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RECKLESS TIDE – Helleraser

ARMAGEDDON MUSIC/SOULFOOD

Seit ihrer Gründung im Jahre 2000 haben RECKLESS TIDE aus Hannover hart gearbeitet und es dadurch zu einem sehr guten Ruf in der Szene gebracht. Schon die ersten beiden, in Eigenregie veröffentlichten Demo-Scheiben »Insanity Or Reality« und »7 Minutes Of Thrash« konnten recht akzeptable Kritiken einfahren, erst recht das Debut »Repent Or Seal Your Fate«, das wohl ausnahmslos mit positiven Kritiken versehen wurde. Auch auf diverse Live-Auftritte kann die Band bereits zurückblicken, als Highlight bislang wird wohl ein Auftritt beim W:O:A zu betrachten sein. Das Sextett, das mit zwei Sängern (Andrew Troth, der Schreihals, und Kjell Hallgreen, der für den melodischen Gesang, aber auch für Schreie und Grunzen verantwortlich ist) antritt, um der Welt zu zeigen, wie man amtlichen Thrash Metal fabriziert, hat sich für vorliegendes Zweitwerk eine recht unterhaltsame Geschichte einfallen lassen. Auf »Helleraser« geht es um eine Dame namens Agatossa, die auserkoren wurde, alles Schlechte aus der Hölle zu vernichten. Als ihr immer wieder zugetragen wird, daß es einen noch viel schlimmeren Ort als die Hölle geben sollte, landet sie an eben jenem Plätzchen zwischen Himmel und Hölle, in der Welt der Menschen. Über die gesamte Spielzeit erzählen uns RECKLESS TIDE diese Story, die meiner Meinung nach dazu geschaffen ist, auch als Comic oder gar als animierter Film veröffentlicht zu werden.

Noch viel spannender als diese Story finde ich aber die musikalische Untermalung. Diese ist nämlich Thrash Metal in Reinkultur und das auf höchstem Niveau. Von den alten Helden der Bay Area sind RECKLESS TIDE wohl ebenso inspiriert, wie von so manchen angesagten Zeitgenossen. Um hier gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Es besteht kein Grund die Band zu kritisieren, auch wenn wohl in jedem Review dieselben Vergleiche aufkommen werden. Ja, RECKLESS TIDE klingen vor allem gitarrentechnisch ziemlich stark nach TESTAMENT, was aber keineswegs negativ gemeint ist, sondern als Lob zu verstehen ist. Auch ANNIHILATOR lugen desöfteren um die Ecke, wenn man sich so manches Riff intensiv zu Gemüte führt.

Na und? Ist das vielleicht etwas Schlechtes? Nein, ganz im Gegenteil! Jeff Waters war sogar persönlich zugegen, um sich im Opener ›Vicious Circle - Chapter 1‹ als Gast zu verewigen. Eine Tatsache, die Bände spricht und es würde mich nicht wundern, wenn Meister Waters in Bälde auch für diese Truppe die Regler in die Fingerchen nehmen würde. Ebenso verewigt hat sich auch Hendrik Bache von DEW-SCENTED, der mit Oliver Jaath in ›Corrupted‹ auf das heftigste soliert und dabei abermals ein rasantes Old School-Thrash Metal-Brett abliefert.

Zudem haben RECKLESS TIDE aber scheinbar auch ein Faible für Thrash Metal eher moderner Ausführung, denn neben einigen PANTERA-Anleihen, klingen manche Riffkonstrukte reichlich verquer und dermaßen brachial, so daß wohl auch diverse Musiker aus der Szene zu Göteborg ihre Freude daran haben würden, wenn ihnen solche Riffideen gekommen wären.

»Helleraser« sollte für die fünf Herren und die Dame an der Gitarre in jedem Fall einen weiteren Schritt nach vorne darstellen, denn derart unterhaltsam war schon lange keine Thrash Metal-Scheibe mehr. Auch wenn ich den als Joke verstandenen Track ›Kleemähendeäbte‹ nicht so ganz gecheckt habe, zur Auflockerung des Albums, dem man deutlich anmerkt, daß sich die Band selbst nicht immer bierernst nimmt, paßt dieser "Schmäh" sehr wohl.

http://www.recklesstide.de/

mail@recklesstide.de

super 14


Walter Scheurer

 
RECKLESS TIDE im Überblick:
RECKLESS TIDE – Helleraser (Rundling-Review von 2006)
RECKLESS TIDE – Repent Or Seal Your Fate (Rundling-Review von 2005)
RECKLESS TIDE – ONLINE EMPIRE 21-"Rising United"-Artikel
RECKLESS TIDE – News vom 20.03.2008
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