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SINTECH

Sick Perverted Sins

(9-Song-CD-R: € 9,- plus Porto & Verpackung)

Zugegeben, der irreführende Name, der mich ausschließlich an industrialisierte oder elektronische Klänge denken ließ, war nicht unbedingt motivierend, mich ins Getümmel zu stürzen, um mich mit der Musik jener deutschen Truppe auseinanderzusetzen, die sich diesen merkwürdigen Bandnamen ausgesucht hat. Aber auch derlei Scheiben müssen angehört werden, keine Frage, schließlich sagt der Volksmund ja auch "Du sollst Dich nicht täuschen!".

Was also darf sich der bisweilen in Sachen SINTECH unbedarfte, nichtsahnende Hörer von den Klängen dieser Truppe erwarten? Einiges, denn »Sick Perverted Sins«, das mittlerweile zweite Album des Quintetts, ist auch musikalisch bei weitem nicht so derb ausgefallen, wie es der Titel vermuten läßt, aber immer noch extrem im Sinne von musikalisch brachial. Die Herren Sproc (v, b), Mike (g), Zasch (g), Christian (k) und Machine (d) haben schon für ihr Debut mit dem bedeutungsschwangeren Titel »Silence« recht positive Kritiken einfahren können und auch mit »Sick Perverted Sins« sollte es für die Jungs kein allzu großes Problem darstellen, einigermaßen reüssieren zu können.

Eingebettet in moderne und teilweise sehr abgefahrene Metal-Klänge fabrizieren SINTECH eine zwar recht gewöhnungsbedürftige, dafür aber immerzu originelle Mixtur aus unterschiedlichsten Anleihen. Nach einem sehr unheilvoll beginnenden Intro, welches das Lebensende eines Menschen verdeutlich, startet ›(M)Eat‹ mit massiven Blastbeats, um nach wenigen Sekunden von einem kurzen, aber gefühlvollen Intermezzo abgelöst zu werden. Ebenso plötzlich spielen SINTECH aber auch wieder extremen, dezent angeschwärzten und von Sproc mächtig gekeift vorgetragenen Extreme-Metal. Das anschließende ›My Pledge‹ beginnt dann eher getragen, aber auch dieser Song wird spätestens beim Einsatz des Gesangs zu einer akustischen Rabiatperle.

Auch wenn in Folge immer wieder die Fähigkeit der Musiker gefühlvolle Passagen in ihre stets massiv in Richtung Kleinhirn abzielenden Kompositionen einzuflechten zum Vorschein kommt, muß dennoch angemerkt werden, daß SINTECH ihre stärksten Momente vor allem dann haben, wenn es richtig heftig zur Sache geht, wie in ›Bored‹. Im krassen Gegensatz dazu steht beispielsweise der Beginn von ›The Snake‹, einem Song, der fast schon verspielt und poppig eingeleitet wird, ehe Sproc mit dezent krankhaft anmutenden Vocals abermals das Geschehen beherrscht.

Als Bonus-Tracks haben SINTECH nicht nur einen Demosong mit dem Titel ›Wide And White‹ auf dem Album verewigt, der sehr heftig und grindig aus den Boxen donnert, sondern auch eine sehr abgefahrene Version des alten Pop-Hits ›Wonderful Life‹ von BLACK, der zwar stilistisch nahezu unverändert klingt und "nur" ein wenig heftiger vorgetragen wird, durch den Gesang aber derart abstrakt klingt, daß auch dieser Track perfekt ins entstandene Gesamtbild dieser Band paßt, das für mich eindeutig positiv ausfällt und eindrucksvoll unter Beweis stellt, daß Namen doch nur Schall und Rauch sind.

http://www.sintech-inc.de/

sintech-inc@web.de

gar nich' so sick....


Walter Scheurer

 
SINTECH im Überblick:
SINTECH – Sick Perverted Sins (Do It Yourself-Review von 2007)
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