vom 31.08.2007
PALINDROME – Bundle These Last Scattered Synapses (Rundling-Review von 2013)
PALINDROME – Strange Patterns (Rundling-Review von 2016)
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