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VANISHING POINT (AUS) – The Fourth Season

DOCKYARD 1/SOULFOOD

Ohne großartiges Intro gehen die Aussies von VANISHING POINT auf ihrem mittlerweile vierten Album in die Vollen. ›Embodiment‹, so der Titel des Openers, ist aber auch ohne besondere Einleitung ein wahres Prachtexemplar des melodiösen Metal mit mächtiger Progressive-Schlagseite geworden. Gitarren und Keyboards sind hier in trauter Eintracht zu bestaunen und duellieren sich keineswegs, sondern wirken bestens ausgewogen und auch klangtechnisch einwandfrei. Beide Instrumente wissen aber nicht nur in diesem Fall, sondern generell auf diesem Album zu beeindrucken - und das, ohne ausufernd zu solieren. Über die ausgeklügelten Klangteppiche legt Sänger Silvio Massaro seine nicht minder harmonisch tönenden und durch die Bank sehr angenehmen Gesangspassagen. ›Embodiment‹ ist diesbezüglich auch keine Ausnahmeerscheinung, sondern im Grunde nur die erste von elf gesangstechnisch sehr ohrenschmeichelnden Kompositionen, die uns die australische Formation auf »The Fourth Season« anzubieten hat. VANISHING POINT kann man aber auch ihre kompositorische Kompetenz keineswegs absprechen, denn alle Songs haben einen sehr angenehmen Touch und wissen durch instrumentale Finessen ebenso zu beeindrucken, wie durch sehr ausgeklügelte Arrangements. Doch neben diesen Eigenschaften, die allen Songs gemein sind, wissen VANISHING POINT sehr wohl auch durch Variabilität zu gefallen. Vor allem hinsichtlich des Tempos wird sehr häufig variiert, wodurch die Songs recht unvorhersehbar klingen und beim Zuhörer erst nach mehreren Durchläufen zu zünden beginnen. Genau darin ist meiner Meinung auch der größte Unterschied zu den bisherigen Alben der Australier festzustellen, denn genau das war bislang noch nicht so deutlich zu bemerken. Von Abnutzungserscheinungen kann bei »The Fourth Season« also auch nach oftmaligen Konsum keine Rede sein, vielmehr lassen sich die Songs nach intensivem Konsum gar nicht mehr aus den Gehörgängen entfernen. Das mit stampfendem Beginn ausgestattete und in weitere Folge hinsichtlich der Keyboard-Passagen ein wenig an neueren SAVATAGE orientierte ›Tyranny Of Distance‹ will auf den ersten Horch noch nicht zünden, entpuppt sich aber nach einiger Zeit ebenso als Ohrwurm wie ›Surrender‹, die abgefahrenste aller Nummern dieses Albums, die nach erhabenem Beginn und einem dezent an Prog Metal-Größen wie DREAM THEATER erinnernden Mittelteil als melodiöser Power Metal-Track ausklingt. Relativ direkt in Richtung Gehörgänge zielt dagegen ›Hope Among The Heartless‹ ab, ein recht straighter und melodiöser Midtempo-Track. Atmosphäre und Emotionen beherrschen das kurze, aber sehr edel tönende Instrumental ›Gaia‹, dessen vertrackter Schluß nahezu unmittelbar in ›I Within I‹ überleitet. Dabei kann man von einem "typischen" Song von VANISHING POINT sprechen, denn es handelt es sich um einen sehr fein arrangierten, gut strukturierten keyboard-lastigen Melodic Prog Metal-Track, in dem Silvio abermals brilliert. Auch wenn es für den Zuhörer mitunter nicht einfach sein wird, die Songs von VANISHING POINT im Falle eines Konzertes gleich vollends verarbeiten zu können, was speziell bei einem konzerttechnischen "Jungfernflug" durchaus passieren kann, haben VANISHING POINT ein Paradebeispiel in petto. ›Behind The Open Door‹ stellt bislang wohl die Ausnahme im Schaffen der Australier dar, denn damit ist ihnen wohl ein wahrer Live-Knaller gelungen, der sich schon in der Studioversion regelrecht im Gehirn einfräst. Als Kontrapunkt zu diesem, eher geradeaus und direkt abzielenden Track folgt das atmosphärisch eingeleitete und durch Sprachsamples zu Beginn fast bedrohlich anmutende ›Ashes Sky‹, das sich in Folge aber ebenfalls zu einem Progressive Metal-Track der Sonderklasse entwickelt. Ein wenig schwächelnd dagegen zeigen sich die Australier im höchstens durchschnittlichen ›One Foot in Both Worlds‹, bei dem lediglich der Einstieg mit gefühlvollen Piano-Passagen überzeugen kann, und im abermals dezent SAVATAGE-infiltrierten, aber trotzdem nicht wirklich überzeugenden ›Wake Me‹. Nach dieser kurzen Schwächeperiode zeigen sich VANISHING POINT zum Schluß allerdings noch einmal von ihrer stärkste Seite und kredenzen uns in Form von ›A Day Of Difference‹ ein sattes, melodiöses und progressives Stück Metal, mit dem die Australier das bislang reifste Werk ihres Schaffens beenden.

http://www.vanishing-point.com.au/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
VANISHING POINT (AUS) (vorhergehende Besetzung) im Ãœberblick:
VANISHING POINT (AUS) – Embrace The Silence (Rundling)
VANISHING POINT (AUS) – In Thought (Re-Release)
VANISHING POINT (AUS) – Tangled In Dream (Re-Release)
VANISHING POINT (AUS) – Tangled In Dream (Rundling)
VANISHING POINT (AUS) – The Fourth Season (Rundling)
VANISHING POINT (AUS) – ONLINE EMPIRE 84-Interview
VANISHING POINT (AUS) – News vom 24.05.2003
VANISHING POINT (AUS) – News vom 23.10.2005
VANISHING POINT (AUS) – News vom 29.12.2006
VANISHING POINT (AUS) – News vom 23.01.2007
VANISHING POINT (AUS) – News vom 08.08.2008
VANISHING POINT (AUS) – News vom 18.08.2010
VANISHING POINT (AUS) – News vom 18.11.2010
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