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IRON HEAD (D)

Iron Head

(10-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Es ist nicht nur sehr lobenswert, daß sich Jugendliche wie die vier, zwischen 14 und 16 Jahre alten Knaben, die seit kurzer Zeit unter dem Namen IRONHEAD zusammen musizieren, für jene Klänge interessieren, die auch schon ihre Väter und /oder großen Brüder gehört haben, sondern obendrein auch ein Versprechen für die Zukunft dessen was wir als "unsere" Musik bezeichnen.

So, oder zumindest so ähnlich, ist anno dazumal wohl auch ein Großteil der nunmehr "älteren" Generation zum Heavy Metal gekommen, auch wenn die Bands, mit denen man sich zu Beginn auseinandergesetzt hat, wohl andere gewesen sind. Das aus dem Norden Deutschlands stammende Quartett IRON HEAD, das dieser Tage sein selbstbetiteltes Debut abliefert, klingt aber nicht nur so, als ob man sich schon seit frühester Kindheit in den heimischen Archiven mit Namen wie MOTÖRHEAD und AC/DC vertraut gemacht hätte, sondern mitunter darüber hinaus fast so, als ob man Mitglieder dieser Bands gar in, zumindest entfernten, Verwandtschaftsverhältnissen finden könnte.

Das Quartett liefert mit ›Kill You Tonight‹ einen amtlichen Rocker zum Einstieg, bei dem man die beiden genannten Bands als Einfluß ganz und gar nicht verleugnen kann. Noch überraschender als die Musik der Jungs selbst, klingt die für einen Pubertierenden wahrlich reife, im Sinne von "erwachsen" klingende Stimme von Nikolas Klare, der offenbar bereits anstelle der Muttermilch Whiskey zu sich genommen hat. In ähnlich rockender Machart geht es auf dem Album auch weiter: ›I Got A Flash‹ läßt ebenso Reminiszenzen an Größen des alten Hard Rocks aufkommen wie auch das von schwer Rock'n'Roll-lastigen Gitarrenpassagen gekennzeichnete ›We Gonna Rock Now‹. Neben den 70er Jahren sind es aber sehr wohl auch die 80er, die auf IRON HEAD nachhaltig Eindruck hinterlassen haben, wie man uns mit ›Mortal Agony‹ unter Beweis stellt, ehe der Mitklatsch-Beginn von ›Living On Drugs‹ abermals ein wenig weiter in die Vergangenheit zurückschreitet und in ähnlicher Machart auch von THE SWEET und Konsorten glaubhaft an den Fan gebracht hätte werden können - mit dem Unterschied, daß hier ein höchstens 16 Jahre alter Jungspund mit einer knarzigen Rockröhre den Ton angibt und dabei wahrlich zu beeindrucken weiß. Wem auch immer der dezent ALABAMA THUNDERPUSSY-lastige Rocker ›You Come From Hell‹ gewidmet sein mag, weiß ich zwar nicht, glaubwürdig kommt aber auch diese Nummer aus den Boxen, wenn gleich hier noch wenig mehr Dreck angebracht gewesen wäre, um so richtig abzugehen. ›Confused‹ darf dann der Zuhörer in Anbetracht des beinahe psychedelischen Einstiegs in besagten Track durchaus sein, bei den bereits mehr als 30 Gigs von IRON HEAD sollte diese Nummer mit Sicherheit mit zu den Highlights gezählt haben, denn auch wenn das Tempo ein wenig gedrosselt wird, verstehen es IRON HEAD in ›Confused‹ ein Feuerwerk des harten Rocks zu entfachen. Ihrem Alter am ehesten entsprechend kommt ›Save Your Words‹ aus den Boxen, das mit stattlicher Punk-Schlagseite ausgestattet ist, wobei wir hier aber von jenem Punk der 70er (True Punk, you know?) sprechen und keinesfalls von jener angesagten Pseudo-Pop-Mucke, die sich ebenfalls Punk schimpft. ›Back On the Streets‹ läßt dann entfernt an ROSE TATTOO denken, ehe die Band mit ›Nighttrip‹, der gemächlichsten aller Nummern, den Reigen beendet, aber natürlich nicht ohne damit nochmals einen Ohrwurm aufzutischen.

Gratulation natürlich in erster Linie an die Jungs selbst für diesen Einstand in der Szene, ebenso aber auch an die Verwandtschaft, der es gelungen ist, den Nachwuchs auf diese Art von Musik aufmerksam gemacht zu haben!

http://myspace.com/ironheadband

Jugend forscht [im R'n'R]


Walter Scheurer

 
IRON HEAD (D) im Ãœberblick:
IRON HEAD (D) – Iron Head (Do It Yourself)
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