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NIRNAETH (F)

Thrown Athwart The Darkness

(9-Song-CD-R: € 12,-)

Die Band NIRNAETH wurde vor mittlerweile fast zehn Jahren von den beiden französischen Musikern Mutill (g) und Malaria (b) aus der Taufe gehoben, um deren gemeinsame Vorliebe zum extremen Metal zu teilen und fortan der Welt ihre eigene Auffassung davon mitzuteilen. Im Laufe der Zeit gesellten sich Drummer Yamael und Sänger Zigouille zur Band und nach den Aufnahmen zu ihrem ersten Demo »Nothing But Ashes«, das auf 111 Stück limitiert aufgelegt wurde und mit dem in Folge auch ein ganz guter Ruf in einschlägigen Kreisen eingefahren werden konnte, enterten NIRNAETH gegen Ende 2005 erneut das Studio, um mit der Produktion für »Thrown Athwart The Darkness« zu beginnen. Der Titel der Scheibe ist übrigens von einem Gedicht mit dem Titel "On The Medusa Of Leonardo Da Vinci In The Florentine Gallery" entliehen, das von Percy Bysshe Shelley stammt. Große Kunst ist dann auch auf dem Album selbst zu vernehmen, denn die Franzosen zeigen sich in gewisser Weise als Schmelztiegel des extremen Metal. Während der Opener ›Nirnaeth Arnoediad‹ ohne großartige Einleitung direkt und unmittelbar Black Metal in dunkelschwärzester skandinavischer Version offeriert, an dem sowohl die Riffs wie auch der Gesang eine gewisse Eiseskälte versprühen, lassen die Franzosen schon im anschließenden ›War‹ tief in ihre künstlerisch aktiven Seelen blicken. Toleranz scheint bei den Jungs ebenso auf der Tagesordnung zu stehen wie Anspruch, was sich in zahlreichen Kompositionen äußert: ›War‹ gibt sich zunächst als fast doomige und vor allem schaurig-schöne Variante von Schwarzmetall zu erkennen, ehe nach einem Break erneut brachial intonierter Black Metal das Geschehen regiert. Die keifende Stimme von Zigouille paßt hier obendrein wie die Faust aufs Auge, wie auch in ›Et nox facta est‹, in dem Thrash Metal-verdächtige Melodiebögen zu vernehmen sind und mich nicht zuletzt deshalb irgendwie an MELECHESH denken lassen. ›Tenebres‹ kommt dann im Death Metal-Gewand aus den Boxen, Blastbeast und Gitarren lassen an Todesmörtel denken, gesangstechnisch ist aber auch hier intensivste Schwärze angesagt. Das kurze und auflockernde ›Vampire Hunters‹ sorgt dann zusätzlich für Abwechslung, ist es doch eher auf simplen Rock-Strukturen aufgebaut, zu denen sich Zigouille die Seele aus dem Leibe kreischt, ohne dabei einen Text zu benötigen.

Das programmatische ›Black Metal Wrath‹ weiß vor allem hinsichtlich des für Black Metal unüblich transparenten und perfekt umgesetzten Sounds zu imponieren, die Nummer an sich ist ein regelrechter Reisser geworden und sollte es schaffen, auch weniger schwarzwurzelaffine Charaktere für NIRNAETH begeistern zu können. Der Ultra-Blaster ›Pentagram Of Flesh‹ setzt den Reigen fort, die Gitarren im Mittelteil lassen abermals tief in die Thrash Metal-Seele der Franzosen blicken. Mit einem kurzen akustischen Gitarrenintro wird ›Nothing But Ashes‹ eingeleitet, das nochmals die Vorliebe der Franzosen für künstlerisch anspruchsvollen, wenn auch deshalb nicht minder brachialen Black Metal ans Tageslicht befördert. Überraschendes haben NIRNAETH dann zum Finale Grande in Form von ›We'll Be Victorious‹ zu bieten: Dieser Titel beginnt als emotionsgeladene Ballade, wenn auch der Gesang von Beginn an typisch Black Metal ist, und steigert sich über einen dezenten Midtempo-Part zu einem perfekten Abschluß von »Thrown Athwart The Darkness«, in dem uns NIRNAETH noch einmal das gesamte Spektrum an Metal-Extremitäten innerhalb der knapp fünfeinhalbminütigen Spielzeit offenbaren.

Auch wenn der Großteil des Songmaterials eindeutig dem Black Metal zuzuordnen ist, sollten NIRNAETH auch außerhalb der Genregrenzen auf Akzeptanz stoßen, da wir es mit einem sehr abwechslungsreichen und anspruchsvollen Album zu tun haben, zu dem sowohl der Death, aber auch der Thrash Metal ihr Scherflein zum Gelingen beigetragen haben.

http://www.nirnaeth.com/

mutill@nirnaeth.com

black as death-thrash can


Walter Scheurer

 
NIRNAETH (F) im Überblick:
NIRNAETH (F) – Thrown Athwart The Darkness (Do It Yourself)
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